Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 161.718 Neuinfektionen gemeldet, 4854 Fälle mehr als am Freitag vor einer Woche. Insgesamt liegt damit in Deutschland die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen nun bei mehr als 24 Millionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 733,4 von 720,6 am Vortag. 289 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Infektion. In der 15. Kalenderwoche (KW) 2022 sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz laut RKI im Vergleich zur Vorwoche um 23 Prozent. Der Gipfel der aktuellen Welle ist jetzt klar überschritten und auch viele Hospitalisierungsindikatoren und die Zahl der institutionellen Ausbrüche nehmen ab. Der Infektionsdruck bleibt aber trotzdem mit mehr als 750.000 innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen noch hoch. Bei der Interpretation der aktuellen Fallzahlen ist zu beachten, dass es aufgrund der Feiertage und Ferien und der damit verbundenen geringeren Test-, Melde- und Übermittlungsaktivität kurzfristig zu einer erhöhten Untererfassung der Fälle im Meldesystem gekommen sein kann. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzindenz liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 733,1.Regional gibt es große Unterschiede: In Schleswig-Holstein ist der Wert mit 982,8 am höchsten. Berlin verzeichnet mit etwa einem Drittel (344,2) den niedrigsten Wert in Deutschland. Wie aussagekräftig die Zahlen tatsächlich sind, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, weil immer mehr Menschen auf Tests verzichten und die Gesundheitsämter überlastet sind oder nicht mehr regelmäßig Daten übermitteln. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Hessen deutlich. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt sie am Donnerstag bei 874,8 nach 795,2 am Vortag (Stand 3.09 Uhr). Die Inzidenz bezieht sich auf die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Binnen 24 Stunden werden landesweit 17.166 neue Infektionen registriert. Die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie liegt damit bei 1646 121. Es kamen 21 neue Todesfälle hinzu. Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein liegt zwar weiter unter 1000, aber sie ist den erfassten Daten von Donnerstag zufolge auf 982,7 gestiegen. Das geht aus den Zahlen der Landesmeldestelle hervor (Stand: 19.39 Uhr). Am Tag zuvor hatte die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen bei 981,0 gelegen. Viele Kreise und kreisfreie Städte in Schleswig-Holstein stellen die täglichen Mitteilungen zu den Corona-Zahlen ein. Die Gesundheitsämter gingen mit Blick auf die Fallzahlen von einer hohen Dunkelziffer aus, da längst nicht mehr jeder Infizierte seinen positiven Selbst- oder Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lasse, teilen unter anderem die Hansestadt Lübeck und der Kreis Pinneberg mit. Zuvor hatten verschiedene Medien darüber berichtet. Derzeit sind in mehr als 38 Kreisen keine Intensivbetten mehr frei. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des DIVI-Intensivregisters hervor. Von 20.419 Menschen, die momentan intensivmedizinisch behandelt werden, sind 1647 Covid-Patienten. Trotz rückläufiger Corona-Infektionen entspannt sich die Situation der Kliniken in Rheinland-Pfalz nach Einschätzung ihres Dachverbands nicht. Es gebe nach wie vor Personalausfälle, teilt der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz, Andreas Wermter, mit. “Eine Rückkehr zu Normalität und damit zu einer Versorgung aller Patientinnen und Patienten mit notwendigen stationären Leistungen ist nach wie vor faktisch unmöglich.” Weniger Fälle bedeuteten weniger Einnahmen und damit drohende Verluste, die ohne auskömmlichen Ausgleich nicht kompensiert werden könnten, erklärt Wermter. Deswegen sei es umso unverständlicher, dass der Bund “die zur Erhaltung der Liquidität enorm wichtigen Ausgleichszahlungen für die Kliniken” nach dem Auslaufen am Ostermontag nicht verlängert habe. Der Verband vertritt die Belange von 84 Kliniken im Bundesland.