Camino Francés 2017 – Folge 12 von 17

Ein Weg, viele Begegnungen, ein Dankeschön

Ein Reisebericht von einem Pilger aus Wermelskirchen


Folge 12

19. Etap­pe am 15.05.2017 von Vil­l­a­d­an­gos del Para­mo(1.096 EW) nach Ast­or­ga (13.500 EW)

Stre­cken­län­ge 41,0 km, Über­nach­tung Hos­tel Del­fi­ne, 22,50 Euro. Gesamt­ki­lo­me­ter 545,0.

Auf nach Ast­or­ga, so unser Plan und eine Mam­mut-Tour, 41 km. Mein Gott habe ich gedacht…warum wie­der so weit. Aber so ist das halt…. von den Mädels ange­kün­digt. Klar war ich manch­mal wegen der Stre­cken­län­ge sau­er, arme Julia…sie hat mei­nen Unmut auch zu spü­ren bekommen…..ich hof­fe nur lie­be Julia…..nicht zu hef­tig.

Das Wet­ter war toll, Son­nen­schein und kur­ze Wan­der­sa­chen. Nach­tei­lig waren nur die ers­ten 8 Kilo­me­ter, wie­der nur Stra­ße. End­lich in Hos­pi­tal de Orbi­go ange­kom­men, wur­de es wie­der schö­ner, der Weg führ­te durch eine sanf­te hüge­li­ge Land­schaft mit Getrei­de­fel­dern und klei­nen Eichen­wäl­dern.

Wie schon erwähnt, ver­lief der Tag bis­her sehr ange­nehm, die Bei­ne und Füße „hiel­ten“, also die hal­be Mie­te. Um die Mit­tags­zeit tra­fen wir unse­re Süd­afri­ka­ner. Da wir in den letz­ten Tagen kilo­me­ter­mä­ßig län­ger unter­wegs waren, waren wir schon ein wenig über­rascht, sie wie­der­zu­se­hen. Es hat­te auch sei­nen Grund. Eine Etap­pe sind sie (ver­let­zungs­be­dingt) mit dem Bus gefah­ren.

Ein Süd­afri­ka­ner hat­te Geburts­tag, natür­lich haben wir ihm ein Ständ­chen gebracht und alle Pil­ger, die vor­bei­ka­men, haben selbst­ver­ständ­lich mit­ge­sun­gen. Dann ging es weiter…auf nach Ast­or­ga. Klaus ist kurz vor Ast­or­ga irgend­wo in einem Lokal hän­gen geblie­ben, er hat­te wohl Hun­ger. Wir drei sind dann allei­ne wei­ter nach Ast­or­ga und haben das Hos­tel gesucht. Eine Fernfahrer-Absteige…..na ja, man kann nicht immer Glück haben.

Abends waren wir in Ast­or­ga alle auf dem Haupt­platz ver­eint. Bei einem guten Essen, mit etwas Wein und Bier haben wir den Abend aus­klin­gen las­sen. Klaus hat es sich beson­ders gut erge­hen las­sen, mein Ein­druck war, dass er gut einen auf sei­nen Bru­der getrun­ken hatte……recht so Klaus.

20. Etap­pe am 16.05.2017 von Ast­or­ga (13.500 EW) nach Fon­ce­ba­don (13 EW)

Stre­cken­län­ge 26,0 km, Über­nach­tung Auber­ge Tien­da, 10,00 Euro mit Früh­stück. Gesamt­ki­lo­me­ter 571,0.

Was für ein Tag ges­tern in Ast­or­ga. Wir haben uns von der Stadt, dem herr­li­chen Wet­ter und den Men­schen ver­zau­bern las­sen. Heu­te mor­gen sind wir, abge­se­hen von Ivo, zusam­men los, gut gelaunt und fröh­lich. Jetzt sind wir schon 20 Tage unter­wegs und mir stellt sich die Fra­ge, ob sich in mir etwas ver­än­dert hat. Ich weiß es nicht, ich glau­be nein……der glei­che Harald wie früher……und das ist gut so. Ein Pil­ger muss nicht unbe­dingt ernst sein und stän­dig in Gedan­ken nach Sant­ia­go wan­dern. Jeden Tag ein wenig bei sei­nen lie­ben und etwas in sich gekehrt sein, das ist aus­rei­chend und genug Moti­va­ti­on für mich, schließ­lich ist der Weg ein Dan­ke­schön.

