NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CDXXXV)

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Morgen mit 74,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,7 gelegen, vor einer Woche bei 66,5 (Vormonat: 72,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4056 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.07 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 3111 Ansteckungen gelegen. Die Ansteckungsrate wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,09 angegeben (Vortag: 1,12). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1420 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, das sind 10 Patienten mehr als am Vortag gemeldet worden waren. 790 von ihnen werden beatmet. Rund 4007 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in den Bundesländern: In 12 von 16 Bundesländern (Vortag: 10 von 16) ist der Wert im Vergleich zum Vortag gestiegen. Die größten Zuwächse gab es in Sachsen und Thüringen. Mit Schleswig-Holstein liegt nur noch ein Bundesland unter der alten Obergrenze von 50 aus dem Mai 2020. Thüringen ist derzeit das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Laut dem Robert-Koch-Institut liegt der Wert bei 135,6. Auch in Sachsen steigt die Inzidenz rasant: Sie liegt aktuell bei 113,8, nachdem erst gestern die 100er Schwelle überschritten worden war. Als drittes Bundesland weist Bayern eine 100er-Inzidenz auf. Im Freistaat liegen auch die acht Kreise mit den aktuell höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen. An der Spitze befindet sich das Berchtesgadener Land mit einem Wert von 336,7 (Vortag: 317,9). Auffällig ist, dass in den Regionen mit sehr hohen Sieben-Tage-Inzidenzen in der Altersgruppe der 0- bis 14-Jährigen fast immer auch andere Altersgruppen sehr hohe Werte von mehr als 100 aufweisen. Die einzigen Ausnahmen in den Regionen mit den 50 höchsten Inzidenzen sind der Landkreis Neunkirchen im Saarland, wo die Sieben-Tage-Inzidenz der 0- bis 14-Jährigen bei 378,4 liegt, in allen anderen Altersgruppen dagegen oft deutlich unter 100. Ähnlich sieht im Landkreis Saalekreis in Sachsen-Anhalt und im niedersächsischen Landkreis Wittmund aus. Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche ist das dritte Mal in Folge gestiegen. In der heute beendeten Kalenderwoche 41 gab es von Montag bis Sonntag 63.938 neue Fälle (Vorwoche: 58.364) und 415 weitere Todesfälle (Vorwoche: 419). Dabei fällt der Anstieg in der Wochenbilanz nun deutlicher aus als in der Vorwoche.

Nach einer repräsentativen Umfrage sank die Zahl der Optimisten in Deutschland bis zum Sommer stark, während das Stressempfinden ebenso deutlich zunahm. Die Ergebnisse liegen allerdings schon etwas zurück: Das Umfrageinstitut Bilendi befragte im Juli im Auftrag der Versicherung Swiss Life gut 1000 Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren. Demnach sagten 24 Prozent der Befragten, dass sie vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft blickten. In der Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr 2020 war deren Zahl mit 44 Prozent sogar außerordentlich hoch gewesen. Das Stressempfinden stieg im Laufe der Pandemie: 26 Prozent sagten, dass sie sich oft unter Druck fühlten. Das waren erheblich mehr als in beiden Vorjahren: 2019 hatten 15 Prozent geantwortet, dass sie sich gestresst fühlten, im Frühjahr 2020 13 Prozent. Laut Umfrage ist auch die finanzielle Zuversicht gesunken: 43 Prozent der Befragten bewerteten ihre finanziellen Aussichten für das Alter positiv, 2020 waren es noch 63 Prozent gewesen.

Mit Präsenz-, Masken- und Testpflicht beginnt in Hamburg nach zweiwöchigen Herbstferien heute wieder die Schule. Reiserückkehrer aus dem Ausland müssen – sofern sie nicht geimpft oder vollständig genesen sind – einen negativen Corona-Test vorlegen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Um einen reibungslosen Schulbeginn zu ermöglichen, würden in allen Schulen Schnelltests zu Unterrichtsbeginn angeboten. Im vergangenen Herbst hatte in Hamburg nach dem Ferienende die zweite Corona-Welle begonnen. Nach rund zehnmonatiger pandemiebedingter Aussetzung gilt ab sofort auch wieder die Präsenzpflicht. Bislang konnten Eltern oder volljährige Schüler selbst entscheiden, ob sie beziehungsweise ihre Kinder in den Schulen oder digital zu Hause am Unterricht teilnehmen. Auch zum Schulstart nach den Herbstferien am Montag bleibt die Maskenpflicht in den Schulen in Schleswig-Holstein zunächst bestehen. Wegen der vielen Reiserückkehrer bestehe ein erhöhtes Infektionsrisiko, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums. Nach Ende der Ferien waren bundesweit die Infektionszahlen meist gestiegen, hieß es weiter. Daher gilt in Klassenräumen und Gängen im Schulgebäude in den ersten zwei Wochen nach den Herbstferien die Maskenpflicht weiterhin. Auf dem Schulhof muss niemand Maske tragen. Regelmäßige Tests sollen ebenfalls für Sicherheit sorgen. Die Regierung will die Corona-Zahlen in den ersten Wochen beobachten und die Regeln an das Infektionsgeschehen anpassen.

