Wenn der Wald uns allen etwas bedeutet, stellt sich irgendwann eine ganz einfache Frage: Wer entscheidet eigentlich darüber, was mit unserem Wald passiert?
Der Wald in Wermelskirchen hat unterschiedliche Eigentümer. Ein Teil gehört der Stadt, andere Flächen befinden sich in Privatbesitz. Wer über seine Bewirtschaftung entscheidet, hängt deshalb zunächst vom Eigentum ab – allerdings immer innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Doch Wald zu bewirtschaften bedeutet nicht nur, Bäume zu pflanzen oder zu fällen. Es geht um unterschiedliche Interessen: Holzgewinnung, Naturschutz, Klima, Wasser, Erholung und die langfristige Entwicklung des Waldes.
Beim städtischen Wald kommen dabei politische Zielsetzungen, Verwaltungsentscheidungen und die fachliche Planung und Umsetzung durch den Forst zusammen. Eine wichtige Grundlage für die künftige Ausrichtung ist deshalb die Frage, welche Ziele die Stadt mit ihrem Wald verfolgt.
Friedhelm Hürten hält ein klares Leitbild für notwendig. Es soll deutlich machen, welche Aufgaben der städtische Wald erfüllen soll und nach welchen Kriterien er bewirtschaftet wird. Dabei geht es nicht allein um die Holznutzung, sondern auch um den Schutz des Waldes, seine ökologische Bedeutung und seine Funktion für die Menschen.
Auch die Entscheidungswege spielen eine Rolle: Wer plant die Maßnahmen? Wer setzt sie um? Und wie können Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen, welche Überlegungen dahinterstehen und wo sie sich einbringen können?
Gerade beim städtischen Wald ist Transparenz wichtig. Denn es geht nicht nur um einzelne Bäume, sondern um die Frage, wie sich unser Wald in den kommenden Jahrzehnten entwickeln soll.
Das klingt zunächst nach einer Verwaltungsfrage. Tatsächlich geht es aber um etwas sehr Konkretes: Welchen Wald wollen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?
In der nächsten Folge schauen wir deshalb genauer hin: Warum werden im Wald überhaupt Bäume gefällt – und was bedeutet „nachhaltige“ Bewirtschaftung?
Die Serie „Wald in Wermelskirchen“ entsteht gemeinsam mit Friedhelm Hürten.
Foto: Lutz Balschuweit
Alle Beiträge der Reihe “Wald in Wermelskirchen”
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Wald in Wermelskirchen – Teil 1: Unser Wald vor der Haustür
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Wald in Wermelskirchen – Teil 2: Was ist eigentlich Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 3: Wer entscheidet über unseren Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 4: Warum werden Bäume gefällt?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 5: Der Waldboden – viel mehr als Erde


Kommentare
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Ein Kommentar zu „Wald in Wermelskirchen – Teil 3: Wer entscheidet über unseren Wald?“
Faszinierend!
Der Satz: “Friedhelm Hürten hält ein klares Leitbild für notwendig” hat mich elektrisiert!
Das ist ein Kernsatz nicht nur für den Wald, sondern für das menschliche Zusammenleben!
Angefangen bei jedem Einzelnen, bei Paaren, Familien, und überhaupt jeder menschlichen Gruppierung, auch politischen Gremien.
Ein Leitbild macht jedem Einzelnen deutlich, auf welcher moralischen Basis Menschen zusammenleben, wie Sie zusammenwirken, welche Aufgaben zu erfüllen sind und nach welchen Kriterien Entscheidungen und Umsetzungen erfolgen.
Ein positives Leitbild schafft ein (gemeinsames) Ziel, erzeugt ein gutes Bauchgefühl und ein “Wir”.
Mir vermitteln Politiker schon lange keine positiven Leitbilder mehr, ebensowenig seelenlose Geldscheine und “noch-mehr”-Konsum, und selbst die Religionen allenfalls nur in der jeweiligen Theorie – die Umsetzungen ist seit Jahrhunderten fatal eigennutzorientiert.
Sollte ich vielleicht mehr auf meinen Bauch hören?
Ein zusammenschweißendes, positives Leitbild: Das wär schon was.
Fürs Leben, nicht nur für den Wald.