NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (DXCXV)
Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 150.675 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 45.781 Fälle weniger als am Samstag vor einer Woche, als 196.456 positive Tests gemeldet wurden. Insgesamt liegt damit in Deutschland die Zahl der bestätigten Infektionen bei mehr als 22,59 Millionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1141,8 von 1181,2 am Vortag. 309 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 131.679. Die Zahl der Corona-Patienten auf den deutschen Intensivstationen ist derweil auf 2029 gesunken. Wie aus den Angaben der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht, sind das 23 Betroffene weniger als am Vortag. Von den Betroffenen müssen 781 invasiv beatmet werden. Der Anteil der freien Intensivbetten beträgt 15,4 Prozent, was einem leichten Anstieg entspricht. Als frei gelten 3767 Intensivbetten (plus 43 im Vergleich zum Vortag). Die Zahl der erwachsenen Patientinnen und Patienten, die wegen Covid-19 auf deutschen Intensivstationen behandelt werden müssen, ist seit Tagen rückläufig (siehe auch Eintrag 14:18 Uhr). Erstmals seit Ende Oktober ist deren Zahl mittlerweile unter die Marke von 2000 gefallen. Die Intensivmedizinervereinigung DIVI meldet aktuell 1991 Fälle. Hinzu kommen 38 Kinder, die wegen einer Infektion mit Sars-CoV-2 intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Der Rekord an erwachsenen Corona-Intensivpatienten wurde auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Anfang Januar 2021 mit mehr als 5700 erreicht. Damals hatte noch niemand einen Impfschutz. Auf dem Höhepunkt der vierten Welle im Dezember 2021 waren es mehr als 4900 Patienten. Das Fallaufkommen in den Bundesländern geht zum größten Teil weiter zurück. Lediglich Hamburg verzeichnet im Vergleich zum Vortag eine gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz – von 1330,8 auf 1364,4. Das geht aus Länderdaten am Abend hervor. Die höchste Inzidenz verzeichnet das Saarland mit 1738,8 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner und Woche (Vortag: 1861,2). Im dreistelligen Inzidenzbereich liegen derweil nur Berlin (752,3) und Brandenburg (832,3). “Wir dürfen uns an diese Zahlen nicht gewöhnen“: Gesundheitsminister Karl Lauterbach reagiert auf einen Tweet des Satirikers und Moderators Jan Böhmermann, der vor wenigen Tagen vorgerechnet hatte, was 300 Covid-19-Tote pro Tag in Deutschland bedeuten: 109.500 Todesopfer pro Jahr. Zwar werde die Zahl der Toten in den kommenden Wochen und Monaten weniger werden, aber “im Herbst müssen und werden wir besser vorbereitet sein”, twittert Lauterbach. Zuvor teilte der Minister eine Studie zu Long Covid. Demnach hätten 85 Prozent derjenigen, die zwei Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 noch immer über Symptome klagten, auch noch nach einem Jahr Symptome. Zudem müssten die Betroffenen nach einem halben Jahr sogar noch eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität ertragen. “So kann eine unnötige Infektion das Leben verändern”, bemerkte Lauterbach. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht nach den Worten seines Präsidenten Lothar Wieler davon aus, dass die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland weitaus höher ist als offiziell erfasst. “Wir haben gesehen über die letzten zwei Jahre, dass die Untererfassung immer so ungefähr um Faktor zwei ist”, sagt Wieler. “Das hieße also, wir gehen von mindestens mal doppelt so vielen Infektionen aus.” In der aktuellen Corona-Welle, ausgelöst durch die besonders ansteckende Omikron-Variante, sei die Dunkelziffer vermutlich noch höher. Die Infektionszahlen seien so hoch gestiegen, dass “das einfach nicht mehr zu händeln ist”, sagt Wieler zur Begründung.
