Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit exakt 106,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei exakt 100 gelegen, vor einer Woche bei 72,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.732 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards am frühen Sonntagmorgen wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,29 angegeben (Vortag: 1,28). Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 1605 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 874 davon werden beatmet. Rund 3550 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
In 14 der 16 Bundesländer ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag gestiegen. Die größten Zuwächse gab es in Sachsen (+16,5) und in Thüringen (+13,6) – das damit die 200er-Schwelle überschritten hat und als einziges Bundesland über dieser Marke liegt. Hamburg steht mit 99,0 dicht davor, als sechstes Bundesland die 100er-Schwelle zu überschreiten. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Wert im Vergleich zum Vortag gesunken. Im Fall von Mecklenburg-Vorpommern wurden aus zwei Kreisen jedoch keine aktuellen Zahlen vorgelegt, was die Sieben-Tage-Inzidenz leicht nach unten verzerrt. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 500 ist der bayerische Landkreis Mühldorf Deutschlands Virus-Hotspot Nummer eins. Fast bundesweit steigen die Fallzahlen aktuell sprunghaft an, Mediziner schlagen Alarm. Gesundheitsminister Spahn schwört derweil auf einen weiteren Corona-Winter ein.
Immer wieder versuchen Menschen in Baden-Württemberg, sich in Apotheken ohne Impfung digitale Corona-Impfzertifikate zu erschleichen. “Die Fälle scheinen sich zu häufen”, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Landesapothekerverbands (LAV), Frank Eickmann. “So spiegelt uns das auch die Polizei.” Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg liegt die Zahl der gemeldeten Fälle derzeit “im unteren dreistelligen Bereich”. Ob die Zahlen zuletzt gestiegen oder gefallen seien, lasse sich wegen der geringen Werte aktuell nicht sicher sagen. “Es wird dabei aber eine gewisse Dunkelziffer geben”, sagt LAV-Sprecher Eickmann. Hunderte gefälschte QR-Codes für den digitalen Corona-Impfausweis soll eine Apothekenmitarbeiterin gemeinsam mit Komplizen hergestellt und im Internet verkauft haben. Am Freitag sei eine Apotheke in München sowie Privatwohnungen durchsucht worden, die Frau und ein weiterer Beschuldigter kamen in Untersuchungshaft, wie Ermittler der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) mitteilen. Es handle sich um ein Verfahren von “überdurchschnittlicher Bedeutung”, sagt ein ZKG-Sprecher.
Das in Teilen des Hamburger Einzelhandels mögliche 2G-Optionsmodell wird von den Geschäftsleuten bislang kaum angenommen. Bisher “beobachten wir ein Abwarten”, sagt die Hamburger Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Brigitte Nolte. In Gastronomie und Kultur sei es ähnlich gewesen. “Wir sind gespannt, wie es im Weihnachtsgeschäft angenommen wird.” Der neuen Corona-Eindämmungsverordnung zufolge gilt das sogenannte 2G-Optionsmodells seit dem heutigen Samstag auch in Teilen des Handels und bei körpernahen Dienstleistungen. Einzelhändler und etwa Friseure können sich damit entscheiden, nach 2G nur noch Geimpfte und Genesene zu bedienen. Dann entfallen einerseits Masken- und Abstandspflicht, andererseits dürfen Ungeimpfte die Läden dann nicht mehr betreten. Ausgenommen vom Optionsmodell sind beim Handel Angebote des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken. Bei den Zugangsregelungen zu Restaurants und Gastwirtschaften stehen Betreiber in Mecklenburg-Vorpommern einer generellen 2G-Regelung sehr skeptisch gegenüber. “Wir sind die Gastgeber. Wir sind nicht die, die jemand aussperren”, sagt Lars Schwarz, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern. Schon heute sei zu befürchten, dass die Gäste dauerhaft verloren gehen, die bei der 3G-Regelung einen aktuellen Negativ-Test vorweisen müssten. Nach der strikteren 2G-Regelung erhalten nur diejenigen Zutritt erhalten, die eine vollständige Impfung vorweisen könnten oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät angesichts steigender Corona-Zahlen weiterhin zur Vorsicht. “Es ist jetzt ein Zustand der besonderen Vorsicht”, sagt Spahn am Rande des Parteitags der nordrhein-westfälischen CDU in Bielefeld. “Wir müssen auch weiter im Alltag Vorsicht walten lassen. Ein Normalzustand wird erst im Frühjahr frühestens möglich sein, wenn keine neue Variante kommt.” Spahn hatte vorgeschlagen, die Feststellung einer Epidemischen Lage von nationaler Tragweite zu beenden. Er will dies aber nicht als Aufforderung zur Nachlässigkeit verstanden wissen. Vorsichtsmaßnahmen wie 3G und das Tragen von Masken müssten aufrechterhalten bleiben.
