Das Beitragsfoto und der Blick auf das Bildmaterial in diesem Beitrag geben etwas von einem einzigartigen Event wieder. Denn: Das hat es in Wermelskirchen noch nie gegeben. Über 200 Radfahrer versammelten sich an der Mehrzweckhalle Dabringhausen, um von dort zu einer großen und stimmungsvollen Demonstrations-Rundfahrt Richtung Wermelskirchen zu starten. Radler aller Altersklassen sind unterwegs und bilden einen bunten, mehrere Hundert Meter langen „Lindwurm“, der sich auf von der Polizei abgesperrten Straßen von Dabringhausen über Emminghausen und Neue Mühle Richtung Innenstadt Wermelskirchen und dann zurück über Hilgen nach Dabringhausen bewegt.
Die ADFC-Vertreter Manfred und Günther Bansen sowie das Organisationsteam aus Dabringhausen Michael Jakstait, Carsten Krüger und Eberhard Krüger sorgten zusammen mit der Polizei für einen reibungslosen Ablauf, für ausreichend Informationsmaterial oder bunte Zugaben für die Kinder.
Ein bunter Corso, der am Wegesrand bei den Zuschauern für Beifall und Begeisterung sorgt. Autofahrer, die vor ihrer Weiterfahrt nicht Ärger zeigen, sondern den Demonstrationszug mit dem Handy aufnehmen und klatschen. Ohne Frage, die Dabringhauser können nicht nur Karneval, sondern auch Rad-Demo. Das einzige, was fehlt – so die aufmunternden Rufe vom Wegesrand – sind Kamelle!
Kein Wunder, dass Lutz Betke mit seinem Organisationsteam von der Resonanz und der Stimmung überwältigt, regelrecht geflasht war. „Der Spirit im Dorf, der Zusammenhalt der Stadtradel-Teams, die ausgelassene Atmoshäre und die Resonanz des Publikums – das hätte alles nicht besser sein können“.
Diese Demonstration, zu der das Dabringhausener Stadtradel-Team zusammen mit dem ADFC aufgerufen hatte, hat das Ziel, politisch Verantwortliche an entscheidenden Stellen dazu zu bewegen, für eine sichere Radwegeanbindung von Dabringhausen nach Wermelskirchen zu sorgen. 2024 hatte ein offener Brief des Team Dabringhausen und des ADFC an die Stadt zu einem Workshop geführt, bei der die Stadt eine Reihe von Verbesserungen für den Wermelskirchener Radverkehr umgesetzt hatte.
Die Motivation und der Einsatz für eine verbesserte Radstruktur zu den Außenbezirken hat sich mit dieser ersten Wermelskirchener Rad-Demo mit Sicherheit stark verbessert. Es wird den in der „Kleinstadt mit Herz“ Verantwortlichen nicht leicht fallen, die Belange der heimischen Radler künftig mit der bisher üblichen Ignoranz zu begegnen. Vielleicht sieht man beim nächsten Mal beim Halt vor dem Rathaus mal einen Lokalpolitiker oder gar den Bürgermeister.
Fotos: Joachim Zappe und Anja Balschuweit


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