NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CDLXXIX)

Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 64.510 Neuinfektionen gemeldet, 2615 weniger als am vergangenen Samstag. Die Inzidenz ist wieder leicht gestiegen und liegt jetzt bei 442,7. Am Vortag gab sie das RKI mit 442,1 an. 378 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben. Vor einer Woche waren es 303 Todesfälle. Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,95 angegeben (Vortag: 0,92). Laut DIVI-Intensivregister werden in Deutschland derzeit 4797 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2564 davon werden invasiv beatmet. Rund 2950 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Die Luftwaffe hat sechs Intensivpatienten aus Bayern zur Behandlung nach Nordrhein-Westfalen geflogen. Das zur Corona-Hilfe eingesetzte Spezialflugzeug A310 MedEvac sei am Nachmittag in Memmingen gestartet, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Nach der Landung in Paderborn sollten die Patienten dort weiterbehandelt werden. Der Kölner Intensivmediziner Bernd Böttiger schildert die Situation von Corona-Patienten in Krankenhäusern als dramatisch. “Von denen, die auf Intensivstation liegen, können wir nur vielleicht 50, vielleicht 60, vielleicht 65 Prozent retten – die anderen sterben. Also ein Drittel bis die Hälfte dieser Patienten sterben”, sagt der Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Köln in der ZDF-Talkshow “Markus Lanz”. “Russisches Roulette ist viel sicherer, um das mal salopp zu formulieren.” Etwa 80 bis 90 Prozent der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen seien ungeimpft. Die Schutzimpfung sei “ein Geschenk des Himmels”, meint Böttiger. “Wenn wir die nicht hätten, hätten wir wahrscheinlich mehrere 100.000 Tote mehr in diesem Land.”

In Deutschland weisen zwei Landkreise eine Inzidenz von über 2000 auf: der Landkreis Mittelsachsen (2144) und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (2011), die beide im Bundesland Sachsen liegen. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. In rund 30 Landkreisen bundesweit liegt die Inzidenz derzeit höher als 1000. Die niedrigste Inzidenz meldet die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven mit rund 85. Vier Bundesländer melden so viele Neuinfektionen wie nie zuvor. Tageshöchstwerte verzeichneten Brandenburg (4241), Nordrhein-Westfalen (10.428), Rheinland-Pfalz (2922) und Sachsen-Anhalt (3811). Von allen Bundesländern registrierte Bayern die meisten neuen Fälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus (13.802), gefolgt von Baden-Württemberg (11.132).

Der scheidende Kanzleramtschef Helge Braun rechtfertigt die Rückkehr von Bund und Ländern zur Sieben-Tage-Inzidenz als wesentlichen Maßstab bei der Corona-Bekämpfung. Zuletzt hatten die Regierungschefs die Hospitalisierungsinzidenz (HI) zur entscheidenden Grundlage gemacht. Sie gibt an, wie viel Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche aufgenommen wurden. “Die Hospitalisierungsinzidenz zum Maßstab der Coronamaßnahmen zu machen, war in der Theorie eine gute Idee: Sie spiegelt die Zahl der schweren Fälle und die Belastung des Gesundheitswesens wider. Praxis: Der Wert läuft ohnehin der Dynamik hinterher, der Meldeverzug verschlimmert’s”, schreibt Braun bei Twitter. Eine wesentliche Rolle spielt der Hospitalisierungswert seit der Bund-Länder-Beratung Mitte November. Bei Überschreitung der Schwellen 3, 6 und 9 in den Bundesländern können jeweils schärfere Maßnahmen verhängt werden; dies gilt auch weiter. Braun weist darauf hin, dass daraus aber nicht die Notwendigkeit ersichtlich wird, nicht mehr adäquat behandelbare Patienten in andere Bundesländer zu verlegen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat erschüttert auf die Todesfälle in einem Seniorenheim in Thüringen reagiert. In einer Einrichtung in Rudolstadt waren 18 Bewohner an Corona gestorben, 14 von ihnen waren nicht geimpft. “Das ist traurig und das Ende von völliger Unvernunft”, sagt Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Hier war offenbar weder den Angehörigen noch der Heimleitung ausreichend bewusst, dass sie Leben auf Spiel setzen. Das ist unverzeihlich.” Er könne nur appellieren, Impfmöglichkeiten zu nutzen, um solche Fälle künftig zu verhindern, so Lauterbach. Seit Anfang März haben die Bundesländer nicht mehr so viele Todesfälle gemeldet wie in dieser Woche. Erst am Mittwoch hatten die 440 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus übermittelt, am heutigen Freitag waren es 415. Zum Vergleich: Am 2. März waren 422 Todesfälle registriert worden. Betrachtet man die Entwicklung der Todesfallzahlen, nehmen dieser Herbst und Winter einen ähnlichen Verlauf wie die vergangenen.

