Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat einen neuen Tageshöchstwert erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden mit 80.430 an. Der bisherige Rekord waren 65.371 Neuinfektionen am 18. November. Am Dienstagmorgen hatten die Gesundheitsämter noch 45.690 Neuinfektionen an das RKI gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt am Morgen 407,5. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 258,6. Ferner wurden am Mittwoch 384 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,10 angegeben (Vortag: 1,17). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 3154 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 1916 davon werden invasiv beatmet. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz ist Bremen die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge weist die krisengeplagte Stadt in Norddeutschland einen Wert von 1394,2 neu registrierten Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Dahinter folgen die Berliner Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg (1164,7) und Neukölln (1160,7). Von den zehn Regionen mit den höchsten Werten liegen laut RKI sieben in Berlin. Die größten Lichtblicke gibt es laut RKI in Wittmund. Demnach weist der niedersächsische Landkreis mit 108,0 die bundesweit niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz auf. 248 von 411 Regionen in Deutschland – und damit weit mehr als die Hälfte liegen bei bei der Inzidenz bei mindestens 300. Gestern war dies bei etwas weniger – nämlich 248 Regionen – der Fall. In 55 Regionen liegt die Inzidenz gar bei mindestens 500. Das RKI geht von bisher mindestens 101.159 Omikron-Fällen in Deutschland aus. Seit gestern wurden für die laufende Woche und für die früheren Kalenderwochen insgesamt 11.695 neue Covid-Fälle gemeldet, die aufgrund von Sequenz-Nachweis oder laborgestütztem Verdacht der Omikron-Variante zugeordnet werden. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Bei der Omikron-Variante ist nach vorläufigen Ergebnissen zweier südafrikanischer Studien der Anteil der Menschen ohne Symptome unter den Infizierten viel höher als bei früheren Varianten. Weitaus mehr Menschen, die positiv getestet wurden, hatten demnach im Vergleich zu früheren Studien keine Symptome. Das könnte erklären, warum sich die Variante so schnell weltweit ausbreitet, erklären die Wissenschaftler der Studien Ubuntu und Sisonke. Eine bislang unveröffentlichte Studie der Uniklinik Essen zeichnet ein alarmierendes Bild, was die psychische Gesundheit der Jüngsten in Deutschland angeht: Im zweiten Jahr der Pandemie ist die Zahl der Suizidversuche bei Kindern demnach sprunghaft gestiegen. Da die Studie noch nicht veröffentlicht ist und derzeit von anderen Wissenschaftlern geprüft wird, mahnen Experten dazu, bei der Interpretation der Studienergebnisse noch zurückhaltend zu sein.
In der Debatte um die Zuverlässigkeit von Antigentests warnt ein Experte vor falscher Sicherheit durch negative Testergebnisse. “Ein Freitesten nur mit Antigentest, das geht nicht”, sagt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski. Er bezieht sich auf Pläne der Bundesregierung, ein vorzeitiges Freitesten aus der Quarantäne nicht nur mit PCR-Tests, sondern auch mit “hochwertigen” Antigentests zu ermöglichen. Weil besonders bei geringerer Viruslast Antigentests, zu denen Selbst- und Schnelltests gehören, oft nicht anschlügen, sei das aber ein problematisches Signal, so Bobrowski. Die Viruslast falle speziell bei Omikron insbesondere bei Geimpften tendenziell recht rasch ab. Wegen der steigenden Infektionszahlen werden ab Donnerstag auch in Nordrhein-Westfalen weitreichende neue Zugangsbeschränkungen eingeführt.Auch Grundimmunisierte und Genesene dürfen viele Bereiche dann nur noch betreten, wenn sie zusätzlich einen negativen Test vorlegen (2G-plus-Regel). Wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ankündigt, wird das unter anderem für die Gastronomie, den Freizeit-, Sport- und Fitnessbereich gelten. Menschen mit Booster-Impfung werden in vielen Bereichen