NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CDXXVI)

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es momentan wenig Dynamik. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 64,4 an. Am Vortag hatte der Wert bei 63,8 gelegen, vor einer Woche ebenfalls bei 64,4 (Vormonat: 83,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8854 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.56 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8517 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 65 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 66 Todesfälle gewesen. Die Ansteckungsrate wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1,04 angegeben (Vortag: 1,01). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1351 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 747 davon werden beatmet. Rund 3740 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Das DIVI-Register weist 100 freie Intensivbetten mehr aus als am Vortag. Positiv dazu bei tragen auch die Corona-Patienten. Ihre Zahl auf deutschen Intensivstationen sinkt um 23 im Vergleich zum Vortag. Auch die Zahl der beatmeten Corona-Intensivpatienten nimmt um neun ab. Der Anteil freier Intensivbetten in Deutschland bleibt stabil bei 14,9 Prozent. Aktuell werden 1351 Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen betreut. Mehr als die Hälfte von ihnen, nämlich 747, müssen derzeit beatmet werden. Das Robert-Koch-Institut meldet 65 neue Todesfälle binnen der letzten 24 Stunden. Die Zahl der Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind, ist damit im Vergleich zum Vortag gesunken – gestern lag sie bei 86. Vor einer Woche waren es 66 Todesfälle gewesen. Baden-Württemberg verzeichnete die meisten Corona-Toten – dort sind 26 Menschen gestorben. In Bayern waren es 17, in Nordrhein-Westfalen 15.

Während sich die bundesweite Inzidenz in den letzten Tagen zwischen 63 und 65 eingependelt hat und derzeit bei 64,4 liegt, ist die Zahl der Neuinfektionen leicht gesunken. Demnach meldet das RKI 8854 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Sechs Bundesländer liegen mit ihrer Sieben-Tage-Inzidenz über dem Bundesdurchschnitt. Bremen hat mit 103,1 die höchste Inzidenz. Thüringen hat Bayern überholt und meldet mit 91,9 die zweithöchste Inzidenz. Auch Bayern hat weiterhin eine – im Bundesdurchschnitt – hohe Inzidenz (89,9). Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg weiter gestiegen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilt, liegt der Wert bei 82,8. Am Donnerstag hatte er 80,4 betragen, am Mittwoch 78,4. Auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz klettert von 2,13 auf nun 2,22. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Es melden mittlerweile 57 Landkreise und Städte eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 100. Vor sieben Tagen waren es 47 und vor 14 Tagen noch 31. Spitzenreiter bleibt Bremerhaven mit einer Inzidenz von 247,5. Die meisten Kreise und Städte mit hohen Inzidenzen liegen ansonsten in Bayern.

Noch immer werden auf hessischen Intensivstationen 114 Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt. Damit hat sich die Zahl der Patienten zwar leicht erhöht, bei den wichtigen Indikatoren für die Beurteilung der Pandemiesituation liegt das Bundesland aber nach wie vor im grünen Bereich. Der Hospitalisierungsinzidenz-Tageswert für Hessen liegt aktuell bei 1,86 pro 100.000 Einwohnern. Am Vortag hatte der Wert 1,95 betragen. Der Wert beschreibt, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus aufgenommen wurden. Die Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Tests an Schulen sind nach Ansicht der Präsidentin der Kultusminister-Konferenz (KMK), Britta Ernst, weiterhin notwendig. “Die Entscheidung ist nicht, jetzt von einem Tag auf den anderen alle Schutzkonzepte fallenzulassen”, sagt die Brandenburger Bildungsministerin heute nach zweitägigen Beratungen der Kultusministerinnen und Kultusminister in Potsdam. