NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (DXLIX)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet aktuell 209.789 Neuinfektionen. Das sind 8026 Fälle weniger als in der Vorwoche. Damit gehen die Zahlen im Wochenvergleich den zweiten Tag in Folge zurück. Allerdings ist dies mit großer Vorsicht zu genießen, da einerseits das hohe Testaufkommen zu Verzögerungen führt, andererseits durch den PCR-Test-Mangel unklar ist, wie viele Menschen mit einem positiven Antigentest, diesen überhaupt noch mit einem PCR-Test bestätigen lassen. Wer das nicht tut, taucht in der offiziellen Statistik nicht auf. Die Zahl der Todesfälle nimmt im Wochenvergleich dagegen zu. Nachdem drei Tage in Folge mehr als zweihundert Todesfälle gemeldet werden, liegt der Wert mit 198 aktuell nur leicht unter dieser Marke. In der Vorwoche wurden 172 Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner steigt weiterhin, wenn auch nur noch leicht im Vergleich zum Vortag. Das RKI gibt sie mit 1474,3 an, nach 1472,2 am Vortag. Aufgrund teils massiver Nachmeldungen fällt die nachträgliche Korrektur der Inzidenz in den letzten Wochen allerdings hoch aus. Die korrigierte Sieben-Tage-Inzidenz liegt für den gestrigen Freitag bei 1549,3 statt der zuvor vermeldeten 1472,2. Die Differenz beträgt demnach 77,1 – sie kann allerdings in den nächsten Tagen durch weitere Nachmeldung zusätzlich ansteigen. Seit Ende Januar liegt die korrigierte Inzidenz fast immer um mehr als 100 höher als die zunächst angegebene. Am 26. Januar wird mit 159,2 der bisher höchste Korrekturwert gemeldet. In acht Bundesländern (Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, NRW, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) steigt das Fallaufkommen weiter an. In den übrigen acht Ländern geht die Sieben-Tage-Inzidenz zurück. Das Gesundheitsministerium sieht ein Abflachen der Omikron-Welle, will aber keine Entwarnung geben. Man schließe sich der Einschätzung des Robert-Koch-Instituts an, dass der Höhepunkt der fünften Welle noch nicht ereicht sei, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Er verweist darauf, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in einigen Bundesländern zwar sinke, in anderen aber weiter steige. Am Freitag hatte das RKI im Vergleich zur Vorwoche eine geringere Zahl an Neuinfektionen gemeldet. Der Physiker und Corona-Modellierer Dirk Brockmann rechnet damit, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle demnächst erreicht wird. “Der Verlauf dieser Omikron-Welle scheitelt jetzt und wir rechnen damit, dass dann die nächsten Tage das Maximum erreicht ist”, sagt der Professor der Berliner Humboldt-Universität im Deutschlandfunk. Brockmann verweist darauf, dass Omikron einen klassischen Verlauf aufweise, der an andere Wellen erinnere. Nach einem exponentiellen Wachstum sehe man, “dass der Anstieg langsam zurückgeht. Das heißt, die Zahlen steigen zwar noch sehr, aber es wird weniger”. Nach seinen Prognosen sei Mitte Februar das Maximum erreicht, sagt der Physiker, der Infektionskrankheiten modelliert. Zu möglichen Lockerungen sagt er, dass sie bald möglich seien, dennoch Vorsicht geboten sei. “Wenn man sich die Dynamik dieser Pandemie anschaut, dann weiß man, dass man Geduld haben sollte, bis die Zahlen wieder runtergegangen sind”.

