Alles hat seine Zeit

Ein Wort zum Montag, dem 25. Mai 2020 

VON CORNELIA SENG

Im nahen Wald, am Rand von Kassel, hat jemand Steinmale gebaut. Sorgsam aufeinander gesetzte Basaltsteine, wie man sie im Wald hier finden kann. Kleine und große, alle Formen. Manche erinnern an eine Tiergestalt, andere an einen Turm. Behutsam wurden sie zusammengesetzt. Wie lange der, der sie gebaut hat, daran wohl gearbeitet hat? Kunstvoll sehen sie aus! Sie halten ohne Kleber und Mörtel. Und halten schon viele Jahre lang. Fragil und doch fest. Selbst die Wildschweine respektieren sie. Gerne schaue ich sie an. Tröstliches geht von ihnen aus. 

Ich sammele heute auch Steine – Gedankensteine, Gedankensplitter. Sie liegen herum in meinem Kopf, inspiriert durch die vielerlei Meldungen, die mir gerade im Netz und in den Zeitungen begegnen. Durch Telefonate mit alten Freunden. Aber die „Gedankensteine“ wollen nicht zueinander passen. Sie fügen sich nicht zusammen. Liegen einzeln herum. Manche glänzen sogar … aber kein stimmiger Bauplan kommt mir in den Sinn. … Manchmal ist das so. … Denn alles hat seine Zeit.

„Steine sammeln hat seine Zeit, Steine wegwerfen hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit. … Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. … Denn ein Mensch, der isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.“ (Die Bibel, Prediger 3)

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