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfehle, an den Masken festzuhalten – anders als die Kinder- und Jugendärzte. “Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann diese Maßnahmen nicht mehr brauchen.” Das sei aus ihrer Sicht spätestens irgendwann im nächsten Jahr der Fall. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dringt auf eine neue Bund-Länder-Runde, um die Corona-Regeln teilweise zu verschärfen. “In der Pandemie stehen sehr viele Entscheidungen an – von den Corona-Regeln bis zu den Booster-Impfungen. Wir dürfen in der Zeit, in der Koalitionsverhandlungen laufen, nicht den Überblick verlieren”, sagte er zur Funke-Mediengruppe. Aus seiner Sicht gehe es “zum Teil sogar um Verschärfungen”, sagte der Epidemiologe. “Wir sollten die 2G-Regel intensiver nutzen, also nur Geimpften und Genesenen den Zugang zu Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen ermöglichen.” So schaffe man einen Anreiz, sich doch noch impfen zu lassen. Durch das “Saarland-Modell Plus” haben 3G-Regelungen für Geimpfte, Genesene und Getestete die Beschränkungen im Innenbereich wie Personenbegrenzungen, Abstandsregelungen und Maskenpflicht in der Gastronomie- und Eventbranche abgelöst. “Das Angebot wird sehr gut angenommen, und die Stimmung ist hervorragend”, sagte Julian Blomann vom Interessenverband der saarländischen Kultur- und Eventbranche. Während die Diskotheken froh sind, wieder feiern zu können wie früher, haben noch nicht alle Gastronomen ihre Lokale wieder so bestuhlt wie vor der Pandemie. Zum einen, weil das Personal fehle, zum anderen, um noch das Feedback der Gäste abzuwarten. Laut Regierungssprecher Alexander Zeyer werde das “Saarland-Modell Plus” in jedem Fall fortgeführt, weil es als langfristiges Steuerungssystem angelegt sei. Beim Konzert von Roland Kaiser in Rostock haben nur Geimpfte und Genesene (2G) Zugang. Der Veranstalter Semmel Concerts nutzt damit das in Mecklenburg-Vorpommern frisch in Kraft getretene 2G-Optionsmodell. “Da mit einem 2G-Modell wieder Konzerte ohne Kapazitätsbeschränkungen sowie mit weiteren Erleichterungen für Besucher und Veranstalter einhergehen, werden wir diese Option wählen”, sagt Sprecher. Die bisherige Verordnungslage habe enorme Unsicherheit bei der Planung bedeutet, die Konzerte seien wegen der Auflagen wirtschaftlich nicht sinnvoll umsetzbar gewesen. Die 2G-Regel gilt den Angaben zufolge auch bei den Konzerten am 6. und 7. November in Neubrandenburg sowie am 11. November in Schwerin.Wer seine Tickets unter der Annahme gekauft hat, er habe auch mit einem aktuellen Corona-Test Zugang, bekommt laut dem Veranstalter sein Geld an der Vorverkaufsstelle zurück: Vorausgesetzt, er hat das Ticket nach dem 8. März 2020 gekauft, falls nicht, kann das Ticket gegen einen Gutschein eingetauscht werden. Der VfB Stuttgart plant für das kommende Heimspiel gegen Union Berlin am 24. Oktober erstmals nach mehr als eineinhalb Jahren wieder mit einer Vollauslastung seines Stadions. Grundlage ist die mögliche Änderung der Corona-Schutz-Verordnung in Baden-Württemberg, die für den 15. Oktober geplant ist. Demnach will das Land künftig auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlauben, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. “Für den VfB Stuttgart und seine Fans ist die neue Verordnung