Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 5011 neue Corona-Infektionen gemeldet. Zudem wurden 34 Todesfälle verzeichnet – das ist ein neuer Tiefstand im Jahr 2021. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 4732 Neuinfektionen und 60 neue Todesfälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt: Am Montagmorgen liegt sie bundesweit bei 68,0 – am Vortag lag sie 66,1. Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland steigt nach mehreren Tagen des Rückgangs zum Wochenausklang wieder an. In deutschen Kliniken werden derzeit 2786 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, wie aus dem aktuellen Divi-Intensivregister hervorgeht. Im Vergleich zum Vortag ist das ein Zuwachs um 35 Patienten. Demnach müssen 1584 Patienten invasiv beatmet werden, das sind 8 mehr als am Vortag. Insgesamt sind den Angaben zufolge noch 5231 Betten in den deutschen Kliniken frei. Ab diesem Montag wäre vielerorts Shopping mit Termin möglich, sofern die Geschäfte einen Weg gefunden haben, das zu organisieren und die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis unter 100 liegt. Liegt sie unter 50 dürfen die Kunden die Läden auch ohne Termin betreten, allerdings nach Verkaufsfläche begrenzt. Die Menschen in 66 Landkreisen müssen sich darüber aber keine Gedanken machen, weil die Inzidenz bei ihnen über 100 liegt. In den restlichen knapp 340 Landkreisen sieht es besser aus, in immerhin 135 Kreisen liegt sie sogar unter 50. Der Kreis Dithmarschen verschärft seine Corona-Beschränkungen. In den Innenstädten von Heide, Brunsbüttel, Marne und Meldorf müssen Fußgänger in bestimmten Bereichen ab Montag während der Woche tagsüber einen Mund-Nasen-Schutz tragen. In Büsum besteht die Maskenpflicht zusätzlich an den Sonntagen, wie der Kreis am Sonntag mitteilte. Die Allgemeinverfügung gilt bis einschließlich Sonntag, 28. März 2021. Eine Verlängerung sei möglich, hieß es. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, spricht sich für eine schnelle Einbindung der Haus- und Fachärzte beim Impfen aus. “Wir sind 50.000 Hausärzte, dazu kommen Gynäkologen und Kinder- und Jugendärzte, die auch Eltern mitimpfen könnten”, sagt Weigeldt der “Wirtschaftswoche”. “Wenn jede Praxis im Schnitt zehn Patienten pro Tag schafft, dann schaffen wir sicher 2,5 Millionen Menschen pro Woche.” Die Organisation von Schnelltests stellt die Apotheken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Es werde nicht möglich sein, dies sofort überall umzusetzen, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Gabriele Regina Overwiening, im ZDF. Angesichts der Pläne von Bund und Ländern für eine neue App zur Kontaktnachverfolgung äußert der Grünen-Digitalexperte Dieter Janecek scharfe Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn. “Die Bilanz der Bundesregierung in Sachen App ist nach einem Jahr Pandemie desaströs”, sagt Janecek dem “Handelsblatt”. Die Erkennung von Clustern mit der Corona-Warn-App des Bundes, in denen besonders viele Menschen zusammenkommen, sei “monatelang verpennt” worden. “Der Gesundheitsminister ist bei der Weiterentwicklung der Corona-App auf ganzer Linie gescheitert.” Bund und Länder wollen sich bis heute über eine neue App zur Kontaktnachverfolgung verständigen, wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet vergangene Woche gesagt hatte. Dies könne Besuche von Restaurants und Kinos erleichtern. Im Gespräch ist die App “Luca”. Weil die Menschen in Corona-Zeiten auf Abstand gehen und sich dadurch weniger erkälten, ist der Verkauf von rezeptfreien Arzneimitteln in Deutschland deutlich zurückgegangen. Bayer-Chef Werner Baumann nennt bei Erkältungspräparaten ein Marktminus von über 20 Prozent im vergangenen Jahr. Das Corona-Jahr 2020 hat es Paaren nicht leicht gemacht. Aus den amtlichen Hamburger Hochzeits- und Scheidungsdaten geht hervor, dass nicht nur seltener geheiratet wurde. Es gingen im Vergleich zu 2019 auch mehr Ehen in die Brüche. So haben sich im vergangenen Jahr in den Hamburger Standesämtern etwa 4780 Paare das Ja-Wort gegeben. Im Jahr zuvor waren es noch fast 6000 Paare. Gleichzeitig sind im vergangenen Jahr 4044 Anträge auf Ehescheidungen an den Amtsgerichten in Hamburg eingegangen, wie aus der Antwort der Bürgerschaft auf eine Anfrage der AfD hervorgeht. Das sind 212 mehr als im Vorjahr und 256 mehr als 2018. Nach Monaten im Lockdown kehren die Schülerinnen und Schüler in England heute ins Klassenzimmer zurück. Es ist der erste Schritt eines Lockerungsplanes der Regierung. Weiterführende Schulen können nach Bedarf stufenweise öffnen. So soll Zeit für mehrere freiwillige Corona-Tests sein. Die Regierung stellt zu Beginn Dutzende Millionen Schnelltests bereit. Danach kann jede Familie mit einem Schulkind pro Woche zwei Selbsttests je Haushaltsmitglied in Anspruch nehmen. Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine Rote Zone mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt. Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche Roten Zonen. Fünf Wochen nach ihrer Wiedereröffnung müssen Restaurants und Theater in Rumäniens Hauptstadt Bukarest wieder dichtmachen. Weil die Inzidenz der Neuansteckungen kritisch ist, verfügten die Bukarester Behörden, dass ab Montag die Innengastronomie nur noch für Hotelgäste erlaubt sei. Theater, Kinos und Glückspielhallen müssen schließen. Erlaubt bleibt die Gastronomie unter freiem Himmel. In den Schulen wurde die Präsenzpflicht auf die Grundschul- und Abschlussklassen reduziert. Die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 hat sich in Rumänien landesweit seit einer Woche nahezu verdoppelt. Am Freitag wurden 4342 Infektionen gemeldet. Frankreich treibt die Zahl der Impfungen am Wochenende voran. Am Samstag erhielten etwa 220.000 Menschen eine entsprechende Spritze, mehr als doppelt so viele wie vor einer Woche. In Tschechien ist weiter kaum eine Entspannung des Infektionsgeschehens in Sicht. Das Gesundheitsministerium meldet 9066 neu erkannte Ansteckungen mit dem Coronavirus. Das sind 4483 Fälle mehr als vor einer Woche. Demnach steigt die Zahl der laborbestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie auf insgesamt mehr als 1,32 Millionen. In dem deutschen Nachbarland mit etwa 10,7 Millionen Einwohnern hat sich somit bereits mehr als jede zehnte Person mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. In Polen gewinnt das Infektionsgeschehen seit dem Start einer Öffnungs-Testphase immer mehr an Dynamik. Das Gesundheitsministerium meldet 13.569 neu erkannte Ansteckungen mit dem Coronavirus. Damit verzeichnete das deutsche Nachbarland binnen einer Woche insgesamt 87.928 neue Fälle. In den USA sind jetzt über 90 Millionen Personen mindestens einmal geimpft worden. Das gibt das Seuchenzentrum CDC bekannt. Knapp 58,9 Millionen hätten bislang eine von zwei benötigten Impfungen erhalten und mehr als 30,7 Millionen beide. Ausgeliefert wurden inzwischen 116,4 Millionen Impfdosen. Erfasst sind die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.
NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CCXIX)
