VON KATHRIN KELLERMANN
Insgesamt 13 Bewerbungen aus den Bereichen Sport, Gemeinwohl und Nachbarschaftshilfe, Kultur und Selbsthilfe und spontane Hilfsbereitschaft wurden für den diesjährigen Heimatpreis NRW Wermelskirchen 2022 bei der Stadt eingereicht. „Heimat ist da, wo unsere Wurzeln sind und das, was wir alle im Herzen tragen. Heimat ist auch da, wo wir uns engagieren und alles dafür tun, dass es uns und unseren Mitmenschen in der Stadt und der Gemeinschaft gut geht“, begrüßte Bürgermeisterin Marion Lück bei der Feierstunde die 13 Vereine und Institutionen und schickte ein Dankeschön hinterher: „Sie alle, die Sie heute hier sind, gehören zu den tragenden Säulen dieser Wermelskirchener Gemeinschaft, weil sie alle nicht müde werden, sich für das Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger mit Begeisterung und Leidenschaft einzusetzen. Ohne diese ehrenamtliche Arbeit wäre es nicht möglich, aus einer Kleinstadt und lebendige Kleinstadt mit Herz zu schaffen. Und deshalb sage ich Ihnen allen schon jetzt Danke für Ihren Einsatz.“
Zum dritten Mal hat sich Wermelskirchen in diesem Jahr an dem Förderprogramm beteiligt, das vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW zur Förderung und Stärkung der Heimat aufgelegt wurde. Mit dem „Heimat-Preis“ wird das herausragende Engagement von Menschen für die Gestaltung der Heimat vor Ort in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und erhält dadurch mehr Wertschätzung. Das Preisgeld ist dabei ein kleines Dankeschön für viele Vereine und auch eine Möglichkeit, ihre Arbeit fortzusetzen, was vor allem jetzt in den schwierigen Zeiten nötig ist.
Auch in diesem Jahr hat es sich die Jury, bestehend aus den Vorsitzenden der Ausschüsse, die im Rat alle Bereiche abdecken, sowie dem Ersten Beigeordneten Stefan Görnert und dem Technischen Beigeordneten Thomas Marner, nicht leichtgemacht, drei Sieger auszuwählen. „Ich kann Ihnen sagen, dass es wirklich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Bewerbern war und letztendlich waren es nur winzige Nuancen, die den Ausschlag der Entscheidung gegeben haben“, verriet Marion Lück.
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Zum Sieger des Heimatpreises konnte Marco Frommenkord, Vorsitzender des Zukunftsausschusses, letztlich das „Projekt Waffelpause“ als Ort der Begegnung der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus küren. Seit zehn Jahren sorgen die Ehrenamtlichen dafür, dass Ausflügler und Besucherinnen und Besucher der Gemeinde an jedem Sonn- und Feiertag von Mai bis Oktober eine schöne Rast an der Balkantrasse machen können. „Wir sind sehr dankbar für diesen Preis“, sagte Dotothea Hoffrogge, die den Scheck über 2500 Euro in Empfang nahm.
Platz zwei und ein Preisgeld von 1500 Euro ging bei der Verleihung an den Verein „DorfKultur e.V.“ in Dabringhausen. Der junge Verein ist erst seit 2020 in dieser Form aktiv und ist fast immer mit an Bord, wenn es darum geht, bei kulturellen Veranstaltungen jeglicher Art im Dawerkuser Dorf und in der Region mit Vereinen, kirchlichen Trägern und anderen Organisationen auszuhelfen und tatkräftig mit anzupacken. „Euer Ziel ist es, die Gemeinschaft im Dorf zu stärken, indem Ihr Menschen zusammenbringt, die bei Veranstaltungen gemeinsam Freude haben“, sagte Bürgermeisterin Marion Lück in der Laudatio.
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Platz drei und 1.000 Euro Preisgeld sicherte sich der „Hospizverein“, der vor 24 Jahren in Wermelskirchen gegründet wurde. Heute sind 37 Ehrenamtliche für den Hospizverein im Einsatz und betreuen todkranke Menschen in ihren letzten Lebenswochen. Eine sehr wichtige und tragende Aufgabe für die Gesellschaft, betonte Andreas Willinghöfer, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Soziales und Inklusion bei der Preisübergabe.
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Hintergrund des Heimatpreises: Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hat ein Landesförderprogramm zur Förderung und Stärkung der Heimat aufgelegt. Gefördert werden Initiativen und Projekte, die lokale und regionale Identität und Gemeinschaft und damit Heimat stärken.
Ziel ist es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern und die positiv gelebte Vielfalt in NRW deutlich sichtbar werden zu lassen. Mit einem Bestandteil des Förderprogramms, dem „Heimatpreis“ bekommt die Kommune die Möglichkeit, herausragendes, ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Bereits 235 Städte, Gemeinde und Kreise vergeben diesen Heimatpreis. In Wermelskirchen wurde er jetzt zum dritten Mal verliehen.
Beitragsfoto: Sieger und Jury des Heimatpreises 2022. Fotos: Stadt Wermelskirchen / Dehnen