NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CCXLIII)

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet innerhalb eines Tages 24.300 Corona-Neuinfektionen und 201 weitere Todesfälle. Das sind gut 1600 Neuinfektionen mehr als am Donnerstag vergangener Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt gegenüber dem Vortag leicht auf 134,2. In Deutschland überschreiten inzwischen 290 Regionen den Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, neun mehr als gestern. Nur noch drei Regionen liegen unter der 35er-Marke, ab der zusätzliche Öffnungen möglich werden. Zum Vergleich: Am 19. August 2020 waren es 397 Regionen gewesen – ein Höchststand. 110 Kreise liegen bei der Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100. Das geht aus dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor, das insgesamt 412 Regionen ausweist (dazu gehören Landkreise, kreisfreie Städte und die Berliner Bezirke). Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten steigt weiter. In deutschen Kliniken werden derzeit 3680 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Im Vergleich zum Vortag sind das 85 Patienten mehr, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Demnach müssen 2026 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 49 mehr als am Dienstag. Die Zahl der freien Intensivbetten für Erwachsene sinkt auf nur noch 3301, das sind mehr als 200 weniger als am Vortag. Insgesamt (inklusive Kinderbetten) sind 4167 Intensivbetten frei. Deutsche Intensivmediziner schlagen angesichts der hohen Infektionszahlen Alarm. “Seit Mitte März sind unterm Strich 1000 Intensivpatienten zusätzlich in den Krankenhäusern gelandet. Wenn sich diese Geschwindigkeit fortsetzt, sind wir in weniger als vier Wochen an der regulären Kapazitätsgrenze angelangt”, sagt der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, der “Rheinischen Post”. “Wir malen keine Schreckensbilder, unsere Warnungen sind von den Zahlen gedeckt. Es braucht jetzt dringend einen harten Lockdown für zwei Wochen, verpflichtende Tests an Schulen zweimal in der Woche und deutlich mehr Tempo bei den Impfungen in den Zentren und Arztpraxen.” Die steigende Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bisher nicht sonderlich auf Schnelltests zurückzuführen. Es lasse sich “keine Verzerrung der Anzahl PCR-positiver Testergebnisse durch eine übergroße oder stark ansteigende Anzahl von positiven Antigentests nachweisen”, heißt es. Zwischen 8. und 14. März, als in Deutschland wöchentliche Gratis-Schnelltests eingeführt wurden, ging dem RKI zufolge bei 4,4 Prozent der laborbestätigten PCR-Tests ein positiver Schnelltest voraus. Dieser Anteil kletterte leicht auf 5,5 Prozent (15. bis 21. März) und zuletzt auf 6,0 Prozent (22. bis 28. März). Der Aufwärtstrend bei den nachgewiesenen Corona-Infektionen in der Altersgruppe der 0- bis 14-Jährigen hält an. In der Kalenderwoche 12, also vom 22. bis 28. März 2021, stieg die Wochen-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 150,8 – und damit auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Eine Ursache dafür könnte die deutlich gestiegene Anzahl der Testungen bei Kindern sein. Vor allem in den vergangenen vier Kalenderwochen stieg die Zahl der getesteten Personen in dieser Altersgruppe deutlich – was auch darauf zurückzuführen sein dürfte, dass regelmäßige Tests begleitend zu Schul- und Kita-Öffnnungen ab Ende Februar in vielen Bundesländern eingeführt wurden. 44 Prozent der Deutschen, die grundsätzlich offen für eine Corona-Impfung sind, wollen sich einer Umfrage zufolge das Astrazeneca-Vakzin nicht verabreichen lassen. Das ergibt eine Blitzerhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Sie wurde nach den jüngsten Einschränkungen für die Anwendung dieses Impfstoffs durchgeführt. Demzufolge wollen sich insgesamt 69 Prozent der Bundesbürger impfen lassen, sobald sie die Möglichkeit haben. Zehn Prozent möchten zunächst einmal abwarten. Aus diesen beiden Gruppen zeigen sich 51 Prozent bereit zu einer Impfung mit dem Astrazeneca-Mittel, während 44 Prozent dieses derzeit ablehnen. Aus der Gesamtgruppe der Befragten wollen sich acht Prozent gar nicht impfen lassen. 