Für den Anspruch auf kostenlose Corona-Tests greifen seit heute neue Regeln: Die besonders genauen PCR-Tests gibt es künftig nur noch nach einem positiven Antigen-Schnelltest von einer Teststelle. Die angepasste Teststrategie der Bundesregierung tritt damit in Kraft. Ziel sei es, die Testkapazitäten aufgrund der aktuell stark steigenden Infektionszahlen noch gezielter als bislang einzusetzen. Um sich vorzeitig aus einer Isolierung als Infizierter oder einer Quarantäne als Kontaktperson von Infizierten “freizutesten”, sollen künftig Schnelltests reichen. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert ein weitgehendes Ende der routinemäßigen Corona-Tests in Deutschland. “Aufwand und Nutzen stehen in keinem angemessenen Verhältnis mehr”, sagt Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Es macht perspektivisch und medizinisch wenig Sinn, täglich Millionen von Menschen anlasslos zu testen, wenn am Ende gegebenenfalls eine für das Individuum ungefährliche Infektion festgestellt wird.” Der Orthopäde und Unfallchirurg fordert, vor allem die Routine-Tests in Schulen und Kitas einzustellen. Regelmäßige Antigen-Tests und besonders PCR-Tests seien “letztlich nur noch bei besonders gefährdeten Menschen, beim medizinischen und pflegerischen Personal und bei Beschäftigten in der kritischen Infrastruktur notwendig, aber sicher nicht bei Symptomlosen”. Die Jungen Liberalen (Julis) fordern, Öffnungsschritte bei den Corona-Maßnahmen konkret auf junge Menschen auszurichten. “Junge Menschen haben sich im Rahmen der Pandemie besonders solidarisch gezeigt. Obwohl sie deutlich geringer von einem schweren Verlauf bedroht waren, haben sie sich eingeschränkt, um die ältere Generation zu schützen”, sagt die Bundesvorsitzende der FDP-Nachwuchsorganisation, Franziska Brandmann. Sie weist dabei auf Einschränkungen im Betrieb von Universitäten und Schulen sowie beim Sport hin. Wer das als vernachlässigbar abtue, könne sich an seine eigene Jugend nicht mehr erinnern. “Wir fordern: Allgemeine 2G-Regelungen sollten nicht nur für den Einzelhandel aufgehoben werden, sondern auch für Bildungseinrichtungen, Sportvereine und Veranstaltungen der Kultur- und Freizeitgestaltung”, so Brandmann. “Das allgemeine Verbot von Tanzveranstaltungen muss aufgehoben werden. Überregionale Großveranstaltungen sollten – gerade an frischer Luft und mit vorliegendem Hygienekonzept – nicht weiter pauschal verboten werden.” Auch darüber hinaus müsse die Bundesregierung die Anliegen junger Menschen in der Pandemie stärker berücksichtigen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien, fordert Lockerungen der Corona-Maßnahmen an Schulen. “Wir müssen raus aus einer Kultur der Angst an den Schulen”, sagt die schleswig-holsteinische CDU-Bildungsministerin der “Bild”-Zeitung. Wenn ab Mitte Februar, Anfang März geöffnet werde, müsse auch an Schulen gelockert werden. “Sport und Musikunterricht muss wieder in vollem Umfang stattfinden. Das Testen muss schrittweise enden. Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche.” Schrittweise müsse die Testpflicht zur “Testmöglichkeit” werden. Auch die Maskenpflicht müsse nach und nach fallen, zuerst im Klassenraum am Platz, dann im Gebäude. Ihre Begründung: Der Höhepunkt der Omikron-Welle sei in ersten Bundesländern wie Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Hamburg bereits überschritten, so Prien. “Das zeigt sich erfreulicherweise auch in den rückläufigen Infektionszahlen bei den 5- bis 18-Jährigen.” Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hingegen, die Omikronwelle habe den Schulbetrieb nach wie vor fest im Griff. Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden. Zahlen der Kultusministerkonferenz zufolge waren in der vergangenen Woche in Deutschland etwa sechs Prozent der Schülerinnen und Schüler und rund drei Prozent der Lehrkräfte entweder infiziert oder in Quarantäne. Wenige Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder umfassende Lockerungen der Corona-Beschränkungen. “Erstens: 2G im Handel macht keinen Sinn mehr. Da ist die FFP2-Maske sinnvoller. Zweitens: 2G in der Gastronomie reicht aus, es braucht kein 2G-Plus”, sagt Söder der “Rheinischen Post”. Auch im Sport und bei der Kultur seien Lockerungen notwendig, erklärt der bayerische Ministerpräsident. Bei Fußballspielen sind nach Söders Einschätzung unter Omikron-Bedingungen wieder mehr Zuschauer möglich: “Geisterspiele müssen nicht mehr sein”, sagt er der Zeitung. “Mein Vorschlag sind 50 Prozent Auslastung mit einer Höchstbegrenzung in den Fußballstadien und 75 Prozent für die Kultur.” An Schulen solle der Präsenzunterricht beibehalten werden. Söder plädiert für Tests und das Tragen von Masken statt Distanzunterricht oder einer Aufhebung der Präsenzpflicht. “Generell sollte die Maske als Letztes aufgehoben werden – sie ist und bleibt der beste Schutz”, sagt er. Der CSU-Chef sprach sich für ein schrittweises Vorgehen aus. “Die Idee ‘Freedom Day’ funktioniert allerdings nicht. Denn Corona hält sich an kein Datum”, betont er. Für eine schrittweise Aufhebung der Corona-Maßnahmen spricht sich Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte aus. “Wir sollten die pandemiebedingten Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens bis zum 19. März weitgehend beenden”, sagt der SPD-Politiker der Zeitung “Welt am Sonntag”. Aber: Voraussetzung dafür sei, dass die Lage in den Kliniken weiterhin beherrschbar bleibt und keine Gefahr für die kritische Infrastruktur besteht. Am Mittwoch kommen Bund und Länder erneut zu Gesprächen über die weiteren Schritte in der Pandemie zusammen. Der 19. März steht im Infektionsschutzgesetz als Enddatum für Verordnungen mit den Corona-Beschränkungen. Der Bundestag könnte die Gültigkeit einmalig um drei Monate verlängern. Aus Sicht des Bremer Bürgermeisters sollten nach dem Auslaufen der bisherigen Regelungen nur noch grundsätzliche Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln und die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln gelten. Auch Schutzmaßnahmen in bestimmten Bereichen wie etwa in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollten beibehalten werden, sagt Bovenschulte der Zeitung. Bundeskanzler Olaf Scholz sieht die Möglichkeit für baldige Lockerungen. “Die wissenschaftlichen Prognosen zeigen uns, dass der Höhepunkt der Welle in Sicht ist”, sagt der Kanzler in einer Rede im Bundesrat. “Das erlaubt uns, beim Bund-Länder-Treffen nächste Woche einen ersten Öffnungsschritt und dann weitere für das Frühjahr in den Blick zu nehmen.” Man werde dabei auf den Rat der Wissenschaftler hören, um bisherige Erfolge in der Pandemie-Bekämpfung nicht aufs Spiel zu setzen. “Zugleich werden wir wachsam und vorbereitet sein für den Fall, dass die Zahl der Infizierten wieder deutlich zunimmt.” Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor seiner Ansicht nach zu weitgehenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Man erwarte den Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte bis Ende Februar, sagt der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe “keinen Raum für massive Lockerungen zu diesem Zeitpunkt”. Überzogene Lockerungen würden die Pandemie nur verlängern. Dies spreche nicht gegen maßvolle Schritte, die bei der Bund-Länder-Runde am 16. Februar beschlossen werden sollen.

