Neue Ideen und Konzepte für die Medienerziehung

Fachtag brachte rund 100 Pädagoginnen und Pädagogen aus Kita, Schule und Ganztag zusammen

Der Wechsel von der Kita in die Schule ist für Kinder und ihre Eltern ein wichtiges Ereignis auf ihrem Bildungsweg. Der Übergangsprozess soll möglichst reibungslos gelingen. Dafür widmet sich das kreisweite Fachforum Übergang Kita-Schule im Bildungsnetzwerk des Rheinisch-Bergischen Kreises den damit verbundenen Fragen. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, die Schnittstellen auszugestalten, das heißt, Kita und Schule bei guter und abgestimmter Zusammenarbeit zu unterstützen. Seit der Corona-Krise steht hierbei besonders das Thema Medienerziehung im Fokus. Hintergrund ist, dass der Einsatz digitaler Medien mit der Pandemie stark zugenommen hat. Viele Pädagoginnen und Pädagogen entwickelten daraufhin bereits in der Kita neue Konzepte und Angebote für ihre Einrichtungen.

Erfolgreiche Praxisbeispiele wurden nun im Rahmen des Fachtags „Medienerziehung im Übergang von der Kita in die Schule“ vorgestellt. Der Fachtag trägt damit entscheidend dazu bei, Strategien und Konzepte, die sich in einzelnen Einrichtungen bereits bewährt haben, im Kreis bekannter zu machen. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Kitas und Schulen aus allen Städten und Gemeinden der Region kamen zu der Veranstaltung ins Kreishaus Heidkamp und folgten damit einer Einladung der Geschäftsstelle Bildungsnetzwerk des Rheinisch-Bergischen Kreises. Die Fachleute lernten neue Konzepte sowie Ideen kennen, um digitale Medien in ihre eigene tägliche pädagogische Arbeit zu integrieren und gemeinsame, aufeinander aufbauende Angebote im Übergang von der Kita in die Schule zu entwickeln.

Wie dies geschehen sollte, erläuterte Referentin Selma Brand vom Verein Blickwechsel e.V. in ihrem Vortrag. Sie appellierte an die Gäste, „Medien dort einzusetzen, wo es Sinn ergibt.“ Dabei machte die Medienpädagogin deutlich, dass es besonders wichtig sei, die digitalen Werkzeuge mit anderen Bildungsbereichen zu verknüpfen, um die Medienkompetenz der Kinder zu stärken und sie ihre Kreativität ausleben zu lassen. Zudem unterstrich sie, dass digitale Medien die pädagogische Arbeit ergänzen und nicht ersetzen sollten. Mit Medien Inhalte aktiv und kreativ gestalten, statt Medien nur zu konsumieren, müsse die Devise sein. Dies untermalte Selma Brand mit vielen anschaulichen Beispielen, die auch niederschwellig in den Kitas und Schulen umzusetzen sind.

In diesem Sinne standen Praxis und Ausprobieren im Mittelpunkt des Fachtags, um neue Anregungen für den Einsatz digitaler Angebote zu sammeln und damit den pädagogischen Alltag zu gestalten. Dazu luden die Fachleute aus den Kitas und Schulen der Region ihre Kolleginnen und Kollegen in 13 verschiedenen Workshops zum Ausprobieren und Mitmachen ein – beispielsweise, um einen „Schrottbot“ zu bauen. Die kleinen Maschinen bewegen sich oder kreiseln mit einem Motor und werden aus Upcycling-Materialien gebaut. Zudem ließ sich die Arbeit mit dem „Book-Creator“ kennenlernen, um digitale Bücher zu erstellen. Eine kreative Kombination aus digitalen und analogen Methoden zeigte sich beim Bau von Puppenreportern, die den Kita-Kindern in Videos über ihre künftige Schule berichten. Weitere Workshops stellten beispielsweise die Produktion von Radiosendungen oder Videoblogs sowie den Einsatz von Tablets in Kitas vor. „Es fällt leichter etwas auszuprobieren, wenn andere dies schon unter ähnlichen Rahmenbedingungen erfolgreich getan haben. Das motiviert viel mehr, als sich trocken etwas anzulesen“, beschreibt Marit Kasimir, Schulleiterin der GGS Rösrath, den Mehrwert des Fachtags für die Praxis in Kita, Schule und Ganztag.

An verschiedenen Ständen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem mit Unterstützungsangeboten für das pädagogische Arbeiten mit digitalen Werkzeugen sowie Orientierungshilfen für die Medienkompetenzförderung vertraut machen. Zu den Ausstellern gehörten neben den Präventionsfachdiensten mit ihrem Medienparcours „Digicup“, das Digitale Klassenzimmer, das zdi-Netzwerk MINT Rhein-Berg, das Kommunale Integrationszentrum sowie das Düsseldorfer Hub für digitale Bildung „Coding For Tomorrow“ und der Verein Blickwechsel e.V.

Beim Fachtag nutzten die Pädagoginnen und Pädagogen zudem die Chance, um ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde deutlich, dass in der Region schon viel Know-how vorhanden ist. „Ich habe viele neue Impulse für meine Arbeit erhalten und zahlreiche neue Kontakte geknüpft“, resümierte Corina Maqua, Leiterin der AWO Kindertagesstätte Odenthal-Blecher.

Der Fachtag sensibilisierte für einen bewussten und kreativen Umgang mit digitalen Medien und dafür, was für die jeweiligen Altersgruppen angemessen ist. Dabei fanden sowohl im Thema erfahrene pädagogische Fachkräfte als auch solche, die sich gerade auf den Weg machen, viele Anregungen, um sich mit den ihnen anvertrauten Kindern die digitale Welt zu Nutze zu machen.

Weitere Informationen und eine Bildergalerie sind auf der Webseite des Rheinisch-Bergischen Kreises hinterlegt: 
https://www.rbk-direkt.de/fachtag_medienerziehung.aspx

Beitragsfoto © Markus Abels

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