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet mit einer Entspannung der Corona-Lage im Sommer, sieht aber weiter keinen Anlass zur Entwarnung. “Saisonal wird die Pandemie zurückgehen”, sagt der SPD-Politiker als zugeschalteter Redner bei der Konferenz “Ludwig-Erhard-Gipfel” in Gmund am Tegernsee. Man werde geringe Fallzahlen haben, aber keine Situation wie im vergangenen Jahr, dass der Sommer “fast coronafrei” sei. Dafür sei die aktuelle Omikron-Variante auch bei gutem Wetter zu ansteckend. Der Sommer müsse für Vorbereitungen für den Herbst genutzt werden. Mehrere der recht neuen Omikron-Sublinien und Mischvarianten werden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher relativ selten oder gar nicht in Deutschland gefunden. Von der Linie BA.5 seien mit Stand 18. April insgesamt 25 Proben nachgewiesen, heißt es im RKI-Wochenbericht. Der Anteil in einer Stichprobe betrug demnach vorletzte Woche 0,2 Prozent. Aktuellere Werte gibt es noch nicht. BA.4 sei bislang nicht nachgewiesen worden. In Deutschland wird allerdings nur bei einem kleinen Anteil der positiven Proben das Erbgut entschlüsselt. Der in Deutschland vorherrschende Subtyp ist derzeit BA.2, in der Stichprobe gibt das RKI den Anteil für vorletzte Woche mit über 95 Prozent an. In Niedersachsen warten mindestens 75.000 Menschen auf einen Platz in einem Schwimmkurs. Grund dafür sind wegen der Pandemie ausgefallene Schwimmkurse, wie der Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mitteilt. Die Zahl entspräche einem durchschnittlichen Geburtenjahrgang und berücksichtige nur Menschen, die sich während der Pandemie auf eine Warteliste eingetragen haben. Den Angaben nach könnte die Zahl der Wartenden auch bei bis zu 150.000 liegen, schätzt die DLRG. Eine zentral erfasste Zahl gibt es nicht. An einigen Orten betrage die Wartezeit für einen Platz in einem Schwimmkurs bis zu drei Jahre. Mehrere ärztliche Verbände sprechen sich für ein Ende der kostenfreien Corona-Bürgertests aus. “Richtig wäre es, anlasslose Bürgertests zu stoppen”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der “Ärzte Zeitung”. “Alternativ sollten die verlässlichen PCR-Tests vollumfänglich gefördert werden.” Unterstützung kommt auch von den Amtsärzten und Labormedizinern. Tests nur nach Anlass “würden die Zahl der zu übermittelnden Testergebnisse deutlich reduzieren”, sagte Elke Bruns-Philipps vom Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) der Zeitung. Die Amtsärztin forderte zudem, die Ämter von Bürokratie zu entlasten. Auch sei das Übermitteln von Testergebnissen zum “Freitesten” entbehrlich, da jeder positive Test erneut aufwändig bearbeitet werden müsse.
Bislang wurden in Deutschland insgesamt 172.594.234 Impfdosen verabreicht. Das geht aus der Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Nachdem die Zahl der täglichen Impfungen über die Ostertage zwischenzeitlich nur noch bei knapp 1100 Impfdosen lag (Ostersonntag, 17. April), zieht das Impftempo nach RKI-Angaben wieder an und liegt aktuell bei 22.812 Impfdosen (Tageswert für den 20. April). Der Durchschnitt der täglichen Impfleistung liegt bedingt durch die Impflücke während der Feiertage noch deutlich niedriger bei 12.575. In der Debatte um eine Ausweitung der Empfehlung zu Viertimpfungen zeigen sich Fachleute weiter sehr skeptisch. Einen kompletten Schutz vor einer Infektion durch wiederholtes Boostern erreichen zu wollen sei vermutlich kein realistisches Ziel, sagte Christoph Neumann-Haefelin, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Virusimmunologie am Universitätsklinikum Freiburg in einer Videoschalte. “Das Ziel der Booster-Impfung muss sein, die verschiedenen Personengruppen vor wirklich schweren Infektionsverläufen zu schützen.”Bei Gesunden ohne Immunproblem halte eine relativ robuste T-Zell-Antwort bereits nach der zweiten Impfstoffdosis fast ein Jahr an, schilderte Neumann-Haefelin. Der weiterentwickelte mRNA-Grippeimpfstoff des Tübinger Biotechunternehmens Curevac und des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline zeigt in der präklinischen Phase Firmenangaben zufolge eine hohe Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2-Varianten. “Seit Beginn der Pandemie beobachten wir neue Covid-19-Varianten mit unterschiedlichem Ansteckungsrisiko und Übertragbarkeit”, erklärt Curevac-Wissenschaftler Igor Splawski. Das erfordere neue Impfstoffstrategien mit Wirkstoffen, die auf diverse Varianten reagieren. “Wir bauen auf unserem jüngsten multivalenten Ansatz gegen Grippe auf und machen uns nun diesen Technologieansatz in unserem Covid-19-Impfstoffprogramm zunutze.”
