Das Robert-Koch-Institut weist 12.802 neue Corona-Fälle aus, womit es insgesamt 1,933 Millionen in Deutschland sind. 891 weitere Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Die Zahl der Toten liegt damit insgesamt bei 41.577. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. “Mit circa 6000 intensivbehandlungsbedürftigen Patienten, deren Versorgung deutlich höhere Personalressourcen bündelt, ist ein hoher Belastungsgrad im System insgesamt erreicht, in vielen Kliniken vor Ort zum Teil bereits überschritten”, sagt Hauptgeschäftsführer Georg Braun. Um die Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu sichern, seien Lockdowns und Begegnungsbegrenzungen weiterhin notwendig. Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz ist der thüringische Landkreis Saalfeld-Rudolstadt die am stärksten von der Pandemie betroffene Region Deutschlands. Dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge weist der Landkreis nun einen Wert von 595,9 (Vortag: 531,0) neuen Fällen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche auf. Dahinter folgen der thüringische Landkreis Hildburghausen (526,9) und die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen (525,7). Von den 20 Regionen mit den höchsten Werten liegen laut RKI jeweils acht in Thüringen und sieben in Sachsen. Beide Freistaaten weisen demnach auch die bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen auf (SN: 341,9 | TH: 325,7). Von den 412 Regionen, die das RKI ausweist (dazu gehören die Landkreise, kreisfreien Städte und die Berliner Bezirke), erreichen 113 die Hotspot-Alarmschwelle von 200 oder liegen darüber – ihnen drohen also die von den bei den Bund-Länder-Beratungen vereinbarten Bewegungseinschränkungen. Wer in einem Corona-Hotspot mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 lebt, darf sich nach einer verschärften Regelung maximal 15 Kilometer von seinem Wohnort entfernen. Diese sogenannte 15-Kilometer-Regel greift jetzt auch für vier Kreise in Nordrhein-Westfalen. Die Landesregierung erließ am Abend eine separate Regionalverordnung für die Kreise Höxter, Minden-Lübbecke, Recklinghausen und den Oberbergischen Kreis. Die Verordnung gilt ab Dienstag. Die Corona-Ampeln stehen zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie in der Hauptstadt alle auf Rot. Während bereits die Ampeln für die 7-Tage-Inzidenz und die Belegung der Intensivbetten seit Wochen rot aufleuchteten, folgte gestern Nachmittag nun auch die Ampel für den R-Wert. Über die Corona-Warn-App sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bisher 200.000 positive Corona-Testergebnisse weitergegeben worden. Das müsse man multiplizieren mit den Kontakten und wie viele Leute gewarnt worden seien, sagte ein Ministeriumssprecher. “Das ist schon eine erkleckliche Zahl.” Der Sprecher nannte die Warn-App einen Erfolg. Er sprach von bisher 25 Millionen Downloads und 7 Millionen übermittelten Testergebnissen. 82 Prozent der Deutschen lüften aus Angst vor Infektionen mit dem Coronavirus häufiger. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach setzten quer durch alle Altersgruppen etwa vier von fünf Bürgern auf Frischluft als Gegenmaßnahme gegen eine mögliche Ansteckung. Darüber hinaus vertrauten die Menschen weiterhin vor allem auf Gesichtsmasken, Abstand zu anderen und häufigeres Händewaschen. Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) ruft Unternehmen und Verwaltung zu einem größeren Einsatz von Homeoffice auf, um die Pandemie einzudämmen. In Deutschland sind bislang 613.347 Impfungen gegen Covid-19 registriert. Die Daten für Schleswig-Holstein sowie die Meldungen aus den Krankenhäusern in Thüringen stünden jedoch noch aus, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Auf der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca und den anderen Baleareninseln sind Treffen im privaten Kreis wegen hoher Corona-Zahlen ab Mittwoch ganz verboten. Das gelte für den öffentlichen Raum und auch für zuhause, sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Pilar Costa, gestern in Palma. Ab Mittwoch müssten auch alle Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios schließen. Die Einschränkungen sollen zunächst bis zum 30 Januar dauern. Bisher durften sich nur sechs Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Ausgenommen von dem Verbot sind nur hilfsbedürftige Menschen, getrennt lebende Paare, Kinder, deren Eltern getrennt leben, und Single-Haushalte. Letztere dürfen Familie oder Freunde besuchen, um nicht zu vereinsamen. Die in England entdeckte neue Variante des Coronavirus spielt auch beim Infektionsgeschehen in Irland eine immer größere Rolle. Bei den jüngsten Stichproben habe sich herausgestellt, dass 45 Prozent dieser zusätzlich überprüften Positiv-Tests auf die neue Virus-Variante zurückzuführen seien, teilt Ministerpräsident Micheál Martin mit. Bei den Stichproben in der Woche bis zum 3. Januar seien es 25 Prozent gewesen und davor nur neun Prozent. Irlands 14-tägige Infektionsrate hat sich in den vergangenen drei Wochen verzehnfacht auf 1291 Fälle pro 100.000 Einwohner. Neben der neuen Virusvariante werden dafür auch die Wiedereröffnung von Geschäften und Restaurants sowie eine Lockerung von Kontakteinschränkungen rund um Weihnachten verantwortlich gemacht. Großbritannien stehen laut dem Mediziner und Regierungsberater Chris Whitty die härtesten Wochen in der Coronavirus-Krise noch bevor. Die nächsten Wochen würden die schwersten mit hohen Patientenzahlen in den Krankenhäusern, sagt Whitty der BBC. Es dauere, bis die Impfungen Wirkung zeigen. Der britische Premierminister Boris Johnson droht wegen eines möglichen Bruchs der Corona-Regeln unter Druck zu geraten. Der konservative Politiker war am Wochenende mit seinem Fahrrad im Olympia Park im Osten der britischen Hauptstadt gesichtet worden – mehr als elf Kilometer von seiner Dienstwohnung in der Downing Street entfernt. Nach den Lockdown-Regeln soll man sich jedoch nur im lokalen Umfeld bewegen. Die Corona-Impfung für Gesundheitspersonal und Menschen, die besonders gefährdet sind, soll in allen Ländern der Welt innerhalb der nächsten 100 Tagen beginnen. Das forderte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, nun in Genf. Er hat immer wieder einen “Impf-Nationalismus” kritisiert – die Tatsache, dass sich wohlhabende Länder praktisch alle zur Verfügung stehenden Impfdosen gesichert haben und in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen kaum Impfkampagnen gestartet sind. Problem ist vielerorts aber auch, dass viele Länder empfindliche Impfstoffe wie den des Mainzer Unternehmens Biontech mangels Tiefkühlsystemen gar nicht lagern können. Die US-Abgeordnete Pramila Jayapal meldet bei Twitter, dass sie positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sie ist sicher, dass sie weiß, wo sie sich angesteckt hat: Während des Sturms auf das Kapitol . Die Demokratin schreibt, dass sie in einem gesicherten Raum ausharrte, in dem auch mehrere Republikaner waren, die keine Masken trugen. Diese hätten Kollegen und Mitarbeiter, die ihnen Masken anboten “rücksichtslos” verhöhnt. Jayapals Urteil steht fest: Die Republikaner verursachten damit ein “Superspreader-Ereignis zusätzlich zu einem inländischen Terroranschlag”.
NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CLXIV)
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