Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 34.145 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 8890 Fälle mehr als am Montag vor einer Woche. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie nachgewiesenen Infektionen mit Sars-CoV-2 laut RKI auf 8.000.122. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Inzidenz steigt auf 528,2 von 515,7 am Vortag, das ist ein neuer Höchstwert. 30 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Der R-Wert nimmt am Sonntag leicht ab. Der sogenannte Reproduktionswert gibt an, wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter im Schnitt ansteckt. Der Wert liegt derzeit bei 1,19, nachdem er am Vortag mit 1,23 angegeben wird. Allerdings wird der Wert im Nachhinein in der Regel korrigiert. Liegt er längere Zeit deutlich über dem Wert 1, wird einer weitere Verbreitung des Virus angenommen, liegt er deutlich darunter, kann die Ausbreitung eingedämmt werden. Derzeit muss weiter von einem exponentiellen Wachstum ausgegangen werden. Die Zahl freier Intensivbetten in Deutschland steigt deutlich. 20.333 sind derzeit belegt. Das sind allerdings 521 weniger als am Vortag. Damit nimmt der Anteil freier und betreibbarer Intensivbetten von 16,7 auf 18,5 Prozent zu. Zum Rückgang der Belegung tragen momentan weiterhin die Covid-Patienten bei. Ihre Zahl sinkt um 58 auf 2741. Auch die Zahl der zusätzlich beatmeten Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen nimmt ab: um 34 auf 1673. Die Altersgruppen der bis zu 34-Jährigen machten in der abgelaufenen Woche weitaus mehr als die Hälfte aller Neuinfektionen aus. Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass der größte Anteil der Infektionen auf die 15- bis 34-Jährigen entfällt, gefolgt von den 35- bis 59-Jährigen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) geht davon aus, dass in der Omikron-Welle planbare Operationen in Deutschland wieder in großem Maß verschoben werden müssen. “Im Infektionsbereich haben wir auf allen Stationen einen höheren Aufwand für den einzelnen Patienten”, sagt DKG-Präsident Gerald Gaß der “Rheinischen Post”. “Personelle Reserven gibt es leider nicht, deswegen müssen wir erneut, wenn es soweit medizinisch vertretbar ist, Patienten auf die Warteliste nehmen”. In Spitzenzeiten der Pandemie seien bis zu 25 Prozent der Hüft-OPs verschoben worden. “Aber es geht auch um Krebs-Operationen, zeitweise hatten wir einen deutlichen Rückgang von bis zu 18 Prozent bei Darmkrebs-OPs”, so Gaß. Die Krankenhausträger in Deutschland gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen wegen sprunghaft ansteigender Omikron-Fallzahlen und Krankmeldungen beim Personal zu Behandlungsengpässen in den Kliniken kommt. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sagt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, er rechne damit, dass erneut planbare Behandlungen verschoben werden müssen. “Wir werden elektive Leistungen verschieben müssen”, sagt Gaß. Der DKG-Chef betont, dies betreffe orthopädische Operationen genauso wie Therapien für chronische Erkrankungen und Krebspatienten. “Wir können auch nicht ausschließen, dass das in vielen Fällen auch zu echten Schäden führt”, sagt Gaß. Insgesamt 7,98 Millionen Menschen in Deutschland haben sich bisher nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, 6,97 Millionen Menschen gelten als genesen. 