Wenn wir durch den Wald gehen, schauen wir meistens nach oben. Wir betrachten die Bäume, ihre Kronen und das Licht, das durch die Äste fällt. Doch mindestens genauso wichtig ist das, was sich unter unseren Füßen abspielt.
Der Waldboden ist weit mehr als Erde. Er ist ein lebendiger Lebensraum und eine wichtige Grundlage für den gesamten Wald.
In ihm leben unzählige Organismen: Bakterien, Pilze und viele weitere kleine Lebewesen. Sie bauen abgestorbenes Pflanzenmaterial ab und tragen dazu bei, dass Nährstoffe wieder verfügbar werden.
Auch die Bäume sind eng mit diesem Leben verbunden. Ihre Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe auf. Pilze können mit den Wurzeln vieler Bäume Lebensgemeinschaften bilden und sie bei der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen unterstützen.
Was an der Oberfläche als Laub, Äste und abgestorbene Pflanzen liegen bleibt, ist deshalb kein nutzloser Abfall. Es ist Teil eines natürlichen Kreislaufs, in dem Nährstoffe wieder in das Ökosystem gelangen.
Doch der Waldboden erfüllt noch weitere Aufgaben. Er speichert Wasser, bietet Lebensraum und kann Kohlenstoff binden. Wie gut er diese Funktionen erfüllen kann, hängt unter anderem von seiner Beschaffenheit und davon ab, wie stark er beeinträchtigt wird.
Bodenverdichtung ist deshalb ein wichtiges Thema bei der Waldbewirtschaftung. Schwere Maschinen können den Boden belasten und seine Struktur verändern. Das kann die Durchlüftung, das Wurzelwachstum und die Fähigkeit des Bodens beeinträchtigen, Wasser aufzunehmen und weiterzuleiten.
Friedhelm Hürten legt deshalb besonderen Wert auf den Bodenschutz. Für ihn gehört die Frage, wie Eingriffe im Wald durchgeführt werden und welche Folgen sie haben, zu einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung.
Denn die Auswirkungen einer Maßnahme zeigen sich nicht immer sofort. Umso wichtiger ist es, den Wald nicht nur unmittelbar nach einem Eingriff zu betrachten, sondern auch seine weitere Entwicklung zu beobachten.
Wer den Wald schützen will, darf nicht nur auf die Bäume schauen. Er muss auch den Boden schützen, auf dem sie wachsen.
In der nächsten Folge geht es um eine weitere wichtige Aufgabe des Waldes: den Umgang mit Wasser.
Die Serie „Wald in Wermelskirchen“ entsteht gemeinsam mit Friedhelm Hürten.
Foto: Lutz Balschuweit / Text m. Unterstützung v. KI
Alle Beiträge der Reihe “Wald in Wermelskirchen”
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Wald in Wermelskirchen – Teil 1: Unser Wald vor der Haustür
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Wald in Wermelskirchen – Teil 2: Was ist eigentlich Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 3: Wer entscheidet über unseren Wald?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 4: Warum werden Bäume gefällt?
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Wald in Wermelskirchen – Teil 5: Der Waldboden – viel mehr als Erde


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