Die SPD-Fraktion beantragt, daß bis zur Klärung des Problems der Straßenausbaubeiträge durch das Land keine Kostenbescheide versandt werden

Buchtipp: Sami und die liebe Heimat, Epubli, Berlin 2018, 148 Seiten, ISBN: 9783746705071, Euro 10,99

Den nachfolgenden Buchtipp von Hans-Peter Killguss entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung dem Newsletter der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln, ibs@stadt-koeln.de:

Von Hans-Peter Killguss

„Ich bin deutsch. Ich habe braune Haut. Doch, das geht“ – so beginnt der erste von 18 Artikeln, die in „Sami und die liebe Heimat“ versammelt sind. „Ich war deutsch, als die Münchner Freiheit ‚Ohne dich‘ sang, als Mathias Rust auf dem Roten Platz landete und bei allen Familienreisen in die DDR. […] Ich war und blieb deutsch, als Dieter Bohlen 400.000 Exemplare seiner Biografie in 14 Tagen verkaufte. Und doch kann ich mich in diesem Land, meiner Heimat, nicht frei bewegen.“

Die Erzählung, die Omar 2015 für die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln (ibs) zur Verfügung stellte, wurde anlässlich einer Reise nach Thüringen geschrieben. Für viele Menschen, die von Neonazis als Nicht-Deutsche wahrgenommen werden, ist die Angst vor rassistisch motivierten Überbegriffen alltäglich. Doch es geht dem Autor nicht darum, bestimmte Regionen Deutschland als gefährlich und andere als sichere Heimat zu beschreiben. Vielmehr berichtet Omar von den vielen Mikroagressionen, denen er sich ausgesetzt sieht und der „Abwehr von kleinen Attacken auf mein Selbstbild als Deutscher“. Beispielsweise wenn er direkt auf Englisch angesprochen wird oder das gute Deutsch seiner Kinder gelobt wird. Er nennt diesen Prozess „Befremdung der Beheimateten“.

Die Beiträge in dem bilingualen Buch (alle Texte wurden auch ins Englische übersetzt) wurden seit 2015 für Print- und Onlinemedien verfasst und stellen Fragmente aus Vorträgen und Workshops dar. Sie behandeln verschiedene Facetten des Rassismus in Deutschland, sie drehen sich um die Abwehr von Geflüchteten, die Zumutungen der Unterstellung eines mangelnden Integrationswillens oder um die Entste- hung der Idee einer Rasse. Die Alltagsbeobachtungen sind lustig, ohne ins Komödiantische abzugleiten, sie sind wissenschaftlich fundiert, lesen sich aber nicht akademisch-knöchern, sie sind kritisch, ohne anklagend zu sein. Das Buch kann allen empfohlen werden, die mehr über die Auswirkungen von Rassismus erfahren wollen.

Sami Omar • Sami und die liebe Heimat • Epubli, Self-Publishing-Plattform für unabhängige Autoren • Berlin 2018 • ISBN: 9783746705071 • 148 Seiten • Euro 10,99

Sami Omar, Jahrgang 1978, wurde im Sudan geboren. Als Sohn eritreischer Eltern kam er 1980 in das schwäbische Ulm/Donau. Hier wuchs er als Kind deutscher Pfarrleute und Bruder von fünf Geschwistern auf. Seine erste literarische Veröffentlichung erschien im Jahr 2001 in der Badischen Zeitung. Seither schreibt er Kurzgeschichten, Lyrik und Liedtexte. Sami Omar ist gelernter Sprachtherapeut und arbeitet als Sprecher. Sein erstes Buch, „Ich bin kein Luftballon“ erschien im Jahr 2008, es folgten zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Mit seinen Bühnenprogrammen tritt Sami Omar seit 2005 auf. Weitere Informationen unter www.sami-omar.de

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

    • Manuel Schaub
    • 03.09.18, 16:54 Uhr

    Hi,
    ich schnalle nicht wie ich an das Buch ran komme.
    LG Manuel

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