115.613 Menschen versterben seit Pandemiebeginn. Die Zahl der aktuell Infizierten wird auf gut 887.000 geschätzt. Die Zahl der tatsächlich Infizierten dürften deutlich höher liegen. Dennoch gilt mehr als ein Prozent der deutschen Bevölkerung damit derzeit als akut mit dem Coronavirus infiziert. In allen Bundesländern mit Ausnahme Thüringens steigen die Fallzahlen gegenüber der Vorwoche an. Die Quote der Covid-Patienten auf den Intensivstationen nimmt dagegen in allen Bundesländern, bis auf Schleswig-Holstein, weiter ab. In einzelnen Bundesländern steigt die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der Covid-Patienten ja 100.000 Einwohner, die binnen sieben Tagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden, allerdings dennoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner nimmt mit Ausnahme von Bremen und Thüringen in allen Bundesländern zu. In Brandenburg (plus 33,5) und Bayern (plus 30,8) am stärksten. In Sachsen, das lange Zeit wie Thüringen nur fallende Zahlenwerte kannte, nimmt die Inzidenz bereits den zweiten Tag in Folge leicht zu (plus 3,2). Beim Blick auf die Karte lassen sich regelrechte Cluster innerhalb Deutschlands ausmachen: die Region Berlin-Brandenburg, ein oder zwei Zentren in Norddeutschland, das Zentrum Nordrhein-Westfalens, Südhessen sowie der Süden Baden-Württembergs und der Süden Bayerns. Erstmals seit Längerem sinkt in Berlin die Sieben-Tage-Inzidenz leicht.Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet, liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 947,7 – nach 965,3 am Sonntag. Ein Grund dafür könnte der grüne Fleck in der Hauptstadt sein. Auch am inzwischen achten Tag in Folge übermittelt Marzahn-Hellersdorf keine Fallzahlen ans RKI, damit wird für den Bezirk weiterhin eine Inzidenz von “0” ausgewiesen. Wie die “BZ” berichtet, ist am vergangenen Donnerstag offenbar ein neues technisches Problem aufgetaucht. “Aktuell können wir nur die Corona-Zahlen melden, die uns per Fax erreichen”, wird Bezirksbürgermeister Gordon Lemm zitiert. Derzeit seien Experten dabei, eine Lösung zu finden. Zuvor soll Medienberichten zufolge die Corona-Datenbank des Bezirks überlastet gewesen sein. Beim Blick auf die gesamte Woche wird deutlich: Omikron ist in Deutschland angekommen. Auch wenn es bisher keine “Wand” von Neuinfektionen wie in anderen Ländern zu verzeichnen gibt, nehmen die Neuinfektionen erheblich zu. 457.871 Neuinfektionen binnen sieben Tagen hat es seit Pandemiebeginn noch nicht gegeben. Der bisherige Höchstwert wird in der vorletzten Novemberwoche mit 406.553 Fälle erreicht. Der Anstieg gegenüber der Vorwoche beträgt aktuell 39 Prozent. Die Zahl der Todesfälle ist seit Mitte Dezember dagegen rückläufig. In den vergangenen sieben Tagen versterben 1618 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In der Vorwoche sind es noch 1847 Menschen. Die gut 887.000 aktiven Fälle sind der dritthöchste Wochenwert seit Pandemiebeginn. Nur Anfang und Mitte Dezember wird eine noch höhere Zahl angenommen.
Mehrere Lehrerverbände in NRW werfen Schulministerin Yvonne Gebauer von der FDP vor, angesichts steigender Corona-Fallzahlen keine ausreichende Vorsorge für die Schulen zu treffen. “Wenn Politik den Präsenzunterricht zum obersten Gebot erklärt, muss sich das deutlich in kurz- und langfristigen Maßnahmen widerspiegeln”, sagt Stefan Behlau, der Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, der “Rheinischen Post”. Die NRW-Landesvorsitzende der GEW, Ayhan Celik, betont: “Uns besorgt sehr, dass es zum Präsenzunterricht keinen Plan B gibt.” So bestehe durch steigende Quarantänefälle die Gefahr eines ungesteuerten Wechsels vieler Schulen in den Distanzunterricht. Das Schulministerium sieht dem Bericht zufolge noch keine Gefahr für den Präsenzunterricht. Nach Angaben des Ministeriums nahmen lediglich 1,83 Prozent aller Lehrkräfte (2774 Pädagogen) aufgrund der Pandemie nicht am Präsenzbetrieb teil. Oberstes Ziel der Landesregierung und des Ministeriums für Schule und Bildung sei es, die Schulen offen zu halten und den Präsenzunterricht zu sichern, heißt es. An Hamburgs Schulen gelten angesichts der sich noch schneller verbreitenden Omikron-Variante strengere Corona-Regeln. Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich regelhaft drei Mal pro Woche unter Aufsicht in der Schule auf Corona testen lassen – statt wie bislang zweimal pro Woche. Getestet werde jeweils montags, mittwochs und freitags, teilt die Schulbehörde mit. Teilnehmen müssen ausnahmslos alle Schülerinnen und Schüler, sofern sie nicht einen negativen Corona-Test aus einem anerkannten Testzentrum nachweisen. Bislang waren Geimpfte und Genesene von der Pflicht ausgenommen, konnten sich aber auf freiwilliger Basis testen lassen. Beim Sportunterricht in der Turnhalle muss nun wieder eine medizinische Maske getragen werden. Mannschaftssport in Innenräumen ist weiter möglich. Aber “dabei soll auf Übungen und Aufgaben verzichtet werden, bei denen das Herz-Kreislauf-System in höherem Maße belastet wird”, heißt es. Empfohlen werde, den Sportunterricht möglichst im Freien stattfinden zu lassen. An der frischen Luft müssten auch keine Masken getragen werden. Das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg stellt sich auf eine Verknappung des Zug- und Buspersonals wegen der Verbreitung der Omikron-Variante ein. “Wir werden im Krisenfall täglich mit Eisenbahn- und Busunternehmen konferieren”, sagt Berthold Frieß, Amtschef im Ministerium, der “Stuttgarter Zeitung” und den “Stuttgarter Nachrichten”. Besonders wichtig für den Betrieb seien Lokführer, Mitarbeiter in den Leitstellen und diejenigen, die die Züge bereitstellten sowie im Bahnnetz tätig seien. Zwar werde die Art der Krankheiten den Arbeitgebern nicht mitgeteilt. Auffällig sei aber ein regionaler Zusammenhang von hohen Inzidenzen und hohen Krankenständen. Vor der Corona-Zeit seien Krankenstände von landesweit über zehn Prozent eine Seltenheit gewesen, sagt Dietmar Maier, Bereichsleiter bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg den Zeitungen. Nun erwarte man steigende Fehlzahlen wegen Krankheitsausfällen und Quarantäne. Das Land hat demnach den Unternehmen angeboten, dass sie bei erhöhten Krankenständen – als Richtwert würden 15 Prozent genannt – Notfallfahrpläne mit einem geminderten Fahrplanangebot einreichen können. Vor dem Hintergrund stark steigender Corona-Fallzahlen fordert die Chefin der NRW-Grünen, Mona Neubaur, eine FFP2-Maskenpflicht zum Beispiel in Geschäften, Restaurants, Bussen und Bahnen. Bisher können an solchen Orten auch die einfacheren und billigeren “OP-Masken” getragen werden. “Eine FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, beispielsweise in der Gastronomie, im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr, aber auch an Orten im Freien, wo Abstände nicht eingehalten werden können, wäre ein mildes, aber effektives Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Wenn Maskenpflicht gesagt wird, muss FFP2-Maskenpflicht gemeint sein”, sagt Neubaur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Auch in Pflegeeinrichtungen und Schulen müsse die FFP2-Maskenpflicht schnellstmöglich gelten. An Bedürftige müsse der im Vergleich teurere FFP2-Schutz kostenlos abgegeben werden, so Neubaur weiter. In Düsseldorf funktioniere dies bereits vorbildlich. Das Land NRW solle die Kommunen bei der Beschaffung dieser Masken finanziell und logistisch unterstützen. Gut zwei Jahre nach Pandemiebeginn und mitten in der fünften Corona-Welle werden in Bayern händeringend Pflegekräfte gesucht. “Ich appelliere daher – gerade auch mit Blick auf die