Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 2203 Neuinfektionen. Das sind 655 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 11,4, am Vortag noch bei 10,9. 19 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 361 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 214 davon werden beatmet. Rund 4500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Das Bundesland Bremen hat vor dem Hintergrund niedriger Corona-Inzidenzwerte und steigender Impfquoten weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Die vom Senat beschlossene 28. Corona-Verordnung hebt mit Wirkung zum 2. August unter anderem die allgemein geltenden Kontaktbeschränkungen auf, so dass sich Personen wieder unabhängig vom Hausstand treffen dürfen. Die Maskenpflicht gilt zwar weiter in Geschäften, im Öffentlichen Personenverkehr, an Haltestellen, Bahnhöfen und Flughäfen. Allerdings entfällt sie in sonstigen geschlossenen Räumen, die öffentlich oder durch Besuchsverkehr zugänglich sind, sofern dort ein geeignetes Schutz-und Hygienekonzept vorliegt. Ausgenommen davon sind aber unter anderem Gerichte. Auch das Abstandsgebot ist in einigen Bereichen nicht mehr vorgeschrieben. Die Verordnung könne erst wirksam werden, nachdem sich die Bremische Bürgerschaft damit befasst habe, teilte der Senat nach seiner Sitzung mit. Die Verordnung solle anschließend am 2. August in Kraft treten. Die Maskenpflicht wird im Saarland an weiteren Orten aufgehoben: Von diesem Freitag an (23. Juli) muss in Spielhallen am festen Platz keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Auch standesamtliche Trauungen sind ohne Maske möglich, wenn die Personen an einem festen Platz sitzen. Außerdem entfällt die Pflicht zur Kontaktnachverfolgung für Museen, Gedenkstätten und Galerien, beschloss die Landesregierung in einer neuen Verordnung, die bis einschließlich 5. August gilt. Und: Bei Jugendfreizeiten werde festgehalten, dass bei Tagesveranstaltungen ein Testnachweis zweimal in der Woche genüge, wenn die Gruppe “im Wesentlichen” fest zusammenbleibe, hieß es. Trotz der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus will Brandenburg bald wieder Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern zulassen. Details dazu sollen von der Landesregierung in einer neuen Umgangsverordnung am Mittwoch kommender Woche beschlossen werden, wie die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung mitteilte. Bislang sind nur maximal 1000 Teilnehmer erlaubt.
In Hamburg steigt die Corona-Inzidenz weiter an. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde kletterte die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Dienstag von 15,4 auf 16,9. Inzwischen machten dabei Reiserückkehrer rund ein Viertel der Neuinfektionen aus. So sei in 69 Corona-Fällen in der vergangenen Woche ein Infektionsort im Ausland angegeben worden, davon in knapp der Hälfte der Fälle Spanien. Dabei gehe es nur um die unmittelbaren Infektionen im Reiseland, sagte ein Behördensprecher. Die Zahl der mittelbar durch Reiserückkehrer in Hamburg Infizierten dürfte entsprechend höher liegen. Die Corona-Infektionen in der Region Hannover steigen beträchtlich. Auslöser sind offenbar vor allem Partys junger Leute in Gastrobetrieben – und die höhere Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante, wie die Hannoversche Allgemeine schreibt. Die Region habe deshalb schon mehr als 3000 Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt.
Für die Erforschung eines Corona-Frühwarnsystems über Abwasserproben hat Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee einen ersten Förderbescheid überreicht. Mit den rund 61.000 Euro könne die Bauhaus-Universität Weimar Laborgeräte anschaffen, die etwa DNA und RNA aus unterschiedlichen Proben filtern sollen, teilte das Wissenschaftsministerium mit. Gemeinsam mit dem Messtechnikunternehmen Analytic Jena wolle die Universität in einem nächsten Schritt die Voraussetzungen für ein flächendeckendes Abwassermonitoring in ganz Thüringen schaffen. Ziel sei, Proben bei kommunalen Kläranlagen und im Kanalnetz zu nehmen und zu analysieren. Damit ließen sich Corona-Ausbrüche frühzeitig erkennen und lokal eingrenzen, sagte Tiefensee. Das Land plane, das Projekt mit bis zu 370.000 Euro zu unterstützen.
