Das Krankenhaus ist gerettet

Die Stadt Wer­mels­kir­chen teilt in ihrem Face­book-Post mit, dass die Kran­ken­haus Wer­mels­kir­chen GmbH in den kom­men­den drei Jah­ren mit bis zu drei Mil­lio­nen Euro jähr­lich unter­stützt wer­den soll.

Begrün­dung: Ohne die­se Hil­fe droht die Schlie­ßung.

Finan­ziert wer­den soll das Gan­ze unter ande­rem über eine Erhö­hung der Grund­steu­er B. Soweit der Face­book-Post der Stadt Wer­mels­kir­chen.

Aha!

Über­setzt heißt das also: Wer medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung vor Ort möch­te, zahlt künf­tig eben mehr. So ein­fach kann Ver­wal­tungs- und Kom­mu­nal­po­li­tik sein, wenn man die unan­ge­neh­men Fra­gen lie­ber nicht stellt.

Damit hier eines klar ist: Natür­lich ist das Kran­ken­haus wich­tig. Kei­ne Fra­ge.

Eine wohn­ort­na­he Not­auf­nah­me und sta­tio­nä­re Ver­sor­gung gehö­ren zur Daseins­vor­sor­ge. Gera­de des­halb darf das Kran­ken­haus aber nicht als poli­ti­sches Schutz­schild benutzt wer­den, um jede Kri­tik an Finan­zie­run­gen, Prio­ri­tä­ten und Fol­ge­kos­ten mora­lisch abzu­räu­men.
Beson­ders frag­wür­dig ist laut städ­ti­schem Face­book-Post der Ver­weis auf die Hit­ze­wel­le. Ja, wenn an einem Wochen­en­de 130 Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in der Not­auf­nah­me ver­sorgt wer­den müs­sen, zeigt das die Bedeu­tung des Kran­ken­hau­ses.

Es zeigt aber auch etwas ande­res: Wer­mels­kir­chen hat beim Hit­ze­schutz offen­sicht­lich ein Pro­blem. Eine Not­auf­nah­me ist kein Hit­ze­schutz­plan. Wenn Hit­ze Men­schen ins Kran­ken­haus bringt, reicht es nicht, anschlie­ßend die Kran­ken­haus­kos­ten als Begrün­dung für eine Steu­er­erhö­hung zu prä­sen­tie­ren. Dann muss eher gefragt wer­den: Wo sind küh­le öffent­li­che Räu­me? Wo sind Schutz­kon­zep­te für älte­re Men­schen, Kin­der, Kran­ke und sozi­al belas­te­te Haus­hal­te? Wo ist ech­te Vor­sor­ge statt nach­träg­li­cher Kri­sen­ver­wal­tung?

Das Kran­ken­haus darf nicht für alles her­hal­ten, nicht für ver­fehl­te Gesund­heits­po­li­tik in Bund und Land, nicht für feh­len­de kom­mu­na­le Hit­ze­re­si­li­enz und schon gar nicht als beque­mes Argu­ment für eine Grund­steu­er­erhö­hung. Wer das tut, argu­men­tiert schlicht – und erfri­schend direkt!

Die bereits Anfang die­sen Jah­res erhöh­te Grund­steu­er B trifft nicht nur Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer, sie trifft über die Neben­kos­ten auch Mie­te­rin­nen und Mie­ter, Fami­li­en, Rent­ne­rin­nen und Rent­ner, Allein­ste­hen­de, klei­ne Haus­hal­te und Betrie­be.

Kurz gesagt, am Ende zah­len wie­der die Men­schen vor Ort.

Über­ra­schung! Wer hät­te das gedacht?

Wenn die Stadt zusätz­li­che Belas­tun­gen mit dem Kran­ken­haus begrün­det, muss sie auch offen­le­gen, wel­che finan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen bereits bestehen, etwa im Zusam­men­hang mit den beschlos­se­nen Rom­bus-Vor­ha­ben und wel­chen Spiel­raum Wer­mels­kir­chen tat­säch­lich noch hat.

Der Satz: „Sonst schlie­ßen wir das Kran­ken­haus“ erzeugt Druck.

