NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CDLXXX)

Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 42.055 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 2346 Fälle weniger als am vergangenen Sonntag. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 439,2 von 442,7 am Vortag. 94 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Vor einer Woche wurden 104 Tote gezählt. Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,98 angegeben (Vortag: 0,95). Erneut verzeichnen die Krankenhäuser in Deutschland einen Anstieg der Covid-19-Intensivpatienten. Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 4805 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, das sind acht mehr als am Vortag. Die Zahl stieg erstmals seit Anfang Mai wieder über 4800. 2560 davon werden invasiv beatmet. Rund 3113 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Bundesweit machen Corona-Patienten gut 22 Prozent aller Patienten in intensivmedizinischer Betreuung aus. In einigen Regionen liegt der Anteil bei 80 oder sogar 100 Prozent. Vor einem Jahr, am 4. Dezember 2020, betrug der Anteil der Covid-19-Patienten an allen Intensivpatienten 19 Prozent. Auf dem Höhepunkt der Winterwelle 2020/2021 waren es zeitweise 28 Prozent bundesweit. Die Lage in den Kliniken verschärft sich nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zunehmend.“Schon jetzt müssen Intensivpatienten früher als eigentlich medizinisch vertretbar auf Normalstationen verlegt werden”, sagt der DKG-Vorsitzende Gerald Gaß dem Nachrichtenportal “Watson”. “Wir laufen in einigen Hotspots auf eine Katastrophen-Medizin zu.” Darunter litten auch erneut Krebspatientinnen und Krebspatienten, deren Operationen verschoben werden müssten.

Mittlerweile weisen drei Landkreise in Deutschland eine Inzidenz von über 2000 auf – einer mehr als am Vortag. Alle drei liegen im Bundesland Sachsen. Der höchste Wert wird aus dem Kreis Mittelsachsen mit rund 2209 gemeldet, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Auch die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegen über der 2000er-Schwelle. Insgesamt 31 Landkreise haben eine Inzidenz von über 1000. Den bundesweit niedrigsten Wert weist der Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein mit 74,3 auf. Der rückläufige Trend der Neuinfektionen in Bayern setzt sich fort. Wurden am Vortag noch 13.802 Ansteckungen gemeldet, sind es nun 10.669. Auch in Sachsen ist ein Rückgang von 9471 Neuinfektionen auf 7007 zu beobachten. Doch in Sachsen-Anhalt steigt die Zahl der neuen Fälle an – von 3811 am Vortag auf nun 4542. Mittlerweile ist in fast allen Landkreisen Deutschlands die Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 0 und 14 Jahren am höchsten. Besonders drastisch zeigt sich das im Landkreis Mittelsachsen im Bundesland Sachsen: Dort liegt die Inzidenz bei den Jüngsten bei rund 3336, bundesweiter Höchststand. Das bedeutet, dass dort in den vergangenen sieben Tagen von mehr als drei Prozent aller Kinder positive Tests an die Behörden übermittelt wurden.

In Thüringer Pflegeheimen sind binnen vier Wochen 253 Senioren an oder mit einer Infektion gestorben. Am 3. Dezember verzeichnete das Landesverwaltungsamt, das auch für die Heimaufsicht zuständig ist, 1185 Corona-Infektionen in 142 Einrichtungen. Davon wurden 414 Infektionen bei Mitarbeitern registriert. Der steile Anstieg bei den täglichen Infektionszahlen in den Heimen hat sich somit nicht fortgesetzt. Bei Protesten von Impfgegnern in Frankfurt am Main wird eine Person festgenommen, die einen Davidstern mit dem Wort “ungeimpft” auf der Jacke trug, teilt die Polizei mit. Am Frankfurter Opernplatz und auf einer zentralen Einfahrtsstraße hatten sich am Samstag insgesamt mehr als 2000 Menschen versammelt, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren. Wegen wiederholter und anhaltender Verstöße gegen die Abstandsregeln und Maskenpflicht löste die Polizei beide Versammlungslagen auf. Es soll auch zu vereinzelten Angriffen auf Polizeikräfte gekommen sein. Insgesamt gab es 11 Festnahmen. Über 2000 Menschen haben in mehreren Thüringer Städten gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Allein in Greiz, gelegen in Ostthüringen an der Landesgrenze zu Sachsen, kamen am Samstagabend etwa 1500 Menschen zusammen, teilte die Polizei mit. Die Versammlung war nicht angemeldet. Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet, außerdem wurden Flaschen geworfen. Mobilisiert hatten unter anderem Rechtsextreme Parteien wie die AfD und der Dritte Weg. In Eisenach berichtete die Polizei von etwa 500 Teilnehmern an einem Protest gegen die Corona-Politik, in der Kleinstadt Bad Liebenstein seien etwa 230 Teilnehmer gezählt worden. Die Thüringer Corona-Notverordnung erlaubt derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit bis zu 35 Teilnehmern. Im Freistaat lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei über 1026, die Hospitalisierungsinzidenz bei über 20.