Wenn in zwei Wochen in Schleswig-Holstein die Schule wieder anfängt, bleibt es wegen Corona zunächst bei der Maskenpflicht in Innenräumen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich weiterhin zweimal wöchentlich testen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Diese Regelung gilt für die ersten drei Wochen des Schuljahres. Aufgehoben wird die Maskenpflicht im Außenbereich. Die Kohortenregelung wird nicht mehr angewendet – damit können Kinder zum Beispiel die Pause wieder gemeinsam auf dem Schulhof verbringen. Scharfe Kritik kam vom Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen. Angesichts der Reiserückkehrer, der erwarteten vierten Corona-Infektionswelle und Expertenwarnungen seien die Entscheidungen verantwortungslos, teilte der Vorsitzende Thorsten Muschinski mit.
Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen – auch zu Gunsten der Kinder. “Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist”, sagte Hummers dem “Mannheimer Morgen”. Berlin startet zum Ende der Woche weitere niedrigschwellige Angebote für Corona-Impfungen. Das teilte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel von den Linken nach einer Sitzung des Senats mit. “Ab Freitag dieser Woche werden wir in den Impfzentren, in denen Moderna angeboten wird, freie Slots am Nachmittag anbieten, wo also keine vorherige Terminvereinbarung notwendig ist, sondern wo die Leute einfach hinkommen können.” Viele sind laut dem Senator impfbereit, das Buchen des Impftermins sei aber eine “Zugangsbarriere” und damit offenbar ein Problem. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung soll es das neue Angebot fürs “Spontan-Impfen” zunächst für voraussichtlich vier bis sechs Wochen jeweils zwischen 14 und 17 Uhr in den Impfzentren in Tegel, auf dem Messegelände in Charlottenburg und im Erika-Heß-Eisstadion in Wedding geben. In Berlin sind 433 Fälle bekannt, in denen es auch nach Corona-Impfungen zu einer Erkrankung an Covid-19 gekommen ist. Das teilte Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel von den Linken nach einer Sitzung des Senats mit. “Das nennt man Impfdurchbrecher, wo der Impfschutz nicht reicht, sondern der Virus trotzdem seinen Weg findet und zu einer Erkrankung führt.” Die Zahl sei allerdings verschwindend gering im Verhältnis zu den Menschen, die mittlerweile durchgeimpft seien. “Das heißt, die Impfung hilft auch wirklich gegen Ansteckungen und gegen die Delta-Variante”, sagte Scheel. In Berlin haben laut dem offiziellen Corona-Lagebericht von Dienstag bereits mehr als 1,6 Millionen Menschen ihre zweite Impfdosis erhalten. “Aber trotzdem darf man das nicht kleinreden”, sagte Scheel. “Denn ein Impfdurchbruch kann auch gravierende Folgen haben, es gibt auch Todesfälle zu beklagen unter diesen Impfdurchbrechern.” Der bundesweit bekannte schwäbische Hausarzt und Impf-Befürworter Christian Kröner hat auf eine Panne bei den Corona-Schutzimpfungen in seiner Praxis hingewiesen. Der Mediziner teilte seinen Patienten mit, dass Impfstoffe möglicherweise zu warm gelagert worden seien und damit die Wirksamkeit beeinträchtigt sein könnte. “Wir sind alle über diesen Vorfall erschüttert, können es aber leider nicht mehr nachträglich korrigieren”, heißt es in einer Erklärung der Praxis. Der Allgemeinarzt aus Neu-Ulm hat in zahlreichen Medien für die Impfung geworben. Wegen seiner Haltung wird er allerdings auch scharf kritisiert. Die Kripo ermittelt wegen zahlreicher Drohungen. Um zu prüfen, dass die Impfung dennoch wirksam sei, empfiehlt Kröner, das Blut auf Antikörper kontrollieren zu lassen. Eine Gefahr für die Patienten gebe es durch die warme Lagerung nicht. Auf Twitter erntete Kröner