der lang ersehnte vorletzte Schritt zurück in die Fußball-Normalität, mit dem die Einschränkungen für Geimpfte und Genesene wegfallen”, sagt der Vorstandschef des Clubs, Thomas Hitzlsperger. Bisher gilt bei Spielen der Stuttgarter noch das 3G-Modell, wonach auch Getestete Zutritt haben. Der VfB darf maximal 25.000 Zuschauer zulassen. Diese Grenze würde mit der neuen Regelung aufgehoben werden. Der Sozialverband VdK hat zum Ende der Gratis-Coronatests ab Montag vor den sozialen Folgen für Geringverdiener gewarnt. “Wir befürchten, dass es wieder zu völlig überteuerten Angeboten kommt”, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Sie kritisierte, dass bislang keine Deckelung der Kosten für die Tests vorgesehen sei. “Menschen mit wenig Geld sollten außerdem nur eine geringe Eigenbeteiligung zahlen müssen”, forderte sie. Eine Regelung vom Sozialministerium dazu fehle allerdings noch. Bentele forderte zudem mehr Ausnahmen von der Bezahlpflicht, beispielsweise für Menschen “die ernsthafte gesundheitliche Bedenken aufgrund von chronischen Erkrankungen oder Behinderungen haben”. Die Coronatests sind ab Montag nicht mehr kostenfrei. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat die außerordentliche Kündigung eines brandenburgischen Grundschullehrers für wirksam erklärt, der die Maskenpflicht abgelehnt hatte. Mit dem Urteil änderte das Gericht eigenen Angaben zufolge eine vorherige Entscheidung des Arbeitsgerichtes Brandenburg an der Havel, das die Kündigung als unwirksam erklärt hatte. Das Gericht wies die Kündigungsschutzklage des Lehrers ab. Zur Begründung heißt es, die Kündigung des Landes sei wegen Äußerungen des Lehrers in E-Mails an die Schulelternsprecherin gerechtfertigt. In einer E-Mail hatte der Mann laut Mitteilung die Maskenpflicht in der Schule als Nötigung, Kindesmissbrauch und Körperverletzung bezeichnet. Zudem habe er die Eltern aufgefordert, mit einem vorformulierten zweiseitigen Schreiben gegen die Schule vorzugehen. Als weiteren Kündigungsgrund nennt das Landesarbeitsgericht die beharrliche Weigerung des Klägers, selbst einen Mund-Nasen-Schutz in der Schule zu tragen. Ein Attest, das der Lehrer im Internet von einem österreichischen Arzt eingeholt habe, rechtfertige keine Befreiung.

Mindestens 65,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist vollständig geimpft. Bremen bleibt Spitzenreiter – 76,2 Prozent haben dort bereits den vollständigen Schutz. Auch im Saarland und in Schleswig-Holstein liegt die Impfquote mittlerweile bei über 70 Prozent. Sachsen bildet das Schlusslicht. Nur 55,4 Prozent der Einwohner haben die vollständige Impfung erhalten. Die tägliche Impfleistung in Deutschland bleibt niedrig, geht aber nicht weiter zurück. Demnach haben gestern 127.000 Menschen den Piks erhalten – bei den meisten handelte es sich um die Zweitimpfung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mehr Kreativität bei der Werbung für Corona-Impfungen gefordert. “Wir sollten Ärzten, die wirklich Spezialisten sind, die beste Sendezeit bei den Öffentlich-Rechtlichen geben. Direkt vor den Abendnachrichten, die von Millionen Menschen gesehen werden”, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Und wenn Prominente aus dem Sport wie Jürgen Klopp dazukommen und gemeinsam mit einem Arzt für die Corona-Impfung werben, dann hat das eine starke Wirkung.” Lauterbach bot an, solche Auftritte selbst zu organisieren. Argumente der Impfskeptiker seien leicht zu entkräften. Seit geraumer Zeit liegt das Bundesland Bremen bei der Impfquote bundesweit vorn. Doch gleichzeitig ist die Sieben-Tage-Inzidenz vor allem in Bremerhaven extrem hoch – derzeit bei 