Omikron-Virusvariante – an alle Pflegekräfte, die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören: Engagieren Sie sich im ”Pflegepool Bayern“”, sagt Gesundheitsminister Klaus Holetschek. “Wir müssen gemeinsam solidarisch alles dafür tun, unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu schützen.” Seit dem 11. November 2021, als erneut der Katastrophenfall in Bayern ausgerufen wurde, hätten sich bisher 480 neue Freiwillige gemeldet. Insgesamt hätten sich in der Pandemie mehr als 4100 Menschen bereiterklärt, in Heimen und Krankenhäusern auszuhelfen. “Gerade angesichts der schnell auf uns zu rollenden Omikron-Welle erwarten wir erneut äußerst kritische Situationen, in denen die Freiwilligen einen unschätzbar wichtigen Beitrag leisten können”, sagt der Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern, Georg Sigl-Lehner. Freiwillige können sich über die Plattform www.pflegepool-bayern.de melden.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht in einer Ansteckung mit der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus keine Alternative zur Impfung. “Der Ungeimpfte, der jetzt Omicron Infektion bekommt, wird im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz haben”, twittert der SPD-Politiker. “Omicron ersetzt Impfung nicht.” Beschäftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, müssen mit einer Abmahnung und in letzter Konsequenz mit ihrer Entlassung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen Hausärzteverbandes hervor. Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden. Falls Mitarbeiter den Nachweis verweigerten, könne das Gesundheitsamt ihnen verbieten, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tätig zu sein, heißt es in dem Informationsblatt auf der Webseite des Hausärzteverbandes. Wer den Nachweis bis zum 15. März nicht vorlegen könne, dürfe weder tätig noch beschäftigt werden. Etwa 2600 Apotheker sollen bis Monatsende in Nordrhein-Westfalen Corona-Schutzimpfungen trainiert haben. Rund 100 von ihnen lernen unter ärztlicher Anleitung in einem Hotel nahe der Düsseldorfer Arena das Setzen der Spritzen. Für ihr Training injizieren sich die Pharmazeuten gegenseitig eine Kochsalzlösung. Bis Ende Januar sollen in NRW bis zu 4000 Apotheker für die Impfung bereitstehen. Das Interesse sei riesengroß, betont der Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, Armin Hoffmann. Die Regierungschefs von Niedersachen und Bremen, die SPD-Politiker Stephan Weil und Andreas Bovenschulte, dringen auf eine rasche Entscheidung über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. “Den Teufelskreis aus immer neuen Infektionswellen und zwischenzeitlichen Entspannungen kann nach den Erfahrungen der letzten Monate leider nur eine Impfpflicht durchbrechen”, sagt Weil der Zeitung “Die Welt”. “Und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass Omikron die letzte Virusvariante sein wird, und eine Infizierung durch Omikron wird die Menschen nicht dauerhaft gegen andere Varianten schützen.” Bremens Bürgermeister Bovenschulte will eine Begrenzung der Impfpflicht auf besonders verletzliche Gruppen wie Ältere nicht ausschließen: “Da ältere Menschen statistisch gesehen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit schwer erkranken und deshalb das Gesundheitssystem deutlich stärker belasten, wäre eine Impfpflicht beispielsweise für einen 60-Jährigen besser zu begründen als für einen 19-Jährigen.” Bundeskanzler Olaf Scholz sieht einen wichtigen Meilenstein beim Impfen geschafft. Drei von vier Bundesbürgern seien inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. “Eine wichtige Wegmarke”, erklärt der SPD-Politiker auf Twitter. Er ergänzt: “Als nächstes sollten wir die 80%-Marke anstreben.” Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben inzwischen 72,6 Prozent der Bevölkerung den vollständigen Grundschutz. Fast jeder zweite (46,6 Prozent) hat bereits eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhalten, die für den Schutz vor der Omikron-Variante wichtig ist. Die erste Impfdosis haben 75 Prozent bekommen. Hier strebt die Bundesregierung nach bisherigen Angaben eine Quote von 80 Prozent bis Ende Januar an. Allerdings wären dafür innerhalb von zwei Wochen noch etwa vier Millionen Erstimpfungen nötig.
Der Chef des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, beklagt, dass Impfgegner bei 2G-Kontrollen im Einzelhandel immer öfter Angestellte beleidigen, bedrohen und körperlich angreifen.“Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschimpft, bespuckt und auch aggressiv körperlich angegangen”, sagt Genth dem Portal t-online. “Vorfälle dieser Art sind unerträglich.” “Den Menschen, die sich derart rücksichtslos verhalten, müssen klare Grenzen gesetzt werden”, so Genth weiter. “Mit der Kontrolle der Maskenpflicht und von 2G übernimmt der Handel derzeit staatliche Aufgaben. Das darf nicht zum Dauerzustand werden, das ist eine massive Überforderung der Unternehmen.” Niedersachsens Innenminister kündigt ein konsequentes Durchgreifen des Staates gegen Regelverstöße und Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik an. Der “Neuen Osnabrücker Zeitung” sagt Boris Pistorius: “Wer sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt oder versucht, mit rücksichtsloser Gewalt oder sogar einem Kind vor dem Bauch eine Polizeisperre zu durchbrechen, macht deutlich, dass es um Aggression und einen Angriff auf den Staat geht. Und das werden wir uns, stellvertretend für die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht gefallen lassen”. Vielen gehe es eigentlich nicht um die Corona-Maßnahmen, sondern vielmehr um eine Verächtlichmachung und Verunglimpfung des Staates und der Demokratie“, so der SPD-Politiker. Bei einer Auseinandersetzung mit einem Mann wegen der Maskenpflicht in der Corona-Pandemie sind in der Nacht zum Sonntag zwei Polizisten in Plauen leicht verletzt worden. Der 28-Jährige ignoriert zunächst die Aufforderung der Beamten, in einer Tankstelle den Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wie die Polizeidirektion Zwickau mitteilt. Der unter Alkoholeinfluss stehende Deutsche widersetzte sich dann der Durchsuchung nach Ausweisdokumenten, dabei erlitten die Beamten Schürfwunden. Rund 5500 Demonstranten beteiligen sich nach Polizeiangaben in Saarbrücken an einer angemeldeten Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen. ”Das ist alles friedlich verlaufen“, sagt ein Polizeisprecher. Unter dem Motto ”Wir sind die rote Linie“ protestiert ein ”breites bürgerliches Spektrum“ gegen die angekündigte Impfpflicht und eine damit verbundene mögliche Spaltung der Gesellschaft. ”Es war ziemlich laut”, ergänzt der Sprecher mit Blick auf die Trommeln und Sirenen von Demonstranten. Die Veranstalter hätten per Durchsage zur Einhaltung der Maskenpflicht aufgerufen, woran sich aber nicht immer alle gehalten hätten. Der Landkreis Regionalverband Saarbrücken weist innerhalb des Saarlandes mit 619,5 derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen aus. Die Polizei löst am Wochenende wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln mehrere private Feiern auf. Im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen beenden die Beamten eine Party von 30 Jugendlichen, wie die Polizei mitteilt. Private Treffen seien derzeit für Geimpfte und Genesene