57 Prozent geben an, dass sie sich auch mit dem russischen Impfstoff Sputnik V impfen lassen würden, wenn dieser in der EU und Deutschland zugelassen würde. Die beiden Länderchefs von Baden-Württemberg und Bayern, Winfried Kretschmann und Markus Söder, appellieren in einem gemeinsamen Brief an ihre 14 Länderkollegen, die Corona-Krisenpolitik konsequenter umzusetzen. Laut “Süddeutscher Zeitung” schreiben sie, die Lage sei “ernster, als viele glauben”. Ihre Forderung: Die Notbremse müsse – getragen von “einem einheitlichen Geist” – konsequent umgesetzt werden. Außerdem fordern sie nächtliche Ausgangssperren, weitere Kontaktbeschränkungen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 sowie eine FFP2-Maskenpflicht und Tests. Diese Instrumente zur Pandemiebekämpfung seien “gemeinsame Beschlusslage”, heißt es in dem Brief weiter. Außerdem wollen sie einheitliche Regelungen für die Schulen. Wer keinen negativen Test vorweisen könne, solle “auch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können”. Der Brief schließt laut Bericht mit dem Satz: “Kämpfen wir weiter gemeinsam gegen das Virus und für die Gesundheit der Menschen in unserem Land!” Angesichts der hohen Zahl von Neuinfektionen in Hamburg beschließt der Senat eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Ab Karfreitag sollen die Hamburger zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens zu Hause bleiben, wenn sie keinen triftigen Grund haben, ihre Wohnung zu verlassen, sagt Bürgermeister Peter Tschentscher. Darüber hinaus gehen die Hamburger Kindertagesstätten nach Ostern wieder in den erweiterten Notbetrieb. An Schulen soll der teilweise Präsenzunterricht aufrechterhalten werden, für Schüler und Lehrer aber eine Testpflicht gelten. Die Polizei hat in einem Strandbad in Neubrandenburg eine Party mit rund 150 Jugendlichen beendet. Wie die Polizei mitteilt, hatten sich mehrere Anrufer aus Neubrandenburg über laute Musik beschwert. Die Besatzung eines Funkstreifenwagens stellte fest, dass rund 150 Jugendliche in dem Strandbad bei lauter Musik feierten. Mit einem Großaufgebot sei die Polizei dann angerückt. In mehr als 50 Fällen sei es den Beamten gelungen, die Personalien festzustellen. Gegen die Jugendlichen sei Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung und wegen illegaler Abfallbeseitigung erstattet worden, da laut Polizei im Strandbad erhebliche Verschmutzungen festgestellt wurden. Obwohl nach dem Willen der Landesregierung auch über Ostern in den niedersächsischen Impfzentren gegen das Coronavirus geimpft werden soll, droht vielerorts eine unfreiwillige Osterruhe. Denn noch immer steht ihnen weniger Impfstoff zur Verfügung als erhofft. Das hat eine stichprobenartige Umfrage in den Kommunen ergeben. Nordrhein-Westfalen erwartet am Samstag eine Lieferung von 380.000 Dosen Astrazeneca-Impfstoff und will diese dann Menschen im Alter ab 60 Jahren anbieten. Das Terminsystem für die Impfzentren werde entsprechend freigeschaltet, die Zentren würden die Öffnungszeiten ausweiten, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. “Wir fangen damit über Ostern an.” Damit werde NRW einen “starken Impuls in der Impfkampagne” setzen. Biontech/Pfizer bezeichnet die ersten Ergebnisse seiner Impfstudie mit 2.260 Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren als “ermutigend”. Die Studienteilnehmer hätten “sehr hohe Antikörperantworten, mit oder ohne vorherige Anzeichen einer SARS-CoV-2-Infektion” gezeigt, heißt es in einer Mitteilung der beiden Firmen. Der Impfstoff werde von den 12- bis 15-Jährigen sogar besser angenommen als von 16- bis 25-jährigen jungen Erwachsenen. “Der Impfstoff wurde gut vertragen und wies eine hundertprozentige Wirksamkeit gegen Covid-19 auf”, heißt es weiter. “Die ersten Ergebnisse der Studie bei