Der Vorstand des Runden Tisches gegen Rechts in Radevormwald teilt mit, daß mutmaßlich in der Nacht vom 22.04. auf den 23.04.2023 an zumindest zwei Ortseingängen in den Wupperorten die Schilder der Stadt „Wir sind bunt! Kein Platz für Rassismus in Radevormwald“ zum dritten Mal „von Faschisten attackiert“ worden seien.
Am Sonntag habe ein Mitglied des Runden Tisches zuerst um 18:30 Uhr gemeldet, dass das Schild an der Hardtstraße mit Farbe besprüht und am Sockel aus dem Boden gerissen worden war. Gegen 20:00 Uhr habe ein Aktivist berichtet, dass das Schild an der Wuppertalstraße verschwunden und nach kurzer Suche gefunden worden sei: komplett aus seiner Verankerung gerissen und über den Abhang in Richtung Bahntrasse geworfen. In beiden Fällen sei die Polizei alarmiert worden.
„Die Schilder wurden mit erheblicher Gewalt zerstört. Eine solche Tat kann nicht spontan, ohne Vorbereitung und geeignetes Werkzeug, verübt werden. Das ist, wie auch in den vorangegangenen Fällen, ein geplanter faschistischer Anschlag. Es handelt sich hier nicht einfach um Vandalismus, sondern eine Straftat mit einem volksverhetzenden, menschenverachtenden politischen Motiv. Die Stadtverwaltung muss diese Qualität endlich anerkennen: Die neofaschistische Szene in Radevormwald besteht weitehin und zeigt eine hohe kriminelle Energie.“

Obwohl einzelne Mitglieder verschiedener Ratsparteien aktiv am Runden Tisch mitarbeiten, heißt es in der Mitteilung weiter, grenzten sich deren Parteien vom Runden Tisch ab ab, während sie sich mit der AfD, dem parlamentarischen Flügel der gewaltbereiten rechten Szene in Radevormwald, im Stadtrat kaum auseinandersetzen.
„Seit dem dritten Quartal 2022 wurden mindestens sechs neofaschistische Straftaten im Bereich der Propaganda-Delikte, Sachbeschädigung und Bedrohung begangen. In zumindest einem Fall war ein bekannter Antifaschist direkt das Ziel. Um diesen Angriffen zu begegnen, ist es notwendig, dass diejenigen politischen und gesellschaftlichen Kräfte in Radevormwald, die sich zur Demokratie bekennen, endlich gegen die neofaschistische Szene vorbehaltlos und über weltanschauliche Grenzen hinweg zusammen arbeiten.“
Am 25. Mai 2023 beginn um 19:15 Uhr der öffentliche Teil der nächsten Mitgliederversammlung des Runden Tisches gegen Rechts im Bürgerzentrum der Wupperorte. „Wir laden hierzu abermals alle demokratischen Parteien (dies sind AL, CDU, FDP, Grüne, SPD, UWG) und den Bürgermeister ein, als Gäste teilzunehmen und sich einzubringen. Wir sind weiterhin zur Zusammenarbeit bereit und bleiben unserem Motto treu: Gemeinsam handeln gegen Rechts!