XIV. FORUM OSTWEST – Vortrag am 28. Juni: „Ungleiche Geschwister einer Familie: Westjuden vs. Ostjuden in der deutschen Kultur seit 1914“

Rheinisch-Bergischer Kreis | In seinem Vortrag am 28. Juni um 19.30 Uhr beleuchtet PD Dr. L. Joseph Heid die Konflikte, Gegensätze sowie die Auseinandersetzung von West- und Ostjuden in der deutschen Kultur seit 1914. Diese Zusammentreffen waren keine Seltenheit, denn seit den 1880er Jahren war Deutschland ein natürlicher Anziehungspunkt für verfolgte Ostjuden, die sich immer dann auf Wanderschaft begaben, wenn politische, ökonomische oder soziale Krisen die Existenz in ihren Heimatländern gefährdeten. Ihre Anwesenheit führte zu einer Polarisierung der deutsch-jüdischen Gegensätze. Die assimilierten Juden waren beunruhigt, ja verstört über die jiddische Kultur, die mit einem Mal inmitten ihrer liberalen Zivilisation auftauchte.

Die innerjüdischen Auseinandersetzungen trugen Züge eines Machtkampfes, in welchem es nicht an Intrigen und persönlichen Eitelkeiten, an unnötigen Schärfen und überspitzten Ideologien mangelte. Trotz repressiver Ausländerpolitik, trotz ausgeprägtem Antisemitismus, gab es für die Ostjuden im Deutschland der Weimarer Republik eine Perspektive. Auch der achte Abend des DiskussionsFORUMs des XIV. FORUM OSTWEST: „Jüdisches Leben in Deutschland“ findet als digitales Format per Zoom statt. Die Anmeldung läuft über https://www.forum-ostwest.de/

Infos zum Referenten
Priv.-Doz. Dr. L. Joseph Heid, Historiker, Literaturwissenschaftler, Publizist, Venia legendi für Neuere Geschichte. Zahlreiche Publikation zur deutsch-jüdischen Beziehungs- u. Literaturgeschichte, Sozialgeschichte (Arbeiterbewegung) und zum Ostjudentum, u.a.: Deutsch-Jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert (1992); Maloche – nicht Mildtätigkeit. Ostjüdische Arbeiter in Deutschland 1914-1923 (1995); Der ewige Judenhass (2000); Oskar Cohn. Ein Sozialist und Zionist (2002); Ostjuden im Ruhrgebiet (2011); schreibt für u. a.: Süddeutsche Zeitung; DIE ZEIT; Die Welt; Der Freitag; Jüdische Allgemeine; Jüdische Rundschau; Tachles (Zürich).

XIV. FORUM OSTWEST: Jüdisches Leben in Deutschland

2021 wird bundesweit 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert. Auch das Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises gedenkt gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk des Rheinisch-Bergischen Kreises dieses Jahr im Rahmen eines zentralen DiskussionsFORUMs der Geschichte und der Vielfalt jüdischen Lebens in Ost und West. Die Vortragsreihe lenkt 2021 den Fokus auf verschiedene jüdische Strömungen. Der Blick richtet sich auf Regionales, Internationales, aber auch auf Überzeitliches, auf Stereotypien und Klischees. Verschiedene Richtungen des Judentums werden ebenso wie die Geschichte von Migration, Assimilation und Abgrenzung gezeigt und diskutiert. Das DiskussionsFORUM wird begleitet von einem vielfältigen Kulturprogramm: Wir laden herzlich zu Ausstellungen, einem Themenrundgang, Filmen, einer Autorinnenlesung, Puppentheater sowie einer Podiumsdiskussion ein. Veranstalter des XIV. FORUM OSTWEST ist das Kulturamt des Rheinisch-Bergischen Kreises gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk des Rheinisch-Bergischen Kreises. In Kooperation mit der Gedenkstätte Bonn, der Kirche St. Engelbert Rommerscheid (Pfarrei St. Laurentius), dem Kunstmuseum Villa Zanders, dem Ökumenischen Begegnungscafé Himmel un Ääd, der Pfarrgemeinde Herz Jesu in Schildgen, dem Theater im Puppenpavillon sowie der VHS Bergisch Gladbach.

Organisatorisches Nähere Informationen zum Programm auf der Website www.forum-ostwest.de. Auf der Website können sich Interessierte zu allen Veranstaltungen verbindlich anmelden. Fragen beantwortet das Kreiskulturamt gerne telefonisch unter 02202 132770 oder per Mail an kultur@rbk-online.de. Die Veranstaltungen sind zum Teil als digitale, analoge und hybride Formate geplant und werden flexibel an die jeweilige Corona-Situation angepasst. Daher kann es bei allen Veranstaltungen, insbesondere bei Vor-Ort-Veranstaltungen, zu kurzfristigen Änderungen kommen. Die Website wird daher laufend aktualisiert. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich über die Website für einen Newsletter anzumelden, der über Neuigkeiten informiert. An allen Veranstaltungen gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln.

Beitragsfoto © Andreas Köhring

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