wegen der Panne Kritik. Manche Nutzer zollten dem Arzt aber auch Respekt dafür, dass er den Vorfall so offen kommuniziere. In Bremen sind inzwischen 69 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft. Damit hat das Bundesland die höchste Durchimpfungsrate in Deutschland. Im Gegensatz zur Impfquote im Rest des Landes liegt Bremen über der Erstimpfungsrate auf Bundesebene, die bei 60 Prozent liegt. Auch bei der Zahl der vollständig geimpften Menschen liegt Bremen bundesweit an der Spitze: 52,6 Prozent der Bevölkerung haben bereits die zweite Impfung erhalten. Neben Bremen hat auch im Saarland jeder Zweite einen vollständigen Impfschutz. In einem mobilen Zentrum in Hann. Münden bieten der Moscheeverein und der Landkreis Göttingen Impfungen gegen das Coronavirus an. Gäste des Festgebets zum islamischen Opferfest, aber auch alle weiteren Impfwilligen unabhängig von Glauben und Konfession seien angesprochen, wie es in einer Ankündigung des Landkreises heißt. Eine Terminvereinbarung ist demnach nicht nötig. Der Landkreis stellt demnach mindestens 200 Impfdosen zur Verfügung. Der Moscheeverein ermöglicht die Aktion in seinen Räumlichkeiten und informiert seine Mitglieder. “Wir sprechen das Thema Corona regelmäßig auch in unseren Predigten an und unser Imam macht deutlich, wie wichtig das Thema impfen ist”, sagt ein Vertreter des Vereins, der in der Ankündigung zitiert wird. Die tägliche Impfleistung geht weiter zurück: Zu Beginn der Woche wurden nach RKI-Angaben insgesamt nur 361.178 Corona-Impfungen verabreicht. Am Montag vergangener Woche waren es 100.000 mehr mit insgesamt rund 462.000 Impfdosen. Im Schnitt werden rund 573.000 Impfdosen pro Tag verabreicht. Die gute Nachrricht: Die einfache Impfquote steigt auf 60,0 Prozent. Damit sind in Deutschland insgesamt rund 49,931 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. 46,7 Prozent der Bevölkerung hat bereits den vollen Impfschutz. Das entspricht einer Anzahl von rund 38,843 Millionen vollständig geimpften Menschen. Aus Sorge vor einer Ausbreitung der Corona-Pandemie im Katastrophengebiet haben Landesregierung und Kreisverwaltung im Ahrtal einen Impfbus gestartet. Ohne Anmeldung für einen Termin können sich Bewohner der Region dort impfen lassen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. In dem Bus gibt es auch die Möglichkeit zu Corona-Schnelltests. Impfen und Testen seien die beiden wichtigsten Vorkehrungen gegen eine Zunahme von Infektionen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. “Angesichts einer Infrastruktur, die so schwer beschädigt ist, ist die Gefahr da.” Der von Johnson & Johnson hergestellte Impfstoff ist möglicherweise weniger wirksam gegen die Delta- und Lambda-Varianten als gegen das ursprüngliche Virus, so eine neue Studie. Das berichtet die “New York Times”. Die Studie ist noch nicht begutachtet worden und wurde bisher nur mit Blutproben in einem Labor durchgeführt – sie spiegelt also möglicherweise nicht die Verhältnisse in der realen Welt wider. Aber die Ergebnisse könnten ein Indiz dafür sein, dass J&J-Geimpfte eine zweite Dosis benötigen, so die New York Times über die Studie. FDP-Chef Christian Lindner spricht sich dafür aus, Jugendliche in den Schulen zu imfpen. “Es darf nicht mehr dazu kommen, dass Schulen geschlossen werden”, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Ich bin dafür, dass es an den Schulen auch Impfangebote für Jugendliche gibt. Das muss man schon jetzt mit mobilen Impfteams in großem Umfang vorbereiten.” Am Ende müssten die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern aber selbst entscheiden, ob sie eine Impfung wollten. Von einer Impfpflicht riet Lindner ab.