Angesichts der vierten Corona-Welle rät der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing den Bürgern an Weihnachten von Reisen ab. “In der aktuellen Situation scheint es sinnvoller, Weihnachten im kleinen Kreis zu Hause zu verbringen und keine größeren Reisen durchs Land zu planen”, sagt er der “Bild am Sonntag”. Wissing, derzeit noch FDP-Generalsekretär, rechtfertigt gegenüber der Zeitung die Kehrtwende seiner Partei bei den Corona-Maßnahmen: “Jetzt ist die Situation eine andere, auch weil wir neue Mutationen haben. Das Virus wandelt sich, die Gefährlichkeit des Virus nimmt zu.”

Die Testlabore sind nach Angaben des bundesweiten Verbands ALM in einigen Bundesländern schon wesentlich höher als 100 Prozent ausgelastet. “Das ist nicht über längere Zeit so machbar”, sagt ALM-Vorstandsmitglied Jan Kramer. Pro Woche würden derzeit rund 1,8 Millionen PCR-Tests in den im Verband vertretenen Laboren durchgeführt. Das entspreche insgesamt einer durchschnittlichen Auslastung von 85 Prozent. Es könne sein, dass nicht alle Testergebnisse in allen Regionen innerhalb von 24 Stunden vorlägen. “Diese werden aber in der Regel innerhalb von 48 Stunden abgearbeitet”, betont Kramer. Er könne keinen signifikanten Rückstau erkennen.