Die Pandemie hat zu Jahresbeginn für viele Ausfälle bei der Kita-Betreuung gesorgt. Das zeigt eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Heidi Reichinnek. Vor allem die aktuelle Omikron-Welle trifft Kinder und Kitas demnach heftig. Den Ministeriumsangaben zufolge mussten im Januar und Februar 10 beziehungsweise 13 Prozent aller Kita-Gruppen in Deutschland aufgrund von Corona-Ausbrüchen geschlossen werden. Im Dezember und November seien es noch 5 beziehungsweise 4 Prozent gewesen, in den Monaten davor zwischen 0 und 2 Prozent. Ein Großteil der deutschen Krankenhäuser ist nach Angaben des Verbandes leitender Krankenhausärzte wegen coronabedingter Personalausfälle und vieler Corona-Patienten überlastet. “In 60 Prozent der Häuser müssen planbare Eingriffe verschoben werden”, sagte Verbandspräsident Michael Weber der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. In sechs von zehn Kliniken würden Personaluntergrenzen beim Pflegepersonal unterschritten und in drei von zehn Kliniken müssten Patienten in andere Kliniken verlegt werden. Betroffen seien auch große Kliniken. Forschende aus den USA haben bei der Analyse großer Datenmengen herausgefunden, dass durch eine Covid-19-Erkankung das Risiko innerhalb von 12 Monaten danach an Diabetes 2 zu erkranken, sich erheblich erhöht. Je schwerer die Krankheit verläuft, umso höher wird auch das Risiko. Verglichen wurden die Daten von mehr als 180.000 US-Veteranen mit zwei Kontrollgruppen von jeweils mehr als 4 Millionen Menschen. Fast jeder zweite Hotel- und Gaststättenbetrieb hält auch nach dem Ende der staatlichen Vorgabe freiwillig an der Maskenpflicht für Mitarbeiter fest. “Laut unserer aktuellen Dehoga-Umfrage halten 16,2 Prozent der Betriebe an der Maskenpflicht für Gäste fest. Die 3G-Regelung wenden noch 12,1 Prozent der Betriebe an”, sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Das Wegfallen der Maskenpflicht für Gäste bedeute nicht automatisch auch das Wegfallen der Maskenpflicht für die Mitarbeiter. Ob auf das Tragen von Masken verzichtet werden kann, entscheide der Gastronom nach seinem betrieblichen Hygienekonzept und den jeweiligen Ansteckungsrisiken der Mitarbeiter.
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rechnet wegen des Scheiterns der Impfpflicht mit weiteren einschränkenden Maßnahmen für Kinder im Herbst. “Es ist zu erwarten, dass spätestens im Herbst eine nächste Corona-Welle einsetzt und erneut zu zahlreichen Erkrankungen führt”, sagt BVKJ-Bundespressesprecher Jakob Maske dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dies werde vor allem die ungeimpften Erwachsenen betreffen, die sich eigentlich um den eigenen Schutz hätten kümmern können. “Leider werden aber die Maßnahmen, die dann zum Schutz getroffen werden, wieder vor allem Kinder und Jugendliche treffen”, prognostiziert Maske. “Diese müssen dann wieder fürchten, dass Kitas und Schulen geschlossen werden.” In elf Bundesländern sind mindestens 109.854 Mitarbeiter im Gesundheitswesen voraussichtlich nicht geimpft.Dies ergibt eine Umfrage der “Welt am Sonntag” bei den Gesundheitsministerien der Länder, wie die Zeitung vorab berichtet. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hessen, Thüringen und das Saarland konnten demnach keine Angaben machen. Hintergrund ist die am 15. März in Kraft getretene einrichtungsbezogene Impfpflicht, die etwa Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime dazu verpflichtet, nicht geimpfte oder genesene Mitarbeiter zu melden. Hinzu kommen diejenigen, bei denen Zweifel an der Richtigkeit ihres Nachweises oder des medizinischen Attestes besteht. Nach der deutschen Absage an eine Impfpflicht formuliert der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery harte Kritik – nicht nur in Richtung von immer noch polternden Impfgegnern, sondern auch an Bundestagsabgeordnete. Menschenleben würden politischen Interessen untergeordnet. Vollständig geimpfte und geboosterte Menschen leiden bei einer Infektion mit der Omikron-Variante im Schnitt drei Tage kürzer unter Symptomen als bei einer Infektion mit der Delta-Variante. Bei einer Omikron-Infektion sei außerdem das Risiko, den Geruchssinn zu verlieren, deutlich geringer als bei Delta, heißt es in einer im Fachblatt “The Lancet” veröffentlichten britischen Studie. Die Autoren nutzten für ihre Untersuchung die Daten aus einer kostenlosen Smartphone-App namens ZOE, bei der mehr als 63.000 bereits vor ihrer Infektion geimpfte Briten im Alter von 16 bis 99 Jahren zwischen Juni 2021 und Januar 2022 ihre Covid-Symptome schilderten. Bei Menschen mit vollständiger Corona-Impfung und Booster-Dosis dauerten die Symptome bei einer Omikron-Infektion im Schnitt 4,4 Tage. Bei Delta hielten die Beschwerden bei dieser Gruppe hingegen 7,7 Tage an, also 3,3 Tage länger. Rund 220.000 Menschen in Niedersachsen sind mindestens 60 Jahre alt und noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Das sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Diese Menschen wären von einer Impfpflicht betroffen gewesen, die aber vorerst vom Tisch ist. Demnach sind im Bundesland insgesamt rund 2,35 Millionen Menschen 60 Jahre oder älter. In Niedersachsen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 78,5 Prozent der Einwohner einmal geimpft, 77,7 Prozent gelten mit zwei Impfungen als grundimmunisiert und 63,6 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bei den Menschen ab 60 Jahren sind es demnach 91,5 Prozent (1. Impfung), 90,8 Prozent (2. Impfung) und 82,5 Prozent (3. Impfung).