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ein schnelles Prüfverfahren für den Corona-Impfstoff des französischen Herstellers Sanofi Pasteur eingeleitet. Nach den bisher vorliegenden Daten aus Laborstudien und klinischen Versuchen könnte das Präparat Vidprevtyn vor einer Covid-19-Erkrankung schützen, teilte die EMA mit. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist unklar. Nach dem beschleunigten Rolling-Review-Verfahren bewerten die Experten die Daten bereits, bevor die Versuchsreihe abgeschlossen und ein offizieller Zulassungsantrag gestellt ist. Dieses Verfahren dauert solange, bis genug Daten für einen Antrag auf Marktzulassung in der EU vorliegen. Vidprevtyn ist ein proteinbasierter Impfstoff. Er soll den Körper in die Lage versetzen, Antistoffe gegen das Virus herzustellen. Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab morgen die Auflagen für Einheimische und auch für Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mindestens 50 Besuchern wird ein sogenannter Gesundheitspass Pflicht. Er gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Corona-Test. In Diskotheken und bei Festivals gilt er bereits. Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollständige Impfung etwa mit dem EU-weit gültigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 1500 Euro. In Frankreich hat sich die Corona-Lage deutlich verschlechtert. Wie Gesundheitsminister Olivier Véran mitteilte, wurden binnen eines Tages 18.000 Neuinfektionen registriert. Das entspricht nach Angaben des Ministers einem Anstieg von 150 Prozent in einer Woche. “So etwas haben wir noch nie gesehen”, sagte Véran. Die französische Regierung spricht von einer vierten Corona-Welle und führt sie auf die hoch ansteckende Delta-Variante zurück, die erstmals in Indien entdeckt wurde. Die Zahl der gemessenen Neuinfektionen ist die höchste seit Mitte Mai. Die App zur Speicherung des Grünen Corona-Passes in Österreich weist nach Darstellung von Experten Sicherheitsmängel auf. Der benötigte QR-Code lasse sich relativ leicht fälschen, berichtete das Onlinemedium futurezone.at unter Berufung auf Studierende der Hochschule Hagenberg. In der App können Getestete, Geimpfte und Genesene ihre entsprechenden Nachweise speichern. Dafür müssen sie QR-Codes einscannen, die auf den offiziellen Dokumenten über die Webseite des Gesundheitsportals heruntergeladen werden können. Die Studenten stellten fest, dass dabei nicht geprüft wird, ob der QR-Code tatsächlich gültig ist. Die Überprüfung erfolge erst durch den Scan mit der zweiten App “Green Check” vor Ort durch das Personal in Restaurants, beim Friseur oder auf Reisen. Allerdings findet erfahrungsgemäß diese Überprüfung im Alltag nicht immer statt. Das Gesundheitsministerium kündigte eine Behebung der Sicherheitslücke mit dem nächsten Update an. Die dänische Königin Margrethe II. muss ihre geplante Reise nach Grönland wegen der dortigen Corona-Lage verschieben. Der grönländische Regierungschef Múte B. Egede habe angesichts von mehreren Infektionsausbrüchen auf