247,5. Auch Hospitalisierungsinzidenz ist in Bremerhaven hoch und mit 7,04 deutlich höher als in Bremen, wo die Hospitalisierungsinzidenz aktuell bei 2,29 liegt. Die Kultusministerkonferenz dringt auf eine Impfung von Erwachsenen und Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren. “Eine Impfung gegen Corona ist keine Voraussetzung für den Schulbesuch und die Teilnahme am Unterricht, aber sie sorgt für einen längerfristig sicheren Schulbetrieb in Präsenzform”, heißt es im Beschluss der Kultusminister. Deshalb sollten die Impfangebote vor dem Winter wahrgenommen werden. “Perspektivisch ist auch mit einer Impfmöglichkeit und Impfempfehlung für jüngere Schülerinnen und Schüler zu rechnen”, heißt es weiter. Die Corona-Pandemie werde noch eine Weile anhalten. Es sei aber unerlässlich, die Schulen offen zu halten und den Präsenzunterricht dauerhaft zu sichern. Die deutsche Corona-Impfkampagne kommt auch deshalb nur schleppend voran, weil viele Ungeimpfte kritisch gegenüber Staat und Wissenschaft eingestellt sind. Das ergeben neue Forschungen des Münchner Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik (MPISOC). Eine Gruppe von Wissenschaftlern wertete die Daten einer europaweiten Sozialstudie aus, für die im Sommer 47.000 Menschen ab 50 Jahren telefonisch befragt wurden. Ergebnis: Faktoren wie niedrige Bildung und niedriges Einkommen wirken sich hierzulande nicht so negativ auf die Impfquote aus wie in anderen Ländern. Allerdings mochten viele Ungeimpfte erst gar keine solchen Angaben, etwa über ihr Haushaltseinkommen, machen. “Das kann für Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Erhebungen ebenso sprechen wie auch gegenüber staatlichen Maßnahmen”, sagt Michael Bergmann, Forscher am MPISOC. Mindestens 65,1% der Menschen in Deutschland sind nach offiziellen Meldezahlen vollständig geimpft. Weniger als ein Drittel ist gänzlich ungeimpft. Nach einer aktuellen Befragung geht das Robert-Koch-Institut allerdings von deutlich höheren Impfquoten aus. In Sachsen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft. Laut offiziellen Schätzungen hat das Land die meisten Genesenen: Etwa sieben Prozent der Bevölkerung sollen eine Corona-Infektion überstanden haben. Beim Impfquoten-Ranking der Bundesländer liegt Bremen noch immer in Front. Die Quote der offiziell mindestens einmal Geimpften nähert sich 80 Prozent. Damit ist der Anteil mehr als 20 Prozentpunkte höher als beim Schlusslicht Sachsen. Das bundesweite Impftempo lässt weiter nach. Es wurden gerade noch gut 58.000 Erstimpfungen verabreicht. Die Zweitimpfungen liegen bei mehr als 93.000. Gestern wurden gut 50.000 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Damit erreichen die Drittimpfungen fast das Niveau der Erstimpfungen. Im 15-Tages-Rückblick lässt sich die weiter abnehmende Zahl der verabreichten Impfungen besser nachvollziehen. Bis Donnerstag lag die Zahl der insgesamt verabreichten Dosen an jedem Tag jeweils deutlich unter dem Niveau der Vorwoche.

Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf die finanziellen Möglichkeiten von Studierenden ausgewirkt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Direktbank N26, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Demnach sind 20 Prozent der Studierenden in Folge der Pandemie zurück zu ihrer Familie gezogen. Damit wohnen zum Start des neuen Semesters 46 Prozent der Studierenden noch zu Hause. Wer als Studierender pandemiebedingt seine Wohnsituation anpassen musste, hatte der Studie zufolge im Durchschnitt finanziellen Einbußen von 264 Euro im Monat. 30 Prozent der befragten Studierenden gaben an, ihre Arbeit verloren zu haben.