Er ersetzt aber kei­ne ehr­li­che poli­ti­sche Debat­te:

Wie trag­fä­hig ist der Sanie­rungs­plan?

Was pas­siert nach drei Jah­ren?

Wel­che Risi­ken blei­ben?

Wel­che Aus­ga­ben wer­den über­prüft und wel­che Prio­ri­tä­ten setzt die Stadt wirk­lich?

Ein Kran­ken­haus zu erhal­ten kann rich­tig und muss unter Umstän­den not­wen­dig sein. Aber die Erzäh­lung der Stadt ist zu bequem. Kran­ken­haus wich­tig, Grund­steu­er hoch, Dis­kus­si­on been­det. So funk­tio­niert Ver­ant­wor­tung nicht.

Wer­mels­kir­chen braucht kla­re Prio­ri­tä­ten: Gesund­heit. Hit­ze­schutz, Schu­len und sozia­le Daseins­vor­sor­ge zuerst. Eine Stadt wird nicht dar­an gemes­sen, wie geschickt sie Steu­er­erhö­hun­gen ver­kauft. Sie wird dar­an gemes­sen, ob sie ihre Men­schen schützt, bevor sie ihnen die nächs­te Rech­nung schickt.

Foto: Face­book­post der Stadt Wer­mels­kir­chen

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Kommentare

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13 Kommentare zu „Das Krankenhaus ist gerettet“

  1. Avatar von Stefan Janosi
    Stefan Janosi

    Geret­tet? Lang­fris­tig ste­hen dahin­ter aber noch eini­ge Fra­ge­zei­chen. Ja das Wer­mels­kir­che­ner Kran­ken­haus zu erhal­ten hat abso­lu­te Prio­ri­tät. Aller­dings muss man abwä­gen ob ein tem­po­rä­rer Zuschuss aus kom­mu­na­len Finan­zen wirk­lich lang­fris­tig zum Erhalt des KH bei­tra­gen wird, und wel­che ande­re Pro­jek­te dadurch in Fra­ge gestellt wer­den könn­ten. Die Risi­ken und Erlös­kür­zun­gen für Kli­ni­ken durch das geplan­ten GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­set­zes wür­de für vie­le Kli­ni­ken den Jah­res­ver­lust auf 60 Pro­zent hoch­schnel­len las­sen – bis 2030 sogar auf rund 70 Pro­zent. Die Umsatz­ren­di­te fie­le auf etwa minus zwei Pro­zent. (Zah­len aus dem Kran­ken­haus-Rating Report 2026)! Den Häu­sern wer­den hoch­ge­rech­net etwa drei bis vier Pro­zent Erlö­se dadurch ent­zo­gen, warnt der RWI-Gesund­heits­exper­te Prof. Boris Agurz­ky (Deut­sche Ärz­te­blatt). Die KH müss­ten ihre Kos­ten sen­ken, ins­be­son­de­re ihre Per­so­nal­kos­ten bis 2030 um 8 bis 9 Pro­zent! Ich sehe da für die Zukunft noch eini­ge Fra­ge­zei­chen und hof­fe das die ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen sich inten­siv mit den zusätz­li­chen Risi­ken des GKV-Bei­trags­sta­bi­li­sie­rungs­ge­set­zes beschäf­tigt haben. Ansons­ten steht uns irgend­wann eine böse Über­ra­schung ins Haus.

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    1. Avatar von Karl-Reiner Engels
      Karl-Reiner Engels

