NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CDIV)

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 76,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 77,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.925 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 15.431 Ansteckungen gelegen. Im Wochenvergleich geht die Zahl der neu entdeckten Ansteckungen damit weiter leicht zurück. Vergangenen Mittwoch wurden 13.917 neue Ansteckungen registriert, heute waren es 9,1 Prozent weniger.Die Ansteckungsrate (7-Tage-R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,88 angegeben (Vortag: 0,87). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 1526 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 812 davon werden beatmet. Rund 3856 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. 

Mit Blick auf die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen liegen die deutschen Regionen größtenteils über der 35er-Marke. Deutliche Ausreißer gibt es im Osten des Landes, etwa Frankfurt (oder) in Brandenburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 3,5 oder das Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) mit 6,7. In Deutschland liegen aktuell drei Kreise über der 200er-Schwelle bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das Berchtesgadener Land ist besonders schwer betroffen mit einer Inzidenz von 221. Danach folgen die ebenfalls bayerischen Kreise Traunstein (219,7) und Rosenheim (202,9).

Die Zahl der bekanntgewordenen Corona-Infektionen unter den Besuchern der 2G-Clubparty in Münster ist auf 81 gestiegen, teilte die Stadt mit. Insgesamt hatten am 3. September rund 380 Menschen an der Partynacht teilgenommen. Für den Zutritt galt die 2G-Regel, das heißt, nur Geimpfte oder Genesene wurden reingelassen. Die Infizierten zeigten entweder milde oder keine Symptome. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Beschäftigten eines Schlachthofs in Georgsmarienhütte ist auf 112 gestiegen. Das teilte der Betreiber Steinemann Holding mit. 27 Infizierte leben demnach im Landkreis Osnabrück, 85 im benachbarten Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Dort werden den überwiegend aus Osteuropa stammenden Beschäftigten Unterkünfte und Wohnungen gestellt. Der erste Fall war dem Unternehmen zufolge bei den täglichen Tests im Betrieb aufgefallen. Es handelte sich um einen Reiserückkehrer. Dieser Mitarbeiter lebe im Kreis Steinfurt. Der Landkreis Osnabrück hatte dann PCR-Tests für alle rund 300 Beschäftigte angeordnet. Die Ansteckungen danach seien nicht im Schlachthof, sondern offenbar bei privaten Treffen passiert, bevor die Quarantäne angeordnet war, sagte Geschäftsführer Andreas Steinemann. Der Schlachthof bleibt vorübergehend geschlossen, voraussichtlich bis Ende September.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert NRW auf, dem Beispiel anderer Bundesländer zu folgen, und eine 2G-Regel einzuführen: “Das Hamburger 2G-Modell ist vorbildlich und könnte auch in NRW helfen. NRW aber schiebt die unpopuläre Entscheidung bis nach der Bundestagswahl auf. Das ist bedauerlich”, sagte Lauterbach der Rheinischen Post“. Ohne die Einführung wird es Lauterbach zufolge auf eine massive Durchseuchung insbesondere der Kinder hinauslaufen. Er warnte das Land bereits mehrfach. In einem Tweet Ende August schrieb er: ”Bei Kindern in NRW ist Inzidenz inzwischen so hoch, dass auch seltene Komplikationen zu oft vorkommen.“ Er hält die 2G-Regel auch medizinisch für begründet, da Geimpfte eine geringere Inzidenz hätten. Wenn sich Geimpfte infizieren, seien sie weniger ansteckend. ”Sie haben mildere oder asymptomatische Verläufe – das zeigt auch der Fall in Münster. Impfnachweise müssen natürlich kontrolliert werden, aber Impfdurchbrüche können vorkommen“, so Lauterbach. In einem Club in Münster hatten sich bei einer 2G-Party viele Menschen angesteckt. FDP-Chef Christian Lindner ist gegen die 2G-Regelung, bei dem nur Genesene oder Geimpfte Zutritt zu Räumlichkeiten oder Events haben. Das erklärte er gegenüber der ”Zeit“. Ungeimpfte