Nach Einschätzung des CDU-Vorsitzkandidaten Norbert Röttgen sind Impfgegner und Boykotteure von Schutzmaßnahmen eine größere Herausforderung für den Zusammenhalt der Gesellschaft als die Impfpflicht.“Die Spaltung dadurch, dass man es immer noch einer Minderheit überlässt, eine riesige Infektionswelle auszulösen, die die gesamte Bevölkerung trifft und einschränkt, wiegt deutlich schwerer”, sagt Röttgen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die geplante allgemeine Corona-Impfpflicht hält Röttgen für rechtlich haltbar. 63 Prozent der Menschen in Deutschland, die sich bislang noch nicht haben impfen lassen, wollen das auch in Zukunft nicht nachholen. Das geht aus einer Befragung des Meinungsforschungsinstitutes INSA für die “Bild am Sonntag” hervor. 20 Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen, 17 Prozent antworteten mit “weiß nicht/ keine Angabe”. Die Grüne-Jugend-Sprecherin Sarah-Lee Heinrich drängt die Ampelkoalition, sich für eine Freigabe der Corona-Impfstoff-Patente einzusetzen. Angesichts des Auftretens der Corona-Virus-Mutation Omikron sei dies wichtiger als die Profitinteressen weniger Unternehmen, sagt sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Über 100 Staaten, darunter die USA, plädierten für diesen Weg. “Es wird Zeit, dass Deutschland und die EU die Blockadehaltung beenden und den Weg für eine global gerechte Pandemiebekämpfung freimachen.” Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten eine allgemeine Corona-Impfpflicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 63 Prozent dafür aus, alle Menschen in Deutschland zur Immunisierung gegen das gefährliche Virus zu verpflichten. Nur 30 Prozent sind dagegen, 7 Prozent machten keine Angaben. Wenige Tage nach der ersten Impfung am 26. Dezember vergangenen Jahres hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen. Frauke Rostalski, Mitglied im Deutschen Ethikrat, hat sich gegen eine allgemeine Impfpflicht gewandt. Eine solche Maßnahme lasse sich unabhängig vom individuellen Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung nicht rechtfertigen, sagte die Juraprofessorin dem “Kölner Stadt-Anzeiger”. Anders sehe das bei den über 60-Jährigen aus, die einen Großteil der Covid-Patienten auf Intensivstationen ausmachten. “Dann drängt sich doch auf, dass man genau diese Menschen schützen muss, um eine Überlastung des Gesundheitssystems auszuschließen.” Wenn andere Länder ohne Impfpflicht in der Corona-Krise besser führen als Deutschland, stelle sich automatisch die Frage, ob der deutsche Staat wirklich schon alle anderen Instrumente in die Hand genommen habe. “Und da würde ich sagen: Nein. Aber auch unabhängig davon: Eine Impfpflicht für diejenigen, die kein erhöhtes Risiko aufweisen, mit Covid-19 auf der Intensivstation zu landen, lässt sich aus meiner Sicht generell nicht rechtfertigen.” Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, sieht keinen Grund gegen eine Impfpflicht auch für Kinder – falls die Ständige Impfkommission (STIKO) dies empfiehlt. “Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben”, sagte er dem Nachrichtenportal “ZDFheute.de”. “Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen.” Montgomery fügt hinzu: “Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona.” Aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sollten Kinder bei einer Impfpflicht außen vor bleiben. Angesichts eher mangelnden Interesses der Kinderärzte an Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige will Hamburg eigene Kinderimpfzentren einrichten. Zwar setze man in einem Drei-Säulen-Modell weiter auf die Kinderärzte, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Diese erste Säule sei “sicherlich für die Kleineren in dieser Altersgruppe sehr relevant – weil ja auch viele andere Impfungen parallel anstehen.” Daneben soll es auch Impfangebote in Kinderkrankenhäusern geben. “Und wir planen eigene Kinderimpfzentren, in denen wir unabhängig davon ausschließlich für diese Altersgruppe mit speziellem Personal Kinderimpfungen anbieten können.” Die tägliche Impfleistung in Deutschland nähert sich dem Niveau des Sommers an.Am Freitag wurden rund 896.000 Dosen verabreicht, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Der überwiegende Teil davon waren Auffrischungen (rund 756.000), dazu kamen rund 81.000 Erstimpfungen und 59.000 vollständige Impfungen. Der Tagesrekord wurde bisher am 9. Juni mit 1,4 Millionen Dosen erzielt. Mittlerweile sind 68,9 Prozent der Bevölkerung vollständig und 71,9 Prozent mindestens einmal geimpft.

