Diesen Beitrag entnehmen wir dem Newsletter „ neue ufer wuppertal“:
Dr. Achim Bartoschek dokumentiert seit 2002 auf seiner Website www.bahntrassenradeln.de Rad- und Wanderwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Von den inzwischen über 800 Wegen in Deutschland hat er seitdem die meisten selbst besucht. Als Ideengeber für die Panorama-Radwege hat er konzeptionell wesentlich am Trassenverbund der Bergischen Panoramawege und ihrer Vernetzung zu Rhein und Sieg mitgewirkt. In diesem Kontext ordnet er die Langerfeldtrasse als einen wichtigen Baustein zur Weiterentwicklung des regionalen Radwegenetzes ein.
Aber lesen Sie selbst:
Die Langerfeld Trasse – eine Einordnung
Mit der Nordbahn- und Schwarzbachtrasse kann die Entwicklung der Radinfrastruktur in Wuppertal natürlich nicht abgeschlossen sein. Dazu fehlen zu viele und zu wichtige Lückenschlüsse und Anbindungen. Die südliche Verlängerung der Schwarzbachtrasse zur Wupper ist eine davon.
Gerade die Nordbahntrasse hat gezeigt, wie Radverkehr auch in einem topographisch schwierigen, städtischen Umfeld funktionieren und wie die Umnutzung alter Bahntrassen neuen Fuß- und Radverkehr generieren kann. Wesentliche Bestandteile dieses Erfolgsrezepts sind eine möglichst weitgehende Trennung vom Straßenverkehr sowie steigungs- und kreuzungsarmen Strecken unter der Einbeziehung von Tunneln und Viadukten.
Aktuell hängt das südliche Ende der Schwarzbachtrasse etwas unglücklich in der Luft, wobei es sich geradezu aufdrängt, die positiven Erfahrungen mit den Bahntrassenwegen der Region auf die Langerfeldtrasse zu übertragen. In der Gesamtsicht sind auch solche, für sich genommen kurze Strecken wichtig, um Barrieren abzubauen.
Das bestehende Radverkehrsnetz des Landes orientiert sich in Langerfeld an den Landesstraßen und ist kaum durch eine andere Routenführung auf vorhandenen Straßen zu entschärfen. Von der Brücke Spitzenstraße bis zum Langerfelder Ortskern fehlen Alternativen ganz, weiter in Richtung Wupper erscheint ein konfliktfreies Radeln aufgrund der örtlichen Gegebenheiten kaum vorstellbar bzw. durchsetzbar. Eine im Vergleich zur Langerfeldtrasse etwas längere Strecke und ein paar verschenkte Höhenmeter auf dem Weg zur Wupper mögen zu verschmerzen sein; eine Route durch enge und/oder stark befahrene Straßen wird hingegen weder dem Alltags- noch einem touristischen bzw. Freizeit-Radverkehr gerecht. So gesehen ist die Langerfeldtrasse unter beiden Aspekten alternativlos.
Auf dem Bergischen Panorama-Radweg gehören die Tunneldurchfahrten zu den absoluten Highlights; letztendlich wäre die Wegefamilie der Panorama-Radwege ohne sie undenkbar. Mit dem Langerfeldtunnel ergibt sich die Chance lokal, aber auch im Verbund neue Impulse zu setzen.
Achim Bartoschek
Genauso wichtig wäre die Aktivieeung des zweiten Bahntunnels in Langerfeld. Würde viele Verspätungen vermeiden oder reduzieren helfen. Der markierte Tunnel als Radweg wäre natürlich fantastisch.