In Deutschland haben Kinder immer häufiger extremes Übergewicht. Wie aus einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervorgeht, stieg in den vergangenen zehn Jahren die Zahl adipöser Kinder zwischen 6 und 18 Jahren um 27 Prozent. Bei Jungen fiel der Anstieg mit 35 Prozent erheblich höher aus als bei Mädchen mit einem Plus von 19 Prozent. Vor allem wegen des langen pandemiebedingten Lockdowns in diesem Jahr rechnet die gesetzliche Kasse mit einer weiteren Zunahme. Gerade auch während der Corona-Pandemie mit Homeschooling und Homeoffice waren laut KKH das “schnelle Nudel-Ketchup-Gericht oder der Griff zur Tiefkühlpizza ein willkommener Notnagel in deutschen Küchen”. Weitere Kernursache für den Adipositas-Trend ist, dass Kinder immer mehr zu Stubenhockern werden.

Angesichts der starken Ausbreitung des Coronavirus ruft Lettland erneut den Notstand aus. Die Regierung in Riga verhängte am Freitagabend nach längerer Debatte einen dreimonatigen Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land – vom 11. Oktober bis 11. Januar. Zudem beschloss das Kabinett mehrere Beschränkungen sowohl für Geimpfte als auch für Nicht-Geimpfte, durch die das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden. In Lettland sind die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. In den letzten 14 Tagen wurden nach offiziellen Angaben 784,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. In dem Ostseestaat sind aktuell nur knapp die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. Die lettische Regierung bemüht sich seit Monaten mit nur mäßigem Erfolg, die geringe Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen. Angesichts einer Rekord-Todesrate in Rumänien verhandelt die Regierung in Bukarest mit Ungarn über eine Überführung von Patienten. Dies gibt Vize-Innenminister Raed Arafat bekannt. Ungarn bot am Wochenende Hilfe an. In den vergangenen 24 Stunden sind in Rumänien 357 Covid-Patienten gestorben, ein Rekord. In dem EU-Land sind nur etwas über ein Drittel der Erwachsenen geimpft. Hintergrund sind fehlendes Vertrauen in die staatlichen Institutionen und Falschinformations-Kampagnen. Die russische Statistikbehörde Rosstat hat für August rund doppelt so viele Corona-Tote gemeldet wie die Regierung. Im August seien knapp 50.000 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben, teilte die Behörde mit. Die Regierung hatte für August dagegen knapp 25.000 Corona-Tote gemeldet. Mit den Angaben von Rosstat liegt die Zahl der Toten durch die Pandemie bei mehr als 400.000. Russland steht weltweit an vierter Stelle der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Besonders die ansteckendere Delta-Variante sowie niedrige Impfquoten erschweren den Kampf gegen das Virus in dem Land. Den Behörden in Russland wurde jedoch auch vorgeworfen, die Pandemie zu relativieren. Die Regierungsdaten berücksichtigen nur Fälle, in denen das Virus als primäre Todesursache registriert wurde. Rosstat hingegen berücksichtigt auch Fälle in Verbindung mit dem Virus. Derzeit steigt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Russland wieder. Die luxemburgische Regierung will mit neuen Regeln den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Ab dem 1. November werde in der Gastronomie die 3G-Regel verpflichtend, nach der nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zugang hätten, kündigt Premierminister Xavier Bettel an. Dabei reiche ein negativer Selbsttest nicht mehr aus, um im “Covid-Check-System” grünes Licht zu bekommen – man brauche dann ein zertifiziertes Testergebnis. “Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich ab dem 1. November regelmäßig testen lassen für den Covid-Check, und zwar auf eigene Kosten und außerhalb der Arbeitszeit”, sagte Bettel. Auch Arbeitgeber könnten das strengere Covid-Check-System dann anwenden. Das solle aber jeder Betrieb selbst entscheiden. In Polen und Kroatien nimmt die Pandemie eine ähnliche Entwicklung wie in Deutschland, gerade in Polen nur deutlich verzögert. Unser direkter Nachbar hat die Pandemie lange im Griff, zwischen Ende Mai und Anfang