VON WOLFGANG HORN
Rheinisch-Bergischer Kreis | Himmel und Ääd ist ein ökumenisches Begegnungscafé in Schildgen, Bergisch Gladbach, ehrenamtlich geführt, und eigentlich ein Raum des Gespräches und der persönlichen Begegnung, ein kultureller Treffpunkt.
Gestern Abend hatten die Himmel un Ääd-Macher, den Pandemiebedingungen gehorchend, zu einem Online-Treffen geladen: Zu einem Vortrag von Volker Börkewitz zum Thema „Spanische Grippe von 1918/19“ mit anschließender Diskussion.
Und: Annähernd siebzig Menschen hatten sich versammelt, vor PCs, Tablets und Handies, aber allesamt im Café Himmel un Ääd. Und sie alle folgten einem enorm kenntnisreichen und interessant dargebrachten Vortrag von Volker Börkewitz, weder Virologe, noch Epidemiologe oder Mediziner, über einen kurzen Abschnitt der Geschichte auch unseres Landes vor einhundert Jahren mit seiner nachgerade erschreckenden Parallele zur aktuellen Pandemielage. Damals kamen gegen Ende des Ersten Weltkrieges bei weit geringerer Weltbevölkerung von etwa 1,8 Milliarden Menschen zwischen 20 Millionen und 50 Millionen nach einer Infektion mit dem Influenza-Virus H1N1 ums Leben. Die weltweite, von Soldaten verbreitete Pandemie verlief in drei Wellen und kostete, ein Novum, vor allem 20- bis 40-Jährige das Leben. Die Grippe hatte ihren Ursprung in den USA, wurde aber “Spanische Grippe” genannt, weil erste Nachrichten über die Seuche aus Spanien kamen, denn Spanien war neutral im Ersten Weltkrieg und hatte noch eine relativ liberale Presse, in der Berichte über das Ausmaß der Seuche nicht unterdrückt wurden.

Im Anschluß an der Vortrag entspann sich noch eine konstruktive Debatte etwa über die Entscheidungsfreiheit bei Impfungen gegen Covid-19 sowie gesellschaftliche Folgen der aktuellen pandemischen Lage.
Ein interessanter, spannender, der Pandemie gewidmeter und ihr angepaßter Abend, der im Café selbst kaum besser hätte durchgeführt werden können. Vielen Dank. Das Manuskript ist als PDF-Datei bei den Verantwortlichen von Himmel un Ääd zu erhalten.