Wald in Wermelskirchen – Teil 6: Wald und Wasser – eine wichtige Verbindung

Was­ser ist für den Wald lebens­not­wen­dig. Doch der Wald beein­flusst auch, was mit dem Regen­was­ser geschieht, das auf unse­re Land­schaft fällt.

Gera­de im Ber­gi­schen Land lohnt es sich, genau­er hin­zu­schau­en. Bäche, Quel­len und Tal­sper­ren gehö­ren zu unse­rer Umge­bung. Gleich­zei­tig zei­gen Stark­re­gen und län­ge­re Tro­cken­pe­ri­oden, wie wich­tig ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang mit Was­ser ist.

Der Wald ist Teil eines viel grö­ße­ren natür­li­chen Zusam­men­hangs.

Was­ser, Koh­len­stoff und Stick­stoff gehö­ren zu den Grund­la­gen des Lebens. Was­ser durch­dringt Böden, nimmt Stof­fe auf und trans­por­tiert sie. Es beein­flusst das Kli­ma und ist für nahe­zu alle Lebens­vor­gän­ge unver­zicht­bar.

Koh­len­stoff steckt in Pflan­zen, Tie­ren und Böden, aber auch in fos­si­len Ener­gie­trä­gern wie Koh­le, Erd­öl und Erd­gas. Er ist ein Grund­bau­stein des Lebens und zugleich eng mit dem Kli­ma­wan­del ver­bun­den.

Stick­stoff wie­der­um ist ein wesent­li­cher Bau­stein für Pflan­zen­wachs­tum und Eiwei­ße. Obwohl unse­re Luft zu rund 78 Pro­zent aus Stick­stoff besteht, kön­nen Pflan­zen den gas­för­mi­gen Stick­stoff nicht ein­fach nut­zen. Erst durch natür­li­che Pro­zes­se und tech­ni­sche Ver­fah­ren wird er in pflan­zen­ver­füg­ba­re For­men über­führt. Syn­the­tisch her­ge­stell­ter Stick­stoff­dün­ger ermög­licht hohe Erträ­ge, benö­tigt bei sei­ner Her­stel­lung aber viel Ener­gie. Ein Über­maß an Nähr­stof­fen kann Gewäs­ser belas­ten und gan­ze Öko­sys­te­me aus dem Gleich­ge­wicht brin­gen.

Die­se Stoff­kreis­läu­fe sind eng mit­ein­an­der ver­bun­den. Sie zei­gen, wie kom­plex die natür­li­chen Grund­la­gen sind, auf denen auch unser Wald beruht.

Fried­helm Hür­ten beschreibt, wie ihn die Beschäf­ti­gung mit die­sen Zusam­men­hän­gen selbst zum Stau­nen gebracht hat. Er ist fas­zi­niert davon, wie vom kleins­ten Bau­stein der Mate­rie bis zu den kom­ple­xen Lebens­vor­gän­gen alles inein­an­der­greift. Zugleich sieht er den Men­schen in der Ver­ant­wor­tung, weil unser Han­deln die­se natür­li­chen Kreis­läu­fe zuneh­mend beein­flusst.

Was bedeu­tet das kon­kret für den Wald?

Wenn Regen auf einen Wald­bo­den fällt, kann ein Teil des Was­sers ver­si­ckern und im Boden gespei­chert wer­den. Wur­zeln, Boden­or­ga­nis­men und die Struk­tur des Bodens beein­flus­sen, wie Was­ser auf­ge­nom­men und wei­ter­ge­lei­tet wird.

Auch die Bäu­me spie­len eine Rol­le: Sie neh­men Was­ser über ihre Wur­zeln auf und geben einen Teil davon über ihre Blät­ter wie­der an die Atmo­sphä­re ab. Wie viel Was­ser im Boden ver­bleibt, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab – unter ande­rem vom Boden, der Vege­ta­ti­on und den Nie­der­schlä­gen.

Ein gut struk­tu­rier­ter Wald­bo­den kann Was­ser auf­neh­men und zeit­wei­se spei­chern. Wird er dage­gen stark ver­dich­tet oder ver­än­dert, kann dies sei­ne Fähig­keit zur Was­ser­auf­nah­me beein­träch­ti­gen.

Für die Wald­be­wirt­schaf­tung stellt sich des­halb eine wich­ti­ge Fra­ge: Wie las­sen sich Ein­grif­fe so gestal­ten, dass der Boden geschützt bleibt und mög­lichst viel Was­ser im Wald gehal­ten wer­den kann?

Fried­helm Hür­ten sieht hier wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. Aus sei­ner Sicht soll­te es nicht bei klei­ne­ren Ver­si­cke­rungs­mul­den an erneu­er­ten Forst­we­gen blei­ben. Er spricht sich dafür aus, auch Rück­hal­te­be­cken, Quell­ge­bie­te, Gewäs­ser sowie Feucht­ge­bie­te und frü­he­re Moor­stand­or­te stär­ker in den Blick zu neh­men.

Dabei geht es nicht allein um ein­zel­ne tech­ni­sche Maß­nah­men. Ent­schei­dend ist auch, wie der Wald als Gan­zes mit Was­ser umgeht und wie sich sei­ne Struk­tu­ren lang­fris­tig ent­wi­ckeln.

Ein Wald kann Stark­re­gen nicht belie­big zurück­hal­ten und bie­tet kei­nen unein­ge­schränk­ten Schutz vor Hoch­was­ser. Den­noch kön­nen ein funk­ti­ons­fä­hi­ger Wald­bo­den, geeig­ne­te Rück­hal­te­räu­me und der Schutz von Feucht­ge­bie­ten wich­ti­ge Bei­trä­ge zum Was­ser­rück­halt in der Land­schaft leis­ten.

Wer über die Zukunft unse­res Wal­des spricht, muss des­halb auch dar­über spre­chen, wie wir Was­ser im Wald hal­ten – und wie wir die natür­li­chen Kreis­läu­fe schüt­zen, von denen alles Leben abhängt.

Die Serie „Wald in Wer­mels­kir­chen“ ent­steht gemein­sam mit Fried­helm Hür­ten.

Foto: Lutz Bal­schu­weit / Text m. Unter­stüt­zung v. KI


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