      Eine Sen­kung der Per­so­nal­kos­ten ist nur mög­lich durch Per­so­nal­ab­bau, was zwin­gend eine Ver­schlech­te­rung der Pfle­ge­qua­li­tät nach sich zieht. Denn nur zu klat­schen reich­te ja schon in der Coro­na-Kri­se nicht, die Beschäf­tig­ten in den Kran­ken­häu­sern müs­sen ent­spre­chend ihrer qua­li­fi­zier­ten und hoch­be­las­ten­den Arbeit ent­lohnt wer­den. Auf die ent­spre­chen­den Tarif­aus­ein­an­der­set­zun­gen sei ver­wie­sen. Eben­so auf die Sozi­al­pro­tes­te der Gewerk­schaf­ten, die wie die Sozi­al­ver­bän­de das GKV-Bei­trags­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz scharf kri­ti­sie­ren. Auf den ver­schied­nen Demons­tra­tio­nen des DGB gegen den geplan­ten und voll­zo­ge­nen Sozi­al­ab­bau ist zumin­dest in Köln, aber auch an ande­ren Orten, der Zusam­men­hang zwi­schen den Kos­ten der Auf­rüs­tung und des Sozi­al­ab­baus the­ma­ti­siert wor­den. Mei­ne Emp­feh­lung wäre also an den Sozi­al – Pro­tes­ten die nach der Som­mer­pau­se wei­ter­ge­führt wer­den teil­zu­neh­men und die­se zu ver­bin­den mit denen der Frie­dens­be­we­gung.

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  2. Avatar von Jürgen
    Jürgen

    Die Aus­sa­ge “Das Kran­ken­haus ist geret­tet” ist irre­füh­rend und fak­tisch durch nichts zu bele­gen. Zah­len und Kon­zep­te, die im Übri­gen der (zah­len­den) Bevöl­ke­rung nicht zur Ein­sicht gelan­gen, sind nicht der gerings­te Beweis für die­se Aus­sa­ge. Es ist erst ein­mal der from­me Wunsch der Stadt­ver­wal­tung. Mehr aber auch nicht.

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  3. Avatar von Jürgen
    Jürgen

    Herr Ulink­si. Sie schrei­ben mir aus der See­le. Hier sind (wie­der ein­mal) viel zu vie­le Fra­gen offen und die Bür­ger wer­den im Unkla­ren gelas­sen. Ich bin auch für den Erhalt des Kran­ken­hau­ses, ohne Fra­ge. Wenn ich aller­dings mal eine ein­fa­che Rech­nung auf­ma­che stel­le ich mir die Fra­ge, wie lan­ge die max. 9 Mil­lio­nen die von der Stadt in das Pro­jekt gesteckt wer­den sol­len, über­haupt rei­chen? Mei­ne Fra­ge wäre z.B., wie hoch sind die monat­li­chen Aus­ga­ben, allei­ne nur für die Löh­ne und Gehäl­ter der Bediens­te­ten im Kran­ken­haus? Um über­haupt mal eine Zahl zu haben, sieht mei­ne lai­en­haf­te Rech­nung wie folgt aus. Das KH hat ca. 400- 430 Mit­ar­bei­ter. Nimmt man als Mas­stab ein­mal an, jeder die­ser Mit­ar­bei­ter bekä­me im Schnitt 2.000€ (Brut­to) Lohn/ Gehalt, was sicher­lich deut­lich zu nied­rig geschätzt ist (soll ja auch nur mal die Dimen­si­on dar­stel­len), dann ste­hen monat­lich Kos­ten von ca. 800.000€ an (berech­net für “nur” 400 Mit­ar­bei­ter). Das wären dann im Jahr ca. 9.600.000€!!!!!! Damit wären dann bereits nach 1 Jahr die Gel­der für die ver­an­schlag­ten 3 Jah­re auf­ge­braucht. Natür­lich wer­den durch OP‘s, Auf­ent­hal­te, Behand­lun­gen etc. auch Gel­der gene­riert. Wie hoch sind die­se im Jah­res­schnitt? Was kann man gegen­rech­nen? Was ist mit den jähr­li­chen Aus­ga­ben für lau­fen­de Kos­ten, wie z.B. Ener­gie, Repa­ra­tu­ren, Ver­si­che­run­gen etc.; Ich den­ke hier ist, um Trans­pa­renz her­zu­stel­len und, wie es der BM so ger­ne for­mu­liert, Mit­nah­me des Bür­gers, drin­gend not­wen­dig und gebo­ten. Soll­te das nicht gesche­hen, sehe ich per­sön­lich schwarz. Das aller­dings nicht nur für die­ses Vor­ha­ben.

