Die Gesundheitsämter haben mit 13.554 neuen Fällen erwartungsgemäß vergleichsweise wenige neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl bei 14.419 gelegen. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen regelmäßig vergleichsweise niedrig, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 249 auf insgesamt 14.361. In Deutschland überschreiten 376 Regionen den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das sind zwei mehr als am Montag. Damit gelten 91 Prozent der deutschen Regionen als Corona-Hotspots. Das geht aus dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor (24. November, 0.00 Uhr). Demnach liegen von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), nur 13 unter der ersten Warnschwelle von 35 Neuinfektionen. Am stärksten betroffen ist weiterhin der Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 482,6 (Vortag: 395,6) Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. In keinem anderen Landkreis in Deutschland ist diese Zahl aktuell so hoch. Als Reaktion werden in Hildburghausen nun alle Kitas und Schulen geschlossen. Schulen, Kitas, Verwaltungen, Polizei und auch Altenheime seien massiv betroffen. „Das geht querbeet durch alle Altersschichten“, sagte der Landrat. Am Wochenende wurde in Berlin eine Technoparty mit mehr als 130 Gästen von der Polizei aufgelöst. Die Beamten wurden am frühen Sonntag zu einem Klub im Stadtteil Lichtenberg gerufen, in dem laute Musik lief, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. In der Diskothek trafen die Einsatzkräfte über 130 Menschen an. „Die Einhaltung der Abstände sowie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung waren in Gänze nicht feststellbar“, schrieb die Polizei Berlin auf Twitter. Gegen die Anwesenden und den Veranstalter wurden Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Hygieneschutzverordnung erstattet. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten in Deutschland steigt weiter kontinuierlich an. Laut dem aktuellen Tagesreport des Divi-Intensivregisters werden derzeit 3742 Infizierte (+33) intensivmedizinisch behandelt, 2161 davon (+29) werden beatmet. Noch vor einer Woche hatte der Wert bei 3436 (1971 beatmet) gelegen. Rund 6616 Intensivbetten sind derzeit den Angaben zufolge in den deutschen Kliniken noch frei, das entspricht einem Minus von 33 Betten. Vertreter von Universitätskliniken in Deutschland haben vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen gewarnt. “Um die Kliniken zu entlasten und länger anhaltende Einschränkungen zu Lasten von Nicht-Covid-19-Patienten zu verhindern, muss die Zahl der Neuinfektionen unbedingt sinken”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Charité und Leiter des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), Heyo K. Kroemer. Seit einigen Tagen sei in vielen Universitätskliniken Deutschlands zwar ein etwas verlangsamter Anstieg der Zahlen von stationär Behandelten und beatmeten Patienten zu beobachten. Doch vor allem in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln bleibe die Lage angespannt, hieß es. Steige die Zahl der Neuinfektionen weiter an, drohe in Deutschland eine Situation wie in Nachbarländern, wo die Intensivkapazitäten am Limit angelangt seien und Schwerkranke nicht mehr behandelt werden könnten. Der Deutsche Lehrerverband bevorzugt wegen der hohen Corona-Zahlen für den Schulbetrieb eine Lösung aus drei Elementen in besonders betroffenen Regionen, ein Dreisäulen-Hybridmodell aus täglich oder wöchentlich wechselndem Präsenzunterricht, aus Online-Unterricht und Freiarbeit zu Hause. Man erreiche so sogar Schüler, die in Quarantäne sind, sagt Jürgen Böhm, Vizevorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes. Mit einem emotionalen Appell hat der Bürgermeister der Grenzstadt Arnheim das Böllerverbot in den Niederlanden verteidigt. Das Krankenhaus sei voll mit Corona-Patienten, selbst für Herzinfarkte, Beinbrüche und Unfallopfer gebe es kaum Betten, schrieb Ahmed Marcouch auf Facebook. Dieses Jahr gebe es deshalb keinen Platz für Hunderte durch Silvesterfeuerwerk Verletzte, «für abgerissene Finger und verbrannte Augenlider». Es sei wirklich nicht der Moment, um über das Verbot von Böllern und Raketen zu jammern. Die fatale Kombination von Alkohol, Drogen und Böllern müsse in diesem Jahr vermieden werden. Am Sonntagabend hatten Jugendliche den vierten Abend in Folge in einem Stadtteil von Arnheim mit schweren, illegalen Böllern für Verwüstungen gesorgt, Bushaltestellen wurden zerstört und Müllcontainer brannten aus. Erstmals seit Wochen haben die Gesundheitsbehörden Frankreichs weniger als 5000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Es seien rund 4450 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden mit. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen in der Vergangenheit zwar immer niedriger gewesen. Dennoch ist das der niedrigste Wert seit Ende September. Zeitweise wurden im Herbst um die 60.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. In Italien hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 50.000 überstiegen. Das Gesundheitsministerium meldet 630 weitere Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden, womit seit Ausbruch der Krankheit insgesamt 50.453 Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 verstarben. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg um 22.930 auf insgesamt gut 1,43 Millionen. Luxemburg verschärft seine Corona-Maßnahmen: Voraussichtlich ab diesem Donnerstag müssen Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis zum 15. Dezember schließen. “Wir ziehen die Notbremse”, sagte Premierminister Xavier Bettel. Die sozialen Kontakte “müssen für drei Wochen auf ein Minimum reduziert werden”. Künftig dürften nur noch maximal zwei Personen, die nicht zum Haushalt gehören, eingeladen werden. Laut Gesetz müssen Kinos, Theater und Fitnessstudios dicht machen, Museen und Bibliotheken bleiben offen. Der Schulbetrieb soll weiterlaufen. Luxemburg weist europaweit die höchste 14-Tage-Inzidenz auf. In den vergangenen 14 Tagen haben sich pro 100.000 Einwohner 1279 Menschen in dem Großherzogtum mit dem Coronavirus infiziert. In Russland wurden Behördenangaben zufolge binnen 24 Stunden 25.173 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Das ist ein neuer Höchststand. Der bisherige Spitzenwert war am vergangenen Samstag mit 24.822 Neuinfektionen erreicht worden. Mit den nun zu Wochenbeginn neu verzeichneten Ansteckungen beträgt die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in Russland mehr als 2,1 Millionen. Die Zahl der registrierten Todesfälle erhöhte sich um 361 auf insgesamt 36.540. In den USA bewegen sich die Neuinfektionszahlen weiter auf hohem Niveau: Binnen 24 Stunden stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle um 141.641 auf insgesamt mehr als 12,3 Millionen seit Beginn der Pandemie. Demnach starben mindestens 834 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, insgesamt sind es damit 256.587 Todesopfer.
NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CXVI)
