Die Politik darf keine Angst vor einem offensiven Umgang mit dieser Partei haben (Teil 2 von 2)

Hin­weis der Redak­ti­on: Die­ser Bei­trag stammt von einem exter­nen Autor und spie­gelt nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung der Redak­ti­on wider.

Die­ser Bei­trag erscheint in zwei Tei­len.

Zur Stra­te­gie der AfD gehört es, demo­kra­ti­sche Prin­zi­pi­en anzu­zwei­feln und Miss­trau­en in die Ver­fas­sung zu säen. Sie impli­ziert mit ihren Aus­sa­gen, dass Vertreter*innen demo­kra­ti­scher Par­tei­en kor­rupt und inkom­pe­tent sei­en und rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en zer­stö­ren wol­len. Dabei sind es doch gera­de die AfD-Kader, die zu gro­ßen Tei­len demo­kra­ti­sche Prin­zi­pi­en angrei­fen.

B. Höcke sprach von den demo­kra­ti­schen Mit­teln, um unse­re Demo­kra­tie zu über­win­den, und sag­te wei­ter zur dama­li­gen demo­kra­tisch gewähl­ten Regie­rung: „Was hier geschieht, ist nichts ande­res als ein Staats­streich, denn die Regie­rung tauscht suk­zes­si­ve das Staats­volk, den eigent­li­chen Sou­ve­rän des Grund­ge­set­zes, aus. (sic!)“ Björn Höcke am 30. Novem­ber 2022 auf Tele­gram.

Nun könn­te man sei­ten­lang ent­spre­chen­de Reden und Bei­trä­ge von füh­ren­den AfD-Prot­ago­nis­ten zitie­ren; alle bele­gen die im Kern anti­de­mo­kra­ti­sche Ideo­lo­gie der Par­tei und vie­ler ihrer Man­dats­trä­ger. Die­je­ni­gen in der AfD, die die­ser rechts­extre­men Linie nicht fol­gen wol­len, ver­las­sen die Par­tei über kurz oder lang.

Was wün­sche ich mir vor die­sem Hin­ter­grund von den demo­kra­ti­schen Par­tei­en in Wer­mels­kir­chen für die aktu­el­le Wahl­pe­ri­ode? Eine kla­re Abgren­zung gegen­über der AfD und ihren Man­dats­trä­gern. Ein­deu­ti­ge Ableh­nung der AfD-Anträ­ge. Soll­ten die­se aus­nahms­wei­se ein­mal sinn­voll sein – was ich bis­her noch nicht erle­ben durf­te –, kann man die­se ableh­nen und bei nächs­ter Mög­lich­keit als demo­kra­ti­sche Par­tei selbst stel­len (übri­gens ein Mit­tel, das bis­her in Aus­nah­men auch unter den demo­kra­ti­schen Par­tei­en ange­wandt wur­de). Die Par­tei und ihre Rats­mit­glie­der müs­sen ganz klar dort gestellt wer­den, wo immer es mög­lich ist: im Rat und in den Gre­mi­en. Es wird in Zukunft nicht mehr rei­chen, deren Wort­bei­trä­ge zu igno­rie­ren. Die Poli­tik darf kei­ne Angst vor einem offen­si­ven Umgang mit die­ser Par­tei haben.

Die Bür­ger wün­schen sich mehr kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit unter den demo­kra­ti­schen Par­tei­en! Über die eige­nen ideo­lo­gi­schen Vor­be­hal­te hin­aus gibt es genug Schnitt­men­gen, um gemein­sam für Wer­mels­kir­chen und sei­ne Men­schen etwas zu errei­chen. Wenn das gelingt, dann ist für unse­re Demo­kra­tie und vor allem für Wer­mels­kir­chen viel gewon­nen.

Bei­trags­bild: KI



Bewer­te die­sen Post!
[Gesamt: 0 Durch­schnitt: 0]

Kommentare

Hinweis der Redaktion

Für den Inhalt der Kommentare sind ausschließlich die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben nicht zwingend die Meinung der Redaktion von forumwk.de wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu prüfen, zu bearbeiten, zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht. Kommentare, die gegen geltendes Recht, die Netiquette (siehe „Wir über uns“) oder die redaktionellen Grundsätze von forumwk.de verstoßen, werden nicht veröffentlicht bzw. können nachträglich entfernt werden. Gleiches gilt für Beiträge und Kommentare, die keinen direkten Bezug zu den auf forumwk.de veröffentlichten Inhalten haben.