Jugendlichen deuten darauf hin, dass Kinder durch die Impfung besonders gut geschützt sind”, wird Biontech-Gründer Ugar Sahin zitiert. “Gerade in Hinblick auf die Verbreitung der B.1.1.7-Variante sind diese Ergebnisse ermutigend.” Beide Unternehmen wollen nun eine Ergänzung der Impfstoff-Zulassung in den USA und Europa beantragen. Die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geplante zentrale Gedenkfeier für die in der Corona-Pandemie Verstorbenen am 18. April nimmt Gestalt an. Nach Angaben des Bundespräsidialamts soll sie im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin stattfinden – im kleinsten Kreis. Teilnehmen werden neben fünf Hinterbliebenen die Spitzen der fünf Verfassungsorgane und ein Vertreter des Diplomatischen Korps. Vor dem Gedenkakt soll in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden. “Auch wenn die Pandemie noch nicht überwunden ist, soll dies ein Tag des Innehaltens sein, der zeigt, dass wir als Gesellschaft Anteil nehmen, die Toten und das Leid der Hinterbliebenen nicht vergessen”, teilte das Bundespräsidialamt mit. Steinmeier ergänzt: “Das Ausgeliefertsein und die Einsamkeit im Sterben, unsere Verwundbarkeit, die Stigmatisierung durch das Virus, die Unsichtbarkeit des einsamen Todes abseits der betriebsamen Gesellschaft – all das ist mit der Pandemie verbunden. Mit einer Gedenkfeier erkennen wir als Staatsspitze diese verstörenden Folgen an und möchten zeigen: Wir sehen das Leid.” Die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland gehen ab dem 1. April in einen weiteren Lockdown. Die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken ist hoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in den drei Bundesländern zwischen 280 und 340. Österreichweit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 260 Menschen pro 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Virus angesteckt. Die Maßnahme gilt bis zum 10. April. Bis auf die üblichen Ausnahmen für den täglichen Bedarf müssen alle Läden schließen. Auch Museen und Zoos dürfen nicht mehr besucht werden. Obendrein herrschen ganztägig Ausgangsbeschränkungen. In Frankreich sollen die Schulen für drei Wochen geschlossen bleiben. “Das ist die beste Lösung, um das Virus auszubremsen”, sagt Präsident Emmanuel Macron in einer Ansprache an die Nation. Er betont, dass es in Frankreich gelungen sei, die Schulen in der Pandemie länger offen zu halten als in vielen Nachbarländern. Außerdem kündigt der Präsident eine Ausweitung von bestimmten Lockdown-Maßnahmen auf das gesamte Land an. Die Neuerung tritt am Samstag in Kraft für mindestens einen Monat. Bislang galten die Regelungen nur im Großraum Paris und einigen anderen Regionen. “Wir werden die Kontrolle verlieren, wenn wir jetzt nichts tun”, so Macron. In Italien will die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi die Schulen für jüngere Kinder nach Ostern wieder grundsätzlich öffnen. Außerdem sieht ein neues, vom Kabinett beschlossenes Dekret eine Impfpflicht für viele Beschäftigte im medizinischen Bereich und in anderen Teilen des Gesundheitswesens vor. So reagiert Rom darauf, dass ein Teil des medizinischen Personals der Impfkampagne gegen Corona skeptisch gegenüber steht. Nun sollen Beschäftigten etwa in Krankenhäusern und Apotheken, die die Impfung verweigern, andere Aufgaben zugewiesen werden, bei denen kein Risiko einer Ausbreitung bestehe. Kinder bis zur sechsten Klasse sollen – auch in den besonders betroffenen sogenannten Roten Zonen – in die Klassenräume zurückkehren. Ziel sei es, für Ältere den Fernunterricht schrittweise zu beenden. Das Dekret gilt ab 7. April. Viele Vorschriften wie die verlängerten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit laufen bis 30. April. Schweden verlängert aufgrund hoher und steigender Neuinfektionszahlen die Beschränkungen für Restaurants, Kneipen und Cafés. Die Lokale müssen um 20.30 Uhr schließen, dürfen danach aber weiter Essen und Getränke zum Mitnehmen anbieten, wie Regierungschef