Hospiz Bergisches Land bekommt drei Gesellschafter

Den Beitrag entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung dem Waterbölles, dem kommunalpolitischen Forum für Remscheid:

„Viel Platz für das neue Hospiz Bergisches Land“, titelte der Waterbölles am 13. Mai 2016, da hatte der Vorstand des Fördervereins Christliches Hospiz Bergisches Land e.V. gerade das potenzielle Baufeld an der Remscheider Straße für den Neubau besichtigt (Foto links). Alles schien in trockenen Tüchern zu sein: Die Mitgliederversammlung hatte dem Vorstand das Mandat erteilt für Verhandlungen mit der Stiftung Tannenhof über das Grundstück und den Betrieb des stationären Hospizes für die Städte Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen. Doch erstens kommt es anders, zweitens… Und so musste Andreas Holthaus, der Vorsitzender des Fördervereins, im August dieses Jahres einräumen, die gesetzlichen Vorgaben des deutschen Gesellschaftsrechts seien kompliziert, und bei der Stiftung Tannenhof müssten viele Gremien das Vertragswerk billigen. Kommen die Verhandlungspartner nicht überein, müsste das Hospiz an anderer Stelle errichtet werden und bedürfte dann auch eines anderen Betreibers zur Pflege der Bewohner. Pech, denn ansonsten wäre man eigentlich schon auf der Zielgeraden gewesen mit 3300 Spendern von insgesamt 1,9 Millionen Euro.

Inzwischen sind es 2,1 Millionen €, und die noch bessere Nachricht, die Holthaus gestern auf einer Pressekonferenz parat hatte, war die: „Wir haben die Betreiberfrage ökumenisch gelöst; unser Förderverein wird mit dem Caritasverband Remscheid und der Diakoniestation Wermelskirchen eine gemeinnützige GmbH gründen und dann gemeinsam über die Grundstückfrage entscheiden. Es gibt interessante Angebote – auch in Bergisch Born!“

Gemeinsam wollen sich die drei Gesellschafter auch Aufgaben widmen, die über den normalen Geschäftsbetrieb hinausgehen:

  • Menschen aus den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen ermutigen und befähigen, sterbenden Menschen hilfreicher Begleiter zu sein
  • enge Zusammenarbeit mit den ambulanten Hospizdiensten im Einzugsgebiet pflegen
  • Begleitung und Unterstützung der hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden im Hospiz in allen Fragen und Belastungssituationen
  • Entwicklung und Umsetzung von Unterstützungsangeboten wie Supervision, Seelsorge, Coaching für die Mitarbeitenden, Entwicklung und Umsetzung von Angeboten für die Angehörigen während und nach der Sterbephase.

Der Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land (Vorstand rechts im Bild) war 2012 gegründet worden mit dem Ziel, ein stationäres Hospiz für die Städte Remscheid, Wermelskirchen, Hückeswagen und Radevormwald zu bauen. Inzwischen hat der Verein 190 Mitglieder. In Nordrhein-Westfalen bestehen mittlerweile bereits 71 Erwachsenenhospize mit insgesamt 682 Plätzen.

Zweiter Gesellschafter der neuen gGmbH wird die Diakoniestation Wermelskirchen, die von den vier evangelischen Kirchengemeinden Wermelskirchen, Dabringhausen, Dhünn und Hilgen-Neuenhaus getragen wird. Sie besteht seit 35 Jahren und hat derzeit 180 Mitarbeitende und 60 ehrenamtlich Engagierte, die sich um die ambulanten und stationären Aufgaben kümmern. Dazu zählen 350 ambulante Klienten in Wermelskirchen und Burg, zwei Tagespflegeeinrichtungen (seit 20 Jahren) und fünf Wohngemeinschaften (seit zwölf Jahren) mit je zehn bis zwölf Bewohner/innen, die nicht mehr alleine zu Hause leben konnten.

Dritter Gesellschafter der gGmbH ist der 1974 gegründete Caritasverband Remscheid e.V. Er beschäftigt derzeit rund 100 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darüber hinaus unterstützen und ergänzen rund 100 ehrenamtlich Tätige die Arbeit des Verbandes in den verschiedenen sozialen Tätigkeitsfeldern (Seniorendienste, ambulanter Pflege- und Betreuungsdienst, zwei Tagespflegen, Quartiersarbeit, Fachdienst Integration und Migration, Fachdienst Kinder, Jugend und Familie, Sozialberatung und berufliche Teilhabe, Wohnungsnotfall- und Eingliederungshilfen, Gemeindecaritas).

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