FFP2-Masken bieten einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion.Dabei kommt es aber auf die richtige Trageweise an, wie Forscher des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation nach einer Studie berichten. Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei gut einem Promille (0,1 Prozent). Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2- oder KN95-Maske, schreibt das Team um Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz in den “Proceedings” der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (“PNAS”). Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario dagegen bei rund vier Prozent, berechnet das Team. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie muss aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz das Testen stärker in den Fokus der Schutzmaßnahmen rücken. “Ich habe das Gefühl, das ist eine Scheuklappen-Politik: Es gibt nur 2G und alles andere blenden wir aus”, kritisierte Vorstand Eugen Brysch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Länder. Brysch sprach sich auch für zusätzliche Tests für Geimpfte und Genesene aus. “2G plus ist das Konzept, was uns nicht nur durch den Winter bringt, sondern auch durch 2022.” Die Städte fordern für die Durchsetzung der schärferen Corona-Vorgaben zusätzliche Hilfe der Polizei. “Bund und Länder haben strenge Kontrollen der Maßnahmen verabredet, aber offengelassen, wie diese funktionieren können”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. “Dafür brauchen die Ordnungsämter dringend mehr Unterstützung durch die Polizei der Länder – und zwar nicht allein anlassbezogen, sondern durch verstärkte Präsenz auf Weihnachtsmärkten und im öffentlichen Raum.” Dedy machte klar, dass für Kontrollen der 2G-Zugangsnachweise von Geimpften und Genesenen zunächst die jeweiligen Einzelhändler, Gastronomen oder Weihnachtsmarktveranstalter in der Pflicht seien. “Auch die Ordnungsämter zeigen schon mehr Präsenz und kontrollieren stichprobenhaft in den Innenstädten und Einkaufsstraßen.”

Wer bereits geboostert ist, wird in Baden-Württemberg ab Samstag von der Testpflicht befreit. Für die Gastronomie einschließlich der Hotelgastronomie gilt dann generell 2G Plus – abgesehen von der Ausnahme für Geboosterte. Noch geöffnete Weihnachtsmärkte, Clubs und Diskotheken werden geschlossen. Auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen können Menschen mit einer Auffrischungsimpfung ohne Test Einrichtungen wie Restaurants oder Fitnessstudios besuchen. In Hamburg treten am Samstag die bereits in den vergangenen Tagen beschlossenen schärferen Corona-Eindämmungsmaßnahmen in Kraft. Wie der Senat der Hansestadt mitteilt, gelten dann unter anderem 2G im Einzelhandel außer in Geschäften des täglichen Bedarfs sowie Kontaktbeschränkungen für Treffen mit und zwischen Ungeimpften. Darüber hinaus sind sämtliche Tanzveranstaltungen nur noch nach dem 2G-Plus-Modell mit zusätzlichem Coronatest erlaubt. Eine Besonderheit in der Hansestadt ist, dass die Befreiung von der 2G-Regel dort ab diesem Samstag nur noch für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren greift. Wer bereits geboostert ist, wird in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ab Samstag von der Testpflicht befreit. Dreimal gegen Corona geimpfte Menschen könnten Einrichtungen mit 2G-Plus-Regel dann ohne Test besuchen, teilt das Sozialministerium in Hannover mit. Sie bräuchten “beispielsweise für ihren Besuch in einem Restaurant oder beim Betreten eines Fitnessstudios keinen weiteren Test mehr”, erklärt die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Es genügt in beiden