NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CCLXVI)

NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CCLXVI)

Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 11.907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 470 mehr als in der Vorwoche. Die Zahl der Sterbefälle ist rückläufig, das RKI vermeldet 60 Tote durch Covid-19, am vergangenen Montag wurden 92 verzeichnet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 169,3, am Sonntag war sie mit 165,6 angegeben worden. Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland ist nach dem gestern verzeichneten Rückgang wieder gestiegen und bewegt sich somit weiter oberhalb der 5000er-Marke. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5053 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2874 davon werden beatmet. Rund 4094 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. In ihren Tagesberichten verzeichnen sechs Bundesländer vierstellige Zuwächse. Nordrhein-Westfalen führt das Länderfeld mit 4838 neu registrierten Ansteckungen an. In der Liste der Länder mit den höchsten Tageswerten folgen Bayern (3104), Baden-Württemberg (1782), Hessen (1483), Niedersachsen (1334) und Sachsen (1086). Gemessen an der Einwohnerzahl ist Thüringen an diesem Sonntag das Land mit dem größten Tageszuwachs an neu gemeldeten Infektionen: Der Freistaat verzeichnet 31,3 neue Fälle je 100.000 Einwohner. Die meisten aktiven Fälle je 100.000 Einwohner gibt es in Sachsen mit 501, das somit als einziges Land über der 500er-Marke liegt. Dahinter folgen Thüringen, Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, NRW und Hessen, die alle über der 400er Schwelle liegen. In Deutschland überschreiten inzwischen 356 Regionen die Marke von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Insgesamt weist das RKI 412 Kreise und kreisfreie Städte inklusive der Berliner Bezirke aus. Damit liegen 86,4 Prozent der Regionen in der Republik über der Schwelle, ab der die sogenannte Bundesnotbremse greift. Vor zwei Wochen waren es noch 50 Regionen weniger. Nur noch sieben Regionen weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 35 und 50 auf, 49 Regionen liegen bei einem Wert zwischen 50 und 100. Unter 35 liegt keine Region mehr. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiterhin der Erzgebirgskreis die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in dem sächsischen Landkreis bei 382,4. Dahinter folgen in der Super-Hotspot-Liste der thüringische Landkreis Sömmerda (347,1) und Zwickau (344,4) in Sachsen. Insgesamt liegen wieder 17 Regionen über der 300er-Marke. Die bundesweit geringste Sieben-Tage-Inzidenz gibt es laut RKI in Plön: Demnach weist der schleswig-holsteinische Kreis einen Wert von 36,5 auf. Danach folgen Nordfriesland (38,0) und Flensburg (41,0) – beide ebenfalls in Schleswig-Holstein. In den zurückliegenden sieben Tagen (Kalenderwoche 16) haben die Bundesländer insgesamt 145.720 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Das ist der stärkste Wochenzuwachs dieses Jahres, der höchste Wert seit Ende Dezember (KW 52/2020: 149.798 Fälle) und der vierthöchste im Verlauf der Pandemie. In der vergangenen Woche hatte der Zuwachs noch 142.022 betragen. Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle stieg in der aktuellen Woche um 1662 an. Damit zieht der Wert weiter an: In der Vorwoche bis 18. April 2021 waren noch 1542 weitere Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Zugleich bedeutet der aktuelle Wochenzuwachs den höchsten Wert seit Anfang März (KW 9/2021: 1860 Todesfälle). Die Zahl der in sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen abermals gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt sie aktuell bei 185,9. Am Vortag hatte die wichtige Kennziffer noch 183,2 betragen, am Freitag 181. Den Daten zufolge wurden in NRW binnen eines Tages 4838 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 17 auf nun 15.218. In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten lag die Wocheninzidenz weiterhin über der kritischen Marke von 100. Liegt eine Kommune an drei Tagen in Folge über diesem Wert, greift die sogenannte Bundesnotbremse – etwa mit Ausgangsbeschränkungen.