stellten vor allem ein Risiko für sich selbst dar, was ”gegenüber der Allgemeinheit verantwortbar“ sei. Lindner plädiert daher dafür, dass auch negativ Getestete ”weiterhin Zugang zum gesellschaftlichen Leben haben“ sollten – die 2G-Regelung sei für ihn eine ”Form der Lenkung“ und ”unverhältnismäßig“. Außerdem sei eine Maskenpflicht für ihn an vielen Stellen nicht mehr nötig. Der Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) hat die sogenannte 2G-Regel als Option für Betreiber von Lokalen und Hotels in der Corona-Pandemie kritisiert. ”Wir wollen Gastgeber für alle sein“, sagte Dehoga-Präsident Olaf Schöpe. Man könne nicht eine ganze Menschengruppe ausgrenzen. Die 2G-Regel bedeutet, dass nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens erlaubt wird. Die übergroße Mehrheit der Branche lehne die 2G-Regel ab und bleibe bei einem Einlass von Genesenen, Geimpften und Getesteten, betonte Schöpe. Der Berliner Senat hat nach heftiger Kritik sein am Dienstag beschlossenes 2G-Optionsmodell um eine Ausnahmeregelung für Kinder unter zwölf Jahren erweitert. ”Diese dürfen grundsätzlich auch an 2G-Veranstaltungen teilnehmen und 2G-Einrichtungen betreten und nutzen”, teilte der Senat mit. Voraussetzung sei jedoch, dass sie negativ getestet seien. Zusätzlich gelten demnach die allgemeinen Ausnahmen von der Testpflicht für Kinder unter sechs Jahren und Schüler, die im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten von heute an in Baden-Württemberg strengere Regeln für Ungeimpfte. Das Kabinett von Ministerpräsident Wilfried Kretschmann beschloss im Umlaufverfahren eine neue Verordnung mit einem dreistufigen Alarmsystem, wie die Landesregierung in Stuttgart mitteilte. Sie stützt sich nicht mehr auf die Sieben-Tages-Inzidenz an Neuinfektionen, sondern auf die Belastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten. Nach dem neuen System gilt derzeit die so genannte Basisstufe. Die Warnstufe wird ausgerufen, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder acht von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann haben Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. Baden-Württemberg macht sich für eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten und Selbstständigen ohne Impf- oder Genesenennachweis stark, wenn sie im Publikumsverkehr tätig sind. Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher müssten in fast allen Innenräumen etwa der Gastronomie, in Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus vorlegen, heißt es in einem Antrag Baden-Württembergs für die Gesundheitsministerkonferenz. “Für Beschäftigte der jeweiligen Branchen gelten jedoch weiterhin keine 3G-Pflichten”, so der Antrag.

Die Rolle von Schulen in der Pandemie soll nach dem Willen der Bundesregierung durch eine Studie näher untersucht werden. “Die Bundesregierung strebt an, eine mit der Corona-Kita-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich aufzulegen”, heißt es in einem gemeinsamen Bericht von Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium, mit dem sich das Bundeskabinett befasst hat. Für den Bericht hatte eine Arbeitsgruppe beider Häuser unter Mitwirkung von Experten die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona untersucht. In dem 21-seitigen Papier werden Empfehlungen für Maßnahmen gegeben, um künftige Belastungen für Kinder und Jugendliche möglichst zu vermeiden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für angebracht, die Quarantäne für Ungeimpfte auf zehn Tage herunterzusetzen. “Eine Verkürzung der Quarantäne auf zehn Tage für Kontaktpersonen ersten Grades mit einer abschließenden PCR-Freitestung halte ich für eine angemessene Lösung”, sagt Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die zehntägige Quarantäne beziehe diejenigen mit ein, die gerade positiv sind, und die, die es noch werden könnten. “Eine kürzere Quarantäne würde Probleme bringen”, so Lauterbach. Das Robert-Koch-Institut hatte seine Empfehlung zur Quarantäne-Dauer für Ungeimpfte nach einem Corona-Erstkontakt von 14 auf zehn Tage gesenkt.