Stefan in Stockholm bekanntgab. Die Beschränkungen der Besucher- und Kundenanzahl in Einkaufspassagen, Geschäften und Fitnessstudios gelten ebenfalls länger. Löfven sagt, es dürfe keine großen Osterfeiern geben. Die Maßnahmen wären planmäßig am 11. April ausgelaufen und sollen nun bis 3.Mai gelten. Schwedens Neuinfektionszahlen sind etwa dreimal so hoch wie in Deutschland. Finnland verlängert seine Einreisebeschränkungen bis Ende April. Zum Schutz vor der Ausbreitung von Varianten des Virus führe man die Beschränkungen bis zum 30. April fort. Ausländer kommen somit weiter nur noch in Ausnahmefällen ins Land. Das gilt für Deutschland und alle weiteren Schengenländer mit Ausnahme von Island. Die Neuinfektionszahlen in Finnland steigen. In den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC liegt das Land für den Zeitraum vom 8. bis 21. März bei einer 14-Tages-Inzidenz von 173 und damit leicht unter dem Wert von Deutschland. Österreich wird Bundeskanzler Sebastian Kurz zufolge vermutlich bereits in der kommenden Woche den russischen Sputnik-Impfstoff bestellen. “Wir sind auf den letzten Metern”, so Kurz nach einem Treffen mit dem russischen Botschafter. “Eine Bestellung von Sputnik kann wahrscheinlich schon nächste Woche erfolgen.” Dann würde Österreich noch im April 300.000 Dosen, im Mai 500.000 Dosen und 200.000 Dosen Anfang Juni erhalten. In Polen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums 653 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Das ist die höchste Zahl, die in diesem Jahr an einem Tag verzeichnet wurde. Insgesamt starben in dem Nachbarland bislang mehr als 53.000 Menschen. Zudem registrierten die Behörden 32.874 Neuinfektionen, die Gesamtzahl steigt damit auf über 2,3 Millionen. In Polen leben rund 38 Millionen Menschen. Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen hat die griechische Polizei wegen der Missachtung der Corona-Regeln Geldstrafen gegen Dutzende Erasmus-Studenten verhängt. Nun müssen 52 junge Leute, die aus Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden und anderen Staaten der EU stammen, insgesamt 15.600 Euro zahlen. Sie feierten in der Nacht eine Party in einer Wohnung im Zentrum der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Solche Feiern sind aber wegen der Corona-Pandemie auch in Griechenland nicht erlaubt. Eine 23-jährige Spanierin, in deren Wohnung die Party stattfand, muss zudem 3000 Euro Strafe zahlen, berichtet das griechische Staatsfernsehen (ERT) weiter. Ungarn verzeichnet 302 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden – so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Pandemie. Zudem seien 6700 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, teilt die Regierung mit. Gegenwärtig liegen in dem Land mit rund zehn Millionen Einwohnern mehr als 12.000 Patienten in den Krankenhäusern, die wegen einer Corona-Infektion behandelt werden. Knapp 1500 von ihnen müssen außerdem beatmet werden. Das Gesundheitssystem des Landes sei zunehmend belastet, warnen die ungarischen Behörden. Indien meldet mit 72.330 Corona-Neuinfektionen den höchsten Wert seit dem 11. Oktober. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen steigt damit auf 12,22 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Das sind weltweit die drittmeisten Infektionen nach den USA und Brasilien. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus erhöht sich um 459 auf 162.927. Bei einer Frau in Brasilien ist eine neue Variante des Coronavirus festgestellt worden. Die Wissenschaftler des (Instituto) Butantan, die ein Netzwerk für den Alarm für Covid-19-Varianten koordinieren, hätten die neue Variante in der Stadt Sorocaba in der Nähe der Millionenmetropole São Paulo identifiziert, schreibt die Forschungseinrichtung “Instituto Butantan” auf Twitter. Demnach ähnele die neue Variante der südafrikanischen und muss noch genauer untersucht werden.

Beitragsfoto © Miguel Á. Padriñán

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