Wermelskirchen/Burscheid | Auch am Pfingstsonntag führte der Verkehrsdienst der Polizei RheinBerg wieder intensive Verkehrskontrollen durch. Mit dem Provida-Motorrad konnte dabei um kurz nach 12 Uhr ein Opel aufgezeichnet werden, der mit hoher Geschwindigkeit auf der Dabringhausener Straße (L 294) von Wermelskirchen-Dabringhausen in Richtung Burscheid-Hilgen unterwegs war.
Auf dieser kurvenreichen Strecke, auf der erst kürzlich neue Geschwindigkeitsbeschränkungen für Motorradfahrer aufgestellt wurden, wurde sein riskantes Fahrverhalten über eine längere Strecke aufgezeichnet. Der technisch umfangreich veränderte Opel fuhr in den Kurven stets derart im Grenzbereich, dass seine Reifen jedes Mal laut quietschten. Um eine möglichst hohe Kurvengeschwindigkeit zu erreichen, fuhr er dabei teilweise in den Gegenverkehr und missachtete die durchgezogene Linie. In der letzten Kurve kurz vor Hilgen nutzte er mit seinem Wagen sogar komplett den Fahrstreifen des Gegenverkehrs mit lautem Reifenquietschen, bevor er dann durch die Polizei gestoppt wurde.
Glücklicherweise war bis dahin niemand zu Schaden gekommen.
Die Rücksichtslosigkeit des 40-jährigen Burscheiders wurde dann in der anschließenden Kontrolle noch offenkundiger, denn auf dem Beifahrersitz befand sich während der gesamten riskanten Fahrt sein 4-jähriger Sohn.
Es wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens gemäß § 315 d (1) Nr. 3 des Strafgesetzbuches eingeleitet. Für die Erfüllung dieses Tatbestandes reicht es bereits aus, dass sich “ein Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen.”
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden sowohl der Führerschein als auch der Opel des Mannes beschlagnahmt.
Der Opel wurde durch ein von der Polizei beauftragtes Abschleppunternehmen abtransportiert. (ct)
Ach, erstaunlich…. sonst sind es doch die bösen Motorradfahrer die auf dieser Strasse so rücksichtslos unterwegs sind.
Gut das ihm niemand entgegen kam
Toll – da hat es tatsächlich mal funktioniert. Wenn die Polizei zu solchen Maßnahmen greift (Führerschein und Fahrzeug eingezogen), kann man sich vorstellen, wie dieser Mensch unterwegs war. Er hat mit seiner Fahrweise doch eindeutig, unmißverständlich und ganz klar bewiesen, dass er charakterlich zum Führen eines Kraftfahrzeugs nicht geeignet ist. Führerschein auf Lebenszeit weg wäre die richtige Konsequenz – wird aber wahrscheinlich nicht passieren. Dass er bei dieser Aktion mutwillig, wissentlich und bewusst den Tod oder zumindest schwerste Verletzungen seines kleinen Sohnes in Kauf nimmt, ist unbegreiflich. Da bin ich absolut fassungslos und dafür fällt mir spontan keine Strafe ein.
So ist’s recht: Idioten aus dem Verkehr ziehen, egal mit welchem Fahrzeug sie unterwegs sind. Und bitte nicht alle über einen Kamm scheren. Wird ja wohl jetzt auch keiner nach pauschalen Sanktionen für Autofahrer rufen.