Ärztevertreter befürchten negative Auswirkungen der geplanten Impfpflicht für medizinisches Personal auch in Arztpraxen. “Die einrichtungsbezogene Impfpflicht wird die Situation auf jeden Fall verschärfen”, sagt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. “Wir werden einen gewissen Teil von Mitarbeitern im Pflegebereich und vielleicht in einzelnen Regionen auch in den Praxen haben, die sich nicht impfen lassen”, so Gassen. “Und wenn die nicht mehr arbeiten dürfen, fehlen sie uns in einem Bereich, in dem schon Mangel herrscht”, so der KBV-Chef. “Und das hat auch versorgungsrelevante Folgen, wenn plötzlich Arztpraxen in bestimmten Bereichen zumachen.” Wenn die einrichtungsbezogene Impfpflicht umgesetzt werde, werde man das unmittelbar merken, warnt Gassen. “Dann werden wir schon am nächsten Tag an der ein oder anderen Stelle Versorgungsprobleme haben.” Um die Länder bei der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zu unterstützen, legt Gesundheitsminister Karl Lauterbach eine 23-seitige Handreichung vor. Der SPD-Politiker kritisiert scharf, dass etwa Bayern andeutet, die Impfpflicht für Personal in Pflegeeinrichtungen nicht umsetzen zu wollen. Das sei schlecht für den Schutz der besonders anfälligen Personen. Außerdem sei es ein sehr schlechtes Signal einer Landesregierung, von ihr selbst beschlossene Gesetze nicht umsetzen zu wollen. “Die Bürger sollen alle Gesetze, die wir machen, ernst nehmen”, sagt Lauterbach. Mit einem fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf für eine Impfpflicht ab 18 Jahren wollen sieben Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP eine weitaus höhere Impfquote erreichen. Nach aktuellem Stand sei klar, “dass wir eine deutliche Steigerung über 90 Prozent anstreben müssen”, sagt Janosch Dahmen von den Grünen bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach begrüßt das vorläufige grüne Licht der Karlsruher Richter für die weitere Umsetzung der Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen. Das Bundesverfassungsgericht setze die “richtige Priorität”, schreibt der SPD-Politiker bei Twitter. “Der Geimpfte trägt ein minimales Risiko der Nebenwirkung. Damit schützt er Ältere und Kranke, die ihm anvertraut sind, vor Tod und schwerer Krankheit.” Auch die jetzige Omikron-Variante sei eine Gefahr für diese Menschen. Das Tempo bei den Impfungen lässt weiter nach. Am Donnerstag wurden etwa 231.000 Dosen verabreicht, deutlich weniger als in den Wochen zuvor an einem Donnerstag, wie aus Daten des Robert.Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Es haben bisher mindestens 45,9 Millionen Personen oder 55,2 Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Den Grundschutz, für den meist zwei Spritzen nötig sind, haben 62,1 Millionen Menschen oder 74,7 Prozent der Bevölkerung erhalten. Mindestens eine Impfdosis haben rund 63,3 Millionen Menschen oder 76,1 Prozent der Bevölkerung bekommen. Eine große Gruppe von 19,9 Millionen Menschen bleibt weiterhin ungeimpft. Das entspricht 23,9 Prozent der Bevölkerung. Für vier Millionen von ihnen (4,8 Prozent) ist allerdings bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind. Bundeskanzler Olaf Scholz mahnt gegenüber den Bundesländern die Umsetzung der Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen an. “Es geht um den Schutz derer, die darauf ganz besonders angewiesen sind – Kranke und die ältesten Mitglieder unserer Gesellschaft”, sagt im Bundesrat. “Ihr Schutz muss und wird weiterhin höchste Priorität für uns haben”, betont Scholz und wies ausdrücklich auf die aktuelle Debatte um die Impfpflicht in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen hin – “die wir alle gemeinsam beschlossen haben”.

Ermittler in Baden-Württemberg sind einem mutmaßlichen größeren Abrechnungsbetrug mit Corona-Tests auf der Spur. Ein 38-jähriger Teststellenbetreiber stehe im Verdacht, mehrere Hunderttausend Euro durch die betrügerische Abrechnung falscher Tests erlangt zu haben, teilen Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt mit. Der Mann betrieb demnach Teststellen vor allem im Großraum Stuttgart, in denen sich Menschen kostenlos testen lassen konnten. Laut Ermittlern erhielt der Verdächtige von der Kassenärztlichen Vereinigung rund 600.000 Euro für Tests, von denen demnach aber mutmaßlich ein Teil gar nicht erfolgte. Sie sprachen von einem höheren sechsstelligen Betrag, den der Mann unrechtmäßig erhielt. Der Verdacht gegen den Beschuldigten ergab sich demnach im Rahmen von Ermittlungen wegen anderer Straftaten, darunter des Drogenhandels.