Laut dem Vakzin-Hersteller Moderna lässt die Schutzwirkung seiner Covid-19-Impfung über die Zeit nach. Das hätten neue Daten aus umfangreichen Studien ergeben, teilt das US-Unternehmen mit. Die Untersuchungen stützten die Argumentation für eine Booster-Impfung. Moderna hatte am 1. September bei der US-Arzneimittelbehörde FDA erste Daten für die Prüfung einer Auffrischungsimpfung eingereicht. Die Booster-Impfung ruft dem Impfstoff-Hersteller zufolge eine robuste Antikörperreaktion auf die Delta-Variante hervor. Nach Ansicht mehrerer führender Wissenschaftler sind zusätzliche Corona-Auffrischungsimpfungen für die allgemeine Bevölkerung nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht erforderlich. Nach einem versuchten Brandanschlag auf ein sächsisches Impfzentrum haben Innenpolitiker des Bundestags vor einer Radikalisierung der Impfgegner gewarnt. “Die zunehmende Gewalt aus der so genannten Querdenker-Szene gegen öffentliche Institutionen und Gesundheitseinrichtungen ist zutiefst besorgniserregend”, sagt der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Radikale Impfgegner und Querdenker seien eine Gefahr für die Gesellschaft und trügen durch Falschinformationen und Verunsicherung dazu bei, dass sich weniger Menschen impfen ließen. Die innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Irene Mihalic, sagt, seit Monaten beobachte man eine Radikalisierung der Szene. Der Unionsinnenpolitiker Mathias Middelberg fordert eine konsequente Aufklärung durch Polizei und Justiz. Auch nach einem Ende der Corona-Krise wird sich das Problem der vielen Überstunden bei den Polizeibehörden aus Sicht der Innenminister nicht in Luft auflösen. Corona sei „nur noch ein Vehikel für Demokratieverachtung“, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel von der SPD beim Europäischen Polizeikongress in Berlin. Die während der Pandemie entstandene Protestbewegung, aus der heraus auch bürgerlich wirkende Demonstranten auf Polizisten losgingen, werde nicht einfach verschwinden. Sein sächsischer Amtskollege, Roland Wöller von der CDU, sagte: “Wir brauchen mehr Personal. Die Aufgaben werden größer.” Im Landtag werde meist über Fußstreifen und die Präsenz der Polizeibeamten vor Ort gesprochen. Doch auch der öffentlich weniger sichtbare Kampf gegen Terrorgefahr, Cyberkriminalität und grenzüberschreitende Kriminalität seien enorm personalintensiv. Nach der Corona-Spritze gibt es einen Döner-Gutschein: Seit dem frühen Nachmittag bekommen Menschen nach einer Corona-Impfung in der Nähe eines Berliner Döner-Imbisses einen kostenlosen Döner. “Der Döner ist ein beliebtes Fast-Food-Essen in Deutschland, aber das Thema ist nicht nur der Döner, sondern es geht darum, sich impfen zu lassen”, sagte der Geschäftsführer des Imbisses, Remzi Kaplan. Zusammen mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sei man auf diese ungewöhnliche Idee gekommen. Seit Anfang der Woche gibt es im Rahmen der laufenden, bundesweiten Aktionswoche in der Hauptstadt viele niedrigschwellige Angebote. So können sich Interessierte an bestimmten Tagen unter anderem im Zoo, beim nächsten Hertha-BSC-Spiel im Olympiastadion, in der Eishockey-Halle beim Spiel der Berliner Eisbären oder auch vor dem Dönerladen impfen lassen. Bei einer Demonstration von Impfgegnern gegen eine Impfaktion an einer Realschule in Kösching bei Ingolstadt ist es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten sich am Morgen etwa 15 Demonstranten vor der Schule in Bayern versammelt. Sie seien “das mobile Impfteam angegangen, und es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen”. Darauf seien mehrere Streifenwagen angerückt. Die Beamten hätten die Lage beruhigt, die Impfaktion sei dann fortgesetzt worden. Das Mainzer Unternehmen Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer als eines der ersten weltweit einen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht hat, ist für den Deutschen Zukunftspreis 2021 nominiert. Weitere für den Preis nominierte Teams haben eine neuartige Technik für bessere Computertomographie-Bilder entwickelt und alternativen Kautschuk hergestellt. Die drei Forscherteams stellten ihre Entwicklungen am Mittwoch im Deutschen Museum in München vor. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 17. Dezember in Berlin. Sie zählt zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Die drohenden Einkommenseinbußen für Ungeimpfte durch Quarantäneauflagen werden nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die Impfbereitschaft weiter steigern. Er glaube, dass sowohl die nicht mehr kostenlosen Corona-Tests als auch die neuen Quarantäneregeln “dem einen oder anderen noch mal ein zusätzliches Argument geben”, in der Frage neu zu überlegen, sagte der bayerische Ministerpräsident. Hinzu komme ja weiterhin die wissenschaftlich-medizinische Begründung und die emanzipatorische Frage, wie viel Freiheiten Geimpfte bekämen – “nämlich alle”. Einige Bundesländer – etwa Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, haben bereits beschlossen, dass der Lohn von ungeimpften Arbeitnehmern bei einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht mehr vom Staat weitergezahlt wird. Die Corona-Pandemie verwandelt sich in eine Endemie, also eine stetig wiederkehrende Erkrankung, wie die Grippe oder Maleria, erläutert der Virologe Christian Drosten gegenüber der „Zeit“. Das könnten ihm zufolge einige Länder bereits im Herbst oder Winter schaffen. “Großbritannien gehört wohl dazu, Deutschland Stand heute eher nicht.” Das liege hierzulande daran, dass sich viel weniger Menschen mit dem Virus angesteckt hätten als in Großbritannien. Außerdem sei die Impfquote deutlich niedriger. Damit ergebe sich eine Immunitätslücke, die zu groß sei, um sorglos auf den Winter zu schauen. Schleswig-Holstein hat die meisten komplett geimpften Menschen in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren mit einer Impfqoute von 34,5 Prozent. Bei der besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppe 60+ liegt Bremen mit 91 Prozent weit vorne. Beim Impf-Schlusslicht Sachsen sind das hingegen in dieser Altersgruppe lediglich 76,5 Prozent. Mittlerweile haben zwei Drittel aller Menschen – in Zahlen 55,47 Millionen oder 66,7 Prozent – eine erste Spritze erhalten. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als am Vortag. Einen vollständigen Impfschutz – bei fast allen zugelassenen Vakzinen ist dafür eine zweite Spritze nötig – haben 51,9 Millionen Menschen oder 62,4 Prozent aller Einwohner. In der Bevölkerung im impffähigen Alter ist noch jeder Vierte ungeimpft. Die Impfleistung ist erneut gesunken, auf jetzt 175.765 verabreichte Impfdosen.** Das geht aus den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Dieser Wert beinhaltet inzwischen auch etliche Tausend Drittimpfungen (am Vortag allein 27.472). Zwar wurden am Dienstag deutlich mehr Impfungen an das RKI-Monitoringsystem gemeldet als am Montag (204.129 gegenüber 121.954). Das liegt aber vermutlich eher an den üblichen Wochentagsschwankungen und Nachmeldungen als an der gestarteten Impfaktionswoche. Im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche jedenfalls wurden weniger Impfungen verabreicht – am 7. September wurden 221.539 gezählt.

Noch immer liegt die Zahl der Todesfälle in der Europäischen Union über dem Durchschnittsniveau der Jahre zuvor – aber nur noch knapp. Im Juli dieses Jahres starben gut vier Prozent mehr Menschen als im Vergleichszeitraum der Jahre vor der Pandemie, wie aus den Daten des Statistikamts Eurostat mit Sitz in Luxemburg hervorgeht. Wie viele Menschen tatsächlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind, zeigt die Auswertung nicht. Die Daten unterscheiden keine Todesursachen und differenzieren nicht nach Geschlecht oder Alter. In Deutschland entwickelten sich die Zahlen der Auswertung zufolge ähnlich wie in der EU, wobei die Übersterblichkeit hier tendenziell unter dem Schnitt der Europäischen Union lag. So habe diese im Juli 2021 bei gut zwei Prozent gelegen. Der Höhepunkt mit 30 Prozent über den Vergleichswerten wurde hierzulande den Informationen zufolge im Dezember 2020 erreicht. In immer mehr Ländern können frische Corona-Tests, Impfungen und Genesungen mit den digitalen EU-Corona-Zertifikaten nachgewiesen werden. Wie die EU-Kommission mitteilte, sind nun Albanien, Andorra, die Färöer Inseln, Israel, Monaco, Marokko und Panama an die notwendige Technik angeschlossen. Auch die dort ausgestellten Zertifikate werden den Angaben zufolge in der EU anerkannt. Diese gegenseitigen Anerkennungen gelten nun für insgesamt 15 Länder außerhalb der EU. “Seit Juni wurden mehr als 420 Millionen EU-Zertifikate ausgestellt”, teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders mit. In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist es am Vorabend bei Protesten von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen gekommen. Vor dem Gebäude des Parlaments warfen Demonstranten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper gegen Polizisten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, wie das Nachrichtenportal 24ur.com unter Berufung auf die Polizei berichtete. Der Protest hatte sich an strengeren Corona-Maßnahmen entzündet. Insbesondere hatte die Regierung die 3G-Regelung (Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete) auf alle Geschäfte außer Lebensmittelläden sowie auf die meisten öffentlichen Gebäude ausgeweitet. In Slowenien steigt aktuell die Zahl der Neuansteckungen. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – liegt bei 303,6. Bei einem Hacking-Angriff auf den öffentlichen Gesundheitsdienst im Großraum Parissind Daten zu Corona-Tests von 1,4 Millionen Menschen gestohlen worden. Es sei Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden, teilt der Gesundheitsdienst der Pariser Krankenhäuser (AP-HP) in Paris mit. Die Attacke habe einen Bereich betroffen, in dem Labordaten zur Weitergabe an Krankenversicherungen und Gesundheitsbehörden zur Kontaktnachverfolgung abgespeichert wurden. Die gestohlenen Daten beträfen im vergangenen Sommer auf das Coronavirus getestete Menschen aus dem Großraum Paris. Dabei gehe es um die Namen der Betroffenen, die Krankenversicherungsnummer sowie das Testergebnis. In der Türkei wurden den Gesundheitsämtern binnen eines Tages rund 28.200 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Laut Gesundheitsministerium ist das der höchste Wert seit Anfang Mai.

Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angezählt und sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht. “Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer”, sagte das katholische Kirchenoberhaupt an Bord eines Flugzeugs, das ihn von der Slowakei zurück nach Rom brachte. “Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt”, fügte der Papst hinzu. Obwohl er keinen Namen nannte, war eindeutig, dass sich die Worte des Papstes auf einen seiner schärfsten Kritiker bezog, den konservativen US-Kardinal Raymond Burke. Dieser wurde kürzlich mit Covid-19 in ein Krankenhaus in den USA eingeliefert. Im Vatikan seien “alle geimpft, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe”, sagte der 84-Jährige weiter. “Wir versuchen, ihnen zu helfen.” Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen fordert die Länder, in denen die Schulen wegen der Corona-Pandemie geschlossenen sind, auf, diese so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Wie ein von Unicef veröffentlichter Bericht zeigt, sind in 17 Ländern die Schulen derzeit vollständig zu, etwa in Venezuela, Bangladesch, auf den Philippinen und in Saudi-Arabien. In 39 Ländern sind sie nur teilweise geöffnet. Dies sei eine Krise, die nicht ignoriert werden dürfe, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. “Überall müssen die Schulen so schnell wie möglich geöffnet werden.” Die US-Notenbank Fed verlangt von ihren Mitarbeitern eine vollständige Impfung gegen Covid-19. Die Fed in Philadelphia informiert ihre Mitarbeiter in einem Memo über die neue Vorschrift und ist damit die letzte der zwölf regionalen Fed-Banken, die die Impfung verpflichtend einführt. Auch im Hauptsitz in Washington müssen alle Mitarbeiter bis zum 30. November vollständig geimpft sein, sagt ein Sprecher der Notenbank. Insgesamt beschäftigen die zwölf regionalen Notenbanken fast 20.000 Mitarbeiter, in Washington sind es etwa 2900. Soldaten der US-Armee, die Corona-Impfungen verweigern, droht die Entlassung. “Es ist buchstäblich eine Frage von Leben und Tod für unsere Truppen, ihre Familien und die Gemeinden, in denen wir leben”, sagt General Raymond Scott Dingle, der oberste Mediziner der Armee (Surgeon General of the Army). Soldaten können jedoch aus “legitimen medizinischen, religiösen oder administrativen Gründen” eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Die Armee gehe nun davon aus, dass alle ihre aktiven Einheiten bis zum 15. Dezember 2021 und die Mitglieder der Reserve und der Nationalgarde bis zum 30. Juni nächsten Jahres vollständig geimpft sein werden.

Beitragsfoto © VGC-Group (Pixabay)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.