Nach der quasi ausgefallenen Welle vergangene Saison sei in diesem Jahr wieder mit mehr Erkrankten zu rechnen, sagte Cornelia Hösemann aus dem Vorstand des Berufsverbands der Frauenärzte der Deutschen Presse-Agentur.“Denn das Immunsystem muss erst wieder trainiert werden. Außerdem fällt bei 2- oder 3G-Regelungen die Pflicht zum Tragen der Maske weg, sodass Infektionen, die über Tröpfchen verbreitet werden, generell wieder mehr vorkommen werden.” Schwangere könnten sich durchaus überlegen, ob sie zum eigenen Schutz unabhängig von geltenden Vorgaben einen Mund-Nase-Schutz tragen möchten. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rief Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren auf, sich gegen Corona impfen zu lassen. “Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen”, sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus. Das RKI hatte am Freitag von besonders vielen Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen in einzelnen Regionen Deutschlands berichtet. Eine Pflegeeinrichtung im nordrhein-westfälischen Hamm beklagt mehrere tödliche Impfdurchbrüche. Nach Angaben der lokalen Nachrichtenplattform Rundblick Unna hatten sich im Seniorenheim St. Bonifatius 42 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 11 Mitarbeiter infiziert. Von diesen seien nach Angaben der Heimleitung 3 Heimbewohner gestorben, 7 weitere würden im Krankenhaus behandelt. Alle Betroffenen waren demnach doppelt geimpft oder genesen, aber auch vorerkrankt. Dem WDR zufolge hatte die Einrichtung gerade erst mit der Booster-Impfung begonnen, als es zum Ausbruch kam. Die Ständige Impfkommission empfiehlt unter anderem für Menschen ab 70 Jahren eine dritte Dosis, da der Impfschutz bei älteren Menschen schneller nachlässt. Die Zahl der Corona-Auffrischimpfungen in Hessen zieht an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben diese mittlerweile fast 92.000 Menschen im Land erhalten. Das sind rund 27.000 Corona-Auffrischimpfungen mehr als noch zwei Wochen zuvor. Nach der offiziellen Schließung der Impfzentren im Land sind vor allem die Hausärzte vor Ort für die Impfungen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zuständig. Bei einer Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten bereits vollständig geimpfte Menschen, vor allem ältere und Risikogruppen, nach rund sechs Monaten eine weitere Dosis, um den nachlassenden Immunschutz aufzufrischen.

Der Umsatz im Gastgewerbe ist angesichts der zunehmenden Lockerung der Corona-Beschränkungen auch im August weiter gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, legte der Umsatz gegenüber dem Vormonat Juli kalender-, saison- und preisbereinigt um 5,9 Prozent zu. Weiterhin lag er damit aber noch 16,5 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland. Die Restaurants und Bars machten 1,7 Prozent mehr Umsatz als im Juli und blieben damit 19 Prozent unter Vorkrisenniveau, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Die Hotels und Pensionen steigerten den Umsatz im August um 13,2 Prozent im Vergleich zum Juli – dennoch lag ihr Umsatz noch rund elf Prozent unter Vorkrisenniveau.

In Polen breitet sich das Virus wieder vermehrt aus: Die Behörden melden 2523 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Sonntag vor einer Woche waren es noch 1527 neue Fälle. Russlands Behörden melden erneut knapp 1000 registrierte Todesfälle in 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie aus den Daten hervorgeht, starben 997 Menschen. Am Vortag waren es 1002 Menschen, die mit einer Corona-Infektion gestorben sind – Höchststand seit Beginn der Pandemie. Zudem haben sich 34.303 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert.

Australien könnte nach Auffassung von Handels- und Tourismusminister Dan Tehan nun doch bereits vor Weihnachten seine internationalen Grenzen öffnen und wieder Urlauber empfangen. “Natürlich ist es unsere Priorität, Australier nach Hause zu bringen”, sagte Tehan dem Sender Sky News Australia. “Aber meiner Meinung nach können wir vor Weihnachten damit beginnen, auch alle anderen – darunter internationale Touristen – hereinzulassen.” Voraussetzung sei aber, dass mindestens 80 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 16 Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft seien. Bis zum Wochenende hatten in Australien etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung doppelten Impfschutz. Fast 85 Prozent hatten eine erste Impfdosis erhalten. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat in der Großen Moschee von Mekka in Saudi-Arabien wieder ein Gebet ohne Abstandsregeln stattgefunden. Nach entsprechenden Lockerungen fänden die Gebete dort jetzt wieder “normal” statt, teilte das staatliche Kommunikationszentrum mit. Auf Fotos waren Hunderte Pilger in weißen Gewändern zu sehen, die beim Gebet Schulter an Schulter im Hof der Moschee stehen. Auch Aufkleber am Boden zur Einhaltung von Abstandsregeln wurden entfernt. Die berühmte Moschee darf seit diesem Sonntag wieder bei voller Kapazität öffnen.

Beitragsfoto © HaticeEROL (Pixabay)

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