Österreich setzt die Lockerungen fort. Ab heute muss im Handel oder in Museen nur noch eine FFP2-Maske getragen werden. Die bisherige 2G-Regel fällt. Obendrein wird bei Veranstaltungen die Obergrenze für Besucher aufgegeben. Allerdings gelten in diesem Fall – wie zum Beispiel beim Besuch von Fußballspielen – die 2G-Regel und Maskenpflicht. Ab 19. Februar dürfen – abgesehen von Wien – überall nicht nur Geimpfte und Genesene, sondern auch negativ Getestete wieder ins Lokal. Die 3G-Regel gilt dann auch im Tourismus. Nachdem Belgien den Höhepunkt der Omikron-Welle überstanden hat, nimmt das Land Lockerungen der Corona-Regeln in den Blick. Vor allem in der Gastronomie, im Nachtleben und im Kultursektor sollen ab Ende kommender Woche laxere Bestimmungen gelten, wie bei Regierungsberatungen in Brüssel entschieden wird. Dann dürfen Nachtclubs wieder öffnen und die Sperrstunde für Kneipen und Restaurants fällt weg. Frankreich lockert angesichts sinkender Infektionszahlen weitere Corona-Beschränkungen. Vom 28. Februar an entfällt die Maskenpflicht in Innenräumen, in denen die 2G-Regel greift, kündigt das Gesundheitsministerium in Paris an. Betroffen sind Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Kinos, Restaurants oder Cafés. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Innenräumen ohne 2G-Pflicht – das ist in Frankreich auch der gesamte Einzelhandel – bleibt die Maskenpflicht vorerst bestehen. Vereinfacht werden die Testpflichten für Kontaktpersonen und die Vorschriften an den Schulen. Das Parlament in Luxemburg gibt grünes Licht für weitgehende Lockerungen der Corona-Maßnahmen. In der Gastronomie gilt wieder die 3G-Regelung, nach der auch Ungeimpfte mit einem aktuellen negativen Corona-Test Zutritt bekommen. Auch in Hotels sowie in den Bereichen Freizeit und Sport wird die 2G-Plus-Reglung (geimpft oder genesen plus Booster oder Test) durch 3G ersetzt. Außerdem fällt die Sperrstunde um 23 Uhr im Gastro-Bereich weg – Diskotheken und Clubs dürfen wieder öffnen. Im Privaten gibt es keine Kontaktbeschränkungen mehr und Kontaktpersonen von Infizierten müssen nicht mehr in Quarantäne. Das Gesetz, das mit 31 gegen 28 Stimmen beschlossen wurde, tritt noch heute in Kraft. Nach England will auch der britische Landesteil Wales seine Corona-Regeln deutlich lockern. Vom 18. Februar an sollen Impf- und Testnachweise, die bislang noch in Kinos, Theatern und bei großen Events verlangt werden, der Vergangenheit angehören, wie die Regionalregierung mitteilte. Ende Februar soll auch die Maskenpflicht nur noch in deutlich weniger Bereichen gelten. Anders als in England müssen die Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Geschäften aber weiterhin getragen werden, Schulen sollen darüber selbst entscheiden. So weit wie England, wo Premierminister Boris Johnson bald die Isolationspflicht für Infizierte aufheben will, geht man in Wales vorerst nicht. Die Niederlande wollen zum 18. Februar die meisten Corona-Maßnahmen aufheben. Stadien, Theater, Kinos und Gaststätten sollen dann wieder fast uneingeschränkt für Besucher freigegeben werden. Das kündigt Gesundheitsminister Ernst Kuipers in einem Brief an das Parlament in Den Haag an. Gaststätten sollen dann auch bis 1.00 Uhr öffnen dürfen, statt wie bisher 22.00 Uhr. Eine endgültige Entscheidung soll am Dienstag fallen. Zunächst muss noch das wichtigste Beratergremium der Regierung über die Pläne beraten. Ende Februar will die Regierung, die restlichen Einschränkungen aufheben.

