Rassismus bekämpfen: Ein Aufruf zur Vielfalt und Integration in Leichlingen

Den Beitrag entnehmen wir mit freundlicher Genehmigung dem Leichlingen-Magazin

VON ÖNDER BALKAYA

Am 21. März 2024, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, setzen Menschen auf der ganzen Welt ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung, Populismus und rechte Hetze.

Besonders erfreulich ist es zu sehen, dass auch die Verwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises an diesem Tag ein starkes Signal gesetzt hat: Durch die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt zeigt die Verwaltung ihr Engagement für Diversität und Inklusion am Arbeitsplatz. Dies stärkt das bereits bestehende Bekenntnis zu einem diskriminierungsfreien und vielfältigen Arbeitsumfeld. In Leichlingen wäre eine ähnliche Initiative seitens der Verwaltung, wie die Einrichtung einer Anti-Diskriminierungsstelle für die Angestellten, zu begrüßen. Das Kommunale Integrationszentrum im Rheinisch-Bergischen Kreis bietet bereits seit Jahren ein breites Fortbildungsangebot für Auszubildende und Mitarbeiter an, doch leider wird dieses in Leichlingen nicht ausreichend genutzt.

Immer wieder höre ich die Frage, ob es in Leichlingen überhaupt Rassismus gibt. Meine Antwort darauf lautet eindeutig: Ja.

Struktureller und alltäglicher Rassismus sind auch hier Realität und werden von vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen regelmäßig erlebt. Oft wird argumentiert, dass es in Leichlingen nicht so schlimm sei wie in größeren Städten oder im Osten. Doch was bedeutet „nicht so schlimm“? Auch in Leichlingen werden Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Glaubens oder ihrer Hautfarbe diskriminiert und leiden darunter. Ist das nicht schlimm?

Es gab in Leichlingen bereits Veranstaltungen der AfD 2022 in der Aula der Grundschule Witzhelden und kürzlich im Bistro Lanzelot mit einer beträchtlichen Anzahl von Teilnehmern auch aus Leichlingen, sowie öffentliche Äußerungen von Nazis, die „Heil Hitler“ rufen und dabei entsprechende Handzeichen machen oder Aussagen zu jüdischen Mitmenschen tätigen wie etwa, dass man sie vergasen sollte. Auch existiert auf Facebook eine rassistische Leichlinger Gruppe mit über 1100 Mitgliedern, in der täglich mehrere Beiträge zur Hetze gegen Geflüchtete oder Menschen mit Migrationshintergrund veröffentlicht und positiv kommentiert werden. Ist das nicht schlimm?

Wir können ein Problem nicht lösen, indem wir es wie in den vergangenen Jahren immer wieder totschweigen. Nur durch offene Diskussionen können wir erfolgreich gegen den Rassismus in Leichlingen vorgehen. Bund und Land haben bereits Maßnahmen ergriffen, darunter die Einrichtung einer Antidiskriminierungsstelle, an die sich Menschen wenden können, um Hilfe zu erhalten. Zudem haben zwei Schulen in Leichlingen (Grundschule Kirchstr. und Sekundarschule Leichlingen) dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beigetreten. An dieser Stelle möchte ich den Lehrern danken, die dafür viel Engagement und Freizeit investiert haben.

Nun fordere ich auch die Parteien und Ratsmitglieder auf, offen nicht nur für Vielfalt aufzurufen, sondern sich aktiv und klar auch für Integration und gegen Rechts zu positionieren. Dazu gehört, das Integrationskonzept von 2016 endlich auch an die heutige Lage anzupassen und fortlaufend zu ergänzen sowie Themen offen anzusprechen, wenn z.B. Ratsmitglieder das N-Wort benutzen und in sozialen Medien rassistische Äußerungen tätigen.

Der Internationale Tag gegen Rassismus wurde erstmals im Jahr 1966 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um ein weltweites Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Auslöser war das Massaker von Sharpeville am 21. März 1960, bei dem friedliche Demonstranten gegen die rassistischen Passgesetze des Apartheid-Regimes in Südafrika von der Polizei erschossen wurden. Heute, wie damals, ist es wichtig, ein deutliches Signal gegen Rassismus zu setzen.

In einer Zeit, in der falsche Informationen und Fake News die öffentliche Meinung beeinflussen, ist es wichtiger denn je, auf Fakten zu setzen. Vorurteile vergiften das gesellschaftliche Klima und erschweren eine sachliche Diskussion über die Themen Flucht und Vertreibung. Am 21. März erinnert uns der Internationale Tag gegen Rassismus daran, dass wir uns jeden Tag gegen Rassismus einsetzen müssen und mahnt staatliche Institutionen, mehr gegen rassistische Diskriminierung zu tun.

Es ist an der Zeit, dass wir alle gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung einstehen und für eine Gesellschaft kämpfen, in der Vielfalt und Inklusion gelebt werden.

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