Bundesländern der Nachweis über die Impfungen. In Nordrhein-Westfalen haben ab Samstag grundsätzlich nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zum Einzelhandel. Das geht aus der vom Landesgesundheitsministerium veröffentlichten aktualisierten Corona-Schutzverordnung hervor. Ausgenommen sind davon nur Geschäfte für den täglichen Bedarf. Die Zuschauerzahlen bei überregionalen Sport-, Kultur- und anderen Großveranstaltungen müssen grundsätzlich auf 30 Prozent der Kapazität reduziert werden. Zusätzlich wird die Gesamtzahl der Zuschauer im Außenbereich auf maximal 15.000 gedeckelt, in geschlossenen Räumen auf 5000. Clubs und Diskotheken müssen ab diesem Samstag schließen. Die Weihnachtsmärkte dürfen geöffnet bleiben, allerdings können sie nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden. Das Tanzen in den Berliner Clubs ist wegen der heftig gestiegenen Zahl von Neuinfektionen ab Mitte nächster Woche verboten. Zwar werden die Clubs wegen rechtlicher Fragen noch nicht geschlossen, “aber es darf nicht mehr getanzt werden”, sagt der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler, nach einer Sondersitzung des Senats. Auf dieser wurden auch Kontaktbeschränkungen beschlossen. Treffen, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, sind künftig auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Stärker beschränkt wird auch die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen. So gilt für draußen künftig eine Obergrenze von 5000 Teilnehmern, in geschlossenen Räumen von 2500 Teilnehmern. Das sind strengere Vorgaben als die, auf die sich Bund und Länder geeinigt hatten. Danach dürfen bei Großveranstaltungen künftig maximal 30 bis 50 Prozent der Platzkapazität genutzt werden. Im Freien dürfen es laut Bund-Länder-Beschluss höchstens 15.000 Besucher sein, in Innenräumen höchstens 5000.

Die große Mehrheit der Geimpften hat einer Umfrage zufolge kein Verständnis für ungeimpfte Mitbürger. Das berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage. 86 Prozent der geimpften Befragten sind demnach der Meinung, dass das Verhalten der Impfgegner unverantwortlich sei, weil sie damit nicht nur ihre eigene, sondern auch die Gesundheit anderer Menschen gefährdeten. Leichte Unterschiede gibt es der Umfrage zufolge zwischen Ost und West: In Ostdeutschland gaben demnach 82 Prozent an, kein Verständnis für jene zu haben, die sich die schützende Spritze nicht setzen lassen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thomas Strobl warnt vor einer Radikalisierung der Corona-Proteste im Fall einer Impfpflicht. Nach den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes könne man davon ausgehen, dass “eine Impfpflicht die aggressive Haltung der Querdenker-Bewegung noch verstärkt”, sagt der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Die Querdenken-Bewegung ist gefährlich für unsere freiheitliche Demokratie, und sie wird noch gefährlicher”, so der CDU-Politiker. “Sie meint, eine voranschreitende Diktatur zu erkennen, sie meint zunehmend einen delegitimen Staat zu erkennen, gegen den Widerstand gerechtfertigt sei.” Im Kampf gegen Corona sei es aber richtig, eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. In Hessen und Baden-Württemberg sind Ermittler unabhängig voneinander mit Razzien gegen das Fälschen von Impfpässen vorgegangen. Wie die Polizei im hessischen Homberg mitteilt, wird dort in drei Fällen gegen zwei Frauen und einen Mann ermittelt. Die Verdächtigen sollen die Dokumente gefälscht und benutzt haben. Bei der Razzia in insgesamt vier Wohnungen in Nordhessen am Mittwoch sei eine Vielzahl von gefälschten Impfpässen beschlagnahmt worden. In Baden-Württemberg wurden bei einer Razzia Blankopässe, Stempel und Etiketten mit Chargennummern beschlagnahmt. Sechs Verdächtige sollen die gefälschten Dokumente hergestellt und in Umlauf gebracht haben, wie die Polizei in Aalen mitteilt.