Wenn wir durch den Wald gehen, sehen wir vor allem Bäume. Große und kleine, alte und junge. Dazwischen Sträucher, Farne und andere Pflanzen. Doch Wald ist weit mehr als das.
Aus ökologischer Sicht ist ein Wald ein komplexes System, das sich ständig verändert und an seine Umwelt anpasst. Bäume, Pflanzen, Tiere, Pilze, Mikroorganismen, Wasser, Luft und Boden stehen miteinander in Verbindung.
Dabei passiert vieles, was wir kaum wahrnehmen. Ein Baum wächst, stirbt irgendwann und wird selbst wieder Teil des Waldes. Im Boden arbeiten unzählige Lebewesen daran, organisches Material abzubauen und Nährstoffe verfügbar zu machen. Wasser wird aufgenommen, gespeichert und weitergegeben.
Der Wald ist deshalb kein statisches Gebilde. Er verändert sich ständig – auch wenn wir das bei einem Spaziergang oft gar nicht bemerken.
Und genau hier beginnt eine spannende Frage: Braucht der Wald eigentlich den Menschen?
Ein Wald kann sich grundsätzlich selbst erhalten. Er braucht also nicht zwingend jemanden, der ihm sagt, wann ein Baum wachsen, sterben oder umfallen darf.
Wenn wir Menschen in den Wald eingreifen, verfolgen wir deshalb bestimmte Ziele. Wir nutzen Holz, gestalten Wege, schützen bestimmte Bereiche oder versuchen, den Wald an veränderte Bedingungen anzupassen.
Aber welche Ziele sollen für unseren städtischen Wald in Wermelskirchen gelten?
Darum wird es in den nächsten Folgen gehen.
Denn wer über die Zukunft des Waldes sprechen will, muss zunächst verstehen, was Wald überhaupt ist.
Die Serie „Wald in Wermelskirchen“ entsteht gemeinsam mit Friedhelm Hürten.
Foto: Lutz Balschuweit
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