von einer zusätzlichen Testpflicht befreit. Wer die Auffrischungsimpfung hat, muss demnach unter anderem im Freizeitsport keinen Test vorlegen. Bayern verzichtet anders als fast alle anderen Bundesländer auf schärfere Regeln für Gaststätten. Im Freistaat bleibt es dabei, dass Geimpfte und Genesene ohne zusätzlichen Test beziehungsweise ohne Auffrischungsimpfung in Restaurants gehen dürfen. Es gilt also weiterhin die 2G-Regel und nicht 2G plus, wie Bund und Länder vergangenen Freitag mehrheitlich vereinbart hatten. Die bayerische Corona-Verordnung – dort ist für Gaststätten 2G vorgeschrieben – werde ohne besondere inhaltliche Änderungen verlängert, teilt Staatskanzleichef Florian Herrmann nach einer Kabinettssitzung mit. Jedenfalls “Stand heute” bleibe man in der Gastronomie bei der 2G-Regel. Bayern weicht hier neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland von der Bund-Länder-Linie ab. Dafür bleiben – anders als in anderen Ländern – in Bayern Kneipen, Bars und Discos weiter ganz geschlossen. Der Berliner Senat beschließt für den öffentlichen Nahverkehr die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Das berichtet der “Tagesspiegel”. Weiterhin verschärft die Hauptstadt – den Beschlüssen der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz folgend – die Regeln für die Gastronomie. Menschen, die geimpft oder genesen sind, müssen demnach künftig einen negativen Test vorweisen (2G plus), sofern sie noch keine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich im Homeoffice wegen eines schlecht ausgestatteten Arbeitsplatzes belastet. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für die Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die der Funke Mediengruppe vorliegt. Trotzdem hat es allerdings nach TK-Angaben keinen signifikanten Anstieg von Rückenproblemen gegeben. Aber mit einem Anteil von knapp 18 Prozent am Gesamtkrankenstand lagen im ersten Coronajahr 2020 die Muskelskeletterkrankungen wie in den Vorjahren auf Platz zwei der Diagnosen mit den meisten Fehltagen der TK-Versicherten. Auf Platz eins lagen psychisch bedingte Fehlzeiten. Für den Fall einer starken Omikron-Welle hat der Virologe Alexander Kekulé die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Nachverfolgung und Quarantäne von symptomfreien Kontaktpersonen abzuschaffen. Seinen Überlegungen nach sollten Menschen mit Symptomen und bestätigten Infektionen weiterhin konsequent isoliert werden, wie er am Dienstag bei MDR Aktuell darlegte. Kekulé bezeichnete es mit Blick auf eine Situation mit sehr hohen Fallzahlen aber als “völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen dann identifiziert”. Da würde er “ernsthaft die Möglichkeit ins Auge fassen”, die Nachverfolgung aufzugeben.
Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Coronavirus-Variante Omikron sind mehrtägige Klassenfahrten in Niedersachsen bis zu den Osterferien verboten. Eine entsprechende Rundverfügung sei den Schulen zugestellt worden, teilte das Kultusministerium mit. Damit werde der Zeitraum, an dem mehrtägige Schulfahrten mit Übernachtung untersagt seien, vom 31. Januar bis zum Beginn der Osterferien am 4. April verlängert. Das Verbot umfasst auch Austauschfahrten ins Ausland. Möglich bleiben den Angaben zufolge aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schule der pädagogische Nutzen das Risiko durch das aktuelle Infektionsgeschehen überwiege. Lehrerverbände fordern eine schnelle Anpassung der Corona-Maßnahmen an Schulen, falls sich die Infektionslage weiter verschärfen sollte. “Wir sind froh, dass die Schulen wieder mit vollem Präsenzunterricht begonnen haben. Doch die Situation ist angesichts der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante volatil”, sagt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Da, wo die Infektionslage sich verschärft, muss der Gesundheitsschutz an den Schulen rasch hochgefahren werden.” Dabei könne es konkret um tägliche Corona-Tests gehen und um eine FFP2-Maskenpflicht. “Auch die Aussetzung der Präsenzpflicht ist eine Option.”
Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die Bundesregierung aufgefordert, die Corona-Warn-App zügig weiterzuentwickeln. Es müsse eine Lösung geben, die auf einen Blick Aufschluss darüber gebe, ob jemand vollständig immunisiert sei oder nicht, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. Das müsse auch für kompliziertere Fälle gelten, also etwa, wenn Menschen geimpft und genesen seien oder nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geboostert worden seien. Viele Bürger klagen nach seinen Worten, dass solche Fälle in der Corona-App des Bundes nicht abgebildet würden. “Das kann ich mit Landesrecht nicht lösen”, sagte Laumann. In der Debatte um eine finanzielle Anerkennung für Pflegekräfte wegen der Belastungen in der Corona-Krise schlagen die Kliniken einen Steuerfreibetrag statt einer Prämie vor. Dies wäre wesentlich besser als ein einmaliger Bonus für einen Teil der Mitarbeiter, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Ein Freibetrag könnte für vergangenes und dieses Jahr gelten und würde auch Anreize für eine Rückkehr von Pflegekräften in den Beruf oder ein Aufstocken der Arbeitszeit geben. SPD, Grüne und FDP haben angekündigt, dass es einen Corona-Bonus für Pflegekräfte geben soll. Dafür will die Regierung eine Milliarde Euro bereitstellen und die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen auf 3000 Euro anheben.
Ein gemeinsamer Antrag mit CDU/CSU zur allgemeinen Impfpflicht ist für die stellvertretende SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt eine Option. “Wir bieten allen im Rahmen der Gruppenanträge Gespräche an, die Union ist herzlich eingeladen”, sagt Schmidt im Deutschlandfunk. Es gebe sehr viele in der CDU, die sich kluge Gedanken machten und einen Beitrag dazu leisten könnten, dass am Ende ein guter Antrag zustande komme. Schmidt fügt hinzu: “Ich bin der festen Überzeugung, dass wir weiterhin eine Impfpflicht brauchen werden als ein wichtiges Instrument. Sollten wir aber in eine Situation kommen, wo das nicht nötig ist, dann brauchen wir auch keine Impfpflicht.” Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery hat kein Verständnis dafür, dass die Impfpflicht auf sich warten lässt. “Politik ist derzeit sehr langsam”, bei der Umsetzung der MPK-Beschlüsse zur Quarantäne und auch bei der Impfpflicht: “Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und dann keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das kann kein Argument sein, die sollen jetzt Mal zu Potte kommen!” Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann kritisiert die absehbare Verzögerung bei der Impfpflicht scharf. Die Ministerpräsidenten hätten die Bundesregierung und den Bundestag schon vor Weihnachten aufgefordert, einen Zeitplan vorzulegen, sagt der Grünen-Politiker. “Das ist nicht erfolgt bisher. Ich bin mit dem ganzen Verfahren unzufrieden.” Er sehe nicht, dass die Debatte über die Impfpflicht im Bundestag zügig in die Gänge komme. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz werde seine Ankündigung, die Impfpflicht könne Ende Februar kommen, nicht halten können. “Das sehe ich als nicht mehr realistisch an. Wir verlieren sehr viel Zeit”, moniert Kretschmann. Die deutsche Impfkampagne nimmt im neuen Jahr kaum Tempo auf: Im mehrtägigen Mittel kommen derzeit knapp 570.000 Impfdosen pro Tag zum Einsatz. Zuletzt wurden laut Impfquoten-Monitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) bundesweit 481.399 Corona-Schutzimpfungen verabreicht. Davon entfielen rund 380.000 auf Auffrischungen. Die einfache Impfquote steigt von 74,6 auf 74,7 Prozent: Rund 62,1 Millionen Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Rund 59,884 Millionen Menschen haben sich bereits eine Grundimmunisierung gesichert: Die Quote der “vollständig Geimpften” steigt von 71,9 auf 72,0 Prozent. Mehr als 31.000 Menschen in Deutschland haben sich zu Wochenbeginn für eine Erstimpfung entschieden. 