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält eine Verkürzung der Booster-Pause von sechs auf fünf Monate für angebracht. Es spräche nichts gegen eine solche Verkürzung, “wenn denn wirklich genug Impfstoff zur Verfügung gestellt wird wie versprochen”, sagte er der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. “Das würde für deutlich mehr Tempo sorgen”, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. Sollte es bei den sechs Monaten bleiben, die als Zeitraum bis zu einer Auffrischungsimpfung vorgesehen sind, müssten mehr als zwölf Millionen Menschen bis zum 1. Januar auf die Auffrischungsimpfung warten, sagte Reinhardt. “Das wäre eine unnötige Bremse.” In Berlin können sich Menschen ihren Impfschutz schon jetzt nach fünf Monate auffrischen lassen. Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat den Bürgern geraten, sich trotz eines möglichen neuen Impfstoffes boostern lassen. “Boostern lohnt auf jeden Fall. Der Kampf gegen die Delta-Variante geht weiter” sagte Mertens der “Rheinischen Post”. “Und es wäre kein Problem, sich wenige Monate nach der Booster-Impfung erneut impfen zu lassen, um sich gegebenenfalls vor Omikron zu schützen.” Mertens ging davon aus, dass es Monate bis zur Herstellung möglicher neuer Omikron-Impfstoffe dauern könnte. “Drei bis sechs Monate dürften die Hersteller im Labor brauchen. Das ist nicht ganz trivial: Sie müssen einen Impfstoff kreieren, der gegen Omikron und Delta wirkt, denn noch ist Delta weit verbreitet. Dann kommt die Zulassung.” Biontech-Chef Ugur Sahin geht angesichts der stark mutierten Omikron-Variante von der Notwendigkeit eines neuen Covid-19-Impfstoffs aus. “Ich glaube grundsätzlich, dass wir ab einem bestimmten Zeitpunkt einen neuen Impfstoff gegen diese neue Variante benötigen werden”, sagte Sahin auf der Konferenz “Reuters Next”. Die Frage sei, wie dringend dieser benötigt werde. Sahin erwartet, dass sich Omikron als Antikörper-Escape-Variante entwickeln wird. “Das bedeutet, dass diese Variante möglicherweise in der Lage ist, geimpfte Personen zu infizieren.” Dies gelte auch für Genesene. Bei Escape-Mutationen hat sich das ursprüngliche Virus so verändert, dass es der Immunantwort Genesener oder Geimpfter teilweise entgehen kann. Die militärische Führung des Heeres will so schnell wie möglich einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus in der Truppe herstellen. Dies gelte für alle Männer und Frauen, bei denen keine medizinischen Gründe dagegen vorlägen, heißt es in einem Schreiben des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais. Mais verweist dabei auf die in der vergangenen Woche eingeführte sogenannte Duldungspflicht für die Impfung gegen Covid-19 sowie die Erhaltung der Funktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Streitkräfte. Zudem sei zu erwarten, dass die Bundeswehr noch zunehmend in der Pandemie unterstützen müsse. Vor diesem Hintergrund halte er in Fällen, “in den Soldatinnen und Soldaten der Duldungspflicht und den ihnen hierzu gegebenen Befehlen nicht nachkommen”, grundsätzlich die Aufnahme disziplinarer Vorermittlungen mit dem Ziel eines gerichtlichen Disziplinarverfahrens “für geboten und letztlich auch für unvermeidbar”, so der General. Bei Zeitsoldaten, die noch nicht das vierte Dienstjahr vollendet haben, sei regelmäßig die fristlose Entlassung geboten.