Oktober bewegen sich die täglichen Neuinfektionen im dreistelligen Bereich. Nun steigen die Zahlen deutlich. Der Sieben-Tage-Schnitt liegt aktuell bereits bei fast 1500. Auch die Zahl der Todesfälle nimmt zu. Aktuell versterben im Sieben-Tage-Schnitt 24 Menschen, Tendenz steigend. In Kroatien setzte der Anstieg deutlich früher ein als in Polen, ist zudem deutlich dynamischer. In Kroatien infizieren sich im Sieben-Tage-Schnitt täglich mehr als 1500 Menschen mit Covid-19. Im Schnitt versterben aktuell 16 Menschen täglich im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Kroatien gerade einmal vier Millionen Einwohner hat, Polen dagegen knapp 38 Millionen und Deutschland rund 83 Millionen. Rechnete man die Zahlen Kroatiens auf Deutschland hoch, gäbe es dort 30.000 tägliche Neuinfektionen und etwa 320 Tote pro Tag. In Europa sind in der Corona-Pandemie laut einer Umfrage Deutsche und Dänen derzeit psychisch am stabilsten. In beiden Ländern gaben jeweils 40 Prozent der Menschen an, dass sich die Pandemie negativ auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt habe, wie eine Befragung von Yougov ergab. Vor einem Jahr, im November 2020, hatten sich noch 44 Prozent der Menschen in Deutschland belastet gefühlt. Damals galten die Deutschen im weltweiten Vergleich in Zeiten der Corona-Krise als psychisch am stabilsten. Yougov befragte im September und Oktober erneut mehr als 26.000 Menschen in 23 Ländern und Regionen zu psychischen Belastungen durch die Corona-Krise. Nur die städtische Bevölkerung in Saudi-Arabien gibt demnach mit 36 Prozent seltener als die Deutschen und Dänen an, negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit zu spüren. Thailand führt die Liste dagegen an – 84 Prozent der Thailänder sagen, dass sie unter psychischen Auswirkungen durch die Krise leiden.

Die Fälle von Depressionen und Panikattacken sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie einer Studie zufolge weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Die in der medizinischen Fachzeitschrift “The Lancet” veröffentlichte Studie schätzte, dass vergangenes Jahr weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung, als ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Die Zahl der unter Angstzuständenen leidenden Menschen lag demnach um 76 Millionen höher. Die Studie zeigt, dass die am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder mit der größten psychischen Belastung konfrontiert waren. Dabei bestand ein enger Zusammenhang zwischen hohen Covid-Fallzahlen, Bewegungseinschränkungen und erhöhten Raten von Depressionen und Angstzuständen. Die Analyse ergab zudem, dass Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind. Brasilien hat am Freitag die offizielle Zahl von 600.000 Corona-Todesfällen überschritten. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, haben die Behörden mittlerweile mehr als 21,5 Millionen Fälle des tödlichen Virus registriert. Damit ist Brasilien nach den USA das am zweitstärksten von Covid betroffene Land der Welt – wobei viele Experten die offiziellen brasilianischen Zahlen als zu niedrig einschätzen. Die USA hatten vor kurzem die Marke von 700.000 Todesfällen überschritten. Die US-Bevölkerung ist jedoch ein Drittel größer als die Brasiliens. IBM hat seinen Beschäftigten in den USA mitgeteilt, dass sie sich bis zum 8. Dezember 2021 komplett gegen Covid-19 impfen lassen müssen oder unbezahlt von der Arbeit freigestellt werden. Das berichtet der Wirtschaftsnachrichtensender CNBC, unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens an die Beschäftigten. Der IT-Konzern teilte darin mit, dass man sich an die Impfanordnung von Präsident Joe Biden für staatliche Auftragnehmer halten müsse. “Als Auftragnehmer der Regierung ist es für IBM eine zwingende geschäftliche Notwendigkeit, dem nachzukommen.” Die Impfrichtlinie ist damit fast mit einer Kündigung für Ungeimpfte gleichzusetzen. Ein IBM-Sprecher sagte CNBC jedoch, dass das Unternehmen religiöse und medizinische Ausnahmen für Mitarbeiter in Betracht ziehen werde.

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