Tag der Daseinsvorsorge am 23. Juni

Wupperverband: Aufgaben für Umweltschutz und Lebensqualität 

Bergisches Land | Am 23. Juni ist der Tag der Daseinsvorsorge. Seit 2017 gibt es diesen Aktionstag, der auf die Leistungen von öffentlichen Unternehmen für die Daseinsvorsorge aller Menschen in Deutschland aufmerksam machen will. Zur Daseinsvorsorge gehören z. B. Trinkwasser-, Strom- und Energieversorgung genauso wie Abwasser- und Abfallentsorgung und schließlich ÖPNV und Glasfasernetze.

Der Wupperverband hat in seinem 813 Quadratkilometer großen Verbandsgebiet einen großen Anteil an der Daseinsvorsorge und leistet einen Beitrag, die Umwelt zu schützen und Lebensqualität auch für kommende Generationen zu bewahren.

Abwasserreinigung: Lebensqualität für Menschen und Umweltschutz

Für die Menschen und die Unternehmen in seinem Gebiet reinigt er das Abwasser in seinen 11 Kläranlagen. Pro Jahr fallen rund 120 Mio. Kubikmeter Abwasser an. Die Technik der Kläranlagen hat sich in den letzten Jahrzehnten stetig entwickelt. Durch Ausbau der großen Wupperverbandskläranlagen in den 1990er und 2000er Jahren ist die Reinigungsleistung deutlich verbessert worden. So konnte sich die Wupper sichtbar erholen und von einem Abwasserfluss wieder zu einem artenreichen Lebensraum werden. Auch heute setzt der Verband weitere Projekte um, damit die Kläranlagen optimiert werden. So verbinden sich eine Abwasserreinigung auf hohem technischen Niveau mit guten hygienischen Bedingungen für die Menschen in der Region und dem Schutz der Flüsse und Bäche.

Trinkwasser aus bergischen Talsperren

Aus drei Trinkwassertalsperren, der Großen Dhünn-, Kerspe- und der Herbringhauser Talsperre, stellt der Wupperverband Rohwasser zur Verfügung. Das Rohwasser wird anschließend von den Wasserversorgern zu Trinkwasser aufbereitet. Aus den Wasserwerken gelangt das Trinkwasser schließlich in die Haushalte in der Region.

Die Kerspe-Talsperre zwischen Kierspe und Wipperfürth ist eine Trinkwassertalsperre © Wupperverband

Brauchwassertalsperren unterstützen die Wupper in Trockenphasen

Eine weitere Aufgabe ist, die Wupper mit Hilfe der Talsperren zu regulieren. Dies umfasst Hochwasserschutz auf der einen und die Abgabe von Talsperrenwasser an die Wupper in Trockenzeiten auf der anderen Seite. Im trockenen und heißen Sommer 2018 konnten die Brauchwassertalsperren, z. B. Wupper- und Bever-Talsperre, einmal mehr zeigen, wie wichtig sie für die Wupper sind. In 2018 hat der Wupperverband die Wupper mit insgesamt 43 Mio. Kubikmeter Wasser aus den Brauchwassertalsperren am Oberlauf gespeist. So ist der Fluss trotz der langen Trockenphasen nicht ausgetrocknet.

Für die Dhünn als größtem Nebenfluss der Wupper leistet die Große Dhünn-Talsperre die Aufgaben des Hochwasserschutzes und der Wasserabgabe in Trockenzeiten.

Die Uelfe in Radevormwald ist ein Nebenfluss der Wupper und wurde vor einigen Jahren auf rund 450 m naturnah gestaltet © Wupperverband

Natürliche Bäche für artenreiche Fauna und Lebensqualität

Eine weitere wichtige Aufgabe des Wupperverbandes ist, die Wupper und ihre Nebenbäche zu unterhalten und wieder natürlicher zu entwickeln. Zu einem intakten Fluss gehört nicht nur sauberes Wasser, sondern auch ein lebendiges Flussbett mit Steinen und Inseln. Wichtig für die Fische und Kleinstlebewesen ist auch, dass sie ungehindert flussauf- und flussabwärts gelangen können. Daher werden Hindernisse, z. B. Wehre, entweder mit einer Umleitung versehen, einem Fischaufstieg, oder entfernt, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Natürliche Bäche mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt sind auch für die Menschen ein wichtiges Stück Lebensqualität.

Klimaschutz und Artenvielfalt

Durch seine Arbeit in Sachen Wasserwirtschaft trägt der Wupperverband auch zum Klimaschutz bei. Pro Jahr erzeugt er auf seinen Anlagen rund 30 Mio. Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien. Dadurch werden 13.076 Tonnen CO2 (als Datengrundlage dient der Energiemix BRD 2017 mit 435g/kWh) weniger ausgestoßen, als durch die Nutzung fossiler Brennstoffe. Eine Person in Deutschland erzeugt ca. 11 Tonnen CO2 im Jahr. Durch die regenerative Energieerzeugung kompensiert der Wupperverband somit den CO2-Ausstoß von rund 1.190 Personen.

Organisation und Struktur des Wupperverbandes

Insgesamt betreibt der Wupperverband für diese Aufgaben 11 Kläranlagen, eine Klärschlammverbrennungsanlage, 14 Talsperren (12 eigene, 2 Talsperren im Auftrag der EWR GmbH), 27 Hochwasserrückhaltebecken, 74 Sonderbauwerke – Regenbecken, Stauraumkanäle, Pumpwerke – sowie Sammler und Stollen mit einer Gesamtlänge von 63 Kilometern.

Der Wupperverband kümmert sich um das gesamte 813 Quadratkilometer große Flussgebiet der Wupper mit Flüssen und Bächen mit einer Gesamtlänge von 2300 km. Flussgebietsmanagement bedeutet, dass alle Aufgaben ineinander greifen und die Wasserwirtschaft als Ganzes betrachtet wird.

Diese Leistungen erbringt der Wupperverband als Körperschaft des öffentlichen Rechts für seine Mitglieder: Kommunen und Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie und Gewerbe. Sie finanzieren die Arbeit des Verbandes durch ihre Mitgliedsbeiträge.

Beitragsfoto: Die Wuppertaler Kläranlage Buchenhofen ist die größte Kläranlage im Wupperverband © Wupperverband

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

    • Richard Kranz
    • 19.06.19, 13:20 Uhr

    Ja Klasse, was der Wupperverband so alles leistet ! Doof nur, wenn dann mal wieder was in die sprichwörtliche Hose geht, wie z.B. am 15. März 2019, als der Braunsberger Bach eingesudelt wurde und es dann mal eben schnell jahrelang dauert, bis Technik und Bach wieder in Ordnung kommen. Thema im Betriebsausschuß für den Städtischen Abwasserbetrieb Wermelskirchen SAW am 27. Juni 2019

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