auf maximal zehn Menschen begrenzt. Beim Eintreffen eines Streifenwagens in Gachenbach seien in der Nacht zum Samstag einige der Feiernden geflüchtet. Von 20 Menschen nimmt die Polizei die Personalien auf. In Weiden in der Oberpfalz lösen die Beamten eine Party in einer Wohnung auf. Von den 14 Teilnehmern seien keinerlei Coronavorschriften eingehalten worden, teilt die Polizei mit. In München feiern in der Nacht zum Sonntag Jugendliche mit lauter Musik, bevor die Polizei die Party beendet. Einige Feiernde seien bei der Ankunft der Polizei geflüchtet. Von etwa 30 Jugendlichen werden die Personalien aufgenommen. Etwa 150 junge Menschen feiern am Samstagabend am Karlsplatz (Stachus). Da von den Feierenden am Stachus in der Vergangenheit wiederholt Straftaten ausgegangen und keine Corona-Regeln eingehalten worden seien, stellen die Beamten Platzverweise aus. Nach der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht leitet die Bundeswehr nach “Spiegel”-Informationen dutzende Disziplinarverfahren gegen Soldaten ein, die sich nicht gegen Covid-19 schützen lassen wollen. Laut internen Zahlen des Verteidigungsministeriums laufen derzeit zwischen 50 und 60 Verfahren gegen Soldaten, die trotz der sogenannten Duldungspflicht die Impfung gegen Covid-19 vehement ablehnen. Die bisher nicht bekannte Zahl der eingeleiteten Verfahren gegen Impfverweigerer nennt das Wehrressort in einer vertraulichen Sitzung des Verteidigungsausschusses. Für die rund 180.000 Soldaten und Soldatinnen gilt das Ablehnen der Impfung als Befehlsverweigerung. Zunächst drohen den Impfmuffeln in Uniform Disziplinarstrafen. Letztlich läuft die Verweigerung der Impfung auf eine Entfernung aus der Truppe hinaus. Der Militär-Geheimdienst MAD ermittelt derzeit gegen mehrere Soldaten, die als radikale Impfverweigerer aufgefallen sind, einige pflegen Verbindungen zur sogenannten Querdenker-Szene.
Die Türkei meldet aktuell 54.100 Neuinfektionen. Dieser Wert ist geringer als an den Vortagen, für einen Sonntag allerdings sehr hoch. Der Sieben-Tage-Schnitt der täglichen Neuinfektionen liegt derzeit bei 68.387 Fällen. Zudem bleibt die Zahl der Todesfälle auf hohem Niveau. 136 neue Todesfälle sind es aktuell. Die Türkei verzeichnet seit Anfang August 2021 kontinuierlich mehr als 100 Todesfälle täglich. Trotz deutlich zunehmender Neuinfektionen in Portugal, bleiben die Intensivstationen bisher weitgehend unbehelligt. Die Behörden melden in der Omikron-Welle immer neue Höchststände, im Sieben-Tage-Schnitt sind es derzeit mehr als 32.000 Neuinfektionen. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt auch merklich, das betrifft aber eher die Normalstationen. Die Zahl der Intensivpatienten bleibt derzeit auf moderatem Niveau von 168. Auf dem Höchststand liegen gut 900 Covid-Patienten in einem Intensivbett. Portugal hat einer der höchsten Impfquoten Europas. Das französische Parlament stimmt im Kampf gegen die fünfte Corona-Welle drastischen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte endgültig zu. In der Nationalversammlung sprechen sich am Sonntagabend 215 Abgeordnete dafür aus, 58 stimmen dagegen. Sieben Abgeordnete enthalten sich. Das Gesetz sieht vor, dass ungeimpfte Menschen ab 16 Jahren künftig keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kultureinrichtungen und dem Fernverkehr haben sollen. Frankreichs Regierung will angesichts enorm hoher Infektionszahlen weitere Anreize für eine Corona-Impfung setzen. Mit der Regelung soll der aktuell geltende Gesundheitspass, der Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Corona-Test gibt, zum Impfpass umgewandelt werden. Ein negativer Test reicht damit bald