Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 189.105 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 20.684 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche, als 209.789 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1350,4 von 1371,7 am Vortag. 210 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 121.202. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 13,4 Millionen Corona-Tests positiv aus. Seit Pandemie-Beginn werden mehr als 13,3 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus offiziell festgestellt. Es wird jedoch von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen. Knapp 9,5 Millionen gelten nach Schätzungen als genesen. 121.022 Menschen versterben seit Pandemie-Beginn im Zusammenhang mit dem Virus. Derzeit gelten knapp 3,7 Millionen Menschen als infiziert. Es sind erneut weniger Betten auf deutschen Intensivstationen verfügbar, und das, obwohl die Zahl der Intensivpatienten leicht abnimmt. 21.110 Betten sind derzeit belegt, 13 weniger als am Vortag. Dennoch sinkt die Quote freier Betten von 15,3 auf 15 Prozent. Das liegt daran, dass die Zahl betreibbarer Betten insgesamt zurückgeht. Als „betreibbar“ gilt ein Krankenhausbett dann, wenn dafür auch Personal zur Verfügung steht. Personalausfälle lassen auch die Zahl zur Verfügung stehender Betten abnehmen. Die Zahl der Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen nimmt wieder leicht ab. 2436, und damit 35 weniger als am Vortag, liegen in einem Intensivbett. 1175 von ihnen müssen zusätzlich beatmet werden. Auch ihr Anteil nimmt leicht, um vier Patienten, ab. Die Zahl der in den letzten sieben Tagen durchschnittlich aufgenommenen Covid-Patienten bleibt konstant – sowohl unter Erwachsenen als auch unter Kindern. Demnach werden täglich 234 Erwachsene und 6 Kinder auf einer Intensivstation aufgenommen. Die Hospitalisierungsrate, also die Zahl der als hospitalisiert gemeldeten Covid-19-Fälle innerhalb der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner, liegt für Gesamtdeutschland aktuell höher als auf dem Höhepunkt der Delta-Welle. Die Zahl der intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten mit Covid-19 ist hingegen niedriger. Am höchsten liegt die geschätzte Hospitalisierungsrate in Mecklenburg-Vorpommern mit 22,58, am niedrigsten im Saarland mit 6,83. Neun von 16 Bundesländern weisen aktuell sinkende Inzidenzwerte auf, in 7 Bundesländer steigen die Werte dagegen. Auch die beiden Bundesländer mit der niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenz, Bremen und Schleswig-Holstein, weisen aktuell leicht steigende Werte auf. Gesunken ist dagegen der Wert in Berlin – als drittes Bundesland rutscht es unter die Marke von 1000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. In Hamburg sinkt die Inzidenz derzeit am stärksten, in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz steigt sie dagegen am stärksten an. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die Corona-Pandemie voreilig für beendet zu erklären. In einigen Ländern gebe es hohe Impfquote verbunden mit einer geringeren Gefährlichkeit der Omikron-Variante, sagt Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dies nähre das gefährliche Narrativ, dass die Pandemie vorbei sei. “Aber das stimmt nicht”, betont er. Nicht, wenn 70.000 Menschen pro Woche an einer vermeidbaren und behandelbaren Krankheit sterben. Nicht, wenn 83 Prozent der Bevölkerung Afrikas noch nicht einmal eine erste Impfdosis erhalten habe. Nicht, wenn Gesundheitssysteme noch immer unter der Zahl der Fälle ächzten. Und nicht, wenn es ein höchst übertragbares Virus gebe, das fast unkontrolliert zirkuliere. Die Bedingungen seien ideal, dass noch mehr übertragbare, gefährliche Varianten entstehen könnten, warnt der WHO-Generaldirektor. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet kein Verschwinden des Virus.