36,150 Millionen Menschen haben sich bereits um ihre Auffrischungsimpfung gekümmert: Damit sind 43,5 Prozent der Bevölkerung Deutschlands geboostert. FDP-Vize-Chef Wolfgang Kubicki fordert eine Kampagne, um Impfgegner von der Sinnhaftigkeit einer Immunisierung zu überzeugen. “Mir fehlt einfach vom Bundesamt für Gesundheitliche Aufklärung eine wirkliche Kampagne”, sagt Kubicki und verweist auf die HIV-Kampagne “Gib Aids keine Chance”. Etwas Vergleichbares gebe es bei Corona nicht. Mit einer allgemeinen Impfpflicht seien Skeptiker nicht zu überzeugen. Es sei wichtig, vor allem die Älteren von einer Immunisierung zu überzeugen, da vor allem sie schwer erkranken könnten. “Wenn man sich überhaupt einer Impfpflicht nähern will, dann macht es allenfalls Sinn für die über 50-Jährigen.” Deutschland hat sich heute fünf Millionen Biontech-Impfdosen gesichert, die eigentlich für Rumänien vorgesehen waren, heißt es im Gesundheitsministerium. Sie stammten aus den EU-Kontingenten, würden von Rumänien aber nicht gebraucht. Der Patientenschützer Eugen Brysch fordert Bundeskanzler Olaf Scholz auf, das Vorhaben einer allgemeinen Impfpflicht aufzugeben.” Die Diskussion über die Impfpflicht überschattet aktuell alles. Doch ob sie wirklich kommt, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher“, sagt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. ”Auch wenn der Bundeskanzler das Thema Impfpflicht zur Chefsache erklärt hat, sollte Olaf Scholz jetzt auch die Größe zur Umkehr besitzen. Denn schon viel zu lange wurden dringendere Themen aufgeschoben.”
In Weimar hat ein Mann einen Mitarbeiter des Thüringer Landesverwaltungsamtes mit einer Pistole bedroht – Grund soll Unmut über die 3G-Regel gewesen sein. Wie die Polizei mitteilt, wurde bei dem Vorfall am Dienstagnachmittag am Eingang des Gebäudes niemand verletzt. Demnach arbeitet der Mann selbst im Landesverwaltungsamt, wollte etwas abholen und beschwerte sich über die 3G-Regelung, wonach nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt haben. Nachdem der 60-Jährige wegen eines fehlenden 3G-Nachweises vorerst nicht reingelassen wurde, drohte er laut Polizei dem anderen Mann mit der Pistole und damit, mit einem Sturmgewehr wiederzukommen. Daraufhin ließ ihn der Mitarbeiter rein – und rief die Polizei. Noch am selben Tag fand die Polizei weitere Waffen in der Wohnung des 60-Jährigen und stellte diese sicher. Mehr dazu lesen Sie hier. Der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick sieht in den aktuellen Protesten gegen Corona-Maßnahmen “einen Schulterschluss zwischen radikalen Systemgegnern und bürgerlichen Gruppen”. Dies könne anhaltend nachteilige Folgen für die Demokratie haben: “Wir sehen zurzeit eine Konsolidierung von antidemokratischen, demokratiegefährdenden Ideologien und Verschwörungserzählungen, von denen sehr viel bleiben wird”, sagt Zick dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Wir sehen jetzt in vielen Städten Tausende von Menschen auf der Straße, die der Meinung sind, dass der Staat in weiten Teilen Legitimität verloren hat.” Die Demonstranten distanzieren sich nicht von mitlaufenden Rechtsextremen, so der Wissenschaftler. “Wir verlieren Menschen aus der Mitte heraus in diese neuen sektiererischen Gruppen.” Zick warnt: „Das ist für die Demokratie eine Herausforderung, wenn wir in die nächsten Konflikte kommen, wie vielleicht in eine Inflation und die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Europa dürfte sich Experten-Schätzungen zufolge innerhalb der nächsten sechs bis acht Wochen mit der Corona-Variante Omikron infizieren. In der ersten Woche des neuen Jahres habe es in Europa mehr als sieben Millionen neu gemeldete Covid-19-Fälle gegeben, die sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt hätten, sagt Europadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Hans Kluge. Bei diesem Tempo prognostiziere das unabhängige US-Forschungszentrum Institute for Health Metrics and Evaluation, dass in den nächsten sechs bis acht Wochen mehr als 50 Prozent der europäischen Bevölkerung mit Omikron infiziert sein werden, ergänzt er. Auch Bulgarien meldet einen neuen Tageshöchstwert bei den Neuinfektionen. Die Behörden verzeichnen binnen 24 Stunden 7062 weitere Ansteckungen und damit so viele wie noch nie in dem osteuropäischen Land mit seinen rund sieben Millionen Einwohnern. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um 89 auf 31.761. Am Vortag war mitgeteilt worden, dass sich Ministerpräsident Kiril Petkow, Präsident Rumen Radew und weitere Minister vorsorglich in Selbst-Isolation begeben haben, nachdem sie an einem Treffen mit dem positiv getesteten Parlamentspräsidenten Nikola Minchew teilgenommen hatten. Frankreich hat mit mehr als 368.000 registrierten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Rekordwert verzeichnet. Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde vom Dienstagabend wurden innerhalb von 24 Stunden 368.149 Neuinfektion gemeldet. Der bisherige Höchstwert vom vergangenen Mittwoch hatte bei 332.252 registrierten Ansteckungen gelegen. Die Fallzahlen in Frankreich sind über die vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Die Omikron-Variante des Coronavirus ist mittlerweile vorherrschend im Land. Der Inzidenzwert lag landesweit zuletzt bei 2790. In Frankreich sind wegen der Corona-Pandemie derzeit etwa 10.000 Schulklassen geschlossen. “Das entspricht etwa zwei Prozent der Grundschulklassen”, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer dem Sender BFM. Von etwa zwölf Millionen Schülern seien derzeit etwa 50.000 mit dem Coronavirus infiziert. Premierminister Jean Castex hatte am Vorabend die Regeln für den Umgang mit dem Coronavirus an Schulen erneut gelockert. Bei einem positiven Fall in einer Klasse müssen weiterhin alle Mitschüler getestet werden. Allerdings werden die Eltern nicht mehr gebeten, die Kinder tagsüber abzuholen und für einen Corona-Test zur nächsten Apotheke zu bringen. In Italienverzeichnen die Behörden 220.532 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind mehr als doppelt so viele wie am Montag, als das Gesundheitsministerium 101.762 nachgewiesene Ansteckungsfälle registrierte. 294 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus, am Montag waren es 227. Großbritannien meldet 120.821 Neuinfektionen nach 142.224 am Montag. Noch vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen bei über 218.000. Die Zahl der neu verzeichneten Todesfälle stieg von 77 am Vortag auf 379. Dies ist der höchste Wert seit Februar vergangenen Jahres. Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in den Niederlanden trotz des derzeitigen Lockdowns rasant aus. In den vergangenen sieben Tagen waren mehr als 200.000 neue Infektionen registriert worden – so viel wie nie zuvor. Im Vergleich zur Vorwoche sei dies ein Anstieg von mehr als 77 Prozent, teilte das zuständige Gesundheitsinstitut RIVM am Dienstag mit. Die Welle macht sich aber in den Krankenhäusern noch nicht bemerkbar. Die Zahl der Covid-19-Patienten hat den Angaben zufolge erneut abgenommen. Allerdings verlangsame sich der Rückgang im Vergleich zur Vorwoche, hieß es. Polen hat die Schwelle von 100.000 Corona-Toten überschritten. Nach dem Tod von 493 Menschen infolge einer Infektion liege die Opferbilanz nun bei 100.254 Toten, sagt Gesundheitsminister Adam Niedzielski dem Nachrichtensender TVN24. In Österreich sind neue Corona-Restriktionen in Kraft getreten. Die Betreiber von nicht lebensnotwendigen Geschäften müssen nun bei Eintritt der Kunden, spätestens aber an der Kasse, deren 2G-Nachweis überprüfen. Das heißt, nur noch Geimpfte oder von Covid-19 Genesene dürfen dort einkaufen. Schwangere ohne 2G-Nachweis können ersatzweise einen negativen PCR-Test vorlegen. Außerdem muss nun auch im Freien eine FFP2-Maske getragen werden, wenn zu Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, nicht mindestens zwei Meter Abstand gehalten werden kann. Ausnahmen gelten, wenn der Mindestabstand nur kurz unterschritten wird wie etwa beim Vorbeigehen auf dem Bürgersteig.