Die Zahl der Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus in England hat sich mehr als verdoppelt. Im größten britischen Landesteil seien 75 weitere Fälle mit der Variante B.1.1.529 festgestellt worden, teilte die Gesundheitsbehörde Health Security Agency (UKHSA) mit. Damit seien in England nun 104 Omikron-Fälle bekannt. Dazu kommen 29 Infektionen in Schottland – gut doppelt so viele wie bisher. In Wales ist eine Infektion bekannt, in Nordirland wurde die Variante bisher nicht nachgewiesen. Es gebe nun Fälle ohne Verbindung zu Auslandsreisen, sagte UKHSA-Chefin Jenny Harries. Dies deute auf lokale Übertragungen hin. Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante verlangt Großbritannien wieder Corona-Tests von allen internationalen Reisenden. Vom kommenden Dienstagmorgen an müssen auch Geimpfte vor Abreise ins Vereinigte Königreich ein negatives Ergebnis vorlegen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid ankündigte. Grund sei, dass immer mehr Infektionen mit Reisen in Verbindung gebracht werden könnten, sagte Javid. Er betonte, die Maßnahmen seien vorübergehend. Einen Zeitraum nannte der Minister aber nicht. Großbritannien hatte die vorgeschriebenen Tests vor Einreise für Geimpfte erst Mitte Oktober abgeschafft. Bei einer Firmenfeier in Norwegen ist es zu einem Ausbruch der Variante Omikron gekommen. Bisher seien 13 Fälle bestätigt, teilte das nationale Gesundheitsinstitut FHI mit. Es gebe 90 bis 100 Corona-Fälle nach dem Event in der Hauptstadt Oslo. Unklar blieb zunächst, ob sich noch weitere Gäste mit der Omikron-Variante infiziert haben. An der Feier hatten unterschiedlichen Berichten zufolge bis zu 120 Menschen teilgenommen. Zwei von ihnen sollen kürzlich in Südafrika gewesen sein. Insgesamt gab es in Norwegen nach FHI-Angaben 19 Omikron-Fälle, darunter vier Menschen, die aus Südafrika eingereist waren. Ausgehen und Party machen ist jetzt auch auf Mallorca aufgrund steigender Inzidenzen fast nur noch mit 3G möglich. Auf der bei Deutschen beliebten Urlauberhochburg und auch auf den anderen Baleareninseln sind verschärfte Maßnahmen in Kraft getreten. Zum Besuch von Bars, Restaurants und anderen Einrichtungen mit einer Kapazität von mehr als 50 Personen muss seit Samstag ein Impf- oder Genesenen-Nachweis oder ein negatives Testergebnis vorgelegt werden. Diese Vorschrift gilt bis zum 24. Januar – und zwar für Innenräume und für überdachte Terrassen. Es handelt sich um eine Erweiterung der 3G-Regel auf den Balearen, denn die Pflicht zur Vorlage des sogenannten “Covid-Passes” galt in der spanischen Mittelmeer-Region unter anderem bereits für den Besuch von Diskotheken, Nachtclubs und Seniorenheimen. In Südtirol weisen die Behörden einen Fall der Omikron-Variante des Coronavirus nach. Die durchgeimpfte Frau sei Ende November aus dem südafrikanischen Kapstadt über München eingereist, teilte der Südtiroler Sanitätsbetrieb (Sabes) mit. Sie lebe in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. PCR-Tests vor dem Abflug und nach der Landung fielen demnach negativ aus. Nach einem Hinweis der Behörden in Rom auf einen mit der Omikron-Variante infizierten Passagier an Bord wiederholten sie den Test – das Ergebnis: positiv. Laut Sabes ergab eine Sequenzierung am Freitagabend, dass sich die Frau mit der Omikron-Variante angesteckt hatte. Sie befinde sich in Isolation.

Die Corona-Lage in Indien bleibt weiter auf stabil niedrigem Niveau. Im Mai durchlitt der Subkontinent eine heftige zweite Welle mit im Schnitt fast 400.000 Neuinfektionen täglich. Doch danach hat sich die Lage merklich beruhigt, zuletzt werden lediglich 8895 neue Fälle aus dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land gemeldet. Nur ein Drittel der Bevölkerung ist vollständig geimpft. Untersuchungen zeigen jedoch eine weite Verbreitung von Antikörpern in der Bevölkerung – sowohl durch die Impfung als auch wegen überstandener Infektionen. Chile hat zweites Land in Lateinamerika nach Brasilien einen Omikron-Fall registriert. Die infizierte Person war am 25. November aus Ghana eingereist. Der Gesundheitszustand des Reisenden, der komplett mit Biontech/Pfizer geimpft ist, sei gut teilte das regionale Gesundheitssekretariat für die Hafenstadt Valparíso (Seremi) mit. Der Mann war mit einem negativen PCR-Test eingereist. Ein weiterer Test am Flughafen der Haupstadt Santiago de Chile fiel positiv aus, bei der Sequenzierung wurde die Omikron-Variante festgestellt.

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