In einer neuen Studie untersuchten die amerikanischen Gesundheitsbehörden (Centers for Disease Control and Prevention, CDC) die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs bei Kindern im Alter von 12 bis 18 Jahren. In 93 Prozent der Fälle konnte durch eine Doppelimpfung mit dem Impfstoff eine Krankenhauseinweisung verhindert werden. Angesichts dieser neuen Daten hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erneut dazu aufgerufen, Kinder zu impfen. “Der Nutzen überwiegt deutlich das seltene Myokarditis Risiko”, schrieb Lauterbach auf Twitter. Gleichzeitig kritisierte er die deutschen Behörden und Kinderärzte, die nicht ausreichend für diese Impfung werben. Die amerikanischen Gesundheitsbehörden würden dies viel deutlicher machen, so der SPD-Politiker. Nach der Zunahme der Corona-Infektionen mahnt der Landkreistag eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte und pädagogisches Personal an.“Wir werden nicht umhinkommen, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppe wie Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu diskutieren”, sagte der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Das gehört im Herbst definitiv auf die politische Tagesordnung”. Man müsse sich bewusst machen, dass bislang auch diejenigen geschützt würden, “die sich aus freien Stücken gegen einen Impfschutz entschieden haben”. Das habe zwar seine Berechtigung, jedoch müsse ab einem gewissen Punkt “die Frage erlaubt sein, wie lange die Gesellschaft das so mittragen kann”. Die am 11. Oktober eingeführte Kostenpflicht für die Corona-Bürgertests hat das Impftempo in Mecklenburg-Vorpommern nicht erhöht. Die Impfquote gegen Covid-19 stieg seither – wie auch schon zuvor – um etwa 0,1 Prozentpunkte am Tag. Das geht aus den täglichen Veröffentlichungen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales hervor. Inzwischen haben demnach knapp zwei Drittel der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern den kompletten Impfschutz. Wissenschaftlern zufolge reicht das jedoch nicht aus, um die erwartete Welle im Herbst und Winter flach zu halten. “Die Impfquote ist weiter ausbaufähig”, heißt es dazu aus dem Schweriner Gesundheitsministerium. Deutschland hat bislang 7,6 Millionen Corona-Impfdosen des Herstellers Astrazeneca bilateral anderen Ländern zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen noch einmal zehn Millionen Dosen, die der Bund im Rahmen der Impfstoffinitiative „Covax“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) übergeben hat. „Damit sind seitens des Bundes keine Bestände an Astrazeneca mehr auf Lager“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte für sinnvoll. Sie wäre jedoch der letzte Schritt, teilte er nach einer Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) im nordrhein-westfälischen Königswinter am Freitag mit. Schon jetzt müsse in allen Einrichtungen in Schleswig-Holstein mit Nachdruck dafür gesorgt werden, dass möglichst alle Pflegekräfte geimpft sind. Günther erneuerte seinen Appell, sich gegen Corona impfen zu lassen, um gut durch Herbst und Winter zu kommen. Der Ministerpräsident begrüßte die Einigung der MPK auf eine weitere rechtliche Absicherung des Bundes bei den Corona-Schutzmaßnahmen. “Die Länder müssen auch nach einer möglichen Aufhebung der pandemischen Lage individuell handeln können. Bei einer Pandemie in dieser Größenlage ist es wichtig, dass der Bund für diese gesetzliche Grundlage sorgt.” In den Ländern müssten bei Bedarf unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden können, um auf besondere Situationen wie steigende Inzidenzen oder problematische Lagen in den Kliniken zu reagieren. Es waren einmal eine Million – auf dem Höhepunkt der Impfkampagne wurden jeden Tag viel mehr Menschen geimpft als jetzt. Seit Monaten stockt die Impfkampagne – Deutschland scheint die Zwei-Drittel-Marke nicht überschreiten zu wollen. Noch immer sind 30 Prozent in Deutschland nicht geimpft. Inzwischen werden täglich rund 50.000 Menschen zweitgeimpft. Das entspricht 0,06 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Deutlich weniger Menschen werden im Durchschnitt jeden Tag zum ersten Mal geimpft: rund 31.000 Menschen. Die dritte Impfung wird sogar noch häufiger verabreicht als die erste. Täglich werden rund 41.000 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Die Impfkampagne in Deutschland kommt nur im Schneckentempo voran. Die Schwelle von 66,6 – zwei Drittel – ist noch nicht überschritten. Derzeit sind 66,2 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Am Vortag waren es noch 66,1 Prozent – ein minimaler Anstieg. Die Zahl der Erstgeimpften ist inzwischen relativ gering – 2,9 Prozent der Bevölkerung haben erst eine Erstimpfung erhalten. Noch immer sind rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung ungeimpft.
