VON WOLFGANG HORN
Wie sagt der Volksmund? Da hat er den Salat. Gemeint ist, daß etwas schief gegangen ist und er jetzt im Schlamassel steckt. Und wer steckt in selbigem? Andreas M., Vorsitzender einer Kleinfraktion im Rat. Er alleine hat den E-Mail-Postkasten der Bürgermeisterin, Marion Lück, derart in Anspruch genommen – und zudem die Mails öffentlich auch an die Presse versandt und zusätzlich in seinem privaten Facebook-Account veröffentlicht, daß die sich nunmehr in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat gezwungen sieht, auf die üblichen Kommunikationsformen im Umgang mit einer Bürgermeisterin hinzuweisen. Jetzt hat er den Salat, der Andreas M.. Zuviel ist eben zuviel. Und mit einer Batterie von Mails und öffentlichen Sendschreiben läßt sich fehlende Aktivität in Rat und Ausschüssen nicht kompensieren. Als Fraktionsvorsitzender sollte man das kleine Einmaleins der Kommunalpolitik eigentlich beherrschen. Eigentlich.
Hier das Schreiben der Bürgermeisterin:
Es ist wahrlich unbegreiflich. Herr Müßener scheint ein derart ausgeprägtes Geltungsbedürfnis zu haben, dass er seine (offensichtlich umfangreiche) Freizeit nicht anders verbringen kann. Das ist auch keine Arbeit für die Bürger, das ist eine Beschäftigungstherapie für die Verwaltung.
Ein Statement an dieser Stelle wäre nett, damit der interessierte Bürger der kein Facebook hat einmal erfährt was das soll.
Neben den gewohnt zahnlosen Unterstellungen fehlt hier das Wichtigste: Das öffentliche Schreiben an die Bürgermeisterin, die anscheinend mit einer kurz gehaltenen und wichtigen Email überfordert ist.
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
der Verein Rollrausch verbreitet zur Zeit im Internet eine Pressemitteilung, in der die Verwaltung sehr hart angegangen wird. (Quelle: https://forumwk.de/2021/08/21/neues-aus-uhlenbusch/)
“Neues aus Uhlenbusch” ist ja bekanntlich eine Kinderserie auf einem Bauernhof.
Wir stehen als Fraktion seit Monaten mit Bürgern in Kommunikation aus dem Bereich Jugendfreizeitpark bis Bahnhof. Den so wichtigen Dialog in den Bürgerhäusern lehnten Sie ja pressewirksam ab.
Ursache aktuell war ein angebrachtes Schild am Jugendfreizeitpark, welches nicht nur bei dem Rollrausch Verein für Entsetzen sorgte, sondern auch bei den Anwohnern, die sich wiederholt im Stich gelassen fühlen.
Meiner Meinung nach könnte ein kurzfristig einberufener Runder Tisch viele der in den letzten Monaten angehäuften und sicherlich vermeidbaren Probleme lösen.
Weiterhin würde ein Runder Tisch endlich alle Interessengruppen zusammenführen, um gemeinsam Vorgehensweisen zu entwickeln.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Müßener (Fraktionsvorsitzender Zukunft Wermelskirchen)
Hallo Herr Müßener,
warum nutzen Sie nicht die bekannten Wege des politischen Diskurses? Immer wieder umgehen Sie sämtliche Wege indem Sie einfach drauf los schießen und jegliche Wege des seriösen Miteinanders missachten.
Das ist äußerst schade. Vor allem ihr neuerlicher Angriff auf die Bürgermeisterin. Das hinterlässt erneut einen traurigen Einblick in die Arbeit Ihrer Gruppierung.
Kritisches Bewerten und Hinterfragen gehört zu einer professionellen und transparenten Oppositionsarbeit dazu.
Die Ratskollegen unterschiedlicher Parteien können sich im Laufe der letzten Jahre nicht an ein „kritisches Hinterfragen“ ihrerseits, weder im Rat noch in den Gremien erinnern. Als Ratsmitglied hätten Sie ausreichend Möglichkeiten dazu gehabt.