Sprachförderung von jungen Geflüchteten in Coronazeiten

Der Rheinisch-Bergische Kreis sorgt für schnelle Unterstützung und erste Lernerfolge

Rheinisch-Bergischer Kreis | Die Schulschließungen aufgrund der Verbreitung des Coronavirus bedeuteten auch für viele junge geflüchtete Menschen, dass kein Schulunterricht vor Ort mehr möglich war. Das war besonders für Kinder und Jugendliche, die erst vor kurzem in den Rheinisch-Bergischen Kreis gekommen sind, ein Problem, da sie dadurch zunächst nicht an ihren Sprachkenntnissen arbeiten konnten.

Diese sind aber entscheidend, um sich schnell in der Schule und unserer Gesellschaft zurechtfinden zu können. Etliche Familien kamen kurz vor oder während der Schulschließungen im Rheinisch-Bergischen Kreis an und konnten deshalb noch keiner Schule zugewiesen werden. Aus diesem Grund konnten sie während der Schulschließung von den Lehrkräften nicht mit Material versorgt werden. Da sie zudem oftmals noch über keinerlei Deutschkenntnisse verfügten, konnten sie auch nicht – wie ihre bereits eingeschulten Altersgenossinnen und -genossen – Materialien und Aufgaben von den Lehrkräften ihrer künftigen Schule erhalten.

Da gerade diese jungen Menschen ein intensives Deutschförderprogramm benötigen, haben das Kommunale Integrationszentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises und das Schulamt schnell gehandelt. Gemeinsam wurden zunächst die Deutsch-Kenntnisse der einzelnen Schülerinnen und Schüler ermittelt, um in einem zweiten Schritt Fördermaterialien zu entwickeln. Dazu zählen Alphabetisierungsmaterial, Grammatikaufgaben und Übungen zur Wortschatzerweiterung. Die Familien erhielten individuell zusammengestellte Lernmappen, die ihnen nach Terminabsprache und unter Wahrung der Hygienegebote gebracht, wieder abgeholt, korrigiert und durch neue Materialien ersetzt wurden.

„Sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern waren sehr glücklich und dankbar, dass so gut an sie gedacht wurde. Wir haben mit Freude festgestellt, dass es eine große Lernfreude und auch schnell erste Fortschritte gab“, zieht Nurhan Dogruer-Rütten, die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises, ein erstes Fazit. Sonja Bruns, Fachberaterin für Migration im Schulamt des Rheinisch-Bergischen Kreises, stellt fest: „Jetzt kann eine beachtliche Anzahl von geflüchteten Kindern und Jugendlichen trotz noch geringer sozialer Kontakte weiter Deutsch lernen.“

An die ersten Fortschritte und Kenntnisse knüpfen die Lehrkräfte an, die die Kinder und Jugendlichen nach der nun erfolgten Einschulung unter ihre Fittiche nehmen. Die weitere Förderung wird an den individuellen Wissensständen ausgerichtet.

Um die durch die Schulschließungen entstandenen Lernrückstände aufzuholen und den neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern auch weiterhin die Möglichkeit zur individuellen Beratung und Unterstützung zu geben, bietet das Kommunale Integrationszentrum ab Mitte Juni das „Online-Sprachenpaten-Projekt“ an.

Mehr Informationen zu den Angeboten des Kommunalen Integrationszentrums des Rheinisch-Bergischen Kreises erhalten Sie hier.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.