Wasser ist für den Wald lebensnotwendig. Doch der Wald beeinflusst auch, was mit dem Regenwasser geschieht, das auf unsere Landschaft fällt.
Gerade im Bergischen Land lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Bäche, Quellen und Talsperren gehören zu unserer Umgebung. Gleichzeitig zeigen Starkregen und längere Trockenperioden, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser ist.
Der Wald ist Teil eines viel größeren natürlichen Zusammenhangs.
Wasser, Kohlenstoff und Stickstoff gehören zu den Grundlagen des Lebens. Wasser durchdringt Böden, nimmt Stoffe auf und transportiert sie. Es beeinflusst das Klima und ist für nahezu alle Lebensvorgänge unverzichtbar.
Kohlenstoff steckt in Pflanzen, Tieren und Böden, aber auch in fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Er ist ein Grundbaustein des Lebens und zugleich eng mit dem Klimawandel verbunden.
Stickstoff wiederum ist ein wesentlicher Baustein für Pflanzenwachstum und Eiweiße. Obwohl unsere Luft zu rund 78 Prozent aus Stickstoff besteht, können Pflanzen den gasförmigen Stickstoff nicht einfach nutzen. Erst durch natürliche Prozesse und technische Verfahren wird er in pflanzenverfügbare Formen überführt. Synthetisch hergestellter Stickstoffdünger ermöglicht hohe Erträge, benötigt bei seiner Herstellung aber viel Energie. Ein Übermaß an Nährstoffen kann Gewässer belasten und ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen.
Diese Stoffkreisläufe sind eng miteinander verbunden. Sie zeigen, wie komplex die natürlichen Grundlagen sind, auf denen auch unser Wald beruht.
Friedhelm Hürten beschreibt, wie ihn die Beschäftigung mit diesen Zusammenhängen selbst zum Staunen gebracht hat. Er ist fasziniert davon, wie vom kleinsten Baustein der Materie bis zu den komplexen Lebensvorgängen alles ineinandergreift. Zugleich sieht er den Menschen in der Verantwortung, weil unser Handeln diese natürlichen Kreisläufe zunehmend beeinflusst.
Was bedeutet das konkret für den Wald?
Wenn Regen auf einen Waldboden fällt, kann ein Teil des Wassers versickern und im Boden gespeichert werden. Wurzeln, Bodenorganismen und die Struktur des Bodens beeinflussen, wie Wasser aufgenommen und weitergeleitet wird.
Auch die Bäume spielen eine Rolle: Sie nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf und geben einen Teil davon über ihre Blätter wieder an die Atmosphäre ab. Wie viel Wasser im Boden verbleibt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem vom Boden, der Vegetation und den Niederschlägen.
Ein gut strukturierter Waldboden kann Wasser aufnehmen und zeitweise speichern. Wird er dagegen stark verdichtet oder verändert, kann dies seine Fähigkeit zur Wasseraufnahme beeinträchtigen.
Für die Waldbewirtschaftung stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Wie lassen sich Eingriffe so gestalten, dass der Boden geschützt bleibt und möglichst viel Wasser im Wald gehalten werden kann?
Friedhelm Hürten sieht hier weiteren Handlungsbedarf. Aus seiner Sicht sollte es nicht bei kleineren Versickerungsmulden an erneuerten Forstwegen bleiben. Er spricht sich dafür aus, auch Rückhaltebecken, Quellgebiete, Gewässer sowie Feuchtgebiete und frühere Moorstandorte stärker in den Blick zu nehmen.
Dabei geht es nicht allein um einzelne technische Maßnahmen. Entscheidend ist auch, wie der Wald als Ganzes mit Wasser umgeht und wie sich seine Strukturen langfristig entwickeln.
Ein Wald kann Starkregen nicht beliebig zurückhalten und bietet keinen uneingeschränkten Schutz vor Hochwasser. Dennoch können ein funktionsfähiger Waldboden, geeignete Rückhalteräume und der Schutz von Feuchtgebieten wichtige Beiträge zum Wasserrückhalt in der Landschaft leisten.
Wer über die Zukunft unseres Waldes spricht, muss deshalb auch darüber sprechen, wie wir Wasser im Wald halten – und wie wir die natürlichen Kreisläufe schützen, von denen alles Leben abhängt.
Die Serie „Wald in Wermelskirchen“ entsteht gemeinsam mit Friedhelm Hürten.
Foto: Lutz Balschuweit / Text m. Unterstützung v. KI
Alle Beiträge der Reihe “Wald in Wermelskirchen”
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Wald in Wermelskirchen – Teil 1: Unser Wald vor der Haustür
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Wald in Wermelskirchen – Teil 2: Was ist eigentlich Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 3: Wer entscheidet über unseren Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 4: Warum werden Bäume gefällt?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 5: Der Waldboden – viel mehr als Erde
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Wald in Wermelskirchen – Teil 6: Wald und Wasser – eine wichtige Verbindung


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