“Wir müssen uns darauf einstellen, dass es noch weitere Covid-Wellen geben wird”, sagt RKI-Vize-Chef Lars Schaade. Man wisse nicht, wie sie sich auswirken würden, der beste Schutz sei aber auf jeden Fall die Impfung. Auch wenn der Höhepunkt der Omikron-Welle nun überschritten sei, bedeute das gerade für die Krankenhäuser noch keine Entspannung. “Der Scheitelpunkt für die Intensivstationen ist noch nicht erreicht.” Das Infektionsrisiko bleibe hoch, ältere Menschen müssten weiter geschützt werden. “Die Pandemie ist noch nicht vorbei”, sagt Schaade. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht noch längere Auswirkungen der Corona-Krise in Deutschland und auch keine einfache Rückkehr zur vorherigen Normalität. Zu denken sei hierbei in Zeiträumen von zehn Jahren, sagt der SPD-Politiker. Es gebe eine Gruppe in der Bevölkerung, bei der Impfungen allein nicht ausreichend wirkten, etwa bei Menschen mit Immundefekten und Patienten mit Krebs oder nach einer Chemotherapie. Lauterbach erläutert, der nach der Pandemie angestrebte “endemische Zustand” werde teils so dargestellt, als wäre dies etwas, “was wir feiern müssten”. Dies bedeute aber weiterhin, dass es immer wieder Ausbrüche und möglicherweise neue Varianten geben könne. Die gute Nachricht sei, dass es einen “Zug der Grundimmunisierten” gebe, mit dem alle unterwegs seien, und bei dem der Schutz der Bevölkerung besser werde. “Aber der Zug nimmt nicht alle gleichermaßen mit, und er muss auch ab und zu anhalten.” Mit Blick auf den Herbst sagt Lauterbach, mit einer Kombination aus einer umgesetzten allgemeinen Impfpflicht, einer Frühüberwachung des Infektionsgeschehens und Arzneimitteln könne ein Rückfall vermieden werden.
Die Ärzteorganisation Marburger Bund in Niedersachsen warnt vor einem zu schnellen Lockern der Corona-Regeln. “Wir halten es für nicht zielführend, starr am Wegfall tiefgreifender Einschränkungen ab dem 20. März festzuhalten, wenn die Infektionslage dies dann nicht zulassen sollte”, sagt der zweite Vorsitzende Andreas Hammerschmidt der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. Die Pandemie werde dann leider noch lange nicht vorbei sein. Zwar seien Inzidenzwerte und Hospitalisierungsrate rückläufig. “Von Normalität sind wir aber immer noch weit entfernt.” Vor allem warnt Hammerschmidt vor Lockerungen bei Veranstaltungen sowie in Diskotheken und Clubs. “So verständlich der Wunsch nach einer Rückkehr zum unbeschwerten Feiern ist, so sind die Infektionszahlen noch zu hoch und das Infektionsrisiko in einem solchen Umfeld zu groß.” Nachdem das Robert-Koch-Institut vor zunehmenden Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen gewarnt hatte, fordert Patientenschützer Eugen Brysch mehr Schutzmaßnahmen für Heimbewohner. “Wenn sich infizierte und nicht infizierte Heimbewohner ein Zimmer teilen müssen, ist das Russisch Roulette”, sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Um erneute Corona-Hotspots in Heimen zu verhindern, seien “lokale Ausweichquartiere” notwendig. Man könne jedoch in den Einrichtungen nur schwer Räume zur Isolation von Erkrankten vorhalten. “Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen, selbst Hotels müssen in der Lage sein, diesen Part zu übernehmen”, sagt der Patientenschützer auf. Ohne eine externe medizinisch-pflegerische Taskforce werde es nicht gelingen, Infektionsketten zu unterbinden. “Mit den vorhandenen Kräften im Heim ist das nicht zu stemmen.” Die wieder steigende Zahl an Corona-Ausbrüchen in Alten- und Pflege zeigt laut Brysch die fehlende “funktionierende, Menschen schützende Strategie” von Bund und Länder. “Hunderte Corona-Tote werden Tag für Tag abgestumpft hingenommen. Dabei wird ignoriert, dass Impfen und Boostern bei den Pflegebedürftigen nicht ausreichen”, sagt Brysch. Bundesjustizminister Marco Buschmann spricht sich dafür aus, nach dem Ende der meisten Beschränkungen zum Frühjahrsbeginn nur noch wenige Maßnahmen wie eine Maskenpflicht in besonderen Situationen fortzuführen. “Durch die Befristung einiger Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes werden die tiefgehenden grundrechtseinschränkenden Maßnahmen Mitte März enden”, sagt der FDP-Politiker der “Rheinischen Post”. Alle fortdauernden Maßnahmen müssten neu begründet werden. “Mir erscheinen hier aktuell lediglich Maßnahmen mit einer hohen Wirksamkeit und einer geringen Eingriffsintensität vorstellbar. Dies könnten insbesondere Teststrategien und die Maskenpflicht in besonderen Situationen sein”, erläutert Buschmann. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Empfehlungen des Corona-Expertenrats mit Blick auf die Belastungen der Kinder und Jugendlichen. “Im Gegensatz zur Konferenz von Bundeskanzler sowie Ministerpräsidentinnen und -präsidenten am Mittwoch richten die Fachleute den Fokus auf die Kinder und Jugendlichen, die bisher die Hauptlast der Pandemie tragen”, sagt GEW-Chefin Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Jetzt ist die Politik gefordert, Kitas und Schulen endlich zu sicheren Lern- und Lebensorten zu machen, um die Gesundheit der Lernenden und Lehrenden bestmöglich zu schützen”, fügt sie hinzu. “Wir brauchen ein Team Weitsicht, das heute die Weichen für die Vorbereitungen stellt, damit flächendeckender Präsenzunterricht künftig unter besseren Rahmenbedingungen als in der Vergangenheit stattfindet.” Dafür brauche es bundeseinheitliche Leitlinien zum Gesundheitsschutz, Aufholprogramme, die in den Schulen und bei der Jugendhilfe angesiedelt seien, sowie ein konkretes Konzept gegen den bundesweiten Fachkräftemangel an Kitas und Schulen, so Finnern. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert, die Pflicht zu anlasslosen Corona-Tests an Schulen aufzuheben und auch die Maskenpflicht zu überprüfen. “Wir sind nun in einer Situation, in der ältere Altersgruppen sich durch Impfungen selbst schützen können, daher müssen Schulen und Kitas unabhängig vom Infektionsgeschehen offenbleiben”, sagt Bundessprecher Jakob Maske dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Auch anlasslose Testungen sollten in Schulen und Kitas entfallen, die Maskenpflicht sollte zeitnah überdacht werden.” Nach den Hinweisen des Corona-Expertenrats auf negative Folgen für Kinder und Jugendliche durch Lockdown und andere Einschränkungen fordert SPD-Chefin Saskia Esken mehr Hilfen für Minderjährige bei psychischen Belastungen und Erkrankungen. “Das im letzten Sommer eingeführte Corona-Aufholpaket müssen wir deshalb verstetigen”, verlangt Esken in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). “Nachdem die junge Generation jetzt über eine lange Zeit solidarisch war und eine Menge mitgemacht hat, ist es nun an uns, Solidarität zu üben und in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen zu investieren”, sagt die SPD-Chefin weiter. “Insofern ist es nun unsere Aufgabe, Familien und Institutionen wie Kitas und Schulen, Vereine und Kinder- und Jugendhäuser dauerhaft zu stärken, damit sie Hafen sein und Stabilität bieten können.” Einrichtungen und Strukturen der Jugendhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie bräuchten deshalb das besondere Augenmerk der Politik. Seit heute greift in Nordrhein-Westfalen eine gelockerte, neue Schutzverordnung. Sie bringt vor allem Erleichterungen für den Handel und für private Treffen. Für alle Ladengeschäfte und Märkte entfallen die Zugangsbeschränkungen. Erforderlich ist nur noch eine medizinische Maske. Für vollständig geimpfte oder genesene Personen gibt es bei privaten Zusammenkünften keine Kontaktbeschränkungen mehr. Bisher ist die Personenzahl hier auf zehn begrenzt. Für Ungeimpfte bleiben die Einschränkungen bis zum 19. März bestehen. Sie dürfen sich nach wie vor nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts und höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Bundesregierung aufgefordert, die für den Pflegebonus bisher geplante Summe von einer Milliarde Euro deutlich aufzustocken. “Der Gesamtbetrag muss von der Bundesregierung deutlich aufgestockt werden”, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler der Düsseldorfer “Rheinischen Post”. Im Koalitionsvertrag stehe, dass der Bund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen wolle. “Das hört sich erst mal nach viel an, aber im Gesundheitswesen arbeiten sehr viele Menschen und die haben alle ihren Teil dazu beigetragen, in der Pandemie die Versorgung und Pflege sicherzustellen”, sagte Bühler. Neben dem Personal in Kliniken und Heimen müssten auch die Beschäftigten in der Behindertenhilfe oder im Rettungsdienst davon profitieren. “Eine Staffelung der Prämie kann man sich sicher vorstellen, aber alle Beschäftigten müssen nach unserer Überzeugung etwas bekommen”, forderte Bühler. Auch Reinigungskräfte im Krankenhaus oder in Einrichtungen der Langzeitpflege hätten eine wichtige Aufgabe, damit Hygienevorschriften eingehalten werden. “Wichtig ist, dass klar geregelt wird, wer wie viel bekommt. Das darf nicht noch einmal den Betriebsparteien überlassen werden, das hat zu viel Unfrieden in die Betriebe geführt”, warnte Bühler. “Das darf sich nicht wiederholen. Und klar darf die Zahlung auf nicht auf andere staatliche Leistungen angerechnet werden”, erklärte sie. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will kommende Woche sein Konzept für den Pflegebonus vorlegen.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst fordert den Bund auf, zügig eine allgemeine Impfpflicht umzusetzen: „Mit Blick auf den Herbst und eine mögliche nächste Welle dürfen wir auch bei sinkenden Infektionszahlen nicht den bequemen Weg gehen und die Arbeit an der Impfpflicht einstellen“, sagt der CDU-Politiker der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.Wüst zufolge drängt die Zeit: “Zu vorausschauender Pandemiepolitik gehört auch, die Umsetzung mitzudenken. Deswegen muss der Bund jetzt seine Debatten zügig führen und Entscheidungen treffen. Es darf nicht noch mehr Zeit verloren werden.” Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach setzt weiter auf eine Mehrheit im Bundestag für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. “Wir kämpfen für die Impfpflicht”, sagt der SPD-Politiker der Tageszeitung “taz”. Sie sei auch weiterhin notwendig. “Wir haben noch so viele Ungeimpfte, dass wir im Herbst ohne Impfpflicht wieder erhebliche Probleme bekommen werden.” Die Impfquote erhöhe man nun nicht “durch noch eine Impfkampagne, sondern nur durch die Impfpflicht”. Er arbeite dafür, “dass am Ende ein gemeinsamer Antrag vorliegt und viele Unionsabgeordnete ihre staatstragende Verantwortung ernst nehmen”, so Lauterbach. “Wenn im Herbst wieder Einschränkungen nötig sind, wird sich jeder daran erinnern, wer aus parteipolitischem Kalkül die Impfpflicht verhindert hat.” Auch nur einmal mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson Geimpfte gelten nach einer Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts als vollständig geimpft. Eine anderslautende Regelung durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sei rechtswidrig, teilt das Gericht mit. Damit ist die Beschwerde einer Frau, die im Oktober 2021 mit dem Vakzin geimpft worden war, im Eilverfahren erfolgreich. Sie gilt nach Gerichtsangaben nun wieder als vollständig geimpft, wenn auch nicht als geboostert. Gegen den Beschluss ist die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg möglich. Bund und Länder haben bereits vereinbart, dass die Festlegungen zum Impfstatus nicht mehr an das PEI delegiert werden sollen. Die Kriterien für Impfungen mit Johnson & Johnson waren im vergangenen Januar von dem Institut festgelegt und in der Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung geändert worden. Damit war eine Einzelimpfung mit dem Vakzin für die Grundimmunisierung nicht mehr ausreichend. Derartige Entscheidungen müsse die Bundesregierung selbst treffen, hieß es nun in der Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts. Zwei überregionale Corona-Impfzentren in Schönefeld und Potsdam sollen nach Angaben des brandenburgischen Gesundheitsministeriums bis Ende Februar schließen. Die Impfzentren in der Potsdamer Metropolishalle und am Flughafen Schönefeld würden ihren Betrieb ab dem 27. Februar einstellen, teilt das Ministerium mit. Als Grund führt das Ministerium die geringe Nachfrage an. Laut der Corona-Impfverordnung des Bundes müssen Impfzentren wirtschaftlich betrieben werden. Aus finanziellen Gründen seien darum “Schließungen von sehr großen Impfstellen erforderlich, wenn sie nahezu leer stehen”, teilt Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher mit. Sie verweist darauf, dass sich Menschen weiterhin in rund 1600 Arztpraxen impfen lassen oder andere kommunale und mobile Impfangebote nutzen könnten. Beim Impfen gegen das Coronavirus geht es immer langsamer voran. Am Donnerstag wurden in Deutschland mindestens 175.