NACHRICHTEN AUS DER CORONA-PANDEMIE (CXXIII)

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 13.604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13.554 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der in der Corona-Pandemie überforderten Gesundheitsämter steigt weiter, obwohl der exponentielle Anstieg der Neuinfektionen gestoppt ist. Allerdings verharrt die Kurve nun auf sehr hohem Niveau. 60 der bundesweit 400 Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) bis Montag Engpässe gemeldet. 43 Ämter gaben dabei an, dass “die Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen aufgrund von Kapazitätsengpässen nicht mehr vollständig erfolgt”. Dazu gehört unter anderem die Nachverfolgung von Kontaktpersonen. Weitere 17 Gesundheitsämter meldeten, in absehbarer Zeit – mehr als zwei Tage in der Zukunft – überlastet zu sein. In Deutschland überschreiten weiterhin 383 Regionen den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Damit gelten fast 93 Prozent der deutschen Regionen als Corona-Hotspots. Demnach liegen von den 412 Regionen, die das RKI ausweist, 53 Regionen über der neu definierten Alarmschwelle von 200 Neuinfektionen binnen einer Woche. Am stärksten betroffen bleibt die bayerische Stadt Passau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 549,2 (Vortag: 579,5) Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Der Landkreis Hildburghausen in Thüringen weist den zweithöchsten Wert (519,0 | 579,1) auf, dahinter folgt der sächsische Landkreis Bautzen (413,7 | 407,3). Den bundesweit niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzwert weist laut RKI der Kreis Schleswig-Flensburg (8,9) auf. Österreich setzt bei der Eindämmung der Corona-Pandemie auf freiwillige Massentests der Bevölkerung. Der Nachweis einer Corona-Infektion erfolgt via Antigen-Test, der bei positivem Ergebnis mit einem PCR-Test überprüft werden soll. In Russland wurden binnen 24 Stunden 569 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 524 übertroffen. Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Sterbefälle seit Beginn der Pandemie kletterte über die 40.000er-Marke auf insgesamt 40.464. Zudem registrierten die russischen Behörden 26.402 neue Corona-Ansteckungen. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen beträgt nun mehr als 2,32 Millionen. Angesichts steigender Infektionszahlen stimmt die Staatsspitze Lettlands die Bevölkerung auf weitere Beschränkungen ein. Die Regierung beabsichtige, den Anfang November verhängten Notstand bis zum 11. Januar zu verlängern. Das Grundprinzip, das angestrebt wird, ist: zwei Personen, zwei Meter. Keine Besuche, keine längeren Aufenthalte. Dazu sollen weiter auch die geltende Maskenpflicht in Innenräumen ausgeweitet, die Weihnachtsferien für Schüler verlängert und «aktive Grenzkontrollen» eingeführt werden. In Frankreich entspannt sich die Virus-Lage weiter. Nach 9874 gemeldeten Neuinfektionen am Sonntag geben die Behörden nun 4005 neue Fälle binnen 24 Stunden bekannt. In dieser Woche soll in England der landesweite Lockdown durch ein gestaffeltes System von regionalen Auflagen abgelöst werden. Seit Mitte November, als zeitweise sogar mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet wurden, sinken die Fallzahlen kontinuierlich. Binnen 24 Stunden kamen zuletzt 12.330 neue Infektionen hinzu. Im selben Zeitraum wurden 203 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. In der Schweiz hat sich die Situation bei den neuen Fällen am Wochenende weiter entspannt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 8782 weitere Positiv-Tests seit Freitag. Im Schnitt steckten sich damit pro Tag 2927 Menschen mit dem Erreger an, womit die Zahl der täglichen Neuinfektionen erstmals seit 15. Oktober wieder unter die 3000er-Marke sank. Katastrophen, Konflikte, Klimawandel und jetzt auch noch das Coronavirus haben Millionen Menschen ins Elend gestürzt. Es drohten sogar Hungersnöte, nachdem man gedacht habe, solche Katastrophen würden endgültig der Vergangenheit angehören, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass im nächsten Jahr mehr Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen als je zuvor: Insgesamt 235 Millionen Menschen, ein Anstieg von 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Vor einem Jahr waren es 168 Millionen, im Jahr davor 146 Millionen Menschen. Das UN-Nothilfebüro macht die Tragweite der Not mit einem Vergleich anschaulich: Wenn alle Notleidenden in einem Land lebten, wäre dies nach Einwohnern das fünftgrößte Land der Welt. Es hätte mehr als zweieinhalb mal so viele Einwohner wie Deutschland. Die Türkei reagiert mit strikten Ausgangsbeschränkungen auf die dramatisch steigenden Corona-Zahlen: Von Dienstag an gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Ein kompletter Lockdown inklusive Ausgangsbeschränkungen am Tag soll demnach am Wochenende gelten. Wegen einer drohenden Überfüllung der Intensivstationen in den kommenden zwei Wochen könnte Kalifornien die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter verschärfen. Am Montag traten bereits für die rund zehn Millionen Einwohner des Bezirks Los Angeles strengere Auflagen in Kraft, mit denen die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden sollen. Unter anderem sind alle öffentlichen und privaten Versammlungen mit Menschen aus einem anderen Haushalt verboten.

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