Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen erreicht einen Wert von 62,6 und liegt damit leicht höher als am Vortag. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter mitteilte, wurden binnen eines Tages 11.644 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 62,3 gelegen, vor einer Woche bei 64,3. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 68 Fälle auf 94.027. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Pandemiebeginn liegt laut RKI bei 4.283.378. Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,94 angegeben (Vortag: 0,92). Laut DIVI-Register werden in Deutschland derzeit 1357 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 783 davon werden beatmet. Rund 3790 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt deutschlandweit aktuell nur geringfügig. Die regionalen Unterschiede sind aber teils erheblich. Aktuell ist der Inzidenzwert in Bremerhaven und in Kreisen in Bayern und Baden-Württemberg besonders hoch. Auffällig ist zudem, dass der Inzidenzwert in Kreisen in Sachsen und Thüringen aktuell besonders stark steigt. Die Bundesländer wiesen in den zurückliegenden Monaten immer Werte deutlich unter dem Bundesschnitt aus, sind nun aber offenbar deutlich stärker von der Pandemie betroffen als zuvor. In Sachsen springt der Inzidenzwert von 67,9 am Vortag auf am heutigen Donnerstag 74. In Thüringen klettert der Wert binnen eines Tages von 79,1 auf 82,7.
Letztes Jahr musste der traditionelle Sessionsauftakt der Düsseldorfer Karnevalisten am 11.11. ausfallen, diesmal wird der 11.11. wieder standesgemäß begangen – mitfeiern dürfen aber nur Geimpfte und Genesese.Für das Hoppeditz-Erwachen und den traditionellen Hoppeditz-Ball werde die 2G-Regel gelten, teilt das Comitee Düsseldorfer Karneval (CC) mit. Ein negativer Corona-Test reicht nicht aus. “Wir wollen sicher gehen, dass wir nur geimpfte und genesene Teilnehmer haben und die Menschen keine Angst haben müssen, sich gegenseitig anzustecken”, so CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann.
Die Corona-Pandemie verursacht in Bayern seit dem Spätwinter keine ungewöhnlich hohe Zahl von Toten mehr. Seit Februar bewegen sich die Sterbefallzahlen wieder auf ähnlichem Niveau wie vor Beginn der Krise. Das teilt das Landesamt für Statistik in Fürth mit. Im August sterben nach vorläufigen Zahlen 10.758 Menschen, gut 100 weniger als ein Jahr zuvor und im Schnitt der Vorjahre. Um neun Prozent höher als üblich war allerdings die Zahl der Todesfälle in der Altersgruppe achtzig und älter. Von November vergangenen Jahres bis Januar 2021 gibt es in Bayern im Zuge der Corona-Pandemie weit mehr Todesfälle gegeben als üblich, im Dezember sind sogar über ein Drittel mehr Menschen gestorben als im statistischen Schnitt. Eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie beklagen die bayerischen Krankenhäuser wachsende Personalprobleme.Abgesehen von Schwestern und Pflegern, die Beruf oder Stelle wechseln, melden sich auch wieder mehr Beschäftigte krank. In Bayerns Krankenhäusern arbeiten nach BKG-Zahlen über 80.000 Pflegekräfte. Nach Worten von Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), spielt die Belastung durch Corona eine Rolle: “Wir müssen sehen, dass sich nach eineinhalb Jahren Pandemie manche Beschäftigte Gedanken gemacht und die Funktion gewechselt haben. Das ist leider so, aber es stimmt uns auch demütig.” Einige Krankenhäuser haben demnach auch gemeldet, dass die “Fehlzeitquoten der Pflegefachpersonen in den letzten Wochen wieder gestiegen sind.”
Die Impfquote in der erwachsenen Bevölkerung ist nach neuen Daten des RKI höher als bislang angenommen. Derzeit könne “von einer Impfquote in der Erwachsenenbevölkerung von bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig Geimpfter ausgegangen werden”, heißt es in der jüngsten Auswertung des Covid-19 Impfquoten-Monitorings (COVIMO), die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorab vorlag. Die offiziell dem RKI gemeldeten Zahlen dagegen ergeben bei den Erwachsenen aktuell eine Impfquote von 79,1 Prozent für mindestens einmal Geimpfte und 75,4 Prozent für vollständig Geimpfte. Das Monitoring erhebt regelmäßig mittels telefonischer Befragung Daten zu Impfquoten sowie zur Impfbereitschaft. In Thüringen haben mehrere Ärzte, die gegen Covid-19 impfen, Drohbriefe erhalten. Die Briefe einer Person aus dem Lager der Impfgegner seien seit Freitag bei Medizinern eingegangen, sagt Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Auch der KV-Vorstand habe einen solchen Brief erhalten. Die Briefe seien von einer “gewissen Radikalität, die wir so nicht kennen”, sagt Mertz. Ihm zufolge ist die Person bekannt, da sie Namen und Adresse in den Briefen hinterlassen habe. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft sei Anzeige erstattet worden. Aus einem Schreiben der KV an Thüringens niedergelassene Mediziner geht hervor, dass die Briefe von einer Frau aus Mühlhausen verfasst wurden.
Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, beobachtet verstärkt Infektionskrankheiten mit schwerem Verlauf. “Das liegt auch daran, dass die Menschen wegen der Corona-Beschränkungen eineinhalb Jahre kaum Kontakt zu verschiedenen Viren hatten”, sagt Weigeldt der “Passauer Neuen Presse”. Daher sei das Immunsystem “nicht gut trainiert gegen viele Viren, mit denen wir normalerweise gut fertig werden”. Noch immer sei Corona das größere Problem, betont der Verbandschef. “Wir sehen aber mehr und mehr Infektionskrankheiten, gerade bei Kindern, die viele vorher nicht auf dem Radar hatten.” Im Streit um Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen folgt Kassenarzt-Chef Andreas Gassen nicht der Linie des RKI, das alle Maßnahmen bis zum Frühjahr beibehalten will. “Aus meiner Sicht ist es vertretbar, in Schulen auf Masken zu verzichten”, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. “Durch die langen Phasen des Lockdowns, Social Distancing und des Maskentragens sind die Immunsysteme der Kinder mittlerweile so untrainiert, dass sie an Viren erkranken, die ihnen früher nichts anhaben konnten”, so Gassen. Schon jetzt müssten auffällig viele Kinder wegen Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege im Krankenhaus behandelt werden. Die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen in manchen Bundesländern stößt beim Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf Ablehnung. Man sehe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zu Schutzmaßnahmen an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen zu rütteln, sagt Institutschef Lothar Wieler. In Berlin etwa ist seit Montag die Maskenpflicht bis einschließlich der sechsten Klasse aufgehoben. Im Herbst und Winter sei wegen der Zunahme von Kontakten in Innenräumen auch mit steigenden Infektionszahlen zu rechnen, so Wieler. Man sei wegen des Risikos von Langzeitfolgen – Long Covid – unverändert der Ansicht, “dass wir Kinder zu schützen haben”. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat eine Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen ab dem 2. November in Aussicht gestellt. Unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens sei es die Absicht der Regierung, die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien abzuschaffen, heißt es in einer Schulmail des Schulministeriums. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst, hält eine Ausstattung mit Luftfiltern in allen Schulen unter Verweis auf Experten nicht für tauglich. “Wir halten uns an die Empfehlungen des Umweltbundesamtes, die eine flächendeckende Ausstattung aller Klassenzimmer mit Luftfiltern nicht für sinnvoll halten, weil wir am Lüften nicht vorbeikommen”, sagt die Brandenburger Bildungsministerin der Zeitung “Prignitzer”. “Wenn Schulträger in Abstimmung mit Eltern der Auffassung sind, mehr Geräte aufstellen zu wollen, steht ihnen das selbstverständlich frei.” Elterninitiativen dringen auf mehr Luftfilter gegen das Virus.
Unternehmen, die weiterhin unter der Corona-Krise leiden, können ab sofort Überbrückungshilfen für die Monate Oktober bis Dezember beantragen, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilt. Sie müssen aber einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen und können dann Zuschüsse zu ihren Fixkosten erhalten. Anträge könnten bis Silvester gestellt werden. Auch Selbstständige können für den Zeitraum Oktober bis Dezember weitere Gelder bekommen.
Wegen der Verbreitung von Falschnachrichten zum Coronavirus hat die britischeMedienaufsicht dem religiösen TV-Sender Loveworld eine Geldstrafe von 25.000 Pfund (knapp 30.000 Euro) auferlegt. Die Moderatoren hätten in zwei Sendungen am 11. und 12. Februar “eine Reihe von nicht belegten, irreführenden und potenziell schädlichen Aussagen” zur Corona-Pandemie und zu Impfstoffen gemacht, teilt die Behörde Office of Communications (Ofcom) in London mit. So nannten sie etwa falsche Behauptungen zu Nebenwirkungen und medizinischen Komplikationen der Impfungen. Nach Angaben der italienischen Behörden hält der Schutz durch mRNA-Impfstoffe etwa von Biontech/Pfizer und Moderna lange an. Auch sieben Monate nach der zweiten Spritze seien noch immer etwa 89 Prozent der Geimpften mit einem normalen Gesundheits-Status gegen Ansteckung immun, teilt das Nationale Gesundheitsinstitut (ISS) mit. Das Ergebnis basiere auf Daten von mehr als 29 Millionen Personen. Bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt sei, habe die Wirkung allerdings vier Wochen nach der zweiten Impfung nachgelassen. Die französische Gesundheitsbehörde HAS empfiehlt für Angestellte im Gesundheitswesen und für Pflegepersonal eine dritte Impfung. Mit dem sogenannten Booster sollen geschwächte Menschen und Patienten mit einer Immunschwäche geschützt werden, teilt HAS mit. Der Corona-Impfstoff von Moderna wird in Dänemark vorerst keinen Menschen unter 18 Jahren mehr verabreicht. Wie die Gesundheitsverwaltung mitteilt, werden Minderjährige von nun an nur noch mit Biontech/Pfizer geimpft. Von einer Vorsichtsmaßnahme ist die Rede. In Dänemark haben bislang 76 Prozent aller Bürger eine erste Impfdosis erhalten, fast 75 Prozent auch schon ihre zweite. Zuvor hatte Schweden bekannt gegeben, dass es unter 30-Jährige vorerst nicht mehr mit dem Moderna-Vakzin impfen werde. Grund dafür seien Anzeichen eines erhöhten Risikos von Nebenwirkungen wie die Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder Herzbeutels (Perikarditis). Russland hat zum ersten Mal einen Höchststand von mehr als 900 Corona-Toten an einem Tag gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben der russischen Regierung 929 Todesfälle registriert – so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt wurden in Russland damit offiziell bereits mehr als 212.000 Corona-Tote gezählt – das ist die höchste Zahl in Europa. Russland ist mit mehr als 7,5 Millionen Infektionsfällen das am fünftstärksten betroffene Land der Welt.
