Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und 445 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 13.882 auf 2.033.518 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46.419 Fälle. Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und insgesamt weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5015 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2865 davon werden beatmet. Rund 4500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei. Die Zahl der Impfungen in Deutschland hat die Schwelle von einer Million überschritten. Laut RKI kamen binnen eines Tages knapp 80.000 neue Impfungen dazu, damit haben nun 1.048.160 Menschen in Deutschland ein Vakzin gegen das Coronavirus erhalten. Die Impfquote stieg damit auf 1,26 Prozent. Tests auf das Coronavirus sind ab sofort grundsätzlich auch in Apotheken und in Zahnarztpraxen möglich. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums trat an diesem Samstag in Kraft. Der Verantwortliche für die internationalen Pisa-Studien, Andreas Schleicher, plädiert trotz der hohen Corona-Zahlen für die Öffnung von Grundschulen und Kindergärten. “Selbst in der gegenwärtigen Infektionslage habe ich wenig Verständnis dafür, dass Grundschulen und Kindergärten flächendeckend geschlossen werden”, sagt der Leiter des Direktorats Bildung bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der Städte- und Gemeindebund warnt vor überzogenen Corona-Maßnahmen. Zwar sei eine Verlängerung des Lockdowns angesichts der Infektionslage notwendig, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der geforderte “Mega-Lockdown” sei allerdings “keine Lösung und könnte die unverzichtbare Akzeptanz der Menschen für die zahlreichen Maßnahmen gefährden”. “Da der Lockdown nun schon Wochen anhält, sollte man sich nicht für eine generelle Schließung von Schulen und Kitas entscheiden, sondern zumindest eine Notbetreuung sicherstellen”, forderte Landsberg. Die Deutsche Bahn prüft einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung einer FFP2-Maskenpflicht in ihren Regional- und Fernzügen. Bislang gilt in den Zügen der Deutschen Bahn nur die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. FFP2-Masken sind dichter als herkömmliche Mund-Nase-Masken und bieten daher mehr Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Als erster Bundesminister fordert Außenamtschef Heiko Maas, Menschen mit Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben. “Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg.” Maas erinnerte auch an die Betreiber von derzeit geschlossenen Restaurants, Kinos, Theater oder Museen. Die Polizei hat eine Feier mit 24 Menschen in einer Bar im südhessischen Höchst aufgelöst. Keiner der Beteiligten trug eine Mund-Nasenbedeckung und auch die coronabedingten Abstände wurden nicht eingehalten. Alle müssen nun mit einer Anzeige rechnen. Da sich niemand als Inhaber der Bar zu erkennen gab, wurde das Lokal durch die Polizei geschlossen. Nach dem Verbot von Versammlungen gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen in Nürnberg ist für Sonntag in den sozialen Netzwerken zu einem Gottesdienst vor der Lorenzkirche aufgerufen worden. Polizei und Stadt wiesen darauf hin, dass auch ein solches Treffen verboten ist. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Nürnberg und die Katholische Stadtkirche distanzierten sich von dem Aufruf und teilten mit, die geplante Demonstration habe nichts mit den liturgischen Feiern in den Kirchen zu tun. “Die Initiatoren dieser Veranstaltung wollen damit wohl einen Ersatz für die verbotene Demonstration schaffen”, erklärten die Kirchen in einer gemeinsamen Mitteilung. Auf Twitter bat das Evangelisch-Luterische Dekanat Nürnberg die Menschen, zu Hause zu bleiben und nicht zu der Versammlung vor der Lorenzkirche zu kommen. In Österreich wird der bislang bis 24. Januar angekündigte Lockdown laut der Agentur APA um zwei Wochen bis zum 7. Februar verlängert. In Frankreich ist die Zahl der infolge des Coronavirus gestorbenen Menschen auf mehr als 70.000 gestiegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde stieg die Zahl der Toten binnen 24 Stunden um 196 auf 70.142. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden liegt mit 21.406 knapp über dem Wert vom Freitag. Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden bereits 413.046 Menschen geimpft. In Großbritannien melden die Behörden die dritthöchste Todeszahl an einem Tag seit Beginn der Corona-Pandemie. Das Gesundheitsministerium gibt 1295 Todesfälle bekannt nach 1280 am Freitag. Die Zahl der Todesopfer steigt damit auf insgesamt 88.590. Die Zahl der positiven Tests beträgt 41.342 nach 55.761 am Freitag. Bislang wurden in Großbritannien rund 3,6 Millionen Impfungen verabreicht. In Italien gilt ab Sonntag ein Lockdown in drei von der Pandemie besonders betroffenen Gegenden, sogenannten Roten Zonen. Zu den Roten Zonen gehören neben der Lombardei Sizilien und die Autonome Provinz Bozen. Dort sollen die Menschen ihre Häuser nach Möglichkeit nicht verlassen, außer zur Arbeit, zum Einkaufen oder aus anderen wichtigen Gründen. Ein Großteil Italiens wird als Orange Zone eingestuft, dazu gehört auch die Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Dort sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. Restaurants und und Bars dürfen Gäste nicht mehr am Tisch bedienen, erlaubt ist nur noch zeitweiser Außer-Haus-Verkauf. Trotz verlängerter Corona-Beschränkungen in Italien können ab Montag in einigen Regionen des Mittelmeerlandes Museen und Ausstellungen wieder von Montag bis Freitag öffnen. Diese Regel gelte für die sogenannten Gelben Zonen, in denen die Corona-Lage weniger angespannt ist als im Rest des Landes. Ein Corona-Intensivpatient ist in Israel gestorben, nachdem die Verbindung mit seinem Beatmungsgerät unterbrochen wurde, ohne dass das medizinische Personal dies bemerkte. Das Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv begründete dies mit sehr hoher Arbeitsbelastung. Die Zahl der Flugpassagiere ist im vergangenen Jahr wegen der Reisebeschränkungen in der Corona-Krise weltweit um 60 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist binnen 24 Stunden um mindestens 221.828 Fälle gestiegen. Mindestens 3273 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 395.564. Die USA weisen weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. Dramatische Zustände in den Krankenhäusern im Bundesstaat Amazonas haben neue Proteste gegen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro ausgelöst. In Millionenstädten wie Rio de Janeiro, São Paulo oder Brasília gingen zahlreiche Menschen auf ihre Balkone, schlugen mit Löffeln auf Töpfe und riefen “Bolsonaro, tritt zurück”. Die Intensivstationen sind voll, viele Kliniken haben bereits keinen Sauerstoff zur Beatmung schwer kranker Patienten mehr. Betroffen sind nicht nur Corona-Patienten, sondern etwa auch zu früh geborene Babys. Berichte über erstickende Patienten und verzweifelte Angehörige, die versuchen selbst Sauerstoffflaschen für kranke Verwandte zu ergattern, sorgen im ganzen Land für Entsetzen.
NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CLXIX)
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