Das israelische Gesundheitsministerium untersucht Fälle von Herzmuskelentzündung in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Eine vorläufige Studie habe “Dutzende von Fällen” von Myokarditis bei mehr als 5 Millionen Geimpften gezeigt, hauptsächlich nach der zweiten Dosis, so der israelische Koordinator für die Pandemiebekämpfung, Nachman Ash. Es sei aber noch unklar, ob die Anzahl der Personen mit Entzündung des Herzmuskelgewebes ungewöhnlich hoch sei und ob dies in Zusammenhang mit dem Vakzin stehe, betont Ash. Mehr als 150.000 Menschen haben bislang Behörden per App gemeldet, wie gut sie die Corona-Impfung vertragen haben. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) waren das 1,5 Prozent der bisher geimpften Personen. Je mehr Geimpfte die App “SafeVac 2.0” nutzen, desto aussagekräftiger sind die Daten. “Diese Daten tragen dazu bei, dass die Verträglichkeit der Impfung über die klinischen Prüfungen vor der Zulassung hinaus in der breiten Anwendung noch besser beurteilt werden kann”, erklärt das PEI. Die Informationen werden verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert und dem PEI mit einer Zufallsnummer übermittelt. Die Teilnehmer werden nach jeder Impfung ausführlich nach gesundheitlichen Beschwerden gefragt: sieben Mal innerhalb von drei Wochen nach der ersten Impfung und acht Mal innerhalb von vier Wochen nach der zweiten Impfung. Weitere Befragungen folgen sechs und zwölf Monate nach der letzten Impfung. Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen und einer neuen Virusmutation in Indien hat Weltärzte-Chef Frank Ulrich Montgomery umfassende Schutzmaßnahmen gefordert. Die indische Mutante sei offenbar “ansteckender und im Krankheitsverlauf schlimmer” als bisher bekannte Virus-Varianten, sagte er der “Rheinischen Post”. “Daher sind alle Maßnahmen der Kontakteinschränkung gegenüber potentiell hiermit Infizierten gerechtfertigt.” Neben Flug- und Einreiseverboten sowie strengen Quarantäneauflagen für Heimkehrer aus dem Risikogebiet rief Montgomery auch zu Hilfsangeboten für Indien auf. Aus Indien wurden am Sonntag fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, landesweit fehlt es an Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Deutschland kündigte am Sonntag Nothilfen für das Land an. Angesichts vieler versäumter Impftermine sollen die Impfzentren in NRW einem Zeitungsbericht zufolge künftig Überbuchungen zulassen. Das berichtet die “Rheinische Post” unter Berufung auf das NRW-Gesundheitsministerium. Die Impfzentren seien im jüngsten Impferlass gebeten worden, Überbuchungen von zehn Prozent zuzulassen. In Städten wie Köln habe es zuletzt Klagen gegeben, dass viele zuvor vereinbarte Impftermine ohne Angabe von Gründen nicht eingehalten worden seien. Das könne zur Folge haben, dass Impfdosen am Ende verfielen. Genaue Zahlen zu den Restdosen lägen dem NRW-Gesundheitsministerium aber nicht vor.

Nordrhein-Westfalen will bis Mitte Mai an allen Grund- und Förderschulen im Land sogenannte Lolli-Tests zum Erkennen von Corona-Infektionen anbieten. Das sagte Schul-Staatssekretär Mathias Richter der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”. Der Umfang sei gewaltig. “Wir reden hier über fast 735.000 Kinder, dafür benötigen wir derzeit Laborkapazitäten für rund 35.000 Tests am Tag”, erklärte er. Bei der sogenannten Lolli-Methode muss kein Stäbchen in die Nase oder tiefer in den Rachen geführt werden. Kinder lutschen stattdessen 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer, der danach im Labor ausgewertet wird. Es handelt sich um PCR-Tests, die beim Erkennen von Infektionen mit dem Coronavirus als sehr genau gelten.

Nach Daten des Bundeswirtschaftsministeriums sind seit Beginn der Krise 95,9 Milliarden Euro an Corona-Hilfsgeldern bewilligt worden, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorab. Von den aufgrund der stockenden Auszahlungen in die Kritik geratenen November- und Dezemberhilfen sind demnach mehr als 10,7 Milliarden Euro und damit rund 96 Prozent bei den Unternehmen angekommen, heißt es weiter. “Die Auszahlung der vollständigen Summen liegt bei den Bundesländern und wird dort sorgfältig geprüft. Schließlich geht es hier manchmal um mehrere Millionen Euro für ein Unternehmen, das dieses nicht mehr zurückzahlen muss”, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

In einem Gebäude in einem Brühler Industriegebiet hat die Polizei eine illegale Techno-Party mit rund 30 Gästen aufgelöst. Ein Zeuge rief am späten Samstagabend die Beamten, weil er laute Musik und singende Menschen gehört habe, teilte die Polizei mit. Vor Ort beobachteten diese dann “regen Personenzulauf” und bunten Lichtschein. 20 Menschen hielten sich den Angaben zufolge an der Rückseite des Gebäudes auf, nachdem sie es durch den Hintereingang verlassen hatten. 10 weitere Gäste waren noch im Gebäude selbst. Die Polizei schrieb 32 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Bei einigen Partygästen habe sie zudem Betäubungsmittel entdeckt, hieß es in der Mitteilung am Sonntag.

