Zum Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt

Heu­te habe ich mir das Wahl­pro­gramm der AfD in Sach­sen-Anhalt in der Lang­fas­sung ange­tan. Neben öko­no­misch wahn­sin­ni­gen Plä­nen (Rück­kehr zur Braun­koh­le etc.) hat mich die Lek­tü­re vor allem durch einen völ­kisch-natio­na­lis­ti­schen Grund­ton geschockt. Gro­ße Tei­le des Inhalts haben nichts mehr mit kon­ser­va­ti­ver rech­ter Poli­tik zu tun. Inhalt und Spra­che zeu­gen von einem Ungeist, den sogar ich nicht erwar­tet habe. Es wird dort von „Abstam­mungs­prin­zip“, von „kul­tur­frem­den Fach­kräf­ten“, vom „per­vers-lin­ken Ungeist“, von „deut­scher Iden­ti­tät in der Kunst“ und zum Schluß auch noch „Bür­ger­weh­ren“ geschrie­ben. Bei eini­ge Pas­sa­gen fühlt man sich unwill­kür­lich an das 25 Pkt. Pro­gramm der NSDAP von 1920 erin­nert. Wenn man die­ses Pro­gramm in den Kon­text mit den Äuße­run­gen füh­ren­der Poli­ti­ker der AfD setzt, wenn man weiß, dass dahin­ter rechts­extre­me Ideo­lo­gen wie H.T. Till­schnei­der ste­hen, dann soll­te jeder Demo­krat Angst bekom­men. Sach­sen-Anhalt könn­te nur der Anfang sein…

Aus die­sem Anlass daher fol­gen­der Text v. Simon Pear­ce:

Bei Hit­lers brennt noch Licht.
Es ist nie ganz erlo­schen, nur eine kur­ze, ruhi­ge Zeit war’s Fens­ter fest ver­schlos­sen.
Nur ab und zu, ganz schüch­tern fast, kaum hör­bar, ein Gewis­per…
Man nahm’s kaum wahr und dach­te sich: „Was soll’s? Da ist noch Licht an.“
Bei Hit­lers brennt noch Licht – Jetzt tre­ten sie ans Fens­ter.
Jetzt sieht man sie, jetzt hört man sie …
das sind kei­ne Gespens­ter.
Ganz stolz und laut­stark steh’n sie da, ent­zün­den und kra­kee­len.
Und ihre Dro­hung ist ganz klar: „WIR GEHEN WIEDER WÄHLEN!“
Bei Hit­lers brennt noch Licht.
Ver­nunft wo bist Du? Wo?
Komm‘ raus und hilf … und schalt‘ es aus.
… sonst brennt es lich­ter­loh.

Bei­trags­bild: KI gene­riert

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Kommentare

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2 Kommentare zu „Zum Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt“

  1. Avatar von Roland Nitzling
    Roland Nitzling

    Und den­noch wer­den womög­lich über 40 % die­se Par­tei in Sach­sen Anhalt wäh­len. Im Bund bereits bei 30 %. Aus mei­ner Sicht ein kom­plett Ver­sa­gen von CDU, SPD, Grü­ne und FDP, die kei­nen Blick mehr für die Pro­ble­me von Arbeit­neh­mern, Mit­tel­ständ­lern hier im Land haben. Trau­rig. Ich wür­de die AFD nie­mals wäh­len, aber oben genann­te auch nicht mehr. Es wird Zeit für eine neue, star­ke Bewe­gung aus der Mit­te her­aus.

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    1. Avatar von Klaus E. Ulinski
      Klaus E. Ulinski

      Herr Nitz­ling, ich kann Ihren Frust über das poli­ti­sche Ver­sa­gen der eta­blier­ten Par­tei­en durch­aus nach­voll­zie­hen. CDU, SPD, Grü­ne und FDP müs­sen sich sehr ernst­haft fra­gen las­sen, war­um sie bei vie­len Arbeit­neh­mern, Mit­tel­ständ­lern und Men­schen, die sich um ihre wirt­schaft­li­che und sozia­le Zukunft sor­gen, Ver­trau­en ver­lo­ren haben.
      Und ich den­ke, genau hier liegt das Pro­blem: Die­se Par­tei­en sind (oder waren) trotz aller Feh­ler und trotz aller not­wen­di­gen Kri­tik noch immer tra­gen­de Säu­len unse­rer demo­kra­ti­schen Ord­nung. Sie müs­sen sich ver­än­dern, zuhö­ren und ihre ideo­lo­gi­schen Scheu­klap­pen able­gen – aber sie ein­fach durch eine ver­meint­lich bes­se­re Bewe­gung zu erset­zen, ist leich­ter gesagt als getan.
      Denn wo ist die­se neue, star­ke Bewe­gung aus der demo­kra­ti­schen Mit­te? Ich sehe sie gegen­wär­tig nicht. Und daher hal­te ich es für gefähr­lich, aus berech­tig­ter Ent­täu­schung die Schluss­fol­ge­rung zu zie­hen, man müs­se nur etwas völ­lig Neu­es schaf­fen.
      Viel­leicht müs­sen wir tat­säch­lich neu den­ken. Aber neu den­ken heißt für mich nicht, die Demo­kra­tie abzu­schrei­ben oder die Par­tei­en der Mit­te zu ent­sor­gen. Es heißt, ideo­lo­gisch gepräg­te Moti­ve – egal aus wel­cher poli­ti­schen Rich­tung – zurück­zu­neh­men und wie­der stär­ker von den tat­säch­li­chen Pro­ble­men der Men­schen aus­zu­ge­hen: Arbeit, Ein­kom­men, Woh­nen, Sicher­heit, Bil­dung, Infra­struk­tur, wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit und gesell­schaft­li­cher Zusam­men­halt.
      Eine demo­kra­ti­sche Erneue­rung wird nicht dadurch ent­ste­hen, dass man die AfD wählt. Sie wird aber auch nicht dadurch ent­ste­hen, dass man sich von CDU, SPD, Grü­nen und FDP ein­fach abwen­det und auf eine Bewe­gung war­tet, die es bis­lang nicht gibt.
      Viel­leicht liegt die eigent­li­che Alter­na­ti­ve dar­in, die demo­kra­ti­sche Mit­te neu zu defi­nie­ren – jen­seits der alten ideo­lo­gi­schen Lager. Das wäre tat­säch­lich eine star­ke neue Bewe­gung. Aber dafür müss­ten Men­schen inner­halb der demo­kra­ti­schen Par­tei­en den Mut haben, neu zu den­ken und alte Gewiss­hei­ten auf­zu­ge­ben

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