Angriffsgrund: Kippa

Antisemitischer Überfall in Kölner Park

Köln | Im Kölner Kaiser-Wilhelm-Park hat am Freitag eine Gruppe junger Männer einen 18-Jährigen geschlagen, getreten und ihm die Kippa vom Kopf gerissen und diese geraubt. Er wurde, so die Ermittlungen laut Kölner Stadt-Anzeiger, „im Gesicht übel zugerichtet“. Rettungskräfte brachten das mit dem Bruch eines Jochbeins schwerverletzte Raubopfer in eine Klinik.

Nur wenig später konnte die Polizei zwei mutmaßliche Tatverdächtigen festnehmen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Vorstandsvorsitzende der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Jürgen Wilhelm: „Es ist eine Schande, dass jüdische Bürgerinnen und Bürger Angst haben müssen, sich mit ihrer Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen.“ Er hoffe, „dass die Gerichte in Deutschland solche Überfälle mit aller Härte des Gesetzes ahnden“. Die Tat im Kölner Stadtzentrum belege, „dass Antisemiten zunehmend aggressiver und gewalttätig werden“. 

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, schrieb am Sonntag auf Twitter: „Wenn jüdisches Leben nur versteckt in unserem Land möglich ist, dann hat es keine Zukunft. Harte Strafen gegen die Angreifer sind jetzt das Mindeste.“

Der katholische Stadtdechant Kölns, Robert Kleine, forderte im Internetportal „domradio.de“, mit aller Härte des Gesetzes gegen die Täter vorzugehen. Die christlichen Kirchen und die Stadtgesellschaft müssten immer wieder klarmachen: „Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden.“ Außerdem müsse „das Gift in den Köpfen der Menschen, das zu solchen Übergriffen führt“, entschieden bekämpft werden.

Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin, Henriette Reker, möchte, daß „antisemitische Übergriffe in unserer Stadt nicht geduldet“ werden. „In unserer Stadt muss jeder und jede angstfrei leben können, egal welcher Religion man angehört, welche Weltanschauung man hat und wie man lebt und liebt.“ Diese Weltoffenheit gehöre zu Köln.

Beitragsfoto: Symbolbild © RODNAE Productions (Pexels)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.