Der kleine weiße Strich

Ein klei­ner wei­ßer Strich sorgt für Ver­wir­rung und Unsi­cher­heit.

Die Vor­ge­schich­te:

In der Schil­ler­stra­ße, direkt vor dem Stoff­la­den, ist seit Jah­ren eine Mar­kie­rung zum Par­ken ange­bracht. Ein Platz ist als Behin­der­ten-Park­platz mar­kiert. Davor gab es eine grö­ße­re Flä­che für 3 bis 4 Fahr­zeu­ge. (Je nach Fahr­zeug­grö­ße und je nach Fähig­keit oder Unver­mö­gen der Fah­rer / ‑innen).

Das funk­tio­nier­te alles gut.

Nun waren die Mar­kie­run­gen „in die Jah­re gekom­men“ und abge­nutzt. Also neu machen.

Die Mar­kie­run­gen wur­den frisch ange­bracht und die Auf­tei­lung fast bei­be­hal­ten. Der Behin­der­ten-Park­platz ist geblie­ben aber die lan­ge Park­flä­che davor durch einen klei­nen Mit­tel­strei­fen hal­biert. Optisch sind es jetzt nur noch zwei Park­plät­ze was natür­lich Platz­ver­schwen­dung ist.

Vie­le trau­en sich nicht auf die­sem Mit­tel­strei­fen zu par­ken und sind unsi­cher.

Darf ich das oder ist das ver­bo­ten?

Also nach­ge­fragt beim Park­über­wa­chungs-Fach­per­so­nal:

„Dür­fen dort drei Fahr­zeu­ge hin­ter­ein­an­der par­ken?“

„Ja, kein Pro­blem.“

„Aber das mitt­le­re Fahr­zeug steht auf der Tren­nungs­li­nie.“

„Das macht nichts.“

Gut zu wis­sen – nur wer weiß es schon?

Und wenn die­ser Tren­nungs­strich nichts bedeu­tet war­um ist er da?

Man kann sich kaum vor­stel­len dass die Mar­kie­rungs­fir­ma die­sen klei­nen Strich eigen­mäch­tig, ohne Auf­trag und Anwei­sung, auf­ge­malt hat.

Schließ­lich ist das Gan­ze doch ein hoch­amt­li­cher Vor­gang.

Ein Tipp oder eine Bit­te: Mit ein biss­chen schwar­zer Far­be den klei­nen Strei­fen über­ma­len. Pro­blem gelöst.

Aber viel­leicht steckt da noch viel mehr dahin­ter was wir gar nicht wis­sen (und wo wir auch gar nicht ´drauf kom­men wür­den). Stu­dier­te Fach­leu­te in Ver­wal­tung, im Kreis, im Land oder im Bund, viel­leicht sogar in der EU könn­ten uns den klei­nen wei­ßen Strich erklä­ren. Wahr­schein­lich wür­den wir es nicht ver­ste­hen, nur den Kopf schüt­teln und sagen: „Ja, wenn das so ist kann man nichts machen.“

Foto: Wal­ter Schu­bert

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