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand 9.01 Uhr) hervorgeht. Das sind deutlich weniger Impfungen als am Donnerstag vergangener Woche (248.288) und als vor zwei Wochen (339.369 Impfungen). Mittlerweile haben 75,1 Prozent der Bevölkerung (mindestens 62,4 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. 56,1 Prozent (46,6 Millionen) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,2 Prozent (63,3 Millionen). Mit einer kuriosen Spendenaktion hat der Landkreis Goslar bereits über 17.000 Euro für die internationale Impfkampagne Covax gesammelt. Die Kommune möchte für jeden, der bei sogenannten Spaziergängen gegen Corona-Maßnahmen und gegen eine allgemeine Impfpflicht teilnimmt, symbolisch den Wert einer Corona-Impfung einsammeln. Die Spenderinnen und Spender übertrafen die Erwartungen des Landkreises, der das Spendenziel deshalb mehrfach erhöhte. “Ich bin überwältigt von der Bereitschaft der Spenderinnen und Spender”, sagte Landrat Alexander Saipa. Er ist Schirmherr der Aktion “Impfpatenschaften für Impfgegner”. Am Freitag gab es laut dem Kreis Goslar über 430 Einzahlungen für die Aktion, die seit dem 31. Januar läuft. Die so zusammengekommenen rund 17.500 Euro entsprechen dem Gegenwert von fast 3900 Impfdosen. Eine Impfdose kostet laut einem Sprecher des Landkreises Goslar in etwa 4,50 Euro. Wegen der hohen Spendenbereitschaft wurde das Spendenziel mehrfach angepasst. Aktuell liegt es bei 18.000 Euro. Ob es erneut angehoben wird, werde in den kommenden Tagen entschieden, sagte der Landkreissprecher. Das Geld soll an die internationale Impfkampagne Covax gehen, die Menschen in armen Ländern den Zugang zu Corona-Impfstoffen ermöglichen will.
Weil er eine nicht angemeldete Versammlung in der Nähe des Wohnhauses von Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann geleitet haben soll, muss sich ein 52-Jähriger vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hechingen leitet wegen des Aufzugs von Gegnern der Corona-Politik am vergangenen Sonntag ein beschleunigtes Verfahren in die Wege. Wie ein Anklagevertreter mitteilt, soll der Fall am 21. Februar vor dem Amtsgericht Sigmaringen verhandelt werden. Dem 52-Jährigen aus einer Kreisgemeinde des Landkreises Sigmaringen wird vorgeworfen, die nicht angemeldete Versammlung geleitet zu haben. An dem Tag hatten laut Polizei rund 60 Demonstranten versucht, zum Wohnhaus Kretschmanns in Sigmaringen vorzudringen. Bei Wohnungsdurchsuchungen in Mittelhessen stellt die Polizei gefälschte Corona-Impfausweise sicher.Die Ermittler gehen anonymen Hinweisen nach, wie ein Sprecher der Polizei in Dillenburg mitteilt. Demnach durchsuchen die Beamten am Donnerstag Wohnungen in Wetzlar, Hüttenberg, Lahnau, Leun, Waldsolms und Sinn im Lahn-Dill-Kreis und stellen insgesamt sechs mutmaßlich gefälschte Papiere sowie zwei Handys sicher. Drei der Dokumente seien bereits als Fälschungen identifiziert, sagt der Sprecher. Im Streit um Schutzmasken in der Corona-Pandemie richten sich derzeit 87 Klagen von Lieferanten und Händlern gegen den Bund. Die geltend gemachten Zahlungsansprüche belaufen sich auf etwa 425 Millionen Euro (Stand Ende Januar), wie das Bundesgesundheitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage von Mitgliedern der Linken-Fraktion im Bundestag schreibt. Der Staat sucht vor allem zu Pandemiebeginn händeringend nach Schutztextilien und ordert in einem sogenannten Open-House-Verfahren Masken für 4,50 Euro pro Stück. Das Ausschreibungsvolumen ist nach oben nicht gedeckelt, der Bund bekommt viel mehr Ware als gedacht. In vielen Fällen verweigert das Ministerium die Bezahlung und beruft sich auf Qualitätsmängel – zahlreiche Händler argumentieren aber, diese habe es gar nicht gegeben. Der Antwort zufolge schließt das Bundesgesundheitsministerium bisher etwa 30 Vergleiche.
Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in Dänemark zuletzt durch Aufs und Abs gekennzeichnet ist, scheint sie nun doch etwas deutlicher zu sinken. Im Schnitt der letzten sieben Tage werden täglich knapp 39.200 Neuinfektionen gemeldet. Aktuell sind es dagegen rund 35.600 neue Fälle. Allerdings verweist der US-Amerikanische Epidemiologe Eric Feigl-Ding auf aktuelle Zahlen aus Dänemark, die einen deutlichen Anstieg der Todesfälle innerhalb der letzten Wochen verdeutlichen. Die Zahl derer, die an einer Infektion versterben, ist demnach deutlich höher als die jener Covid-Patienten, die mit einer Infektion versterben. Deutschland und die Europäische Union erteilen der Forderung afrikanischer Länder nach einer Freigabe der Patente von Corona-Impfstoffen eine deutliche Absage. “Es geht ja darum, dass wir den großen Fortschritt, der zum Beispiel mit der Entwicklung der mRNA-Technologie verbunden ist, jetzt nicht verspielen”, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz nach einem zweitägigen Gipfel zwischen der EU und der Afrikanischen Union. Dieser Fortschritt habe auch etwas damit zu tun, dass Eigentumsrechte gewahrt blieben. Scholz betont, dass es vielmehr darum gehe, Produktionsmöglichkeiten vor Ort schaffen. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa fordert erneut nachdrücklich die Patentfreigabe. Spenden allein seien kein nachhaltiger Weg, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen. In der gemeinsamen Abschlusserklärung wird dieser Dissens kaschiert. So ist unter anderem von “freiwilligem Technologie-Transfer” die Rede. In Italien sinkt die Zahl der Neuinfektionen weiter, allerdings ein wenig langsamer als bisher. Gut 53.600 Fälle werden aktuell registriert. Im Schnitt der letzten Tage sind es 55.000. Dagegen nimmt die Zahl der Todesfälle wieder zu: 314 werden aktuell vermeldet. Das sind mehr als im Durchschnitt zuletzt (292 Todesfälle täglich). Sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch die der Todesfälle steigt in Großbritannien leicht an. 47.685 neue Fälle werden derzeit gemeldet, die Durchschnittswerte der letzten sieben Tage liegt unter 47.000 tägliche Neuinfektionen. Die Zahl der durchschnittlichen Todesfälle liegt aktuell bei 147, aktuell werden jedoch 158 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April ist die Bevölkerung einer Studie zufolge so mutlos und unzufrieden wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ängste und Einschränkungen während der Corona-Pandemie hätten zu einem beispiellosen Rückgang der allgemeinen Lebenszufriedenheit geführt, teilt die Statistikbehörde Insee mit. Der Durchschnittswert der Lebenszufriedenheit liegt 2021 bei 6,8 von 10 Punkten. Dies ist der niedrigste Wert seit 2010, als mit der Erhebung der Lebenszufriedenheit begonnen wird. Die Unzufriedenheit steige mit wachsendem Alter. 2020 liegt der Wert bei 7,2, 2019 bei 7,3. In Lettlandhaben sich im Corona-Jahr 2021 die demografischen Herausforderungen weiter verschärft. Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde gibt es in dem baltischen EU-Land 34.142 Todesfälle – ein Anstieg um 18 Prozent gegenüber 2020 und der höchste Wert seit 20 Jahren. Besonders in die Höhe geschnellt seien die Todeszahlen im Oktober und November. Damals befindet sich Lettland wegen einer der europaweit höchsten Infektionsraten im Lockdown. Zugleich sinkt die Geburtenquote auf einen der niedrigsten Werte in den letzten 100 Jahren. Die Neuinfektionen in den Niederlanden gehen weiter zügig zurück. Aktuell werden 49.283 neue Fälle verzeichnet. Der Durchschnittswert der letzten sieben Tage liegt allerdings bei mehr als 58.000 täglichen Fälle und damit deutlich höher. In Österreich sinken die Fallzahlen, allerdings noch relativ langsam. 