In Russland sind im Oktober fast 75.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Es handelte sich damit um den Monat mit den meisten Sterbefällen seit Pandemiebeginn, wie die Statistikbehörde Rosstat mitteilt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Russland habe sich damit auf mehr als 520.000 erhöht. Das ist die dritthöchste Opferzahl nach den USA und Brasilien. Die Corona-Infektions- und Sterbezahlen in Russland steigen seit Herbstbeginn steil an. Die Impfquote ist gleichzeitig mit knapp 40 Prozent vollgeimpften Einwohnern sehr niedrig. In Frankreich wurden bis Freitagabend zwölf Infektionsfälle mit der neuen Omikron-Variante bestätigt. Betroffen sind der nationalen Gesundheitsbehörde zufolge mehrere Regionen auf dem Festland sowie das französische Überseegebiet La Réunion. Auf der Insel in Indischen Ozean waren die ersten Omikron-Infektionen in Frankreich festgestellt worden. In allen Fällen handelte es sich um Reiserückkehrer aus Afrika. In Italien zieht die Corona-Inzidenz weiter an. Zuletzt lag die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei 155, in der Vorowoche noch bei 125, teilt das Gesundheitsministerium in Rom mit. Besonders hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Südtirol mit rund 646 Fällen je 100.000 Einwohner, dahinter folgen mit klarem Abstand die norditalienischen Regionen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und das Aostatal. Es sei ein schrittweiser Anstieg der Fallzahlen, vor allem in den Altersbereichen mit vielen Ungeimpften, hieß es. Sonderermittler der italienischen Polizei haben bei Kontrollen im Gesundheitsbereich rund 280 Bedienstete ohne die vorgeschriebene Corona-Impfung erwischt. Die Carabinieri hätten bislang rund 4900 Angestellte in mehr als 1600 Einrichtungen im medizinischen Bereich und der Pflege kontrolliert, heißt es. Seit April gilt in Italien eine Corona-Impfpflicht im Gesundheitsbereich. 126 Angestellte seien weiterhin zum Dienst erschienen, obwohl die Behörden sie bereits wegen ihrer fehlenden Impfung suspendiert hatten. Acht kontrollierte Hausärzte seien überhaupt noch nie geimpft worden. Gesundheitsminister Roberto Speranza dankt den Ermittlern. “Das Gesundheitspersonal und alle, die die privaten oder öffentlichen Einrichtungen betreten, müssen die Garantie haben, sich in einem sicheren Umfeld zu befinden.” Die Slowakei meldet mit 15.278 Neuinfektionen einen neuen Höchststand. In den Krankenhäusern würden inzwischen 3404 Covid-19-Patienten behandelt, davon 630 auf den Intensivstationen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Das Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern hat eine der niedrigsten Impfquoten in der Europäischen Union. Die Bewohner Irlands müssen sich wegen hoher Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante wieder auf schärfere Corona-Maßnahmen einstellen. Clubs müssten ab dem 7. Dezember für zunächst einen Monat wieder schließen und Theater oder Kinos dürften nur die Hälfte ihrer Kapazitäten besetzen, kündigt der irische Premierminister Micheál Martin an. Das Risiko, ohne schärfere Maßnahmen in die Weihnachtszeit zu gehen, sei “einfach zu hoch”, sagt der Regierungschef nach Angaben des irischen Senders RTÉ. Er habe die Vorschläge seiner wissenschaftlichen Berater akzeptiert. Mehr als die Hälfte der bislang nachgewiesenen Infektionen mit der besorgniserregenden Omikron-Variante des Coronavirus in England sind bei vollständig Geimpften aufgetreten. Von den 22 bestätigten Infizierten hätten zwölf