der größten Insel der Erde und damit verbundenen Beschränkungen erbeten, den offiziellen Besuch der Monarchin aufzuschieben, teilte das dänische Königshaus mit. Die britische Regierung hat mit widersprüchlichen Äußerungen über die Regeln für Kontaktpersonen Corona-Infizierter erneut für Verwirrung gesorgt. Staatssekretär Paul Scully hatte am Morgen der BBC gesagt, es sei den Menschen oder ihren Arbeitgebern selbst überlassen, wie sie mit Aufforderungen zur Selbstisolation über die Corona-Warn-App umgehen. Kurze Zeit später teilte eine Regierungssprecherin aber mit, es sei “äußerst wichtig”, sich an die Aufforderungen zu halten, egal ob sie von der App oder durch einen Anruf von Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes kommen. Der massive Anstieg von Neuinfektionen und die gleichzeitige Aufhebung fast aller Corona-Maßnahmen führt in England zu immer mehr Schwierigkeiten. Weil sich Hunderttausende Menschen derzeit als Kontaktpersonen in Selbstisolation befinden, fallen Züge aus, werden Läden geschlossen und gehen Schulen vorzeitig in die Sommerferien. Fünf Staaten Mitteleuropas wollen ihren Kampf gegen die Corona-Pandemie stärker koordinieren. Das beschlossen die Außenminister von Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei bei einem Treffen im tschechischen Melnik bei Prag. Ziel sei es, sich nicht gegenseitig mit einseitigen Maßnahmen zu überraschen, sagte der tschechische Gastgeber Jakub Kulhanek. Zugleich betonte er, dass man angesichts neuer Virusvarianten achtsam bleiben müsse. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen wird die Nachverfolgung enger Kontakte von Infizierten auf Mallorca einem Medienbericht zufolge zunehmend schwieriger. Zurzeit gebe es auf den Balearen, zu denen neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera gehören, insgesamt 7460 mit dem Virus Infizierte, schrieb die Zeitung “Diario de Mallorca”. Statistisch kämen auf jeden Infizierten fünf enge Kontakte – also insgesamt 37.300 Menschen, die sich für zehn Tage isolieren müssten. Für die Nachverfolgung so vieler Kontakte und die Kontrolle, ob sich die Menschen auch an die Vorgaben hielten, hätten die Behörden nicht ausreichend Personal, hieß es. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kletterte auf den Balearen nach Angaben vom Dienstag auf 322. In Russlandüberschreitet die Zahl der offiziell gemeldeten Infektionsfälle die Marke von sechs Millionen. Binnen 24 Stunden seien 23.770 Neuinfektionen registriert worden, teilt die Regierung mit. Insgesamt seien damit seit Beginn der Pandemie 6.006.536 Ansteckungsfälle bekanntgeworden. 784 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus, allein in Moskau. Mehr als 80 Prozent der neuen Fälle in Spanienin den vergangenen fünf Wochen sind Gesundheitsministerin Carolina Darias zufolge bei Ungeimpften aufgetreten. Nur gut fünf Prozent entfielen auf komplett Geimpfte, sagt sie. Seit Ende Juni steigt die Zahl der neuen Fälle in Spanien wieder kontinuierlich. Zuletzt wurden 27.286 weitere Infektionen gemeldet.