nicht mehr aus, um Zugang zu zahlreichen Orten zu bekommen. Am Samstag meldet Frankreich mehr als 324.000 Neuinfektionen und knapp 150 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Bei einer Kundgebung der rechten Partei Les Patriotes in Frankreich werden zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von einer Gruppe mutmaßlicher Rechtsextremisten attackiert und mit dem Tod bedroht. Als sich Sicherheitskräfte schützend vor die Journalisten stellen, werden sie unter anderem mit Schlagstöcken attackiert. Einer von ihnen erleidet durch einen Schlag mit einer Flasche eine Verletzung am Kopf. AFP-Präsident Fabrice Fries kündigt an, dass die Nachrichtenagentur im Namen der attackierten Journalisten Strafanzeige wegen Körperverletzung, Morddrohungen und Behinderung der freien Meinungsäußerung erstatten werde. AFP sei entschlossen, die Ausübung des Journalistenberufs zu verteidigen. Er sei besorgt über das “neue Ausmaß der Gewalt” gegen Medienschaffende, fügt Fries hinzu. Die Niederlande vermelden einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen. 36.231 Menschen haben sich demnach mit dem Coronavirus infiziert. Am Vortag werden 31.853 gemeldet. Im aktuellen Sieben-Tage-Schnitt infizieren sich 32.265 Menschen in den Niederlanden mit dem Coronavirus. In Amsterdam kommen am Sonntag erneut Tausende Menschen zusammen, um gegen die Corona-Politik der niederländischen Regierung zu protestieren. Auf Spruchbändern heißt es unter anderem “Rückkehr zur Normalität jetzt!”, “Wir haben die Lügen satt” und “Kein 2G”. An den Protestaktionen beteiligen sich auch Bauern, die mit mehreren Traktoren nach Amsterdam gekommen sind, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtet. Zu den Demonstrationen in mehreren Vierteln Amsterdams sowie auf dem zentralen Platz vor dem Rijksmuseum ruft zuvor die Aktionsgruppe “Nederland in Verzet” (“Niederlande im Widerstand”) auf. Damit soll an die als “Kaffeeschlacht” bezeichneten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten am 17. Januar vorigen Jahres erinnert werden. Die seinerzeit oft verbotenen Corona-Demos waren von den Veranstaltern als gemeinsames öffentliches “Kaffeetrinken” deklariert worden. Die Behörden der niederländischen Hauptstadt erklären die betroffenen Gegenden am Sonntag zu Sicherheitszonen. Dadurch erhielt die Polizei die Befugnis, Personen präventiv zu durchsuchen. In Italien bleibt auch am Sonntag die Zahl der Neuinfektionen hoch: Die Behörden melden mehr als 157.000 neue Fälle. Damit meldet das Land seit 4. Januar kontinuierlich täglich sechsstellige Zahlen. Der Sieben-Tage-Schnitt der Infektionen fällt mit 181.425 entsprechend hoch aus. Zudem versterben weiterhin viele Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Aktuell melden die Behörden 248 Todesfälle. Innerhalb der letzten sieben Tage versterben im Schnitt täglich 295 Menschen. Der britische Premierminister Boris Johnson plant laut Medienberichten, die gesetzliche Vorschrift zur häuslichen Isolierung nach einer Infektion aufzuheben. Die Pläne sollten über die kommenden Wochen ausgearbeitet werden, schreibt die Zeitung “The Telegraph”. Zwar solle die Empfehlungen zu einer Quarantäne in den eigenen vier Wänden bleiben. Jedoch werde eine Missachtung keine Bußgelder oder andere Strafen mehr nach sich ziehen. Die Infektionszahlen in Großbritannien gehen weiter zurück. Aktuell melden die Behörden knapp 71.000 neue Fälle. Damit nehmen die Neuinfektionen binnen der letzten sieben Tage um rund 38 Prozent ab. Das schlägt sich auch auf die Sieben-Tage-Inzidenz nieder, die in allen Landesteilen derzeit sinkt. Auch die Hauptstadt London (995,7) fällt wieder unter die