Und was für ein Weg, lang­sam aber ste­tig steigt er bis auf 1.430 HM an. Der Anstieg woll­te ein­fach nicht enden. Ich blieb ste­hen, stell­te mei­nen Ruck­sack ab und sah zurück. Für einen Moment dach­te ich, dass ich nicht mehr wei­ter­ge­hen könn­te. Selt­sam die­ses Gefühl ken­ne ich, nicht vom Cami­no, son­dern aus einer Zeit, die schon eini­ges zurück­lag. Es ist leicht zu gehen und die Berg­ket­te Mon­tes de Leon ist wun­der­schön. Es öff­nen sich wun­der­schö­ne Weit­bli­cke, die umlie­gen­den Hügel sind ganz gelb vol­ler gro­ßer und dich­ter Gins­ter­bü­sche.

Hier oben in Fon­ce­ba­don haben wir Quar­tier gemacht, ein ein­sa­mes Berg­dorf mit zer­fal­le­nen Häu­sern, drei Her­ber­gen und ein Restau­rant. Für mich ist die­ser Ort bis­her eines der High­lights auf dem Weg. Ich gehe davon aus, dass die­ses Berg­dorf ab dem spä­ten Herbst bis zum Früh­jahr unbe­wohnt ist.

Nun ja, die täg­li­che Hand­wä­sche gehört dazu……und hof­fent­lich trock­net alles!!!!

Neugierig auf die nächste Folge, sie erscheint in 2 Tagen.

Quel­len: Es ist Zeit für den Jakobs­weg, Out­door Cami­no Fran­cés. Die Infor­ma­tio­nen zur Geschich­te des Jakobs­wegs und von Sant­ia­go de Com­pos­te­la beru­hen auf der offi­zi­el­len Web­site des Pil­ger­bü­ros in Sant­ia­go de Com­pos­te­la, der Jakobs­weg Zen­tra­le “Dein Pil­ger Maga­zin”, der UNESCO, sowie ergän­zen­der Fach­li­te­ra­tur wie Aus­schnit­te aus Längs­schnitt­stu­die zu Lebens­sinn & Lebens­be­deu­tun­gen bei Pil­gern des Jakobs­we­ges und bei der Ver­wen­dung von Tex­ten und Infor­ma­tio­nen wur­den von mir bekann­ten Quel­len- und Urhe­ber­an­ga­ben ver­wen­det.

PS. Zum Schutz der Pri­vat­sphä­re wur­den die Namen geän­dert und die im Rei­se­be­richt ver­wen­de­ten Bil­der stam­men über­wie­gend von mir bzw. ver­ein­zelt von Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern der Rei­se. Zum Schutz der Per­sön­lich­keits­rech­te wur­den die Gesich­ter ein­zel­ner abge­bil­de­ter Per­so­nen unkennt­lich gemacht. Bei der Ver­wen­dung von Tex­ten und Infor­ma­tio­nen wur­den von mir bekann­ten Quel­len- und Urhe­ber­an­ga­ben ver­wen­det.


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Kommentare

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2 Kommentare zu „Camino Francés 2017 – Folge 12 von 17“

  1. Avatar von Santiago Bernabeu
    Santiago Bernabeu

    Nur etwas Klug­schei­ße­rei: die Über­nach­tungs­mög­lich­keit hat kei­nen rich­ti­gen Namen. “Auber­ge Tien­da Bar” heißt “Gast­hof Geschäft (Laden) Knei­pe”…

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    1. Avatar von Haralabos
      Haralabos

      Das Hos­tal-Restau­rante y tien­da El Tras­gu de Fon­ce­ba­dón ist ein belieb­tes Gast­haus mit Pil­ger­her­ber­ge, Restau­rant und einem gut sor­tier­ten Laden in Fon­ce­ba­dón, Spa­ni­en, direkt am Jakobs­weg (Cami­no

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