Die Pandemie-Lage in Indien entspannt sich derzeit weiter. Nachdem das Land auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Januar bis zu 350.000 Neuinfektionen vermeldet, sinken die Zahlen seither kontinuierlich. Aktuell melden die Behörden 50.407 Neuinfektionen. Der Sieben-Tage-Schnitt liegt mit 72.269 täglichen Neuinfektionen noch deutlich darüber, was auf einen weiteren Rückgang des Infektionsgeschehens hindeutet. Allerdings sterben derzeit im Sieben-Tage-Schnitt 981 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus, aktuell sind es 804. Ein kanadischer Richter erklärt am Freitag (Ortszeit) die Blockade eines wichtigen kanadisch-amerikanischen Handelskorridors aufgrund von Trucker-Protesten per Anordnung für beendet. Geoffrey Morawetz, Richter am Obersten Gericht in Ontario, sagt, die einstweilige Verfügung trete am Freitag um 19 Uhr Ortszeit in Kraft. Mehrere Stunden nach Ablauf der Frist befinden sich jedoch weiterhin mehr als 200 Demonstranten auf der Ambassador-Brücke zwischen den USA und Kanada und weigern sich, den Protest aufzulösen. Der sogenannte “Freiheitskonvoi” ist ursprünglich als Protest gegen eine Impfpflicht für gewisse Lkw-Fahrer gedacht. Inzwischen entwickelt er sich zu einer Demonstration gegen Pandemie-Maßnahmen der Regierung im Allgemeinen. Der Bürgermeister von Ottawa ruft wegen der seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Proteste in der kanadischen Hauptstadt bereits den Notstand aus. Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau hält eine gewaltsame Auflösung der Blockaden nicht mehr für ausgeschlossen, da sie mittlerweile starke Auswirkungen auf die Wirtschaft in Kanada und den USA haben. Die chinesische Arzneimittelbehörde erteilt dem COVID-19-Medikament “Paxlovid” von Pfizer eine bedingte Zulassung. Das heißt, das Medikament ist zur Behandlung von Erwachsenen mit leichter bis mittelschwerer Erkrankung unter gewissen Auflagen zugelassen. Wie die Behörde mitteilt, werden momentan weitere Studien zu dem Medikament durchgeführt. In den USA verzögert sich eine mögliche Corona-Impfung für Kleinkinder mit dem Mittel von Pfizer und BioNTech um mindestens zwei Monate. Die Arzneimittelbehörde FDA teilt mit, dass eine Entscheidung über die Immunisierung von Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren verschoben worden sei. Die FDA benötigt nach eigenen Angeben mehr Daten für einen Beschluss. Ursprünglich war geplant, mit den Impfungen am 21. Februar zu beginnen. Auch die Bank JPMorgan verzichtet auf die Maskenpflicht für vollständig Geimpfte in US-Büros. Die Mitarbeiter dürften den Mund-Nasen-Schutz jedoch freiwillig weiter tragen, wie aus einem Schreiben des Kreditinstituts an die Angestellten hervorgeht. Die amerikanische Bank Goldman Sachs beendet die Maskenpflicht in US-Büros am Montag. Das teilt eine Sprecherin des Kreditinstituts mit. Das Finanzinstitut überlasse es den Mitarbeitern, ob sie angesichts der Corona-Pandemie weiterhin eine Maske trage wollten. Der US-Impfstoffhersteller Novavax testet sein Vakzin gegen Covid-19 eigenen Angaben zufolge erfolgreich bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Wirksamkeit des Mittels liege nach den Ergebnissen einer Phase-3-Studie bei 82 Prozent, teilt der Hersteller mit. An der Studie nahmen rund 2247 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren in den USA teil – allerdings zu einer Zeit, als die Delta-Variante des Virus noch vorherrschend war, nicht die Omikron-Variante. Die Impfung sei gut vertragen worden. Innerhalb der kommenden Wochen wolle man sich um eine Zulassung für diese Altersgruppe bemühen, hieß es von Novavax. In Europa ist der Novavax-Impfstoff für Erwachsene bereits zugelassen, in den USA wird eine Zulassung derzeit geprüft.

Beitragsfoto © cottonbro (Pexels)

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