Rechtzeitig vor der wichtigen Ostersaison hebt Tschechien die letzten Corona-Einreiseregeln auf. Für Reisende aus EU-Staaten und mehreren weiteren Ländern wie der Schweiz und Norwegen waren die Melde-, Nachweis- und Testpflichten bereits vor drei Wochen entfallen. Von diesem Samstag an gilt dies nun auch für Reisende und Rückkehrer aus Drittstaaten wie den USA und Serbien, wie das Außenministerium in Prag mitteilt. Diese Entscheidung sei “angesichts der aktuellen Ausbreitung von Sars-CoV-2 in der Tschechischen Republik und der Welt angebracht”, teilt Gesundheitsminister Vlastimil Valek mit. Der liberalkonservative Politiker stellt zudem in Aussicht, dass die Maskenpflicht in Bus und Bahn nach Ostern auslaufen könnte.
Weltweit haben sich mehr als 494,84 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Mehr als 6.567.840 Millionen Menschen sind nach Reuters-Berechnungen an oder mit dem Virus gestorben. Seit dem Auftreten der ersten Fälle in China im Dezember 2019 wurden in mehr als 210 Ländern und Gebieten Corona-Infektionen gemeldet. Eine mit Beteiligung Deutschlands ausgerichtete Geberkonferenz bringt Zusagen in Höhe von mehr als 4,8 Milliarden US-Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) für die globaleImpfkampagne. Damit könne die Impfallianz Covax über Investitionen in Logistik und den Kauf von Spritzen und anderen Verbrauchsmaterialien mehr als eine weitere Milliarde Impfungen in den 92 ärmsten Ländern der Weltermöglichen, teilt das Entwicklungsministerium in Berlin mit. “Wir müssen und wir können uns mehr als einer Krise zur selben Zeit stellen. Die Pandemie ist erst dann besiegt, wenn sie überall besiegt ist”, erklärt Entwicklungsministerin Svenja Schulze. “Darum arbeiten wir weiter hart an unserem gemeinsamen Ziel, 70 Prozent der Bevölkerung in allen Ländern zu impfen.” Angesichts des Corona-Ausbruchs in Shanghai warnt die US-Regierung vor Reisen in die chinesische Metropole und erlaubt ihren Mitarbeitern im dortigen Konsulat die Ausreise. Als Grund nennt das US-Außenministerium die Ausgangssperren, weitere Corona-Beschränkungen und das Risiko, dass Eltern bei einer Infektion von ihren Kindern getrennt werden könnten. Alle nicht absolut notwendigen Mitarbeiter des Konsulats und deren Familien dürften ausreisen, heißt es weiter. Damit dürfte der reguläre Betrieb des Konsulats in Shanghai bis auf Weiteres stillgelegt sein. Trotz des nun schon seit knapp zwei Wochen währenden Lockdowns ist die Zahl der Infektionen in der chinesischen Finanzmetropole Shanghai auf Rekordhöhe geschnellt. Die Behörden melden 21.000 neue Fälle. Damit wurden seit Ausbruch der neuen Corona-Welle, die von der hochansteckenden Omikron-Variante getragen wird, schon mehr als 130.000 Neuinfektionen registriert. Das ist weit mehr als bei der ersten Welle bei Ausbruch der Pandemie Anfang 2020.
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