In Mexiko wird mit 33.626 Fällen ein neuer Negativ-Rekord bei Neuinfektionen gemeldet. Damit haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums knapp 4,2 Millionen Menschen mit dem Erreger angesteckt. Registriert werden neue 162 Todesfälle, damit sind nach offiziellen Zahlen über 300.000 Infizierte seit Ausbruch der Pandemie gestorben. Nicht geimpfte Bewohner in der kanadischen Provinz Quebec müssen nach den Worten des örtlichen Ministerpräsidenten künftig extra zahlen. “Der Impfstoff ist der Schlüssel zur Bekämpfung des Virus. Aus diesem Grund denken wir an einen Beitrag für Erwachsene, die aus nicht-medizinischen Gründen die Impfung verweigern”, kündigte Premier François Legault am Dienstag an. Wer in den kommenden Wochen die erste Dosis eines Vakzins verweigere, müsse einen neuen Gesundheitsbeitrag zahlen. Wie hoch dieser sein würde und wann er in Kraft treten soll blieb zunächst unklar. Die extrem ansteckende Omikron-Variante wird nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci früher oder später fast alle Menschen treffen. “Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast Jeden finden”, sagt der Immunologe und Präsidentenberater. Auch Geimpfte würden infiziert werden, aber die meisten von ihnen würde es nicht so schwer erwischen, sie müssten also nicht in Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagt Fauci im Gespräch mit dem Thinktank Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, so Fauci. In der Coronavirus-Pandemie sind in den USA so viele Patienten mit Covid-19-Erkrankung in Krankenhäusern wie nie zuvor. Nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Dienstag belegten sie knapp 146.000 Krankenhausbetten landesweit – mehr als jedes fünfte verfügbare Bett in dem Land. Insgesamt sind derzeit fast 78 Prozent aller Krankenhausbetten belegt. Zuvor lag der Höchststand bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern nach Berichten von US-Medien vor knapp einem Jahr bei rund 142.000. Die USA haben erneut mehr als eine Million Corona-Neuinfektionen verzeichnet und damit wieder einen weltweiten Höchstwert. Am Montag registrierten die Behörden mehr als 1,4 Millionen neue Ansteckungen, wie die “New York Times” berichtet. In der chinesischen Metropole Tianjin starten Behörden eine Kampagne, um 14 Millionen Einwohner auf eine mögliche Infektion hin zu testen. Damit soll die Ausbreitung der Omikron-Variante gestoppt werden. In der Riesenstadt 100 Kilometer südöstlich von Peking melden die Behörden 33 im Inland übertragene Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages. Die Stadtverwaltung ordnet einen halben Tag Urlaub für Angestellte von Unternehmen und anderen Einrichtungen an, um die Massentests durchführen zu können. Wegen eines Corona-Ausbruchs verhängt in China eine weitere Millionenmetropole eine strikte Ausgangssperre für die Bevölkerung. Wie die Behörden der ostchinesischen Metropole Anyang (Provinz Henan) mitteilen, sollen sich die 5,5 Millionen Bewohner der Stadt testen lassen und ansonsten nicht vor die Tür gehen. Sämtlicher Autoverkehr ist untersagt. Auch die meisten Geschäfte müssen schließen. Nachdem bereits in den Städten Xi’an und Yuzhou ähnliche Maßnahmen ergriffen wurden, sind derzeit etwa 20 Millionen Menschen in China von Ausgangssperren betroffen. Die Behörden von Anyang entschieden sich zu dem drastischen Schritt, nachdem am Vortag in der Stadt zwei mit der ansteckenderen Omikron-Variante Infizierte entdeckt worden waren. Am Dienstag wurden bereits 58 Infektionen gezählt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.
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