Marke von 1000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Großbritannien insgesamt weist aktuell einen Inzidenzwert von 1124,1 aus. Die Zahl der Neuinfektionen in Griechenlandsinkt weiter. Die Behörden melden weniger als 11.000 Neuinfektionen. Auch wenn das Meldeaufkommen am Wochenende stets geringer ist, liegt der Wert 10.783 deutlich unter dem Sieben-Tage-Schnitt von 21.894 neuen Fällen. Die Zahl der Todesfälle nimmt dagegen weiterhin zu. Aktuell werden 96 neue Fälle gemeldet. Im Sieben-Tage-Schnitt versterben derweil 84 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Passend zu den Todesfällen intensiviert die Regierung weiterhin ihre Bemühungen um Impfungen der Menschen über 60 Jahren. Die müssen demnächst eine Strafe von 100 Euro monatlich zahlen, wenn sie weiterhin ungeimpft sind. Nach neuesten Angaben beträfe das etwa 300.000 Menschen. Bei Ankündigung der Impfpflicht im November sind noch 520.000 Menschen über 60 ungeimpft. Ihre Zahl hat seither deutlich abgenommen. Ungeimpfte Griechinnen und Griechen über 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lässt, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Die Regelung trat um Mitternacht in Kraft. Von der Maßnahme sind laut Staatsrundfunk rund 300.000 Menschen betroffen. Ihre Daten sollen nun von der staatlichen Sozialversicherung an das Finanzamt weitergeleitet werden, das die Bußgelder eintreibt. Das Geld kommt dann den staatlichen Krankenhäuser zugute. Österreich meldet aktuell erneut fast 15.000 Neuinfektionen. Damit bleibt die Lage im Land weiterhin angespannt. Im Sieben-Tage-Schnitt infizieren sich derzeit 15.266 Menschen mit dem Coronavirus. Das sind mehr als in der bisher schwersten Welle im November des Vorjahres. Positiv ist, dass am Sonntag kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus vermeldet wird.
Das internationale Impfstoffprogramm Covax hat die Milliardenmarke bei der Auslieferung von Corona-Impfdosen geschafft. Die ein milliardste Dosis war in einer Lieferung, die am Samstag im ostafrikanischen Ruanda eintraf, wie die Impfallianz Gavi mitteilt. Zu dieser gehören Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen. Covax beliefert vor allem die 92 ärmsten Länder, die kein Geld für den Kauf von Impfstoff haben, sowie solche mit mittleren Einkommen. Insgesamt bekamen bislang 144 Länder über Covax Impfstoffe. Ein drei Wochen alter Säugling in Katar stirbt an den Folgen einer Corona-Infektion. “Er hatte keine anderen gesundheitlichen Probleme oder bekannten Erbkrankheiten”, erklärt das Gesundheitsministerium. Demnach ist es der zweite tödliche Verlauf einer Corona-Infektion bei einem Kind in Katar seit Beginn der Pandemie. Die Sterblichkeit durch das Coronavirus ist bei Kindern im Allgemeinen sehr gering. In der aktuellen Ansteckungswelle wegen der Omikron-Variante sei in Katar die Zahl der infizierten Kinder und Krankenhauseinweisungen jedoch stark gestiegen, erklärt das Ministerium. Katar mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern hat bislang knapp 300.000 Corona-Fälle und rund 600 Todesopfer verzeichnet. Thailand hat erstmals einen Todesfall nach einer Omikron-Infektion verzeichnet. Das teilt ein Beamter der Gesundheitsbehörde mit. Der Tod einer 86-jährigen Frau aus der südlichen Provinz Songkhla kommt, nachdem Thailand im vergangenen Monat seinen ersten Omikron-Fall registrierte. “Die Frau war bettlägerig”, sagt Sprecher Rungrueng Kitphati der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Todesfall sei ohnehin zu erwarten gewesen, weil das Land inzwischen über 10.000 Omikron-Fälle verzeichnet hätte.
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