Tiefer Riss in der Bergisch Gladbacher FDP

VON WOLFGANG HORN

Von einem „tiefen Riß in der Bergisch Gladbacher FDP“ und einer Rücktrittswelle berichtet Matthias Niewels im Kölner Stadt-Anzeiger.

Bei der Europawahl fuhren die Liberalen in der Kreisstadt mit 8,1% ein weit besseres Ergebnis ein als die FDP im Bundesschnitt, wo sie bei 5,0% landete. Grund zum Jubel, sollte man meinen. Doch just am Wahlabend erklärten FDP-Europakandidat und Stadtratsmitglied Willy Bartz und drei weitere sachkundige Bürger ihren Austritt aus der FDP-Fraktion. Wahrlich ein Riss in der mit drei Mitgliedern kleinen FDP-Fraktion.

Bartz begründete seinen Austritt mit „großer Unzufriedenheit“ mit der Fraktions- und Kreisvorsitzenden Dorothee Wasmuth, die es schon seit geraumer Zeit gebe, aber nunmehr Konsequenzen erfordere. Bartz will weiter im Stadtrat bleiben und auch weiter in der FDP. Er setze sich aber von der rigorosen Contra-Einstellung der FDP im Rat gegen Grün-Rot ab. Die FDP in Bergisch Gladbach hatte die Wahlperiode in der Koalition mit SPD und Grünen begonnen, das Bündnis dann platzen lassen und sich dann meist an die Seite der CDU manövriert.

Dorothee Wasmuth wertet den Konflikt als „sehr persönliche Geschichte zwischen mir und einigen FDP-Mitgliedern in Bergisch Gladbach“ und als „großen Schaden“ für die Partei, der hätte unbedingt vermieden werden müssen.

Als Beobachter, zumal aus einer Stadt am äußeren Rand des Gladbacher Universums, erschließen sich die Ränke nicht wirklich. Die Ampel, das lehrt die Bundespolitik, verlangt der FDP ab, sich von liebgewonnenen Geistfängern zu verabschieden, der Schuldenbremse in der vorliegenden Verfassung, und sich, in der Tradition der Flachschen FDP, ernsthaften und bedrohlichen Politikfeldern zuzuwenden, dem Klimawandel beispielsweise, und endlich eine fortschrittliche Verkehrspolitik zu betreiben. Klientelpolitik alleine wird der FDP nicht helfen, in der Kreisstadt so wenig wie in der Hauptstadt.

Beitragsfoto: Willy F. Bartz kommentiert die Ergebnisse der Europawahl ©Thomas Merkenich

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