Die Entwicklerin des Astrazeneca-Impfstoffes, Sarah Gilbert, ruft zu einer gerechteren Verteilung der verfügbaren Corona-Impfdosen auf. Es müssten größere Anstrengungen unternommen werden, um die Impfstoffe in aller Welt verfügbar zu machen, schreibt sie in der Zeitschrift “Science Translational Medicine”. Bis Anfang September habe gut 40 Prozent der Weltbevölkerung mindestens eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten, allerdings nur knapp zwei Prozent in den ärmsten Ländern. Booster-Impfungen und die Impfung von Kindern, wie sie in westlichen Ländern bereits stattfinden, würden den Druck auf die Lieferketten erhöhen. Indonesien bereitet sich auf die Einweihung eines großen Monuments für die Opfer der Corona-Pandemie in der Millionenstadt Bandung auf Java vor. In den vergangenen Tagen wurden die Namen von Mitarbeitern des Gesundheitssystems, die in Verbindung mit Covid-19 gestorben sind, in das Stein-Denkmal eingraviert. Am 10. November soll das Ehrenmal im Gasibu Field, einem öffentlichen Park im Herzen der Stadt, enthüllt werden. Statistiken zufolge sind in dem südostasiatischen Inselstaat mehr als 2000 Mitarbeiter des Gesundheitssystems im Zuge der Pandemie gestorben. Insgesamt wurden bisher 4,2 Millionen Fälle gemeldet, 142.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus ums Leben gekommen. Mehr als 140.000 Kinder in den USA haben einer Analyse zufolge im Zuge der Corona-Pandemie mindestens einen Elternteil oder eine für sie sorgende Betreuungsperson verloren. Diese Hochrechnung gelte allein für den Zeitraum April 2020 bis Juni 2021, berichten Forscher um Susan Hillis von der US-Gesundheitsbehörde CDC im Fachjournal “Pediatrics”. Etwa jedes 500. Kind in den USA sei betroffen. In den USA sind seit Beginn der Pandemie nach Daten der Universität Johns Hopkins mehr als 700.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Nach einem knapp viermonatigen Lockdown sollen die Corona-Beschränkungen nächste Woche für Sydney gelockert werden. Sobald 70 Prozent der Menschen mit zwei Impfdosen vollständig immunisiert seien, würden die Maßnahmen heruntergefahren, teilen die Behörden mit. Bars, Restaurants und Geschäfte dürfen dann wieder für zweifach geimpfte Gäste öffnen. Die meisten Reisenden in Kanada müssen künftig vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein. Ab dem 30. Oktober gelte die Impfpflicht für alle, die Maschinen von kanadischen Flughäfen nehmen oder mit den öffentlichen Zügen im Land fahren, teilt Ministerpräsident Justin Trudeau mit. Auch an einer entsprechenden Vorschrift für Reisende auf Kreuzfahrtschiffen werde gearbeitet. Ähnliche Regelungen gibt es auch schon in anderen Ländern – in Deutschland aber bislang nicht. Die neuen Regeln sind Teil einer Strategie der kanadischen Regierung, die Zahl der Geimpften weiter hochzutreiben. In Afghanistan drohen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,6 Millionen Corona-Impfdosen demnächst abzulaufen. Sie müssten dringend verabreicht werden, teilt die WHO über Twitter mit. Seit August werde in Afghanistan deutlich weniger auf das Coronavirus getestet und geimpft. Genaue Zahlen nannte die Organisation nicht. Die WHO arbeite mit Partnern in mindestens 16 Provinzen zusammen, um die Zahl der Tests und Impfungen zu erhöhen. Pfizer will alle Einwohner über zwölf Jahre einer brasilianischen Stadt mit seinem Covid-19-Impfstoff impfen, um dessen Wirksamkeit weiter zu untersuchen. Die Studie findet in Toledo, einer Stadt mit 143.000 Einwohnern im Westen des Bundesstaates Parana, in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Impfprogramm Brasiliens, den örtlichen Gesundheitsbehörden, einem Krankenhaus und der staatlichen Universität statt. Auf diese Weise könne die Entwicklung von Covid-19 unter realen Bedingungen untersucht werden, nachdem die Bevölkerung geimpft worden sei. Es handele sich um die erste Initiative dieser Art zwischen einem Pharmaunternehmen und einem Entwicklungsland, teilt Pfizer mit.