Der 8. Mai: Ein Feiertag

VON WOLFGANG HORN

Heute vor 75 Jahren endete der von Deutschland angezettelte Zweite Weltkrieg. Ein Krieg, der Millionen Menschen in der ganzen Welt das Leben kostete. Die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht war die Befreiung Deutschlands und zahlreicher besetzter Gebiete von der Diktatur der Nationalsozialisten. Die Befreiung vom Krieg danken wir den Alliierten, den Völkern Europas und der Welt. Aus eigener Kraft hat das deutsche Volk seinerzeit den Umsturz, die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch nicht zu erreichen vermocht.

Mit dem Weltkrieg endete zugleich der Rassenwahn, der millionenfache Opfer gefordert hatte, das Leiden der rund 6 Millionen Jüdinnen und Juden, von Sinti und Roma, neben politisch Verfolgten, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten, Homosexuellen, religiösen Minderheiten. Heute gedenken wir aller Opfer dieses barbarischen Mordens in deutschem Namen.

Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hatte mit seiner Rede vor 35 Jahren im Deutschen Bundestag den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus verankert. Der 8. Mai 1945 war eine Befreiung für Deutschland und die Welt. Er ist kein Tag für Alt- und Neu-Nazis, kein Tag für Geschichtsrevisionisten, kein Tag für ewig Gestrige. 

Der 8. Mai ist auch ein Tag der Dankbarkeit – an die Befreierinnen und Befreier, aber auch an jene, die in Deutschland Widerstand geleistet haben. Feiern wir heute den Sieg über die Nazis. Den Sieg über ein mörderisches rassistisches System, dem sich allzu viele Deutsche aus der Mitte der Gesellschaft verschrieben hatten. Sie haben zugestimmt, mitgemacht, weggeschaut. Feiern wir, dass die Nationalsozialisten und ihre Mitläufer nicht gewonnen haben. Und sorgen wir dafür, dass derart mörderisches Gedankengut nie wieder an die Macht kommt.

Dazu gehört der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Die rechtsterroristischen Anschläge des NSU, die Taten in Halle und Hanau, Die Ermordung von Walter Lübke, die wiederholten rechtsradikalen Grenzüberschreitungen, die permanenten ausländerfeindlichen Ressentiments, die Verschiebung des demokratischen Diskurses nach rechts und rechtsaußen, der zunehmende Antisemitismus, die Präsenz einer rechtsextremistischen Partei im Deutschen Bundestag zeigen, wie wichtig starke und laute Stimmen für Freiheit und Demokratie sind.

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