In den zwei Wochen seit dem Ende der kostenlosen Corona-Tests haben sich in Nordrhein-Westfalen (NRW) weniger Menschen auf eine Infektion testen lassen. Private Anbieter bemerkten 30 bis 40 Prozent weniger Kunden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In einigen Testzentren etwa in Köln und Essen gab es demnach sogar einen Rückgang von 70 bis 80 Prozent. In den Herbstferien kamen jedoch mehr Kinder und Jugendliche in die Testzentren als in den Wochen zuvor. Da die Tests in den Schulen in NRW ausgefallen sind, verlangten einige Freizeitanbieter wie Schwimmbäder oder Kinos von den Kindern Testnachweise.
Bulgarien könnte bei der Behandlung von Covid-19-Patienten schon bald auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein. Falls es nicht gelinge, die Infektionsrate in zehn bis 15 Tagen in den Griff zu bekommen, werde es “enorme Probleme” geben, sagt der bulgarische Gesundheitsminister Stoytscho Kazarow dem Fernsehsender Nowa. Es gebe bereits Gespräche mit der EU. “Unsere Kapazitäten bei Personal und Beatmungsgeräten sind praktisch erschöpft”, sagt Kazarow. “Wir werden um Hilfe aus dem Ausland bitten müssen.” Die Regierung sei bereits mit der EU im Gespräch über die mögliche Verlegung von Patienten in andere Länder. In Estland haben Tausende Menschen gegen geplante Corona-Maßnahmen angesichts stark gestiegener Infektionszahlen in dem baltischen EU-Land protestiert. Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Tallinn richtete sich der Unmut der Demonstranten gegen verpflichtende Impfungen und neue Beschränkungen. Einige der dicht gedrängt auf dem Freiheitsplatz stehenden Teilnehmer trugen Flaggen und Plakate, kaum einer aber Maske, wie auf Fotos in estnischen Medienberichten zu sehen ist. In Estland spitzt sich die Corona-Lage in den vergangenen Wochen zu. Mit 1643 neue Fällen wurden am heutigen Samstag so wie Neuinfektionen erfasst wie zuletzt bei der letzten Pandemie-Welle im März. Russland verzeichnet erneut einen Höchststand bei der Zahl der täglichen Corona-Toten. Nach Angaben der Regierung starben innerhalb von 24 Stunden zuletzt 1075 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Auch bei den Neuinfektionen registrierte das Land einen neuen Höchststand: Am heutigen Samstag wurden 37.678 Ansteckungen gemeldet. Seit Pandemiebeginn wurden in Russland offiziell 229.528 Corona-Tote gezählt – das ist die höchste Zahl in Europa. Die Statistikbehörde Rosstat nennt allerdings regelmäßig deutlich höhere Zahlen: Nach ihren Angaben starben bis Ende August mehr als 400.000 Menschen in Russland an Covid-19. Die Zahl der Neuinfektion in Großbritannien steigt auf den höchsten wöchentlichen Wert seit Mitte Juli. In der abgelaufenen Woche sind nationalen Auswertungen zufolge 333.465 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das sind 15 Prozent mehr als in der vergangenen Woche. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Freitag Spekulationen gedämpft, das Land müsse angesichts steigender Zahlen erneut in einen Lockdown. Trotz rapide steigender Corona-Zahlen hat die britische Regierung einen erneuten Lockdown zur Eindämmung der Pandemie ausgeschlossen. “Dank der Impfstoffe sind wir in einer ganz anderen Situation als vor einem Jahr”, sagte der britische Finanzminister Rishi Sunak in einem Interview mit der “Times”. Es gebe zwar eine Reihe möglicher Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus im Winter, “aber zu diesen Optionen gehören keine Lockdowns oder andere signifikante Einschränkungen der Wirtschaft”. Die Regierung sieht für den Fall einer Zuspitzung der Corona-Lage in England einen sogenannten Plan B vor, zu dem jedoch lediglich seichte Maßnahmen wie eine Wiedereinführung der Maskenpflicht oder die Empfehlung, wieder von zuhause zu arbeiten, gehören. Trotz zuletzt um die 50.000 Neuinfektionen pro Tag und eines starken Anstiegs der Corona-Todesfälle will die Londoner Regierung jedoch selbst diesen Plan B derzeit noch nicht umsetzen. Seit Mitte Juli gelten in England so gut wie keine Corona-Maßnahmen mehr. Feindseligkeiten und Beschimpfungen haben seit dem Ende des Lockdowns im Vereinigten Königreich zugenommen. Das berichtet die britische Zeitung “The Guardian”. Die Hälfte aller Beschäftigten in Geschäften, Verkehrsmitteln, Restaurants und Hotels sowie andere, die regelmäßig mit der Öffentlichkeit zu tun haben, sind in den letzten sechs Monaten beleidigt worden. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Institute for Customer Service. Dies entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber den 44 Prozent, die im Mai dieses Jahres verzeichnet wurden, berichtet die Zeitung. Von denjenigen, die verbal beschimpft wurden, wurden 27 Prozent körperlich angegriffen, so das Institut laut Guardian. Mit neuen Lockdown-Maßnahmen will die rumänische Regierung die jüngste Covid-Welle eindämmen. Ab Montag gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre, und für die meisten öffentlichen Veranstaltungen ist ein Gesundheitspass erforderlich. Schulkinder haben zwei Wochen Ferien. Rumänien hat in diesem Monat Rekordzahlen bei den Infektionen und Todesfällen gemeldet. Die Krankenhäuser arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Das Land hat die zweitniedrigste Impfquote in der Europäischen Union. Die Ukrainehat einen neuen Höchststand bei den Corona-Toten und den Neuinfektionen verzeichnet. Die Regierung meldete 23.785 neue Ansteckungen und 614 Todesfälle binnen 24 Stunden. Die Hauptstadt Kiew verhängte angesichts des Anstiegs der Fallzahlen weitere Corona-Beschränkungen. An den Schulen wird vorübergehend wieder Distanzunterricht eingeführt. Kindergärten dürfen nur öffnen, wenn alle Mitarbeiter geimpft sind. Behördenvertreter warnten, das Schlimmste stehe noch bevor. “Wir nähern uns gerade erst dem Höhepunkt”, sagte der Vorsitzende des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Oleksij Danylow. “Dies ist eine sehr beängstigende Situation.” Danylow machte die weitverbreitete Impfskepsis für den Anstieg verantwortlich. Nur 16,5 Prozent der Ukrainer sind vollständig geimpft.
In Pakistan sind seit Beginn der Impfkampagne im Februar 100 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Dies teilt das Gesundheitsministerium mit. Mehr als 38 Millionen Menschen in dem Land mit rund 220 Millionen Einwohnern gelten als vollständig geimpft. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende dieses Jahres 80 Millionen Menschen zu impfen. Erschwert wurden die Bemühungen zunächst unter anderem durch Lieferprobleme und Impfskepsis, die oft durch falsche Informationen über Impfstoffe ausgelöst wird. Die Impfkampagne nahm an Fahrt auf, nachdem die Behörden strenge Auflagen verhängten. In Peru sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mit 200.003 Todesfällen wurde die Schwelle überschritten, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Peru verzeichnet die weltweit höchste Corona-Todesrate pro Kopf. In dem Land mit 33 Millionen Einwohnern wurden seit Pandemiebeginn zudem 2,2 Millionen Infektionen registriert. Derzeit sind die Neuansteckungen und Todesfälle jedoch rückläufig, wie die Behörden mitteilten. “Es ist wahrscheinlich, dass die erste und die zweite Welle bei einem Teil der Bevölkerung eine Immunität erzeugt haben, ebenso wie die Impfung”, sagte Gesundheitsminister Hernando Cevallos. Experten machen unter anderem das marode Gesundheitssystem des Landes für die Vielzahl an Infektionen und Todesfällen verantwortlich. Die Regierung hofft, dass bis Ende des Jahres 70 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren geimpft sein werden. Mehr als 14,2 Millionen Menschen haben bisher beide Impfdosen erhalten, das sind 51 Prozent aller Bürger ab zwölf Jahren. In Tunesien müssen nun sowohl Einheimische als auch ausländische Besucher einen Impfpass bei sich tragen, der eine Impfung gegen das Coronavirus belegt. Nur dann erhalten sie Zugang zu öffentlichen Behörden, Cafés, Restaurants, Hotels und Fremdenverkehrseinrichtungen, wie aus dem Erlass der Regierung hervorgeht. Beschäftigte im öffentlichen und privaten Sektor, die nicht geimpft sind, wurden nun vorerst beurlaubt und dürfen erst wieder arbeiten, wenn sie den Impfpass vorlegen können. Touristen bekommen von den Behörden bei ihrer Ankunft in Tunesien einen tunesischen Impfpass ausgestellt, wenn sie eine entsprechende Impfbescheinigung dabeihaben. In den USAregistrieren die Gesundheitsbehörden mindestens 102.598 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurden bislang rund 45,49 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf. In den USA registrieren die Gesundheitsbehörden innerhalb eines Tages 1903 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl steigt auf 733.834, wie die US-Behörde CDC mitteilte. Insgesamt wurden demnach bislang 45,316 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.
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