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  4. Avatar von Anna Blumberg
    Anna Blumberg

    Dan­ke lie­ber Klaus, genau das, sage ich, seit­dem ich die­sen Post der Stadt WK gele­sen habe.
    Viel­leicht wäre ein Bür­ger­ent­scheid sinn­voll gewe­sen?
    Ich ver­mis­se hier die Ein­be­zie­hung der Bür­ger, Hit­ze­pla­nung sowie­so und das Kran­ken­haus ret­ten die Bür­ger auch nicht. Dazu gehö­ren sehr vie­le ande­re Aspek­te.

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    1. Avatar von Jürgen
      Jürgen

      Ein Bür­ger­ent­scheid in die­ser Stadt? Den hat es, so weit ich mich erin­nern kann, noch nie gege­ben. Und es hat noch nie “so gebrannt” wie aktu­ell. Aus­ser Peti­tio­nen ist der Wil­le der Bür­ger­schaft, nicht zu ver­wech­seln mit dem Wil­len des Rates und der Ver­wal­tung, nicht gesche­hen. Ande­re Städ­te und Kom­mu­nen, ajuch im nähe­ren Umfeld, sind da deut­lich bür­ger­freund­li­cher.

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      1. Avatar von Kai
        Kai

        Es gab mal einen Bür­ger­ent­scheid zum Umbau des Schwa­nen­plat­zes. Damals gab es einen alter­na­ti­ven, kos­ten­güns­ti­ge­ren Vor­schlag. Die­ser erhielt auch die Mehr­heit der Bür­ger. Da aber die Min­dest­teil­neh­mer­zahl nicht erreicht wur­de, muss­te man sich nicht dar­an hal­ten und hat es vor lau­ter Bür­ger­freund­lich­keit auch nicht getan. So kam es zu unse­ren sexy “Reichs­bau­ten”.

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  5. Avatar von H. Heidbüchel
    H. Heidbüchel

    Die Ret­tung des Kran­ken­hau­ses ist aus Sicht der Gesund­heits­ver­sor­gung sinn­voll.
    Die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung besteht nun dar­in, die Kli­nik inner­halb der zuge­sag­ten Zeit wirt­schaft­lich so auf­zu­stel­len, dass sie künf­tig nicht dau­er­haft von kom­mu­na­len Zuschüs­sen abhän­gig ist.
    Geht der Plan auf und die Wirt­schaf­tich­keit vom Kran­ken­haus steht auf einem soli­den Fun­da­ment kann doch eine vor­über­ge­hen­de Steu­er­erhö­hung ver­tret­bar sein und der Hebe­satz nach 3 Jah­ren wie­der gesenkt wer­den.
    Das wäre doch, ich sag’s mal nach Trump’s Wor­ten, ein guter Deal.

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    1. Avatar von H. Heidbüchel
      H. Heidbüchel

      Noch ein Nach­trag von mir,
      Was mir gut gefal­len hat war der Kom­men­tar von Herrn Kranz zum Käl­te­kon­zept, wel­cher auch pas­send zum Kran­ken­haus ist.….oder?

      “Solan­ge es sich unse­re Stadt leis­ten kann, den moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehr mit ca. 8 (acht) Mil­lio­nen Euro pro Jahr zu sub­ven­tio­nie­ren und dabei jede betriebs­wirt­schaft­li­che Regel ver­ach­tet, solan­ge KANN die Stadt­kas­se nicht “leer” sein. Das in Stra­ßen, Wegen und Plät­zen gebun­de­ne städ­ti­sche Ver­mö­gen wird bis heu­te nicht bewer­tet; Abschrei­bung und Eigen­ka­pi­tal-Ver­zin­sung fin­den eben­so wenig statt wie die Kos­ten­zu­ord­nung nach Ver­ur­sa­cher­prin­zip. Nicht ein­mal Park­ge­büh­ren wer­den erho­ben. Wer so Haus­hal­te, hat nicht zu wenig, son­dern zu viel Geld!

      Man möch­te all die Poli­ti­ker und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter sechs­hun­dert Jah­re in der Zeit ver­set­zen und zu Jakob Fug­ger dem Älte­ren in die Leh­re schi­cken, dem Erfin­der der Buch­füh­rung!