9 Kommentare zu „Die Politik darf keine Angst vor einem offensiven Umgang mit dieser Partei haben (Teil 2 von 2)“

  1. Avatar von Karl-Reiner Engels
    Karl-Reiner Engels

    Lie­ber Ste­fan Jano­si, vie­len Dank für dei­ne Aus­ar­bei­tung. Zur Ver­tie­fung möch­te ich ver­wei­sen auf einen Arti­kel der Zeit­schrift Jaco­bin vom 16. April 2025 [Von der Redak­ti­on ergänz­ter Titel: “Die Agen­da 2030 ist die Agen­da der AfD”], wo ins­be­son­de­re der Zusam­men­hang zwi­schen der Agen­da 2030 der CDU (Wunsch­pro­gramm der Unter­neh­mer) und der poli­ti­schen Rol­le der AfD her­ge­stellt ist. Link: [Exter­ner Link von der Redak­ti­on ent­fernt]

    0
    0
  2. Avatar von Stefan Janosi
    Stefan Janosi

    @Henning Reh­se,
    Lie­ber Hen­ning, „Du schreibst „Poli­tik end­lich wie­der für den Bür­ger machen“. Wel­che Poli­tik macht denn die rechts­extre­me Par­tei AfD „für die Bür­ger“? Kom­mu­nal­po­li­tisch bis­her nix, nada, nien­te, und bun­des­po­li­tisch ledig­lich popu­lis­ti­sche Phra­sen ohne jeg­li­che Sub­stanz. Das also kann wohl kaum der Grund sein eine rechts­extre­me Par­tei zu wäh­len.

    @Stefan Schä­fer, Sie lie­gen falsch! Ist es nicht eine zutiefst demo­kra­ti­sche Hal­tung, rechts­extre­me Par­tei­en und Poli­ti­ker, die die Zer­stö­rung der Demo­kra­tie pla­nen, von jeg­li­cher Macht abzu­hal­ten?
    Und das „ein­rei­ßen der Brand­mau­er“ führt ledig­lich zu einer zuneh­men­den Nor­ma­li­sie­rung der AfD und nicht zu einer „Selbst­ent­zau­be­rung“ der­sel­ben.

    Die Ursa­chen des Auf­stiegs einer rechts­extre­men Par­tei wie der AfD sind viel­fäl­tig. Dazu gehört u.a. die kon­fron­ta­ti­ve Emo­tio­na­li­sie­rung von Poli­tik durch Ver­ein­fa­chun­gen, Pole­mik, Angst, und Emo­tio­nen statt Argu­men­ten.
    Die demo­kra­ti­schen Par­tei­en ste­hen dem rela­tiv hilf­los gegen­über, denn in der Logik des digi­ta­len Empö­rungs­thea­ters ist die Dif­fe­ren­zie­rung kein Zei­chen von Demo­kra­tie mehr, son­dern von Ver­rat am “Volk“. Sozia­le Medi­en haben die­sen Mecha­nis­mus per­fek­tio­niert. Die Algo­rith­men von Meta, You­tube und Co. sind auf Inter­ak­ti­on opti­miert. Empö­rung sorgt für mehr Klicks. Pola­ri­sie­ren­de Bot­schaf­ten erhal­ten mehr Reich­wei­te, weil sie emo­tio­na­li­sie­ren und dadurch nor­ma­li­siert wer­den. Auf die­ser Kla­via­tur ver­steht es die AfD her­vor­ra­gend zu spie­len. Wer sich die aktu­el­len Ver­laut­ba­run­gen in den sozia­len Medi­en von AfD Man­dats­trä­gern im Bund und Land anschaut, wird genau die­ses Prin­zip erken­nen. Mit „guter Poli­tik“ hat das abso­lut nichts zu tun!

    Wem das unten­ste­hen­de bekannt vor­kom­men soll­te:

    „Wir sind doch eine anti­par­la­men­ta­ri­sche Par­tei, leh­nen aus guten Grün­den die …..Ver­fas­sung und die von ihr ein­ge­führ­ten repu­bli­ka­ni­schen Insti­tu­tio­nen ab, sind Geg­ner einer ver­fälsch­ten Demo­kra­tie, die den Klu­gen und den Dum­men, den Flei­ßi­gen und den Fau­len über einen Leis­ten schlägt, sehen im heu­ti­gen Sys­tem der Stim­men­ma­jo­ri­tä­ten und der orga­ni­sier­ten Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit die Haupt­ur­sa­che unse­res stän­dig zuneh­men­den Ver­falls. Was also wol­len wir im Reichstag?Wir gehen in den Reichs­tag hin­ein, um uns aus dem Waf­fen­ar­se­nal der Demo­kra­tie mit deren eige­nen Waf­fen zu ver­sor­gen. Wir wer­den Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­te, um die Wei­ma­rer Gesin­nung mit ihrer eige­nen Unter­stüt­zung lahm zu legen. Wenn die Demo­kra­tie so dumm ist, uns für die­sen Bären­dienst Frei­fahr­kar­ten und Diä­ten zu geben, so ist das ihre eige­ne Sache. Wir zer­bre­chen uns dar­über nicht den Kopf. Uns ist jedes gesetz­li­che Mit­tel recht, den Zustand von heu­te zu revo­lu­tio­nie­ren.“
    Göb­bels im „Völk. Beob­ach­ter 1928