Eine fristlose Kündigung wegen der Vorlage eines gefälschten Impfausweises ist nach Auffassung des Arbeitsgerichts in Köln rechtmäßig. Das entscheidet das Gericht laut Mitteilung im Fall einer ehemaligen Mitarbeiterin einer Beratungsfirma für Gesundheitsförderung. Die Missachtung der 2G-Regel beim Kontakt mit Kunden sei nicht nur weisungswidrig, sondern auch eine Verletzung ihrer Pflichten gegenüber ihrem Arbeitgeber, begründete die Kammer ihre Entscheidung. Als Facharbeiterin sei die Frau etwa für die Betreuung von Pflegeeinrichtungen zuständig gewesen. Nachdem ab November vergangenen Jahres nur noch vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Angestellte Kundentermine wahrnehmen durften, habe die Frau der Personalabteilung einen gefälschten Impfpass vorgelegt.
In Tschechien flaut das Infektionsgeschehen langsam ab: Die Behörden melden 2164 Neuinfektionen binnen eines Tages, am Mittwoch in der Vorworche waren es 1251. Das zeigt sich deutlicher im Sieben-Tage-Schnitt: Lag der Wert vor einer Woche noch bei 2918, ist der Durchschnittswert heute mit 1878 deutlich niedriger. Aktuell gelten knapp 27.000 Menschen als infiziert. Seit Pandemie-Beginn sind in dem Land 3.892.504 Infektionen nachgewiesen worden, mehr als 40.000 Menschen starben in Zusammenhang mit einer Virusinfektion. Die Türkei meldet 3354 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, insgesamt sind die Zahlen dort weiter rückläufig. weiter rückläufig. Neue Todesfälle wurden zuletzt 17 gemeldet. In Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen weiter rückläufig. Laut Behörden wurden zuletzt binnen eines Tages 19.482 neue Fälle verzeichnet. Neue Todesfälle wurden zuletzt 646 gemeldet. In Kroatien gehen die Corona-Zahlen nach den Ostertagen wieder nach oben: Die Behörden melden 1301 Neuinfektionen. Am Donnerstag vor einer Woche waren es 834 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion steigt um 8 auf 15.765 Fälle seit Pandemiebeginn.
In Deutschland wird Paxlovid schon eingesetzt, jetzt bekommt das Covid-19-Medikament von Pfizer grünes Licht von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Paxlovid werde für Patienten empfohlen, die noch nicht schwer krank sind, aber das höchste Risiko einer Krankenhauseinweisung haben, berichtet der zuständige WHO-Expertenrat. Dazu gehören Menschen mit Vorerkrankungen, Betagte oder Ungeimpfte. Der Rat beruft sich auf Studien mit knapp 3100 Patientinnen und Patienten. Das Risiko einer Krankenhauseinlieferung sei bei den mit Paxlovid Behandelten um 85 Prozent geringer gewesen als bei der Gruppe, die ein Scheinmedikament erhalten habe, schreibt die WHO. Die Tabletten sollen die Virusvermehrung im Körper hemmen.
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