Die slowakische Regierung will den Corona-Notstand über den 28. April hinaus verlängern. Er erlaubt den Behörden unter anderem die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal sowie das Verhängen von Ausgangssperren. Das Land hatte am Montag nach vier Monaten Lockdown erstmals die Öffnung der meisten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe erlaubt, allerdings unter Auflagen. Die Corona-Infektionen sind in der Slowakei zuletzt zurückgegangen, am Sonntag wurden 1728 Neuinfektionen und 37 Tote gezählt. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner. Ab Montag wollen Restaurants und Bars in vielen Regionen Italiens ihre Außengastronomie öffnen und Kulturstätten wieder Besucher empfangen. In Rom öffnen zahlreiche Museen, wie der Palazzo Barberini mit seiner bedeutenden Kunstsammlung und auch die berühmte Ausgrabungsstätte der antiken Rennstätte Circus Maximus, wie die Stadt mitteilte. Venedigs Oper La Fenice will wieder Zuschauer einlassen, und die Uffizien in Florenz wollen schrittweise, beginnend mit dem Boboli-Garten, öffnen. Die Regierung hatte letzte Woche einen Fahrplan für schrittweise Lockerungen beschlossen. Die Öffnungen gelten in den Gelben Zonen mit einem moderaten Infektionsgeschehen. Dazu zählen ab Montag insgesamt 15, darunter die Lombardei mit der Metropole Mailand, Latium mit der Hauptstadt Rom, die Autonome Provinz Bozen-Südtirol und die Urlaubsregion Toskana. Russlands Hauptstadt Moskau will ältere Impfskeptiker mit Geschenkkarten von einer Immunisierung gegen das Coronavirus überzeugen. Über 60-Jährige können nach ihrer ersten Injektion einen Gutschein im Wert von 1000 Rubel (circa 11 Euro) erhalten und ihn in ausgewählten Geschäften, Apotheken und Cafés einlösen, wie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf seinem Blog schrieb. Die Menschen müssen sich demnach im Internet registrieren, um von der mit Unternehmensspenden finanzierten Aktion zu profitieren. Russland hat bereits im Dezember mit Massenimpfungen begonnen, doch viele Menschen zögern noch immer. Auch viele Alte sind skeptisch, ob der russische Corona-Impfstoff Sputnik V sicher ist. Jüngsten Angaben zufolge haben im größten Land der Erde erst knapp fünf Prozent der Bevölkerung beide Injektionen bekommen.

Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde überschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden AFP-Zählung wurden bis Samstagabend weltweit gut 1,002 Milliarden Dosen mit Corona-Impfstoff verabreicht. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf die drei Länder USA, China und Indien. In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht. Obwohl – vor allem dank der internationalen Covax-Initiative – inzwischen auch in den meisten armen Ländern Impfkampagnen begonnen haben, ist die Impfung bislang vor allem ein Privileg der reichen Länder. Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht. In Ländern mit geringem Einkommen liegt die Quote bei 0,2 Prozent. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen. Indien meldet mit 352.991 Corona-Neuinfektionen den fünften Tag in Folge einen weltweiten Höchstwert. Zudem steigt die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus binnen 24 Stunden um von 2812 auf insgesamt 195.123 – so stark wie noch nie in dem südasiatischen Land, wie das Gesundheitsministerium in Neu-Delhi mitteilt. Mit mehr als 17 Millionen bestätigten Infektionen weist Indien weltweit die zweitmeisten Ansteckungen nach den USA auf. In Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden Einwohnern nimmt die zweite Corona-Welle immer größere Ausmaße an. Viele Kliniken sind überlastet und der Sauerstoff zur Behandlung von Covid-19-Patienten wird knapp. Mehrere Länder haben Indien Hilfe angeboten – darunter auch Deutschland. Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien haben die USA sofortige Hilfe angekündigt. Unter anderem sollen Rohstoffe für die Impfstoffproduktion, Tests, Beatmungsgeräte, medizinische Schutzausrüstung und Medikamente entsandt werden, wie das Weiße Haus mitteilt. Auch die EU-Kommission will Indien in seiner zunehmend verschärften Pandemie-Lage mit Sauerstoff für die Patientenbeatmung und mit Arzneimitteln unterstützen. Das erklärt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dafür laufe bereits eine Koordinierung mit EU-Mitgliedsstaaten, twittert der für humanitäre Hilfe zuständige Kommissar Janez Lenarcic.

Beitragsfoto © Lisa (Pexels)

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