    0
    0
  3. Avatar von Lothar Dähn
    Lothar Dähn

    Als frei­heits­lie­ben­der Deut­scher, dem unse­re Ver­fas­sung am Her­zen liegt, und als über­zeug­ter Euro­pä­er beglück­wün­sche ich kei­ne Rechts­po­pu­lis­ten. Und wenn die­se oder ihre Fans den Boden der Sach­lich­keit ver­las­sen, um popu­lis­tisch ihre Behaup­tun­gen zu ver­brei­ten, beglück­wün­sche ich die­je­ni­gen, die sol­chen Popu­lis­mus bloß­stel­len. Mit Par­tei­en und Per­so­nen zusam­men zuar­bei­ten, die sich demo­kra­tisch ger­ne wäh­len las­sen, um die­se Demo­kra­tie oder wich­ti­ge ihrer Ele­men­te im Erfolgs­fall abzu­schaf­fen, leh­ne ich ab. Ein Blick in die eige­ne Geschich­te und auf das, was wir gera­de in den USA erle­ben, reicht aus. Sach­li­che Ant­wor­ten auf gestell­te Fra­gen ger­ne, popu­lis­ti­scher Miss­brauch die­ses Forums oder ande­rer Platt­for­men, nein dan­ke!

    0
    0
  4. Avatar von Philipp
    Philipp

    Fra­ge an die Kom­men­tie­ren­den, wes­halb soll­te man mit Rechts­ra­di­ka­len zusam­men­ar­bei­ten?

    0
    0
  5. Avatar von Stefan M. Schäfer
    Stefan M. Schäfer

    Anfangs hat man die AfD offen­siv bekämpft.
    Hat nicht funk­tio­niert.
    Dann ging man dazu über “sie inhalt­lich stel­len zu wol­len”.
    Hat eben­falls nicht funk­tio­niert.
    Ver­zwei­felt geht man nun wie­der dazu über
    “sie offen­siv bekämp­fen zu wol­len”.

    Ergeb­nis die­ser anti­de­mo­kra­ti­schen Hal­tung:
    Die AfD ist zur zweit­stärks­ten Par­tei Deutsch­lands
    gewor­den.

    Glück­wunsch !

    Wer die AfD wirk­sam poli­tisch bekämp­fen möch­te,
    reißt die Brand­mau­er nie­der, gewinnt das Ver­trau­en der
    Bür­ger zurück, macht gute Poli­tik für unser Land
    und genießt par­al­lel dazu als Resul­tat die Selbst­ent­zau­be­rung
    die­ser Par­tei.

    Lie­ben Gruß in die Run­de,

    Ste­fan Schä­fer

    0
    0
  6. Avatar von Lothar Dähn
    Lothar Dähn

    Die Fra­ge ist doch, wie Demo­kra­ten, also Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich zu die­sem Staat und die­ser Ver­fas­sung unein­ge­schränkt beken­nen, bei der nächs­ten Wahl ver­hal­ten, wenn „ihre“ favo­ri­sier­te demo­kra­ti­sche Par­tei mit Rechts­po­pu­lis­ten, egal wie, „zusam­men­ar­bei­tet“?

    0
    0
    1. Avatar von Henning Rehse
      Henning Rehse

      Die Zahl der Bür­ger, die ihrer Sicht­wei­se und Wunsch­vor­stel­lung fol­gen, wird von Wahl zu Wahl klei­ner.
      Ich stel­le mir daher die Fra­ge, war­um das so ist und was man dage­gen tun kann.
      Die bis­he­ri­gen „Stra­te­gien“ haben ja offen­kun­dig kläg­lich ver­sagt.

      0
      0
    2. Avatar von Stefan M. Schäfer
      Stefan M. Schäfer

      Die Fra­ge für mich ist viel­mehr: Wie hät­te sich ihre Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­tur ‑sofern von Erfolg gekrönt- auf den Demo­gra­fie­be­richt für Wer­mels­kir­chen in Bezug auf die Abwan­de­rung aus­ge­wirkt ?
      Hin­weis der Redak­ti­on:
      For­umWK steht für sach­be­zo­ge­ne Dis­kus­sio­nen. Per­sön­li­che Rück­bli­cke oder Bewer­tun­gen sind will­kom­men, sofern sie erkenn­bar zum The­ma bei­tra­gen.

      0
      0
  7. Avatar von Henning Rehse
    Henning Rehse

    “ Ein­deu­ti­ge Ableh­nung der AfD-Anträ­ge. Soll­ten die­se aus­nahms­wei­se ein­mal sinn­voll sein – was ich bis­her noch nicht erle­ben durf­te –, kann man die­se ableh­nen und bei nächs­ter Mög­lich­keit als demo­kra­ti­sche Par­tei selbst stel­len (übri­gens ein Mit­tel, das bis­her in Aus­nah­men auch unter den demo­kra­ti­schen Par­tei­en ange­wandt wur­de).”
    Und genau das sind die Prak­ti­ken, die die Bür­ger absto­ßen und der AfD in die Arme trei­ben.
    Vor Jah­ren hat genau die­se Pra­xis eine Frak­ti­ons­spre­che­rin der Grü­nen in ihrer Haus­halts­re­de im Rat zu Recht beklagt, als den Grü­nen genau mit die­ser Pra­xis begeg­net wur­de.

    0
    0