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    2. Avatar von Jürgen Heider
      Jürgen Heider

      Sehr geehr­te Frau Heid­bü­chel. Wenn ich an alles glau­be, dann ber defi­ni­tiv nicht dar­an dass der Hebe­satz nach 3 Jah­ren wie­der gesenkt/ zurück genom­men wird. Davon hat noch kein Ver­ant­wort­li­cher auch nur 1 Sil­be ver­lo­ren. 1x erhöht bleibt es dabei. Läuft.

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      1. Avatar von H. Heidbüchel
        H. Heidbüchel

        Hal­lo Herr Hei­der, im übri­gen bin ich eine männ­li­che Per­son, was den Hebe­satz angeht ist es ein Ver­such, wel­cher wahr­schein­lich von unse­rem OB… sor­ry ich mei­ne BM mit einem Schmun­zeln zur Kennt­nis genom­men wird.

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  6. Avatar von Karl-Reiner Engels
    Karl-Reiner Engels

    Ich möch­te Herrn Klaus Ulin­ski für sei­nen Arti­kel dan­ken. Der Erhalt unse­res Kran­ken­hau­ses in Wer­mels­kir­chen scheint gesi­chert, da er sowohl gesell­schaft­lich als auch poli­tisch gewünscht ist. Es könn­te jedoch sinn­voll sein, die Ursa­chen der finan­zi­el­len Kri­se der Kran­ken­häu­ser, nicht nur in Wer­mels­kir­chen, erneut zu ana­ly­sie­ren. Die Haupt­ur­sa­chen der Kri­se sind fol­gen­de: Strik­te Bud­ge­tie­rung: Kli­ni­ken sind nicht in der Lage, ihre Prei­se wie Wirt­schafts­un­ter­neh­men an die Infla­ti­on anzu­pas­sen, da die Ver­gü­tun­gen für Behand­lun­gen gesetz­lich gede­ckelt sind. Kos­ten­ex­plo­si­on: Der Aus­bruch der Ener­gie­kri­se sowie hohe Tarif­ab­schlüs­se im Gesund­heits­we­sen haben zu erheb­li­chen Mehr­aus­ga­ben geführt, die von den bis­he­ri­gen Bud­gets nicht gedeckt wer­den kön­nen. Finan­zie­rungs­de­fi­zit: Schät­zun­gen zufol­ge schrei­ben rund drei Vier­tel (ca. 75 %) aller Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land rote Zah­len [Deut­sches Ärz­te­blatt]. Im Kon­text der aktu­el­len Gesetz­ge­bung der Bun­des­re­gie­rung zur Decke­lung der Kos­ten im Gesund­heits­we­sen (GKV-Bei­trags­satz­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz) äußert der Deut­sche Gewerk­schafts­bund (DGB) Beden­ken hin­sicht­lich einer wei­te­ren Ver­schär­fung der Finanz­la­ge der Kran­ken­häu­ser. Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (DKG) kri­ti­siert in die­sem Zusam­men­hang eben­falls die wei­te­re Mit­tel­ent­zie­hung für die Kran­ken­häu­ser in Höhe von ca. 30 Mil­li­ar­den Euro bis zum Jahr 2030. Es ver­bleibt somit wei­ter­hin eine signi­fi­kan­te Unter­fi­nan­zie­rung der Kran­ken­häu­ser und eine Ver­la­ge­rung der Kos­ten auf die Kran­ken­haus­trä­ger, was, wie im Fall Wer­mels­kir­chen, zu einer Mehr­be­las­tung durch Erhö­hung der Abga­ben führt. Unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen ist eine an die Bedarfs­la­ge ange­pass­te Reform nicht zu erwar­ten. Die Finan­zie­rung der Mil­li­ar­den für die Rüs­tung stel­len eine gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung dar, die direk­ten Aus­wir­kun­gen, beson­ders im Bereich der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me, sind evi­dent. Erin­nert sei in die­sem Zusam­men­hang an die For­de­run­gen der Frie­dens­be­we­gung.

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  7. Avatar von Philipp
    Philipp

    Klas­se 👍 das ist genau mein Gefühl und ich dach­te bereits kei­ner ver­steht was ich den­ke! Dan­ke dafür Klaus!

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