Wenn wir durch den Wald gehen, sehen wir vor allem Bäume. Große und kleine, alte und junge. Dazwischen Sträucher, Farne und andere Pflanzen. Doch Wald ist weit mehr als das.
Aus ökologischer Sicht ist ein Wald ein komplexes System, das sich ständig verändert und an seine Umwelt anpasst. Bäume, Pflanzen, Tiere, Pilze, Mikroorganismen, Wasser, Luft und Boden stehen miteinander in Verbindung.
Dabei passiert vieles, was wir kaum wahrnehmen. Ein Baum wächst, stirbt irgendwann und wird selbst wieder Teil des Waldes. Im Boden arbeiten unzählige Lebewesen daran, organisches Material abzubauen und Nährstoffe verfügbar zu machen. Wasser wird aufgenommen, gespeichert und weitergegeben.
Der Wald ist deshalb kein statisches Gebilde. Er verändert sich ständig – auch wenn wir das bei einem Spaziergang oft gar nicht bemerken.
Und genau hier beginnt eine spannende Frage: Braucht der Wald eigentlich den Menschen?
Ein Wald kann sich grundsätzlich selbst erhalten. Er braucht also nicht zwingend jemanden, der ihm sagt, wann ein Baum wachsen, sterben oder umfallen darf.
Wenn wir Menschen in den Wald eingreifen, verfolgen wir deshalb bestimmte Ziele. Wir nutzen Holz, gestalten Wege, schützen bestimmte Bereiche oder versuchen, den Wald an veränderte Bedingungen anzupassen.
Aber welche Ziele sollen für unseren städtischen Wald in Wermelskirchen gelten?
Darum wird es in den nächsten Folgen gehen.
Denn wer über die Zukunft des Waldes sprechen will, muss zunächst verstehen, was Wald überhaupt ist.
Die Serie „Wald in Wermelskirchen“ entsteht gemeinsam mit Friedhelm Hürten.
Foto: Lutz Balschuweit
Alle Beiträge der Reihe “Wald in Wermelskirchen”
-
Wald in Wermelskirchen – Teil 1: Unser Wald vor der Haustür
-
Wald in Wermelskirchen – Teil 2: Was ist eigentlich Wald?
-
Wald in Wermelskirchen – Teil 3: Wer entscheidet über unseren Wald?
-
Wald in Wermelskirchen – Teil 4: Warum werden Bäume gefällt?
-
Wald in Wermelskirchen – Teil 5: Der Waldboden – viel mehr als Erde


Kommentare
Hinweis der Redaktion
Für den Inhalt der Kommentare sind ausschließlich die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion von forumwk.de wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu prüfen, zu bearbeiten, zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Kommentare, die gegen geltendes Recht, die Netiquette (siehe „Wir über uns“) oder die redaktionellen Grundsätze von forumwk.de verstoßen, werden nicht veröffentlicht bzw. können nachträglich entfernt werden. Gleiches gilt für Beiträge und Kommentare, die keinen direkten Bezug zu den auf forumwk.de veröffentlichten Inhalten haben.
2 Kommentare zu „Wald in Wermelskirchen – Teil 2: Was ist eigentlich Wald?“
Also ist “Wald” jeder sich dem jeweiligen Lebensraum anpassende Gesamtorganismus, in welchem isch Flroa in welchem (der Größe nach: Bäume, Pilze und Sträucher) die Vegetation und die Fauna keiner Gestaltung, Nutzbarmachung oder Beeinflussung durch menschliche Gestaltung entzogen haben oder entziehen. Richtig?
Im Grundsatz ja. Mit einer wichtigen Ergänzung: Mit „Wald“ ist in dem Beitrag zunächst das Ökosystem Wald gemeint. Also das Zusammenspiel von Bäumen, anderen Pflanzen, Tieren, Pilzen, Mikroorganismen sowie Boden, Wasser und Luft.
Das bedeutet aber nicht, dass ein Wald grundsätzlich frei von menschlichem Einfluss sein muss. Gerade unsere Wälder in Wermelskirchen wurden über lange Zeit durch den Menschen genutzt und gestaltet.
Genau diese Frage ist für unsere Serie spannend: Was ist ein Wald aus ökologischer Sicht? Und was machen wir Menschen daraus? Welche Ziele verfolgen wir dabei und wo liegen unsere Grenzen?
Darum wird es in den nächsten Folgen noch ausführlicher gehen.