Die täglichen Corona-Neuinfektionen im Iran haben einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen eines Tages 27.444 Neuinfektionen registriert. 250 Patienten starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert lag bei 25.582 Fällen, registriert im April. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei fast 3,6 Millionen, die der Corona-Toten bei mehr als 87.000. Der Grund für den zuletzt drastischen Anstieg der Zahlen ist die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Seit Dienstag gilt ein sechstägiger Lockdown in der Hauptstadt Teheran. Die buddhistische Hilfsorganisation Tzu Chi (Barmherzige Hilfe) kauft eigenen Angaben zufolge fünf Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs für Taiwan. “Nach erfolgreicher Unterzeichnung des Vertrages werden alle gekauften Impfstoffe der zuständigen Behörde zur Verwendung durch die Öffentlichkeit gespendet”, schreibt die humanitäre Organisation auf ihrer Facebook-Seite. Taiwans Regierung bedankte sich bei Tzu Chi. Sie hatte nach eigenen Angaben selbst erfolglos versucht, bei Biontech-Impfstoff zu bestellen, und für das Scheitern die chinesische Regierung verantwortlich gemacht. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, kritisiert die weltweite Impfstoffverteilung. “Anstatt breit eingesetzt zu werden, sind die Impfstoffe in den Händen einiger weniger Glücklicher gebündelt”, sagt er. Die Pandemie werde erst enden, wenn die Welt sich dafür entscheide, sie zu beenden. “Wir haben alle Werkzeuge, die wir brauchen. Wir können dieser Krankheit vorbeugen, wir können auf sie testen und wir können sie behandeln. Es liegt in unseren Händen.” Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele von Tokio am Freitag haben die Organisatoren acht weitere Corona-Fälle festgestellt. Darunter sei auch ein Athlet, teilt das Organisationskomitee in seinem Tagesbericht mit. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 75. Die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus ist in den USA offiziellen Schätzungen zufolge inzwischen für rund 83 Prozent aller untersuchten Infektionen verantwortlich. “Das ist ein dramatischer Anstieg”, sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, bei einer Anhörung im Senat. Noch Anfang Juli sei die Variante nur für rund die Hälfte der untersuchten Infektionen verantwortlich gewesen. In Landesteilen mit niedrigerer Impfquote liege der Anteil der Delta-Variante inzwischen sogar noch höher als 83 Prozent, sagte Walensky. Sie forderte alle Amerikaner erneut auf, sich möglichst bald impfen zu lassen. Rund 99,5 Prozent aller Corona-Todesfälle beträfen inzwischen Ungeimpfte, betonte Walensky. Die Impfungen schützten auch gegen die Delta-Variante und seien die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Pandemie, sagte die CDC-Chefin. Ein vollständig geimpfter Mitarbeiter des Weißen Hauses ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie Regierungssprecherin Jen Psaki mitteilte, hatte der Betroffene keinen Kontakt zu US-Präsident Joe Biden oder anderen hochrangigen Regierungsvertretern. Der Mitarbeiter weise milde Symptome einer Corona-Infektion auf. Der Betroffene habe sich in Quarantäne begeben, wie es die Corona-Regeln im Weißen Haus vorsehen. Die Kontaktpersonen des Mitarbeiters sollen nun ermittelt und informiert werden. “Wie dieser Vorfall zeigt, verlaufen die Fälle bei geimpften Menschen typischerweise mild”, sagte Psaki. Das Weiße Haus vermeide durch regelmäßige Tests eine Verbreitung des Virus. Die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten ist im Jahr 2020 um eineinhalb Jahre gesunken. Die Daten wurden von der amerikanischen Zeitschrift “The Washington Post” berichtet. Ein Rückgang der Lebenserwartung wurde bereits in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres beobachtet. Es sei der größte Rückgang in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg, so die Zeitschrift. Die Daten scheinen auch zu zeigen, dass Schwarze besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen waren. Nach Angaben der Washington Post verloren Schwarze Amerikaner 2,9 Jahre Lebenserwartung. Weiße Amerikaner verloren 1,2 Jahre. In Indien könnte während der Corona-Pandemie nach Berechnungen von Experten eine vielfach höhere Zahl von Menschen gestorben sein als offiziell angegeben. Der US-amerikanische Thinktank Center for Global Development schätzt auf Basis mehrerer Quellen eine Übersterblichkeit von 3,4 bis 4,9 Millionen zusätzlicher Toter seit Pandemiebeginn in dem schwer getroffenen Land im Vergleich zu Todeszahlen vor der Pandemie. Die Forscher betonten allerdings, dass sie keine Schlüsse über die Todesursachen ziehen. Nach offiziellen Zahlen sind in Indien bislang mehr als 414.000 an Corona erkrankte Menschen gestorben. Besonders im Zusammenhang mit der heftigen zweiten Pandemie-Welle in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land gehen aber etliche Experten von einer hohen Dunkelziffer aus.
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