mindestens zwei Corona-Impfungen erhalten, teilt die britische Gesundheitsbehörde mit. Allerdings lässt sich aus diesen Zahlen nicht darauf schließen, dass Geimpfte ein ähnlich hohes Risiko haben, sich mit Omikron zu infizieren wie Ungeimpfte. Je mehr Menschen in der Bevölkerung geimpft sind, desto mehr Geimpfte sind auch unter den Infizierten – selbst wenn der Anteil der infizierten Geimpften sehr gering ist. Auch unter den Infizierten der derzeit noch dominierenden Delta-Variante ist der Anteil der Geimpften an den Infizierten in Großbritannien oder Deutschland mittlerweile hoch – weil die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern geimpft ist. In beiden Ländern haben knapp 70 Prozent der Menschen mindestens zwei Impfdosen erhalten. In Norwegen hat sich über die Hälfte der rund 120 – allesamt geimpften – Teilnehmer einer Weihnachtsfeier mit dem Coronavirus angesteckt. Die Behörden der Hauptstadt Oslo gehen davon aus, dass viele der Infektionen durch die Variante Omikron hervorgerufen wurden. Durch Tests definitiv bestätigt wurde dies bis zum Abend in zunächst 13 Fällen. Einer der Teilnehmer war kurz zuvor aus Südafrika zurückgekehrt. Bislang sei bei 60 Teilnehmern des Weihnachtsessens der PCR-Test positiv ausgefallen, bei vier weiteren sei zumindest der weniger genaue Antigen-Test positiv, erklärt die Stadtverwaltung. Die Sequenzierung der Proben der positiv Getesteten dauere an. Wegen massiv gestiegener Infektionszahlen schickt BelgienGrund- und Vorschüler eine Woche früher in die Weihnachtsferien. Für sie schließen die Einrichtungen bereits am 18. Dezember, wie Regierungschef Alexander De Croo in Brüssel nach einer Krisensitzung der Regierung mitteilt. Das ist eine Woche früher als geplant. Zudem wird die Maskenpflicht auf alle Kinder ab sechs Jahren ausgeweitet. Es gebe derzeit eine Infektionswelle bei Kindern, die auf Eltern und Großeltern überzugreifen drohe, sagt De Croo. Weiterführende Schulen sollen deshalb bis Weihnachten zwar wie geplant offen bleiben, aber nur noch zu 50 Prozent in Präsenzunterricht laufen. Zudem werden landesweit Veranstaltungen in Innenräumen eingeschränkt. Die Schweiz verschärft angesichts der starken Zunahme von Covid-Patienten in den Krankenhäusern und dem Auftreten der Omikron-Virusvariante die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Ab Montag gelte in Innenräumen für alle öffentlichen Veranstaltungen sowie für alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien eine Zertifikatspflicht. Zudem gab die Regierung eine dringliche Home-Office-Empfehlung ab. Zertifikatspflichtige Veranstaltungen dürfen den Zutritt auf geimpfte und genesene Personen beschränken. Ab Samstag müssten alle Personen sowohl vor als auch nach der Einreise einen negativen Test vorlegen. Diese Testpflicht gelte auch für Geimpfte und Genesene.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es bisher keine Hinweise auf eine nötige Anpassung der bestehenden Covid-19-Impfstoffe auf die Omikron-Variante. Die Arbeiten seien jedoch bereits im Gange, falls Omikron-spezifische Impfstoffe benötigt würden, sagt WHO-Notfalldirektor Mike Ryan. “Im Moment haben wir hochwirksame Impfstoffe, die funktionieren. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass sie gerechter verteilt werden. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die am stärksten gefährdeten Menschen impfen zu lassen”, sagt Ryan. Die WHO hatte bereits erklärt, dass sie die Übertragbarkeit und Schwere der neuen Variante noch untersuche. Am 8. Dezember 2020 wurden die ersten Menschen in Großbritannien gegen Covid-19 geimpft. Das war der Beginn der größten und schnellsten Impfkampagne der Geschichte: Binnen eines Jahres hat mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mindestens eine Dosis erhalten. 4,3 Milliarden Menschen haben nach einer Statistik der Nachrichtenagentur AFP mindestens eine Impfdosis erhalten, das entspricht 55 Prozent der Menschheit. Mindestens 44 Prozent sind laut dieser Zählung, die auf offiziellen Quellen basiert, vollständig geimpft. Insgesamt wurden weltweit 8,1 Milliarden Dosen verabreicht. Doch der Impfstoff ist ungleich verteilt. Während in den reichen Ländern bereits die Booster-Impfungen laufen, warten selbst Risikopatienten in ärmeren Regionen immer noch auf die erste Spritze. Auf den Cookinseln ist der erste Corona-Fall seit Beginn der Pandemie festgestellt worden. Der kleine Inselstaat im Südpazifik meldete eine Corona-Infektion bei einem zehnjährigen Jungen. Wie Regierungschef Mark Brown mitteilte, war das Kind vermutlich mit seiner Familie aus Neuseeland eingereist und befindet sich in Quarantäne. Die Cookinseln, die sich während der Pandemie von der Außenwelt abgeschottet hatten, wollen ab dem 14. Januar Reisende aus Neuseeland ohne Quarantäne ins Land lassen. Der Inselstaat mit rund 17.000 Einwohnern hat eine der höchsten Impfraten weltweit: 96 Prozent aller Bürger, für die die Impfstoffe freigegeben sind, sind zweifach geimpft. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Notfallzulassung für die Covid-19 Antikörpertherapie von Eli Lilly auf Kinder unter 12 Jahren erweitert. Dies teilt der US-Pharmakonzern mit. Es sei die erste Zulassung für eine monoklonale Antikörpertherapie für Säuglinge und Kinder. Laut Eli Lilly könne die Therapie nun bei Hochrisikokindern als Behandlung eingesetzt werden. Nach Angaben des Unternehmens wurden bisher mehr als 700.000 Patienten mit Bamlanivimab oder einer Kombination aus Bamlanivimab und Etesevimab behandelt. Die Zahl der Infektionen in Südafrika steigt rapide an. Das Nationale Institut für übertragbare Krankheiten (NICD) meldete 16.055 neue Fälle innerhalb eines Tages bei 65.990 durchgeführten Covid-Tests. Vor genau einer Woche lag in dem Land mit rund 59 Millionen Einwohnern die Zahl der Neuinfektionen bei 2828, nachdem 30904 Tests durchgeführt wurden. Der derzeit rasante Anstieg geht auf die Verbreitung der in der vergangenen Woche entdeckten Omikron-Variante des Virus zurück. Das Land überschritt damit die Schwelle von insgesamt drei Millionen bestätigten Fällen seit Beginn der Pandemie. Unter den Omikron-Fällen in Botswana sind Regierungsangaben zufolge auch einige Diplomaten, die aus Europa in das südafrikanische Land kamen. Dies teilt Präsident Mokgweetsi Masisi in einem CNN-Interview mit, in dem er in diesem Zusammenhang die Aufhebung der weit verbreiteten Reiseverbote für Länder des südlichen Afrikas fordert. Diese Reiseverbote zur Eindämmung der neuen Corona-Variante seien unnötig und unverantwortlich. Er verweist dabei darauf, dass die vier positiv auf Omikron getesteten und bereits wieder ausgereisten Diplomaten auf ihrem Weg nach Botswana durch mehrere Länder gekommen seien. Einige von ihnen seien auch aus Europa gekommen. Es ist noch unklar, von wo die Omikron-Variante genau stammt. Erstmals entdeckt und gemeldet wurde sie am 25. November von Südafrika und einen Tag später von Botswana, wo bislang mehr als 20 Fälle nachgewiesen wurden.

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