28.930 Neuinfektionen werden aktuell registriert, der Sieben-Tage-Schnitt liegt mit 29.316 nur unwesentlich darüber. Insgesamt zeigt die Kurve jedoch nach unten. Derweil nimmt die Zahl der durchschnittlichen täglichen Todesfälle zu. 20 Menschen versterben im Schnitt zuletzt jeden Tag im Zusammenhang mit dem Virus. Aktuell werden neun weitere Todesfälle verzeichnet. In der Schweiz sinken die Fallzahlen weiterhin, teils sogar rasant. Im Schnitt der letzten sieben Tage werden täglich etwas mehr als 18.500 neue Fälle gemeldet, aktuell sind es allerdings nur 9780. Auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus sinkt. Aktuell werden zwei neue Fälle gemeldet, zuletzt sind es im Durchschnitt zehn tägliche Fälle. Griechenland befindet sich derzeit weiterhin auf einem Pandemie-Plateau, aktuell steigen die Zahlen sogar wieder leicht an. So liegt etwa die aktuell vermeldete Zahl an Neuinfektionen bei 18.604 und damit über dem Schnitt der letzten Tage (18.175). Die Zahl der Todesfälle sinkt auf lange Sicht zwar, allerdings sind 88 aktuell gemeldete Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus mehr als im Schnitt der letzten sieben Tage (82 tägliche Todesfälle).
US-Präsident Joe Biden verlängert den nationalen Notstand wegen der Pandemie bis über den 1. März hinaus. Zu diesem Datum wäre der 2020 vom vorherigen Präsidenten Donald Trump ausgerufene Notstand automatisch ausgelaufen. Biden sagte, 900.000 Amerikaner seien bereits an Covid-19 gestorben. Daher sei es für die Bundesregierung weiterhin notwendig, mit aller Kraft auf die Pandemie reagieren zu können. Die kanadische Polizei hat bei ihrem Einsatz gegen die seit Wochen andauernden Proteste gegen die Corona-Politik in der Hauptstadt Ottawa 70 Menschen festgenommen. Schwerbewaffnete Polizisten begannen am Morgen damit, die Demonstranten zurückzudrängen und von ihnen blockierte Straßen freizuräumen. Mehrere hundert Beamte, teilweise auf Pferden, schleppten laut dem Bericht eines AFP-Reporters Fahrzeuge ab und nahmen Demonstranten fest. Gewaltsame Ausschreitungen blieben zunächst aus. Der Einsatz verlaufe “wie geplant”, sagte der Interimspolizeichef von Ottawa, Steve Bell. Aber er werde “einige Zeit” in Anspruch nehmen. “Wir gewinnen weiter an Boden, um die Straßen zu befreien.” Nach wochenlanger Blockade von Kanadas Hauptstadt Ottawa wegen der Corona-Politik der Regierung greift die Polizei nach eigenen Angaben nun durch. Die Einsatzkräfte sprechen von einem großen Polizeiaufgebot nahe einer Straße in der Innenstadt und fordern die Protestierenden auf zu gehen. “Einige Demonstranten ergeben sich und werden festgenommen”, schreibt die Polizei bei Twitter. Sie bittet alle Beteiligten darum, friedlich zu bleiben. Schon vorher nimmt die Polizei zwei führende Organisatoren der Anti-Regierungsproteste fest. Ein Mann und eine Frau werden am Donnerstag (Ortszeit) in der Hauptstadt Ottawa von Beamten abgeführt, berichten kanadische Medien übereinstimmend unter Berufung auf andere Protestanhänger und Videoaufnahmen. Beiden werde Anstiftung zur Sachbeschädigung vorgeworfen, während der Mann unter anderem auch wegen Behinderung der Justiz angeklagt werde, sagt ein Anwalt dem Sender Global News. Wegen der schlimmsten Welle seit Pandemie-Beginn hat Hongkong die Wahl des neuen Regierungschefs verschoben. Die chinesische Sonderverwaltungszone sei derzeit “mit der schwersten Situation seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren konfrontiert”, sagt Regierungschefin Carrie Lam. Die Lage sei “kritisch”. Die Wahl soll nun am 8. Mai stattfinden. Ursprünglich sollte ein pekingtreues Wahlkomitee bereits Ende März den neuen Regierungschef oder die neue Regierungschefin bestimmen. Die Verschiebung der Wahl entspreche auch den Anweisungen von Chinas Präsident Xi Jinping, “die Kontrolle der Epidemie zu unserer obersten Priorität zu machen”, sagt Lam.
Beitragsfoto © Anna Shvets (Pexels)